Venedig (italienisch Venezia) ist eine Stadt mit Seehafen im Nordosten Italiens, in der Region Venetien, Hauptstadt der Provinz Venedig. Die Stadt liegt in einer Lagune zwischen den Mündungen von Po und Piave, am nördlichen Ende des Adriatischen Meeres. Sie erstreckt sich auf 120 Inseln, die von 177 Kanälen durchzogen werden. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 307 000. Venedig ist über eine Straßen- und eine Eisenbahnbrücke mit dem Festland verbunden. Lange Nehrungen und Sandbänke trennen die Stadt vom offenen Meer. Rund 400 Brücken verbinden die zahlreichen Inseln der Stadt untereinander. Der etwa drei Kilometer lange Canal Grande ist die Hauptverkehrsader. Kraftfahrzeuge sind in den engen, verschlungenen Gassen und auf den Brücken der alten Stadt nicht erlaubt. Wichtigstes Verkehrsmittel waren jahrhundertelang die mit einem Ruder angeschobenen Gondeln. Heute dienen dazu Motorboote. Die Gondeln erfreuen sich aber nach wie vor großer Beliebtheit bei den Touristen. WirtschaftGrundpfeiler der venezianischen Wirtschaft ist der Fremdenverkehr. Aufgrund von Arbeitsplatzmangel sind große Teile der Bevölkerung aufs Festland abgewandert. Probleme bereiten die physischen Schäden an der Bausubstanz durch Überschwemmung und Landabsenkung sowie die Luft- und Wasserverschmutzung. SehenswürdigkeitenVenedig gilt als eine der schönsten Städte der Welt. Seine Bauwerke und Verzierungen vom byzantinischen bis zum Renaissancestil zeichnen sich durch hohe künstlerische Vollendung aus. Werke der venezianischen Schule findet man überall in der Stadt. Die UNESCO hat Venedig als Weltkulturerbe ausgewiesen. Leider zeigen die historischen Gebäude der alten Stadt deutliche Spuren des Verfalls. Der Mittelpunkt und der meistbesuchte Ort der Stadt ist der Markusplatz (Piazza San Marco). Am östlichen Ende des Platzes stehen die Markuskirche und der Dogenpalast, die imposantesten Bauwerke Venedigs. Die Markuskirche ist ein byzantinischer Bau mit wertvollen Skulpturen |
und Mosaik-verzierungen, der 828 begonnen und 1071 fertiggestellt wurde. Unweit des Dogenpalastes stehen zwei berühmte Granitsäulen aus dem Jahr 1180. Die eine trägt den geflügelten Markuslöwen. Der Markusplatz wird überragt von dem rund 90 Meter hohen Campanile (Glockenturm der Markuskirche). Er wurde, nachdem er 1902 eingestürzt war, wieder aufgebaut.
Hinter dem Dogenpalast befindet sich die berühmte Seufzerbrücke, die den Palast mit dem öffentlichen Gefängnis verbindet. Gefangene mussten sie auf dem Weg vom und zum Gerichtssaal überqueren. Die bekannteste der drei Brücken über den Canal Grande ist die Rialtobrücke (1588). Am Canal Grande reihen sich die prachtvollen Paläste der venezianischen Aristokratie aneinander. Die Inseln erstrecken sich nach Osten bis hin zum Lido, einer Nehrungsinsel außerhalb der Lagune, die als Badestrand und Ferienaufenthaltsort beliebt ist. Interessante Museen und historische Kirchen sind überall in der Stadt zu finden. Die Libreria Vecchia (Alte Bibliothek) besitzt viele wertvolle Manuskripte und Bücher. Die Universität von Venedig wurde 1868 gegründet.
GeschichteDie Stadt wurde 452 n. Chr. gegründet. Obwohl Venedig Teil des Oströmischen Reiches war, war es praktisch autonom. 697 organisierten die Venezianer die Stadt als Republik mit einem gewählten Dogen an ihrer Spitze. Die Kreuzzüge und der daraus resultierende Ausbau der Handelsbeziehungen mit Asien führte zum Aufstieg Venedigs zu einem der größten Handelszentren und politisch einflussreichsten europäischen Mächte im Mittelmeerraum. Durch Eroberungskriege wurde im späten 15. Jahrhundert eine der führenden Seemächte der christianisierten Welt. Mit den einsetzenden türkischen Invasionen Mitte des 15. Jahrhunderts begann der Niedergang der venezianischen Vorherrschaft. 1797 wurde die Republik Venedig von Napoleon Bonaparte erobert, der sie den Österreichern übergab. 1866, nach dem Siebenwöchigen Krieg, wurde Venedig Teil des neu geschaffenen Königreiches Italien. |
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