Griechenland unterm Hakenkreuz
Deutscher Besatzungsterror in Griechenland 1941/44 und die griechischen Entschädigungsforderungen heute
Postadresse:
c/o JungdemokratInnen/Junge Linke Berlin, Rosa-Luxemburg-Str. 19, 10 178 Berlin
Veranstalter
Offener Brief Berlin, den 8. Febraur 2002
An
Überfällig: Entschuldigung und Entschädigung für die von der deutschen Besatzungsmacht in Griechenland 1941/1944 begangenen Verbrechen !
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Schröder,
sehr geehrter Herr Außenminister Fischer,
mehr als sechsundfünzig Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs warten Hunderte von Dörfern und Städten, Tausende von Familien in Griechenland, die in den Jahren der deutschen Okkupation von 1941 bis 1944 Opfer von Massenmord und Zerstörung waren, noch immer auf eine Entschuldigung der deutschen Regierung für diese Untaten und auf angemessene Entschädigung. Die Namen der Städte und Dörfer wie Kalavryta, Distomo, Kommeno, Klissura oder Chortiatis, die in den letzten Monaten häufiger genannt wurden, weil sie sich gegen jahrelange strikte Verweigerung dieser und früherer Bundesregierungen gerichtlich zur Wehr setzen, stehen exemplarisch für viele Kommunen, die Objekt grausamer Kriegsverbrechen deutscher Wehrmachts- und SS-Verbände wurden.
Wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion, die am 24. Januar 2002 in der Technischen Universität Berlin stattfand, fordern Sie auf: Geben Sie die für Deutschland und dessen Verantwortung vor seiner Geschichte Verweigerungshaltung auf und treten Sie mit den Vertretern der griechischen Opferfamilien und -kommunen sowie mit der griechischen Regierung umgehend in Gespräche über eine rasche und für die Opfer akzeptable Genugtuung für das erlittene Unrecht ein!
Unsere Aufforderung an Sie ergeht u.a. vor folgendem Hintergrund:
2. Seite Offener Brief vom 24.1.2002
Das alles ist Ihnen bekannt. Aber die Bundesregierung folgt offensichtlich der Linie, mit den 1960 gezahlten 115 Millionen müsse es schon deshalb sein Bewenden haben, weil bei einem "Nachgeben" im Falle Griechenland weitere Reparationsforderungen aus ehemals okkupierten Ländern zu erwarten wären.
Wir fragen Sie: Soll diese Grundhaltung die Verantwortung der deutschen Regierung gegenüber der historischen Wahrheit zum Ausdruck bringen, deren Tatsachen offen zu Tage liegen – in Gestalt ungesühnter, tausendfacher Mordtaten, tausendfacher Zerstörung und wirtschaftlicher Ausplünderung Griechenlands?
Auch sechsundfünfzig Jahre nach Kriegsende ist es nicht zu spät für Entschuldigung und Entschädigung.
Wir – die Unterzeichner und Unterstützer dieses offenen Briefs – werden
unsere demokratischen Möglichkeiten nutzen, den Forderungen der griechischen
Opferfamilien und betroffenen Kommunen in Deutschland mehr Resonanz zu
verschaffen.
Wir fordern Sie auf: Revidieren Sie die jeder Gerechtigkeit und der geschichtlichen Wahrheit Hohn sprechenden Regierungsposition und suchen Sie umgehend den Dialog mit den Vertretern der griechischen Opfer und mit der griechischen Regierung.
Mit freundlichen Grüßen
für die Veranstalter:
Griechisch Demokratische Gemeinde Berliner. Büro: IG- Zwangsarbeit ...
Berliner. Gesellsch. für ...Weltkriegsforschung e.V. JungdemokratInnen/Junge LInke
Ansprechpartner:
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19 in 10 178 Berlin,
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der Interessengemeinschaft ehm. Zwangsarbeiter, Tel/Fax 693 49 73; Gesellschaft
für Faschismus- und Weltkriegsforschung e.V., geschichtsburo@t-online.de