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Brüssel, den 13. Juni 2001
 
PRESSEMITTEILUNG
 
DIE IREN LEHNEN EINEN SCHLECHTEN VERTRAG AB
 
Im einzigen Land der EU, in dem sich die Bürger per Volksabstimmung zum Vertragsentwurf von Nizza äussern konnten, ist dieser mit einem deutlichen "Nein" abgelehnt worden. 
Die Ablehnung des Vertrages und die geringe Wahlbeteilung der traditionell pro-europäischen Iren  ist darauf zurückzuführen, dass diesem Vertrag Visionen für die Zukunft der EU fehlen und die Bürger daher nicht mobilisiert werden konnten. Das Europäische Parlament, das dem Vertrag sehr kritisch gegenüber steht, ist trotz seiner demokratischen Legitimation nicht befugt, über diesen abzustimmen. Dafür haben die irischen Bürger die politische Verantwortung übernommen, den in Nizza vorgegebenen Intergouvernementalismus Europas abzulehnen. 
Die Mitgliedstaaten sollten nicht versuchen, durch Abmachungen zwischen den Regierungen die öffentliche Meinung in Irland "zurückzugewinnen". Die europäischen Föderalisten fordern, dass die demokratische Entscheidung der Iren nicht nur respektiert wird, sondern dass die Regierungen aller Mitgliedstaaten auch sofort die nötigen Konsequenzen ziehen.
Die Staats- und Regierungschefs der 15 Mitgliedstaaten sollten endlich ein attraktives politisches Projekt für die Zukunft der EU vorschlagen und mit der Erklärung von Laeken (Dezember 2001) eine neue Methode für die demokratische Legitimation dieses Projekts einführen. Die Ablehnung der Iren verdeutlicht mehr denn je, wie notwendig die Einberufung eines Konvents zur Erarbeitung einer Europäischen Föderalen Verfassung bis Ende 2003 ist, um die Unterstützung der Büger wieder zu gewinnen.
Jo LEINEN, MdEP und Präsident der Union der Europäischen Föderalisten (U.E.F.) erklärte : "Die  aktuelle Vertrauenskrise kann nicht durch einen intergouvernementalen Kompromiss gelöst werden, denn genau diese Methode ist für Europas Probleme verantwortlich". 
 
 
 
Contact : Bruno BOISSIERE (Tel.: 32-2/508.30.30)