1969 gilt als Wiege Boerbls.
Genauso, wie zeitlos seine Kunst sich darstellt,
versteht sich Boerbl mit seiner Geburt um zu gehen: fern von Raum und Zeit
datiert er sich auf genanntes Jahr.
Für Boerbl war es bekanntlich ein rauher, steiniger Weg zur Kunst.
Zeitgenossen titulieren Ihn als einen bohrenden Autodidakten. Trotz widrigster
Umstände fand er immer und immer wieder Nischen, seinen Kunstdrang
stets auszuüben, sich weiter zu entwickeln, künstlerisch sich
fortzubilden und voran zu kommen. Vielen Krankheiten und Mißlichkeiten
zum Trotz entwickelte sich aber trotzdem die Raupe zum Schmetterling und
begann das fliegen. Nahezu beängstigende Parallelen sind in seinen
Werken wieder zu finden.
Wer Boerbls Kunst kennt, weiß,
daß der serielle Gedanke vielschichtig
behandelt wird: Zum einen ist es ein Seriendenken, numerisch, Beispiele
sind: Quattrologie Sonnenmann, Duodecaologie Genesis, Nonologie
Gießkannenmann. Zum anderen ist es ein Spiel mit der 4. Dimension,
Bilder aneinander zu reihen, folgen zu verdrehen zeitliche Abläufe
zusammen zu
fassen oder beliebig zu zerstückeln. Beispiele sind Quattrologie Elavatio
01
und 02 und Elavatio version as you want.
Dieses temporale denken ist dann wohl auch mit ein Grund, was boerbls
Kunst und Schaffen spielerisch von Zeit und Raum loslöst.
Anfänglich mag für den unkundigen Betrachter sein Schaffen kindlich
erscheinen. Ein weiteres Stilmittel boerbls ist weniger eine Abstraktion,
viel mehr eine Art Regression. Dieses regressive Denken mag wohl mit boerbls
Vergangenheit zu tun haben. Wie eben erwähnt stammt boerbl aus dem
Lager der naiven Irrealisten.
Gleichsam einer Parabel, läßt sich aus diesem kindlichen Scheitelpunkt
eine
weitere Kurve weiterverfolgen, die 2. Ableitung, wir kennen das mathematisch
aus dem Integral. Es ist eine Ableitung der vorhandenen Realität in
mögliche Scheinwelten. Ich erinnere, daß boerbl, vorwiegend
computergeneriert arbeitet. Dadurch konnte seine Kunst den virtuellen Charakter
bekommen