Disclaimer: "Saiyuki" copyright © Kazuya Minekura
Ich habe keinerlei Rechtsanspruch auf "Saiyuki" und alles, was damit zusammen
hängt.
Das Setting und die Charaktere sind hier nur für nicht kommerzielle Zwecke -
sprich Vergnügen - ausgeliehen.
Titel: Wie man sich bettet
Autorin: Ryushin
Email: yaoikizuna@yahoo.de
Fanfic: Saiyuki
Pairing: 5x3 – was auch sonst?
Warnungen: Lime
Teil 1
Es war die dritte Nacht in Folge, in der sich Gojyo vor Sanzo's Bett wieder fand.
Kopfschüttelnd betrachtete er die sich windende und stöhnende Form, die sich
hoffnungslos in den Laken verstrickt hatte. Es wurde langsam zu ihrer Routine.
Sanzo hatte oft Alpträume, aber erst nach ihrem Zusammentreffen mit dem
anderen Sanzo, der sich Kami-sama genannt hatte, war es wirklich schlimm
geworden.
Sie hatten letztendlich den Sieg davon getragen, aber nicht ohne vorher ihre
erste Niederlage einstecken zu müssen und es nagte an ihnen allen. Natürlich
hatte Sanzo es am schwersten genommen, wie immer. Der blonde Mönch hatte
absolut keine Toleranz für Schwäche und am wenigsten für sich selbst.
Die Ironie dabei war, dass keiner von ihnen es auch nur im Ansatz bezweifelte,
dass Sanzo der Stärkste von ihnen war. Sicher nicht im physischen Sinne, aber
an Willenskraft und Entschlossenheit konnte vermutlich niemand in Togenkyo
dem Mann das Wasser reichen, nicht einmal Gojyo selbst, auch wenn er es nie
zugeben würde.
Ein lautes Aufstöhnen gefolgt von Tritten gegen die Wand, unterbrachen Gojyos
Gedanken. Entschlossen kletterte er auf das Bett und begrub Sanzos Körper
förmlich unter seinem eigenen. Die Tatsache, dass Sanzo davon immer noch
nicht aufwachte, war ein deutliches Zeichen, dass irgendetwas ganz und gar
nicht mit ihm in Ordnung war.
Es war an der Zeit Sanzo zu wecken, sonst stünden gleich Hakkai und der
dumme Affe im Zimmer und dann würde keiner heute Nacht mehr Schlaf finden,
da die beiden ein Heidentheater um den ach so gequälten Mönch machen
würden. Die Zwei waren definitiv zu nett zu Sanzo, ertrugen kommentarlos seine
Launen und versuchten ihm alles Recht zu machen. Fehlte nur noch, dass Goku
anfangen würde sich zu bedanken für die Schläge und Tritte, die er regelmäßig
zu spüren bekam.
Das war auch der einzige Grund, warum Gojyo sich überhaupt die Mühe mit dem
Mönch machte. Hakkai und Goku brauchten ihre Ruhe und Sanzo wurde schon
zu genüge verhätschelt. Ihm persönlich war es wirklich egal, ob Sanzo sich den
Kopf blutig schlagen würde bei seinem hin und her Wälzen oder ob er am
nächsten Tag fast aus dem Jeep kippen würde, weil er nicht tief genug
geschlafen hatte. Alles was zählte war, dass er endlich Ruhe geben würde.
Wirklich!
Wie aufs Stichwort, stieß Sanzos einen leisen Schrei aus, der Gojyo fast das Blut
in den Adern gefrieren ließ. Es hatte etwas surreales den sonst so kontrollierten
Mönch derart außer sich zu sehen. "Verdammter Idiot!" murmelte der Rothaarige,
nicht sicher, ob er sich oder den Mann unter ihm meinte.
Gojyos Hände legten sich um Sanzos Kopf und zwangen ihn still zu liegen. Was
jetzt folgte, erschien schon beinahe wie ein Deja Vu:
Sanzo riss die Augen auf, seine Hände umklammerten augenblicklich Gojyos
Handgelenke und erneuerten die blaue Flecken in Form von Fingerabdrücken
von den vorangegangenen Nächten. Der Schmerz war verdammt unangenehm,
aber Gojyo hielt Sanzos Kopf trotzdem fest und wartete darauf, dass der andere
den Weg zurück in die Realität finden würde.
Sanzos Brustkorb hob und senkte sich im Stakkato Rhythmus. Ein feiner
Schweißfilm überzog seinen Körper und er hatte sicherlich mehr als nur eine
Wunde am Körper, wo auch immer er mit dem Bettgestell oder der Wand in
harten Kontakt gekommen war. Aber seine Augen verloren allmählich den
gehetzten Ausdruck und die Wut und das Eis kehrten darin zurück.
"Geh runter, du Perversling!" zischte Sanzo in das vertraute Gesicht über ihm.
Innerlich verfluchte er sich selbst, schon zum dritten Mal hintereinander wachte
er mitten in der Nacht auf und fand Gojyo auf sich wieder. Wenn er es nicht
besser wüsste, würde er annehmen der Halbdämon versuchte ihn im Schlaf zu
betatschen, zu zutrauen wäre es ihm jedenfalls.
"Wie du befielst, Sanzo-sama, aber unter der Bedingung, dass du endlich
aufhörst so ein Theater zu machen. Manche hier brauchen nämlich ihren
Schönheitsschlaf!" Mit diesen Worten erhob sich Gojyo und kletterte aus dem
Bett. Wenn Blicke töten könnten, wäre er zu einem Häufchen Asche verbrannt.
Sanzo stütze sich auf den Unterarmen in eine halb aufrechte Position und blickte
immer noch schwer atmend in blutrote Augen, die ebenso intensiv zurück
starrten. Aus den Augenwinkeln registrierte Sanzo, dass Gojyo sich abwesend
die Handgelenke rieb.
Prompt wendete er seinen Blick ab und konzentrierte sich auf einen Punkt am
Fußende des Bettes. 'Wenn er jetzt irgendetwas mitleidiges sagt, bringe ich ihn
um!' dachte Sanzo wütend. Es war schlimm genug, dass Gojyo so einen leichten
Schlaf hatte, aber nein, er musste sich auch noch in Sanzos Privatangelegenheit
einmischen.
"Es wird schlimmer!" brach Gojyo ihr Schweigen in ungewohnt ernstem Ton.
"Kümmere dich um deinen eigenen Dreck!" murmelte Sanzo zurück ohne Gojyo
anzusehen.
"Entschuldige, aber es ist mein Dreck. Ich schlafe zufälligerweise direkt neben
deinem Zimmer oder ich würde schlafen, wenn du nicht jede Nacht so einen
verdammten Zirkus machen würdest!" Gojyo stemmte die Hände in die Hüfte und
fixierte Sanzo mit säuerlichem Gesicht.
"Dann tausch mit Hakkai oder such dir eine Hure wie sonst auch!" schleuderte
Sanzo zurück.
Den letzten Teil des Satzes geflissentlich ignorierend, setzte Gojyo zum Konter
an: "Könnte dir so passen, Hakkai jede Nacht um den Schlaf zu bringen. Ich höre
es förmlich: Sanzo dies und Sanzo das...blabla!!"
Kaum hatte Gojyo zu Ende gesprochen, war Sanzo schon aus dem Bett
gesprungen und baute sich so dicht vor Gojyo auf, dass sich ihre Nasenspitzen
fast berührten. Fasziniert beobachtete Gojyo, wie eine Vene an Sanzos Schläfe
weiter hervor trat und im beschleunigten Rhythmus von dessen Herzschlag
pochte.
Keiner wollte nachgeben oder zurückweichen. Sie spürten den warmen Atem des
jeweils anderen auf ihrer Haut und bekamen beide gegen ihren Willen eine
Gänsehaut, ließen sich aber nichts anmerken, weil keiner von ihnen sich die
Blöße geben wollte.
Gojyo fühlte sich herausgefordert und lehnte sich noch etwas näher zu Sanzo,
nur um den anderen noch mehr zu irritieren. Ihre nackten Oberkörper waren nur
noch Zenitmeter voneinander entfernt, ihre Köpfe sich so nah, dass wer auch
immer als erstes sprach, würde unweigerlich seine Lippen gegen die des
anderen bewegen müssen, wenn er nicht zurückweichen wollte.
Sie verharrten in dieser Position einige Minuten, wie zwei Kobras vor dem Kampf.
"Verpiss dich, Gojyo!" zischte Sanzo schließlich, warme Haut, streifte warme
Haut. Gojyo musste gegen den Impuls ankämpfen genießerisch die Augen zu
schließen, während Sanzo das Zittern unterdrückte, das durch seinen Körper lief,
ob vor Wut oder aus anderen Gründen, wusste er selber nicht.
Bevor die Situation sich ihrer Kontrolle entziehen konnte, entschied Gojyo sich für
taktischen Rückzug und entgegnete nur: "Mit Vergnügen!"
Er drehte sich mit einem Grinsen auf dem Absatz um und verließ das Zimmer. In
der Tür sah er noch einmal über seine Schulter und fügte hinzu: "Sieh zu, dass
du endlich Schlaf bekommst, denn so wie du aussiehst, bin ich nicht der einzige,
der seinen Schönheitsschlaf nötig hat!", dann war er auch schon verschwunden.
"Tch! Kümmere dich um deinen Dreck, perverse Wasserratte!" murmelte Sanzo
zu sich selbst und strich sich geistesabwesend über seine Lippen, seinen Blick
noch immer auf die geschlossene Tür gerichtet.
...
Der nächste Tag verlief wie jeder andere auch. Sie frühstückten, kletterten in den
Jeep und fuhren weiter gen Westen. Als Goku die blauen Flecken an Gojyos
Handgelenken bemerkte, machte der Rothaarige nur eine anzügliche Bemerkung
über wilde Bettgefährten, was in einem Handgemenge endete, welches
wiederum von einem genervten Sanzo durch einen Warnschuss beendet wurde.
Daraufhin beruhigte Hakkai den unausgeschlafenen Mönch mit einem
beschwichtigenden "Maa, maa!" und weiter ging die Fahrt. Nichts schien sich
verändert zu haben.
Unglücklicherweise würden sie diese Nacht im Freien campieren müssen. Mit
Einbruch der Dämmerung suchten sie einen geeigneten Platz und während
Gojyo mit Goku das Zelt aufbaute, kümmerte sich Hakkai um das Essen. Sanzo
tat wie üblich nichts, außer nicht im Weg zu stehen und ließ sich etwas abseits
ins Gras sinken. Er lehnte sich mit dem Rücken an einen Baumstamm, die
Hände in den Ärmeln seiner Robe vergraben und das Kinn auf seiner Brust
ruhend.
Gojyo schielte immer wieder zu der zusammengekauerten Gestalt. Sanzos
Zigarette hing gefährlich locker zischen dessen Lippen. Ohne weiter darüber
nachzudenken näherte sich der Rothaarige dem Mönch, hockte sich vor ihm hin
und nahm ihm behutsam die Zigarette ab, um sie selbst aufzurauchen.
Noch bevor der Filter seine Lippen berühren konnte, fühlte er die Mündung der
Smith & Wesson an seiner Stirn.
"Was glaubst du, was du da tust?" grollte Sanzo und blickte ihn durch die
blonden Haarsträhnen, die in seiner Stirn hingen, an.
"Ich bewahre dich vor einem schrecklichen Tod durch Verbrennen, Sanzo-sama.
Du solltest mir dankbar sein!" gab Gojyo ungerührt zurück und nahm einen tiefen
Lungenzug.
"Hör gefälligst auf dich in meine Angelegenheiten zu mischen, Bastard!" knirschte
Sanzo zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Gojyo legte nur den Kopf
schief und blies den Rauch durch die Nase nach draußen.
"Du siehst müde aus!" sagte er ruhig und steckte Sanzo den Filter wieder
zwischen die Lippen bevor er sich erhob und zu den anderen zurück ging.
Anstelle einer Antwort knurrte Sanzo nur in die Richtung des Rothaarigen und
steckte die Waffe zurück in seine Robe. 'Was bildet sich dieser Mistkerl eigentlich
ein?'
"Was ist eigentlich los?" fragte Hakkai ruhig nachdem Gojyo sich neben ihn ins
Gras gesetzt hatte. Goku trottete derweil in Richtung Sanzo, um ihm Gesellschaft
zu leisten bis das Essen fertig war.
"Was soll schon los sein? Seine unheilige Durchlaucht hat schlecht geschlafen,
das ist alles!" brummte Gojyo zurück und machte eine wegwischende
Handbewegung. Hakkai schien nicht überzeugt. Er sah Gojyo dabei zu, wie er
eine seiner eigenen Zigaretten hervor kramte und anzündete.
"Es stört mich nicht, aber lasst es Goku besser nicht wissen. Ich glaube nicht,
dass er damit umgehen könnte." sagte Hakkai schließlich gefasst, allerdings
ohne Gojyo dabei anzusehen.
"Häh?" Gojyo sah Hakkai vollkommen verdutzt an. Sein Gehirn verarbeitete für
einige Sekunden, was denn nun genau Hakkai damit hatte sagen wollen, nur um
dann in schallendes Gelächter auszubrechen.
Sogar Sanzo hob kurz den Kopf und blickte zu den beiden Männern am Feuer
herüber, nicht sicher ob er genervt oder interessiert sein sollte, warum der
Halbdämon sich lachend über das Gras wälzte.
Hakkais Gesicht hatte derweil einen interessanten Rot-Ton angenommen. Er
rührte etwas energischer in der Suppe, während Gojyos Lachanfall in einen
Schluckauf überging.
"Du denkst, er und ich... " Ein weiterer Hickser hinderte Gojyo seine Vermutung
zu Ende zu formulieren. Wie konnte Hakkai nur auf eine derart absurde Idee
kommen. "Wie kommst du nur auf so eine absurde Idee?"
Hakkai wagte einen Blick in Gojyos Richtung, der ihn jetzt aus großen, blutroten
Augen neugierig anstarrte. "Es ist nicht so weit hergeholt.", setzte Hakkai an, "Du
versuchst ständig ihn zu berühren und forderst ihn geradezu heraus, sich mit dir
anzulegen. Und als Goku die blauen Flecke bemerkte zusammen mit deiner
Antwort, Sanzo ist in letzter Zeit immer unausgeschlafen, da habe ich eben
meine eigenen Rückschlüsse gezogen." Er beendete seine Begründung mit
einem seiner viel zu lauten und viel zu fröhlichen Lachen, was bei Hakkai immer
ein tot sicheres Zeichen für Verlegenheit war.
Gojyos Gesicht hätte vielleicht entrüstet gewirkt, wenn er nicht alle fünf Sekunden
vor sich hin gehickst hätte. "Hakkai, es ist rein gar nichts zwischen mir und dem
Bademantelträger, außer einer gesunden Portion gegenseitiger Verachtung und
die gemeinsame Lust auf Zigaretten und Bier. Eher würde ich den Affen
bespringen als den da." Gojyo drehte sich mit einem Ruck um und zeigte in die
Richtung, wo Sanzo noch vor ein paar Sekunden gesessen hatte, nur um eben
jenen ins Knie zu pieksen, da er inzwischen direkt hinter ihm stand.
'Scheiße!' dachte Gojyo und war sich nicht einmal sicher, warum. Wenigstens
war damit der Schluckauf kuriert. Gojyo sah in Sanzos Gesicht, auf dem sich
vorhersehbarerer Weise nicht die geringste Regung zeigte. Dafür entgegnete
dieser aber: "Gojyo, lass deine perversen Finger lieber von Goku, sonst gibt es
demnächst gerösteten Wasserdämon zum Abendessen.", und damit schien das
Thema für ihn erledigt zu sein. Ohne ein weiteres Wort ging er an den beiden
vorbei und verschwand im Zelt.
Gojyo blickte ihm hinter her mit einem ungewohnten Gefühl in der Magengegend,
bis ihn Gokus Stimme aus seinen Gedanken riss: "Ich wusste ja schon immer,
dass du hinter mir her bist, perverser Bastard."
"Träum weiter, dummer Affe!", schoss der Rothaarige zurück, "Ich habe lediglich
meinen Standpunkt klar gemacht."
"Vergiss es, nie im Leben. Erinnere mich daran, dass ich mein Zimmer in Zukunft
nur noch mit Hakkai oder Sanzo teile." Goku verschränkte die Arme vor der Brust
und machte ein angewidertes Gesicht.
"Du kleines Vielfrass machst es dir doch ohnehin lieber selbst." Gojyo wusste, es
hatte keinen Sinn Goku davon zu überzeugen, dass er ihm nicht an die Wäsche
wollte, also konnte er genauso gut seinen Spaß haben und noch etwas tiefer in
die Kerbe schlagen.
"Halt die Klappe. Ich bin nicht wie du!" Und schon saß Goku halb auf Gojyo und
versuchte dessen Gesicht ins Gras zu drücken. Erst ein Schuss, der aus dem
inneren des Zeltes kam, beendete das Handgemenge des Abends.
...
Der Geruch von brennendem Tabak weckte Gojyo aus seinen Träumen. 'Sanzo.'
dachte er automatisch. Ein schneller Blick auf Hakkai und Goku bestätigte, dass
sie tief und fest schliefen und Sanzos Schlafsack unangerührt noch immer in
einer Ecke des Zeltes lag.
Müde rieb sich Gojyo ein Auge und krabbelte aus dem Zelt ins Freie. Wie
erwartet saß der blonde Mönch allein am Feuer, mit dem Rücken an einen Stein
gelehnt und stocherte mir einem Stock in der Glut herum. Seufzend fischte Gojyo
nach seiner eigenen Zigarettenschachtel und setzte sich neben Sanzo auf den
Boden.
Ein Blick zur Seite bestätigte, dass Sanzo noch kein Auge zugemacht hatte. Im
hellen Schein des Feuers wirkten die Schatten unter seinen Augen noch dunkler
und seine Wangen noch ausgemergelter.
"Was willst du?" Vielleicht hätte die Bemerkung genervt oder bissig geklungen,
aber so wie die Dinge lagen, sprach nur Sanzos Erschöpfung aus den Worten.
"Kann nicht schlafen!" murmelte Gojyo zurück und zündete seine Zigarette an.
Sanzo grunzte einen Laut des Verstehens zurück und stocherte weiter in den
Flammen herum.
Schweigend starrten sie in den Nachthimmel und rauchten, während jeder seinen
eigenen Gedanken nachhing. Gojyos drehten sich um die Tatsache, dass der
blonde Mönch es schon wieder geschafft hatte, dass er nicht würde
durchschlafen können und wie er ihn am besten darauf ansprechen sollte und
Sanzo dachte eigentlich nichts. Vielmehr kämpfte er gegen das Verlangen an,
sich zu einem Ball zusammen zu rollen und einzuschlafen.
Schließlich wurde es Gojyo zu bunt. "Was macht dir so zu schaffen, dass es dich
jede Nacht bis in deine Träume verfolgt?", Sanzos Kopf zuckte herum, aber
Gojyo ließ sich nicht mehr aufhalten, "Verstehe mich bitte nicht falsch, es ist mir
egal! Wirklich! Aber ich kann nicht schlafen und das wiederum kümmert mich
schon, denn ich kann nicht schlafen, weil du nicht schläfst." Bei den letzten
Worten hatte Gojyo einen Finger ausgestreckt und Sanzo an die Stirn getippt,
genau dort wo das rote Zeichen seines Standes eintätowiert war.
Sanzos Faust schnellte aus der Dunkelheit auf Gojyos Kinn zu, aber die
Müdigkeit forderte ihren Preis und so konnte der Rothaarige Sanzo problemlos
ausweichen und reflexartig zurückschlagen. Der wohlgezielte Kinnhaken hätte
den Mönch im Vollbesitz seiner Kräfte nie im Leben getroffen, aber so, schickte
er den Mann direkt ins Reich der Träume.
Gojyo starrte vollkommen fassungslos auf Sanzos zusammengesunkenen
Gestalt. Er ging alle Möglichkeiten, die ihm offen standen im Kopf durch. Flucht
würde ihm nicht helfen. Sanzo hatte unlängst bewiesen, dass man seinem Zorn
nicht entkommen konnte und Gojyo schon überhaupt nicht. Sich entschuldigen
kam nicht in Frage und würde ohnehin abgewiesen. Also entschied sich der
Halbdämon für die einzige noch verbliebene Möglichkeit: er rückte noch näher an
Sanzo heran, legte einen Arm um dessen Mitte und zog ihn an sich, bis dessen
Kopf unter Gojyos Kinn ruhte.
"Gute Nacht, Sanzo! Töte mich bitte nicht, wenn du aufwachst." murmelte er
noch, bevor auch er vom Schlaf übermannt wurde.