Disclaimer: "Weiß Kreuz" gehört mir nicht und ist hier nur für
nicht kommerzielle Zwecke -
sprich Vergnügen - ausgeliehen.
Autorin: ryushin
Email: yaoikizuna@yahoo.de
Teil 5
Donnerstag Morgen
Im Hauptquartier von Schwarz war alles ruhig und friedlich, geradezu idyllisch. Crawford
saß allein und entspannt in der Küche. Er liebte diese Ruhe, sie passte zu seinem
Wesen. Kontrolliert, analytisch, ein Kopfmensch, der jeden seiner Schritte vorausplante.
Kunststück, wenn man in die Zukunft sehen konnte. Leider hatte diese Gabe einen
Haken: sie zeigte sich, wann immer sie wollte und nicht umgekehrt. Meistens betraf es
Situationen, die mit Gefahr verbunden waren und dann auch nur solche, die in der
unmittelbaren Zukunft stattfinden sollten.
Aber in sehr seltenen Ausnahmen sah er Dinge, die über die Gegenwart hinaus gingen.
Diese Visionen betrafen immer nur ihn persönlich und blieben ausgesprochen vage, als
würde man sich an einen Traum erinnern, der erst noch Realität werden konnte.
Das war Haken Nummer zwei: je weiter die Vision in der Zukunft lag, desto mehr
veränderten sich die ohnehin schon spärlichen Details.
Brad starrte in seinen Kaffee. Die Vision, die ihn vor knapp einer Woche heimgesucht
hatte, betraf natürlich ihn – ihn und Schuldig! Er fragte sich immer noch, ob und wie es
wohl dazu kommen würde, aber Tatsache war, dass er den Deutschen seither mit
anderen Augen betrachtete.
Zu seinem Leidwesen war diese Veränderung nicht unbemerkt an Schuldig vorbei
gegangen. Im Gegenteil, er benutzte jede sich ihm bietende Gelegenheit um es
Crawford heimzuzahlen.
Seit knapp einer Woche war Brad dadurch vom kühlen Anführer zur abgehetzten
Krankenschwester mutiert. Er verlor immer öfter die Selbstbeherrschung – vor allem,
wenn er mit Schuldig allein war. Zu allem Überfluss wankte seine mentale Barriere
inzwischen bedrohlich. Bald würde es dem Telepathen gelingen in seinen Kopf
einzubrechen, er wusste, dass Schuldig das immer wieder versuchte.
Tatsächlich machte Brad die Vorstellung Angst, dass Schuldig sehen könnte, was er
gesehen und in dem Fall würde die Vision garantiert ganz anders ausfallen. Schließlich
konnte der Deutsche Crawford nicht ausstehen, was er ihm ja immer wieder deutlich
zeigte, durch Sticheleien, kleine Fallen....
„BRAD!" Schuldig krähte so laut, dass Brad seinen Kaffee verschüttete. Fluchend stand
er auf. War ja klar, wenn man schon mal eine weiße Hose trug.... Das konnte ja nicht gut
gehen. Wütend stampfte er in Richtung Schuldigs Zimmer.
„BRAD!"
„SCHNAUZE, SCHULDIG! Ich bin nicht taub!" Crawford stand im Türrahmen, ein riesiger
Kaffeefleck prangte genau in seinem Schritt.
„Brad, hm, du hättest ruhig erst pinkeln gehen können!" Schuldig saß in seinem Bett und
sah den Anführer von Schwarz schief an.
„DU...grrr..!" Crawford marschierte auf den Rothaarigen zu, fest entschlossen ihn zu
erwürgen.
„Ah – nichts da! Keine Morde vor dem Frühstück. Deine eigene Regel!" Brads Hände
verkrampften sich zu Klauen. Er stand, um Beherrschung ringend, vor Schuldigs Bett.
„Schuldig," presste Crawford zwischen den Zähnen hervor, der Deutsche machte ihn
wahnsinnig, „du machst mich wahnsinnig!"
„Aber, Brad, du weißt, nichts liegt mir ferner." Schuldig grinste seinen Boss an, als könnte
er kein Wässerchen trüben.
„Was! Willst! Du!?" Jedes Wort einzeln betonend und immer noch um Fassung bemüht,
wünschte Crawford, dass Schuldig plötzlich unerwartet sterben würde, möglichst qualvoll.
Warum konnte er so etwas nicht vorher sehen? Warum sah er...! Er wurde schlagartig
rot. War Schuldig etwa nackt unter dieser doch sehr dünnen Bettdecke?
„Ich wüsste zu gerne, was dir gerade durch den Kopf geht!" Natürlich war der plötzliche
Wechsel von Brads Gesichtsfarbe nicht unbemerkt geblieben.
„Wage es ja nicht! Du bist echt die Pest, weißt du das!" Brad wurde noch röter, geradezu
Magentafarben, aber jetzt war es Zornesröte. Gleichzeitig konzentrierte er sich stärker
auf seine mentale Barriere. Unter gar keinen Umständen durfte Schuldig in seinen Kopf
sehen.
„Spielverderber! Na gut, ich wollte dich bitten, mich heute schon ins Krankenhaus zu
fahren. Ich fühle mich dank deiner liebevollen Fürsorge schon bedeutend besser, und so
ungern ich dich als Krankenschwester verliere: ich möchte endlich, endlich wieder
duschen!" Schuldig rümpfte die Nase. Fünf Tage lang nur Katzenwäsche waren echt
zuviel für ihn.
„Und warum zur Hölle brüllst du dann durch das halbe Haus? Du hättest auch runter
kommen können, wenn du schon wieder so fit bist!" Crawford funkelte den Deutschen
böse an. Volle fünf Tage hatte Schuldig ihn schamlos ausgenutzt und dazu verdammt,
ihn zu verhätscheln.
„Hehe, ich wollte noch ein letztes Mal sehen, wie du zu mir eilst. So wie du es
netterweise die ganze letzte Woche über getan hast. Ich frage mich immer noch warum,
sonst rennst du ja immer eher vor mir davon, weil ich angeblich ein ach so nervtötendes
Wesen habe. Weißt du, dass mich das tief in meinem schwarzen Herz wirklich verletzt?"
Schuldig war bei den letzten Worten aufgestanden und stand vor Crawford, ganz wie
Gott ihn geschaffen hatte.
Brad konnte nicht anders. Er musterte aus den Augenwinkeln Schuldigs
atemberaubenden Körper:
flacher Waschbrettbauch, gut definierte Armmuskeln, endlose Beine und, wow, er wusste
bisher nicht, dass deutsche Männer auch beschnitten waren.
„Ja, einige schon!" Schuldig grinste von einem Ohr zum anderen.
„DU SOLLST AUS MEINEM KOPF RAUS BLEIBEN!"
„Komm schon, BradLAY. Das war nicht zu überhören. Du hast es mir quasi zugeschrieen.
Danke übrigens für das Kompliment, du bist übrigens auch nicht schlecht gebaut, wie ich
sehe." Schuldigs Grinsen wurde noch breiter, obwohl das kaum möglich war. Er trat
dichter an den Anführer von Schwarz heran, der leicht perplex an sich herunter sah.
Der Kaffee hatte die weiße Hose durchsichtig gemacht und Brad trug keine Unterwäsche.
„Zieh dir was an, Schuldig. Ich bringe dich zum Krankenhaus und wenn du noch ein Wort
sagst, geht es nicht zur Notaufnahme, sondern zur Pathologie!" sprach's und verließ das
Zimmer.
Schuldig kicherte, Brad konnte ja so süß sein. Was wohl in letzter Zeit in ihm vorging?
Normalerweise musste er schon schwerere Geschütze auffahren, um überhaupt
den Hauch einer Reaktion bei Crawford zu provozieren. Darin bestand für ihn ja der
besondere Reiz dieses Spiels, aber seit dem Vorfall mit Farfarello, führte Brad sich auf
wie ..ja, wie eigentlich?
Jedenfalls war das nicht der Brad Crawford, Anführer von Schwarz, den Schuldig bisher
kennen gelernt hatte. In der letzten Woche hatte er mehr über Brad gelernt, als in den
letzten Jahren seit ihrer ersten Begegnung und was er gesehen hatte, gefiel ihm gut.
Sehr gut sogar.
Leider wusste er aber, dass Brad ihn nicht ausstehen konnte. Trotzdem, was er vorhin im
Scherz über seine verletzten Gefühle gesagt hatte, entsprach der Wahrheit.
„Ach, Brad, es könnte so schön sein..." Schuldig seufzte und knöpfte die ausgebleicht
Jeans zu. Er wurde aus dem Mann einfach nicht schlau.
Im Krankenhaus „überredete" Schuldig den Arzt ihn vorzunehmen. Er zwinkerte Brad zu,
bevor er im Behandlungsraum verschwand. Crawford verdrehte die Augen und schlurfte
ein wenig durch die Gänge. Als er um einer Ecke bog, prallte er fast mit einer anderen
Person zusammen. Sein Frühwarnsystem erlaubte ihm gerade noch rechtzeitig
auszuweichen, aber es war ihm entgangen, in wen er beinahe hinein gelaufen wäre.
Auge in Auge starrten die Anführer von Schwarz und Weiß sich an.
„Was machst du denn hier?" zischte Aya ihn an.
„Kein Sorge, wenn ich hier wäre, um dich zu töten, wärst du jetzt auch tot Abyssinian."
gab Crawford lässig zurück
Aya ging einen Schritt auf Brad zu und stand nun so dicht vor ihm, dass jeder den Atem
des Anderen auf seinem Gesicht fühlen konnte. „Träum weiter, Schwarz!"
„Könnt ihr euch kein Zimmer nehmen?" fragte Schuldig sarkastisch, hinter Crawford an
der Wand lehnend.
Hastig drehte Brad sich um. „Du bist schon fertig?"
Schuldig ignorierte Crawford und fixierte Aya mit einem bösen Blick, den dieser ungerührt
erwiderte.
„Hey, Abyssinian, was verstehst du eigentlich unter einer fesselnden Vorstellung?" Das
Grinsen des Deutschen nahm teuflische Züge an. Aya zuckte nicht einmal mit der
Wimper.
„Schul..dig!" knurrte Brad. Crawford fühlte wie Panik in ihm aufstieg, das würde er doch
wohl nicht wagen? Er versuchte Schuldigs Blick auf sich zu ziehen. Oh doch, er würde!
„Was ist denn hier...!" Yohji brach mitten im Satz ab, als er sah mit wem Aya sich da
unterhielt.
„Nichts weiter, lass uns gehen!" Aya griff Yohjis Arm und zerrte ihn an Schwarz vorbei
nach draußen.
Brad sah den beiden Kätzchen nach und fuhr dann zu Schuldig herum, der aber schon
verschwunden war.
Er fand den Deutschen im Wagen sitzend. Brad würdigte Schuldig keines Blickes,
startete den Motor und fuhr schweigend nach Hause.
...
Mit einem lauten Knall flog die Haustür ins Schloss. Schuldig wollte gerade die Treppe
rauf steigen, als Crawford ihn am Arm packte und wütend gegen das Geländer
schleuderte.
„SPINNST DU?" schrie Schuldig ihn an.
„Was sollte das? Ich warne dich, Schuldig, hast du Aya...?" Er brachte es nicht über sich
den Satz auszusprechen. Bei dem Gedanken, dass der Telepath ihm das antun würde,
wurde ihm speiübel.
„Sollte ich etwa? Wer weiß, vielleicht käme das Kätzchen auf Ideen!" In Schuldigs
Augen funkelte es gefährlich.
„Hast du?" Brad verstärkte den Griff um den Arm des anderen, um seinen Worten
Nachdruck zu verleihen.
Schweigen. Sie starrten sich Sekunden lang an, dann ließ Crawford den anderen los.
„Schuldig, du führst dich auf, wie eine eifersüchtige Ehefrau!" Er drehte sich um und
wollte in sein Arbeitszimmer gehen, nur weg von dem Deutschen. Ein Glas Bourbone
würde ihm helfen, den Gedanken zu verdrängen, dass Schuldig Aya seinen Traum
eventuell gezeigt hatte.
„Und wenn es so wäre?" schnaubte Schuldig.
Brad drehte sich um, ihm gingen fast die Augen über. Mit einem Wutschrei stürzte er sich
auf Schuldig und packte ihn am Pullover: „Dann tut es mir leid, aber ich werde dich auf
der Stelle töten!"
„Weil ich eifersüchtig bin, willst du mich töten? Oh, sehr nett, Brad. Das könntest du mir
auch schonender beibringen!" Schuldig packte Brad ebenfalls an seinem Armanijackett
und drückte ihn gegen die Wand.
Es dauerte etwas, bis der Sinn von Schuldigs Antwort in Brads Gehirn ankam.
„Du bist... du hast es ihm nicht gezeigt!?" brachte er ungläubig heraus.
„Nein, verdammt, habe ich nicht!"
„Du..wie.. EIFERSÜCHTIG?" Brad schluckte hart.
„JA! ZUM TEUFEL!" Schuldigs Nase berührte jetzt die von Brad. Sonst war Crawford
doch auch nicht so schwer von Begriff.
„..." Brad war sprachlos. Er dachte, Schuldig würde ihn abartig finden, vor allem nach
dem besagten Traum, aber...
Irgendetwas sehr eigenartiges passierte gerade. Die Vision tauchte wieder vor seinem
inneren Auge auf.
„Ich geh jetzt duschen!" sagte Schuldig ruhig.
„Aha!" war alles, was Brad dazu zu sagen hatte.
„Kommst du mit?"
„Ja!" Habe ich das wirklich gerade gesagt?, schoss es Crawford durch den Kopf. Bevor er
eine Antwort auf die Frage finden konnten, fühlte er Schuldigs Lippen auf seinen
eigenen.
Es dauerte etwas, bis sie es ins Badezimmer geschafft hatten. Eine Treppe hinauf zu
steigen ohne einen Kuss zu unterbrechen, stellte sich als ein äußerst schwieriges
Unterfangen heraus.
Irgendwie gelang es ihnen dennoch ohne größere Unfälle den ersten Stock zu erreichen.
Im Bad angekommen, schälten sie sich gegenseitig aus ihren Kleidern und stiegen in die
Dusche.
Das warme Wasser fühlte sich wunderbar an. Schuldig wusste nicht, was
besser war, die Tatsache, dass er wieder duschen konnte oder das Brad an seinen
Brustwarzen knabberte.
Er entschied sich dafür, dass Brad unter der Dusche an seinen Brustwarzen knabberte,
ja das war definitiv am besten.
Während Brads Zunge langsam Kreise auf Schuldigs Hals malte, strichen seine
Fingerspitzen sanft über die Arme des Deutschen, dessen wohliges Stöhnen
signalisierte, dass er sich ausgesprochen gut fühlte.
Schließlich griff Schuldig nach Brads Kinn und zog dessen Gesicht zu seinem. Er liebte
die Art wie Brad küsste, wie seine Zunge erst über die Lippen strich, bevor sie in die
Wärme dahinter eindrang. Wer hätte vermutet, dass „fessle und vögle mich" – Crawford
so zärtlich war bei seinen Liebesspielen?
Schuldig ließ seine Hände an Crawfords Körper abwärts wandern. Er fühlte die festen
Muskeln unter der leicht gebräunten Haut. „So gut gebaut!" dachte Schuldig und seufzte
in Brads Mund, während seine Hände am Bauch angekommen, nach hinten zu
Crawfords Hintern glitten.
Brad stöhnte auf, als Schuldig anfing ihn hart zu massieren und beschloss es ihm gleich
zu tun. Gleichzeitig drückte er den Telepathen dadurch an sich, so dass ihre Erektionen
aneinander stießen. Sie begannen sich am Körper des jeweils anderen zu reiben.
Ihr sexy Tanz wurde jäh unterbrochen als Brad von einer neuen Vision heimgesucht
wurde.
„Farfarello!" zischte er.
„Hey, das höre ich aber gar nicht gerne!" gab Schuldig beleidigt zurück.
„Nicht doch, er kommt hierher, Dummkopf, jetzt gleich!" Sie hatten keine Zeit mehr. Brad
stieß den verdatterten Deutschen aus der Dusche und in die Badewanne, die
gnädigerweise hinter der Tür eingebaut war und sprang auf ihn drauf.
„AUA! Pass doch au.. mmmpf." Brad hielt Schuldig, der sich bei ihrem Manöver den Kopf
an der Keramik angeschlagen hatte, den Mund zu. Er wollte tasten, ob es blutete, aber
Crawford drückte ihn mit seinem gesamten Gewicht tiefer in die Wanne, so dass er
vollkommen unfähig war sich zu bewegen.
Die Badezimmertür öffnete sich. Farfarello ging mit nacktem Oberkörper zur Dusche und
murmelte dabei vor sich hin. „Mein Liebling, ich vermisse dich!" Er beugte sich vor und
fing an sich die Haare zu waschen.
Schuldig versuchte in eine weniger schmerzhafte Position zu rücken. Brad fixierte ihn mit
einem wütenden Blick, ließ den Deutschen aber neben sich rutschen. Aneinander
gepresst, wie die Ölsardinen, warteten sie darauf, dass Farfarello fertig wurde. Zum Glück
hatte er die Tür offen gelassen, so dass Brad und Schuldig einigermaßen gut versteckt
waren. Jetzt bloß keinen Mucks machen!
Nachdem Farfarello fertig war mit waschen und fönen, fing er an seine Frisur mit Gel in
Form zu bringen. Brad und Schuldig konnten nicht umhin zu bemerken, dass Farf
erstaunlich viel Wert darauf legte gut auszusehen. Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis
jedes Haar zur vollsten Zufriedenheit des Iren im richtigen Winkel vom Kopf abstand.
Brads Gesicht war inzwischen schmerzverzerrt. Sein Arm war eingeschlafen, weil
Schuldig darauf lag, aber er konnte das jetzt nicht ändern. Schuldig versuchte immer
noch nach seinem Kopf zu tasten, wovon Crawford ihn aber stets abhielt. Jede Bewegung
würde Farfs Aufmerksamkeit auf sie ziehen.
Schließlich war ein Ende der Folter in Sicht. Farfarello schaute noch mal von rechts nach
links, ob wirklich alles saß und strich sich dann gedankenverloren über die Narbe an
seiner Unterlippe.
„Ich kann nicht mehr warten. Ich will dich, mein Liebling!" flüsterte er sich selbst im
Spiegel zu. Brad und Schuldig blickten sich irritiert an und wiederholten lautlos Farfs
Worte.
Endlich ging der Ire aus dem Bad und löschte das Licht. Brad und Schuldig stießen
erleichterte Seufzer aus und versuchten aus der Wanne zu klettern, als Farfarello von
draußen rief:
„Schöne Narbe, Schuldig!"
Sie fielen laut fluchend zurück in die Wanne, während Farfarellos dreckiges Lachen sich
immer weiter entfernte.
„Wir müssen ihn töten!" sagte Brad tonlos.
„Arrgg, nicht doch. Der vergisst das doch wieder noch bevor er die Treppe erreicht hat."
Schuldig befühlte die Beule an seinem Hinterkopf.
„Ich dachte, du kannst nicht in Farfs Kopf?!" Brad war überrascht.
„Kann ich auch nicht, aber wir reden hier von Farfarello. Alles, was nicht mit Schmerz
oder Gott zu tun hat, hat so weit ich das beurteilen kann, keinen Platz in seiner Welt.
Außerdem, habe ich jetzt, dank dir, so höllische Kopfschmerzen, dass ich die nächsten
Tage wohl niemanden lesen, geschweige denn manipulieren kann." Schuldig lehnte sich
auf wackeligen Beinen an die Dusche und blickte Brad säuerlich an, als dieser das Licht
wieder einschaltete.
„Was hätte ich denn machen sollen? Ihn auf einen flotten Dreier einladen? Sei nicht so
undankbar, es hätte fast geklappt." Crawfords gute Laune war im Eimer, das Kribbeln in
seinem Arm machte es auch nicht gerade besser.
„Tut mir leid, Brad." Schuldig wankte zu Crawford und schmiegte sich an ihn. „Ich mache
es wieder gut. Der Tag heute ist ja wohl gelaufen."
„Mmm," knurrte Brad, zog Schuldig aber dennoch an sich, „da bin ich aber gespannt, wie
du das wieder gerade biegen willst." Er lächelte den Telepathen erwartungsvoll an.
„Morgen ist Freitag, ich kenne da einen Ort, der ist wie geschaffen für etwas traute
Zweisamkeit. Was hältst du davon?" Schuldig küsste Brad sanft auf die Lippen. „Kein
irrer Ire, kein nörgelnder Nagi – nur wir und ein großes, rotes Bett!"
„Ich fühle mich irgendwie überredet." Crawford erwiderte Schuldigs Küsse und entließ ihn
dann aus ihrer Umarmung.
„Vertrau mir!" Schuldig zwinkerte Brad noch einmal zu und stieg wieder in die Dusche,
während Brad sich notdürftig ein Handtuch um die Hüften schlang und zu seinem Zimmer
zurück ging.
Er ließ sich auf sein Bett fallen und starrte mit einem zufriedenen Grinsen an die Decke.
Rotes Bett? Brads Grinsen wurde breiter, ja, da war was. Die Details seiner Vision
wurden immer deutlicher und jetzt war er auch überhaupt nicht mehr verwirrt, denn das
für ihn Unwahrscheinlichste hatte sich bereits erfüllt:
Schuldig und er waren zusammen.
Hätte ihm das jemand vor einer Woche erzählt, er hätte den verdammten Lügner über
den Haufen geschossen. Aber so war es! Brad fühlte sich gerade verdammt gut und
schläfrig. Bevor er ganz wegdämmerte, sah er noch ein plüschiges, rotes Herz, das ihn
freudig anquietschte. Doch ehe er diesem Detail einen Sinn geben konnte, war er schon
im Land der Träume.
Gleichzeitig suchte Nagi hektisch das Sofa nach einer bestimmten Zeitschrift ab. Überall
hatte er die letzten Tage schon gesucht. Hatte Farf etwa..?
„He, Farfarello," wenn man vom Teufel sprach, der Ire kam gerade die Treppe hinunter,
mit einem hinterhältigen Grinsen im Gesicht, „hast du zufällig, ähm, eine Zeitung im
Wohnzimmer, genauer gesagt, in der Couch gefunden?"
„Nein!" antwortete Farf und ging weiter zur Haustür.
„Wo gehst du hin?" rief Nagi ihm nach.
„Ich habe Sehnsucht." Dann war er auch schon verschwunden und ließ einen irritiert
dreinblickenden Nagi zurück.
TBC