To Be a Man

Letters to My Grandson
 
 

Knapp zwei Jahre nach dem Erscheinen seiner umfangreichen Autobiographie „In the Arena" veröffentlicht der berühmte amerikanischen Filmschauspieler Charlton Heston einen weiteren Memoirenband. In der für ihn charakteristischen Bescheidenheit gibt der Verfasser in einer Vorbemerkung zu Protokoll, es sei sein Verleger gewesen, der ihn zum Schreiben des vorliegenden Buches angeregt habe. Seine zahlreichen Fans in der ganzen Welt werden sich gewiß über die Neuerscheinung freuen und nur bedauern, daß das vierte Buch von Charlton Heston nicht etwas dicker geworden ist.

Was fügt der Autor dem bereits in früheren Veröffentlichungen Gesagten hinzu? Er schildert sein Leben aus einer anderen Perspektive als bisher. Diesmal stehen nicht Karrierestufen und das Filmemachen im Mittelpunkt der Darstellung, sondern psychologische und kulturpolitische Fragen. Kunstvoll verknüpft er Schilderungen eigener Erfahrungen mit Erörterungen allgemeiner Probleme. Charlton Heston ist vor sechs Jahren Großvater geworden : die Beobachtung der Entwicklung seines Enkels John Alexander Clarke Heston (genannt : Jack) hat dem Autor spürbar eine enorm große Freude bereitet (was bei Großeltern nicht ungewöhnlich ist) und ihm sehr viel Material für das vorliegende Büchlein geliefert. Über die Enkelin Ridley Charlton Rochell war noch nicht viel zu sagen : sie wurde geboren, als das Manuskript schon fast fertig war. Unvermeidlicherweise kommen persönliche Verhältnisse zur Sprache, aber der diskrete Verfasser vermeidet es, Intimitäten und Familiengeheimnisse zu verraten (was manche Fans wohl enttäuscht haben mag).

Charlton Heston behandelt zahlreiche Themen, und wir erfahren, wie er die politisch-kulturelle Lage seines Landes einschätzt. Er ist ein betont konservativer Mann, der sich große Sorgen macht über den für ihn feststehenden Niedergang im Erziehungswesen sowie in anderen Bereichen. Er plädiert für eine Rückbesinnung auf die klassischen Werte der Gründungsväter. Selbstverständlich kann man über die eine oder andere seiner kulturkritischen Thesen diskutieren - solche Gespräche will der Autor wohl in Gang bringen. Der Untertitel des Buches verspricht „Briefe an meinen Enkel"; diese Briefe sind natürlich nicht nur für Jack bestimmt. Von den einfachen Ratschlägen, die der Hollywoodstar dem jungen Sohn seines Sohnes gibt, sollen auch andere profitieren.

Die Ehefrau des Autors, Lydia Heston, ist von Beruf Fotografin. Sie hat ihren kameragewohnten Mann, ihren Sohn und ihre Tochter sowie die zwei Enkelkinder oft fotografiert (was auch nicht ungewöhnlich ist).CH mit Jack Der vorliegende Band enthält so viele dieser aussagekräftigen Bilder, daß man fast von einem Fotoband sprechen könnte.  Es ist allgemein bekannt, daß Fans sich nicht nur für die Filme ihres Lieblingsstars interessieren, sondern auch für dessen Privatleben (manchmal weit mehr als dem Künstler lieb sein kann) Nicht selten kommt es vor, daß sie Kontakt mit ihm aufnehmen. So läßt uns der Autor wissen, er habe in den letzten Jahren erstaunlich viele Geburtsanzeigen von Kindern erhalten, die nach ihm Charlton getauft worden sind; das habe ihn sehr gerührt. Mit der Veröffentlichung von „To Be a Man" hat Charlton Heston seinen Bestseller „In the Arena" um einige Punkte ergänzt und ist dem Wunsch seiner Bewunderer nach mehr Einblick in sein Leben in vorbildlicher Weise entgegenkommen.

Yizhak Ahren (Köln)
 
 

Charlton Heston: To Be a Man. Letters to My Grandson New York : Simon & Schuster 1997. 127 S., ISBM 0-684-84116-9, $ 17.95.