monologe an die fee |
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name und geschlecht |
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haben vornamen ein geschlecht? | es braucht nicht viel an allgemeinbildung, um zu wissen, dass indianer namen wie "der mit dem wolf tanzt", "rasender sturm" oder "freundliche blume" haben. ebenso ist uns dies aus China oder Japan bekannt. und auch bei uns hatten vornamen ursprünglich bedeutungen. ein blick in vornamensbücher macht uns da schlauer. doch ist heutzutage bei uns das kriterium für die namesauswahl von eltern für ihrer kinder zumeist die assoziation auf geliebte verwandte, freunde, romanfiguren, filmhelden oder berühmtheiten, die ihnen zu einem namen einfallen. man nimmt nicht mehr die eigenschaften der ursprünglichen namensbedeutung, sondern die anderer namensträger. oder man empfindet einen namen einfach schön oder wohlklingend. so lernt man von kindheit an zu konkreten menschen ihre vornamen kennen und verbindet damit eigenschaften wie schlauheit und schönheit und sortiert namen zu geschlechtern. zielsicher weiss man irgendwann, dass Uwe ein junge oder mann sein muss, oder dass Katarina ein mädchen oder eine frau sein wird. dieses kriterium wird seit jahrhunderten in unserem kulturkreis genutzt. und meine recherchen haben ergeben, dass es für die benutzung geschlechtseindeutiger vornamen in deutschland zwar kein gesetz, aber eine dienstanweisung für standesbeamte gibt. doch namen sind nicht "männlich" oder "weiblich", sie werden lediglich so benutzt. es ist schlicht gewohnheit, dass beispielsweise der name, den meine eltern für mich gewählt haben, Heike, deutschen als weiblich gilt. aber was macht diese 5 buchstaben in ihrer reihenfolge dazu? nichts, es gibt keine bildungsvorschrift sondern nur tausende weibliche, deutsche Heikes, die uns dies als gesetzmäßig vorgaukeln. unsere niederländischen nachbarn sehen das etwas anders, dort gilt der selbe name als männlich. ebenso geht es mir mit diesem namen. er war für mich eigentlich nie geschlechtszuweisung, sondern mein image. ich habe den namen ausgefüllt: mit mir, mit meinen eigenschaften, meinem charakter. (vermutlich geht es jedem mit dem eigenen namen so, dass man gleichnamige menschen sehr genau anschaut und für sich feststellt, ob die diesen namen "zu recht tragen dürfen".) dieser name gehört einfach zu mir und ich könnte mir schwer vorstellen, ihn eines tages abzulegen. (ein anderer tm schrieb mir einmal, er hätte mit seinem "weiblichen" vornamen abitur gemacht und nicht mit seinem neu gewählten "männlichen", er bliebe daher immer I... ) sicher, nicht jeder tm muss so denken wie ich. viele haben ein problem mit ihren namen oder benutzen die vornamensänderung als symbolischen akt. und sobald sie in trans*-chats oder -stammtischen auftauchen, haben sie sich für einen eindeutigen "männlichen" vornamen entschieden. es ist "normal", es so zu tun und so habe ich mit meiner weiterbenutzung von Heike zumeist konfusion oder zumindest nachfragen provoziert. denn wer weiter seinen vornamen benutzt, der signalisiert in transenkreisen, dass er entweder noch ganz neu und unsicher ist oder nicht "richtig" transsexuell. okay, ein klein wenig trifft dies für mich zu, ich habe mich bislang für nix entschieden ( ![]() |
was bedeutet h.b.k.? | aber auf die suche nach "männlichen" vornamen habe ich mich nur begeben, weil ich keinen bock habe, ständig zu erklären, dass vornamen eigentlich kein geschlecht haben. und entsprechend ist die auswahl erfolgt: h.b.k. steht für Heike Börge Kolja. weshalb ich bei Heike bleibe, hatte ich gerade erklärt. Kolja und Börge sind zunächst nur reaktion auf die mißverständnisse in der "transen-community" und zugleich provokation: Kolja ist die russische verniedlichungsform für Nikolai und ist das resultat der suche nach einem "männlichen" vornamen, der auf "a" endet. inzwischen ist mir ja ein viel besserer eingefallen: Nikita. - mal sehn, vielleicht benutze ich den irgendwann mal. und Börge ist Kjelds sohn aus der Olsenbande, eine in ostdeutschland zum kult gewordene gaunerkomödie. |
freie namenswahl für alle! | transen haben durch das TSG ein privileg, sich im erwachsenalter einen neuen vornamen wählen zu dürfen. eines, was ausser ihnen nur wenige andere menschen haben. leider gibt es bei uns kein generellen Rechts zur Änderung des Vornamens für alle Menschen ohne Gutachten oder Nachweise besonderer Gründe. RealpolitikerInnen argumentieren gegen solche Vorschläge sogleich mit "kriminellen Elementen", die sich so einfacher verbergen könnten. denn in deutschland gehört der vorname zu den erkennungsmerkmalen für menschen. dabei gehört es in anderen kulturkreisen zum erwachsenwerden, sich einen neuen namen zu wählen. während der kindername die wünsche der eltern ausdrückt, so ist der selbst gewählte name der ausdruck des gebildeten charakters. Tatanka Yotanka, Häuptling Sitting Bull, erwählte sich selbst diesen namen. in deutschland bleibt den meisten leuten nur der spitzname, der von freunden akzeptiert wird, das pseudonym oder der künstlername, um sich von der namenswahl der eltern zu emanzipieren. |