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5.2.1. Griechenland und Ägypten in historischer Beziehung bis zum Beginn des Hellenismus Die Ägypter hatten bis zur 26. Dynastie kaum Kontakt zu den europäischen Völkern (lediglich Thutmosis III. unterhielt diplomatische Beziehungen zu den Minoern und mykenischen Inselbewohnern in der Ägäis). Die Griechen hatten später zwar Kolonien an der Küste ihrer libyschen Nachbarn, aber an kulturellen oder auch nur merkantilen Austausch war nicht zu denken. Die Ägypter, die gerade unter äthiopischer Herrschaft standen, hatten genug Probleme mit Militär und Verwaltung, dazu die Thronwirren des 7. Jahrhunderts, so dass sie sich nicht um die neue Handelsmacht Griechenland kümmerten. 662 wurde Ägypten durch Assurbanipal assyrische Provinz. Im 8. Jahrhundert gründeten die Bewohner der griechischen Stadt Milet im Nildelta (in Daphne und in Tanis) Handelsfaktoreien, deren Bedeutung für den Handel im östlichen Mittelmeerraum bis zur Zeit der Saïten stetig wuchs. Psammetich I., Gaufürst (Pharao 663 - 609) und einer der Statthalter Assyriens befreite mithilfe karischer und ionischer Söldner das Niltal von der Fremdherrschaft. Necho (Pharao 609 - 594) begann, Ägypten gegenüber Europa zu öffnen. Bei seinem Zug gegen Palästina unterstützten ihn griechische Söldner. Er festigte die Kontakte zu den griechischen Staaten, um gegen das neubabylonische Reich bestehen zu können. Psammetich II. (Pharao 594 - 588) eroberte um 590 Nubien bis zum 3. Katarakt mithilfe ausländischer Söldner" (wohl Griechen, Karer und Juden). Apries (Pharao 588 - 567) verfügte über karische und griechische Infanterie, mit der er Libyen gegen die griechische Kolonie Kyrene unterstützte, die sich jedoch behaupten konnte. Sein Heerführer Amasis meuterte 569 und wurde vom Heer zum König ausgerufen. 567 schlug er Apries und dessen griechische Infanterie im Delta und regierte ab da unumschränkt bis zu seinem Tode 526. Unter ihm erlebte Ägypten seine letzte kulturelle und militärische Blüte. Amasis siedelte seine ionische und karische Leibwache in Memphis an, opferte griechischen Göttern, eine seiner Frauen, Königstochter Laodike, stammte aus Kyrene, und er siedelte die Ionier im Delta an, wo er um 570 die Handelskolonie Naukratis gründen ließ. Außerdem stiftete er zum Bau eines Tempels in Delphi 1000 Talente (26,6 Tonnen) Alaun. Der ionischen Handelsstadt im Nildelta wurden Sonderprivilegien zugesprochen (wie etwa Zollfreiheit, Monopole usw.). Die Bewohner der Insel Zypern wurden Ägypten tributpflichtig. Amasis behauptete sich auch gegen Kyros II. und Kambyses, gegen die er ein Bündnis mit König Kroisos (Krösus) von Lydien, Tyrann Polykrates von Samos sowie Kyrene, Sparta und Babylon einging. Sein Nachfolger Psammetich III. (Pharao 526 - 525) konnte der persischen Übermacht nicht standhalten und verlor Land, Herrschaft und Freiheit. Während der 29. Dynastie kam es zu einem regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch der Ägypter und Griechen. Dieser Umstand wurde durch die gemeinsame Bekämpfung der Perser induziert. Nepherites I. unterstütze die Spartaner im Kampf gegen das persische Volk durch Lieferungen von Getreide. Unter Nektanebos I. (30. Dynastie, Pharao 380 - 362) gelangte Ägypten wieder kurzfristig zur Blüte. Im außenpolitischen Bereich konnte er einen erneuten Versuch der Perser, in das Ägyptische Imperium einzudringen, zurückschlagen und ging ein enges Bündnis mit Athen und Sparta ein. Tachos (Pharao 362 - 360) führte ein strenges Steuersystem ein und ließ Münzen zur Besoldung griechischer Soldaten prägen. Durch die bereits bestehenden guten Kontakte zu den Athenern und Spartanern gelang es Tachos, mit ihnen gemeinsam einen Feldzug gegen die ägyptische Mittelmeerküste zu unternehmen. Er wollte die Gebiete von Syrien und Palästina zurückgewinnen, da die dort herrschenden Perser durch Aufstände geschwächt waren. Nektanebos II. (Pharao 360 - 343) ging mit spartanischen Söldnern gegen die Perser vor, konnte Ägypten aber nicht verteidigen, so dass die 2. Perserzeit mit Artaxerxes III. in Ägypten Einzug hielt. |