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Kurzbiographie
Jean Baptiste Perree wurde 1761 in Saint-Valery an der Somme geboren. 1773 ging er im Alter von zwölf Jahren als Schiffsjunge auf einem Küstenfahrer zur See. Er blieb bis 1792 - mit einer Ausnahme 1785, als er eine Reise für die königliche französische Marine machte - als Steuermann in der Handelsschifffahrt.
1793 trat er dann als Fähnrich in die durch die Revolution personell geschwächte französische Kriegsmarine ein und machte eine steile Karriere: So wurde er bereits im Oktober 1793 1 Leutnant und Kommandant der kleinen Fregatte PROSERPINE. Perree erwies sich als ungewöhnlich begabter Kaperfahrer und brachte in einem knappen Jahr im Atlantik nicht weniger als sechzig Prisen ein.
Im September 1794 2 wurde der erfolgreiche Offizier zum Kapitän befördert und auf der MINERVE (40) Kommodore eines Geschwaders von 4 Fregatten und zwei Korvetten, mit dem zunächst an der Ostküste Afrikas der gegnerischen Handelsschifffahrt und ihren Niederlassungen schweren Schaden zufügte.
Zurück im Mittelmeer konnte Perree dann einen großen Triumph verbuchen, denn am 7. März 1795 eroberte er auf der MINERVE zusammen mit der ALCESTE (36- Kapitän Lejoille) und VESTALE (32) das freilich unter Hilfsmasten segelnde britische Linienschiff BERWICK (74 - Kapitän Littlejohn).
Am 24. Juni 1795 ereilte den Aufsteiger jedoch auch eine herbe Niederlage, als er mit seiner MINERVE und der ARTEMISE (36 - Kapitän Charbonnier) auf einer Kundschaftermission vor Minorca auf die beiden englischen Fregatten DIDO (28 - George Henry Towry) und LOWESTOFFE (32 - Robert Gambier Middleton) stieß. Perree wurde während des Kampfes verwundet, die MINERVE wurde von den nominell schwächeren Engländern genommen, während die ALCESTE floh. Der Kapitän der MINERVE geriet in Gefangenschaft.
1796 kehrte Perree nach Frankreich zurück und wurde mehr und mehr für besondere Aufträge herangezogen. So wurde er z.B. beauftragt, die von General Napoleon Bonaparte in Italien erbeuteten Kunstschätze nach Toulon zu bringen.
1797 erhielt er das Kommando über das Linienschiff MERCURE (74) und nahm im Mai 1798 an Bonapartes ägyptischer Expedition teil. Bonaparte forderte Perree als Kommandanten seiner Nilflotte an und erwirkte später die Beförderung des während der Kampfhandlungen im Juli 1798 verwundeten Kapitäns zum Konteradmiral.
Perree unterstützte als Kommandant des Stützpunktes Alexandria General Bonapartes Kampanjen nach Palästina und Syrien mit den Fregatten JUNON (40), ALCESTE (36) und COURAGEUX (36). U.a. landete Perree bei Jaffa Belagerungsgeschütze für die französische Armee.
Kurz vor Aufhebung der Belagerung von Akko im Mai 1799 schickte Napoleon Bonaparte Perree mit Verwundeten zurück nach Toulon, doch der Konteradmiral und sein Fregattengeschwader wurden am 18. Juni 1799 kurz vor dem französischen Hafen von den englischen Linienschiffen CENTAUR (74 - John Markham), CAPTAIN (74 - Sir Richard Strachan) und
BELLONA (74 - Sir Thomas Bouldon Thompson) gestellt und erobert. Perree geriet erneut in Gefangenschaft.
Kaum wieder durch einen Gefangenenaustausch zurück in Frankreich erhielt Konteradmiral Perree im Januar 1800 den Auftrag, die britische Blockade der französisch besetzten Insel Malta zu durchbrechen und die 3000 Mann starken Besatzungstruppen unter General Vaubois mit Lebensmitteln und Munition zu versorgen.
Am 1. Februar 1800 lief Perree an Bord des bei der Schlacht von Abukir noch entkommenen Linienschiffes GENEREUX (74) aus und setzte an der Spitze eines kleinen Versorgungs-Geschwaders Kurs auf Malta. Am 17. Februar 1800 wurde die GENEREUX vor Malta von den Linienschiffen NORTHUMBERLAND (74 - George Martin) und FOUDROYANT (80 - Sir Edward Berry) sowie der Fregatte SUCCESS (32 - Shuldham Peard) zum Kampf gestellt. Schon mit den ersten britischen Salven wurde Konteradmiral Perree tödlich verwundet, worauf die GENEREUX kapitulierte.
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Patrick O'Brian´s Jack Aubrey
Englischer Titel - Deutscher Titel
ACHTUNG !!! Grundlage für den Film MASTER AND COMMANDER war Manöver um Feuerland
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Fußnote 1 = H. Granier schreibt in seiner Histoire des Marins Français 1789-1815 fälschlich 1794. Das ist inkonsistent mit den folgenden Ereignissen.
Fußnote 2 = Wieder irrt H. Granier. Hier muß es 1794 heissen, wie der Verlauf der Ereignisse in der Naval History von William James zeigt.
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