Standard de Liége -
Germinal Beerschot Antwerpen 2-1
Früh morgens um 9 gings los in Richtung Kölner HBf um den ersehnten
Belgien-Länderpunkt zu machen.
Angekommen hatten wir noch ein wenig Zeit um zu Frühstücken (hatte ich zwar
schon aber man weiss ja nie was kommt...). Als dann um 10 das Auto mitsamt Hönki
und Mark eintraf und auch der Ehrenfeld uns erreicht hatte konnte die Reise
losgehen. Ein kleiner Zwischenstop bei Aachen und nach ca. 1,5 Std. erreichten
wir Lüttich, oder Liège wie der Belgier sagt...
Also machten wir uns auf den Ground zu finden. Das war schwerer gesagt als
getan, denn in diesem (übrigens äußerst hässlichen) Kaff spricht man offenbar
nur die gehobene französische Sprache, der leider keiner von uns wirklich
mächtig war...
Nachdem wir dann durch die verwinkelsten Gassen Lüttichs gekurvt waren und uns
schon mit dem Gedanken anfreundeten nach Holland weiterzufahren sahen wir dann
zufällig auf einem Schild das Stadion angezeigt (welch ein Wunder, da in dieser
Stadt absolut NIX ausgeschildert ist). Als wir dann an Sclessin ankamen
sicherten wir uns einen Parkplatz in einer Seitenstraße (dazu später mehr) und
besorgten uns erstmal Karten für den Block P1 im 3. Ring. Dieses wunderbare Ding
besitzt nämlich glatt 3 davon. Nachdem wir uns etwas gestärkt hatten standen wir
nun vor dem Haupteingang und fragten uns wann denn nun endlich die Tore öffneten
(es waren noch 1,5 Std. bis zum Spiel). Also ging ich zum nächsten
Kassenschalter und erfuhr (in meinem Terrorfranzösisch) dass die Tore erst
öffnen wenn die Polizei meint es wär alles soweit OK. Das wunderte mich zwar
(auch das ziemlich große Polizeiaufgebot an sich) aber 10 Minuten später
betraten wir dann auch schon das Stadiongelände. Im Fanshop wurden sich erstmal
ein paar Andenken geholt (ein toller Liége Pin ziert nun mein Portemonnaie) und
dann der Stadionimbiss "eingenommen"...
Nach einer Viertelstunde gingen wir dann los, die lebensgefährlich steilen
Treppen hinauf in den 3. Ring von wo man eine tolle Übersicht über die hässliche
Stadt hatte. Drinnen nahmen wir unsere Plätze ein, das Stadion war noch ziemlich
leer. Nur die "Hell-Side" und das "Ultras-Inferno" waren schon mit ein paar Mann
vertreten. Das Stadion füllte sich so langsam und auch die Gästefans trafen nach
und nach ein. Besonders zu gefallen wusste die kleine Griechenland-Fahne die auf
der Supporterstribüne hing, wahrscheinlich zu Ehren von Alexandros Kaklamanos,
dem griechischen Starspieler von Liège ;)
Nach guter Einstimmung durch Stadionsprecher und Musik gings dann auch los mit
einem schönen Klorollen-Intro der Supporters Tribüne. Insgesamt waren wohl
geschätzte 20.000 Besucher da (Stadionkapazität 29.173). Da Lüttich
Tabellenzweiter war, war dies vor allem auf das grausige Wetter zurückzuführen
(kurz vor Spielbeginn hagelte es noch). Die Gäste waren mit ca. 600 Leuten
vertreten die ihrerseits auch ganz ordentlich Stimmung machten. Hier sorgten
einige Unfähige für Erheiterung, indem sie es nicht auf die Reihe brachten eine
kleine Blockfahne als Zaunfahne vernünftig aufzuhängen und das obwohl ihnen die
komplette Tribüne zur Verfügung stand...
Von der Stimmung auf Seiten Lüttichs war ich endlos überrascht. Zwar nicht immer
abwechslungsreich, dafür aber sehr laut, da phasenweise fast das ganze Stadion
mitzog. Die 400 Mann die dauersupporteten reichten sogar schon für eine
angemessene Lautstärke. Nach 11 Minuten fiel dann das 1:0 für Standard durch,
natürlich, den Super-Griechen Kaklamanos, nach einem abgefälschten Schuss aus
20m. Die Liége-Anhänger waren aus dem Häuschen und aus der Gästekurve kam nichts
mehr. Erst nach dem Ausgleich in der 24. liessen diese wieder was von sich
hören. Die Liège-Fans feuerten weiter an und die Mannschaft kämpfte sich nach
vorne und bekam in der 33. Minute einen Elfmeter zugesprochen, nachdem unser
alter Bekannter Emile Mpenza sich aufs Maul gelegt hatte. Torwart Carini
verwandelte sicher zum 2:1 was die Bude wieder zum Toben brachte. Dann kam auch
schon die Halbzeit die man zum Urinieren und Wieder-Nachfüllen ausnutzte. In der
2. Halbzeit passierte dann nix spektakuläres mehr. Ein verschossener Elfmeter
und ein paar vergebene Chancen auf Beerschots Seite und ein bissl Pyro bei den
Heimfans. Dann war das Spiel auch schon rum und wir machten uns auf in Richtung
Auto. Doch kamen wir nicht an der Polizeisperre vorbei. Warum das so war
verstanden wir als sage und schreibe 9 (!) Beerschot-Busse an uns vorbeifuhren.
Samt mehreren Einsatzwagen und Wasserwerfer (!) hinterher. Naja. Man ließ uns
passieren und wir machten uns auf, umringt von Reiterstaffeln zum Auto. Wir
stiegen ein, machten erstmal die Heizung an (war arschkalt) und fuhren dann
langsam los, bis wir nach ca. 30-40m eine Menschenmasse auf der Straße sahen.
Nach weiteren 30m bemerkten wir was das für Leutchen waren, drehten um und
fuhren in die andere Richtung.
Nachdem wir dann ca. 45min später aus diesem (unbeschilderten) Kaff auf die
Autobahn gefunden hatten, ging es dann heimwärts und Hönki lieferte uns sogar
noch vor der Haustür ab. Edel, edel...

Sclessin von aussen

Sclessin von innen

Schalparade und Pyro bei Liége

Die kleine Reisegemeinschaft