Teigue war der Sohn des Herrschers von Munster im Westen Irlands. Seine Gemahlin Liban und zwei seiner Brüder waren von einem Piraten namens Cathmann auf dessen Festung entführt worden. Diese Festung lag auf einer Insel irgendwo vor der Küste Spaniens. Mit einer Mannschaft von 40 Männern brach Teigue in einem Schiff auf, um seine Familie zu retten. Einen Monat lang segelten sie über das weite Meer und sahen nichts außer den wogenden Wellen und ein paar neugierigen Seehunden. Dann folgten 6 Wochen, in denen sie durch dichten Nebel fuhren. Schließlich hatten sie sich vollkommen verirrt. Nach einem furchtbaren Sturm, der einen Tag und eine Nacht lang anhielt, sahen sie schließlich die Umrisse einer Küste und segelten in die Mündung eines großen Flusses hinein. Die Landschaft war ihnen völlig unbekannt, fremdartige Vögel sangen, und obwohl sie Munster im Vorfrühling verlassen hatten, war es in diesem Lande bereits später Sommer. In einer wunderschönen Bucht legten sie schließlich an. Sie verließen das Schiff und wateten an Land. Auf der Suche nach Trinkwasser und Nahrung drangen sie in den Wald ein und stellten bald fest, dass er fast nur aus Eichen, Apfelbäumen, und Haselsträuchern bestand, Bäumen, die ihnen von jeher heilig waren.
Endlich gelangten sie nun zu dem dritten Schloss. Hier standen die Torflügel weit offen. Sie traten hindurch und betraten einen wunderbaren Obstgarten, dessen Bäume gleichzeitig Blüten und Früchte trugen. Dort trafen sie auf eine Lady, die die anderen beiden an Schönheit noch übertraf. Sie nannte Teigue beim Namen und stellte sich selber als Cliodna Fair Hair, eine Tochter der Tuatha de Danann vor. Teigue bat um Speis und Trank für sich und seine Männer, aber die Lady sagte: "Ihr befindet euch im Reich der Feen. Darum kann ich euch kein Essen und keinen Trank anbieten, es sei denn, ihr wollt für immer hier ausharren!" Das wollten sie natürlich nicht, und so gab die Fee Teigue zwei Geschenke, die ihm bei der Suche nach seinem Feinde helfen sollten. Das waren: drei bunte Vögel, die sollten die Männer zu Cathmans Festung führen, und ein Kelch, der aus einem einzigen Smaragd geschnitten war, er sollte Teigue im Kampf stärken, solange er ihn bei sich trug. Teigue bekam auch noch eine Prophezeiung: Nicht bei dieser Suche sollte er seinen Tod finden, sondern dermaleinst in seiner Heimat an den Ufern des Boyne, durch einen Hirschen. Zudem versprach sie ihm, dass sie dann zu ihm kommen würde. Dann führte die Fee die Männer zurück zu ihrem Schiff. Der Wind hatte sich gedreht und blies fort von der Küste, so daß sie gleich ins Meer stechen konnten. Die Fee blieb am Ufer zurück. Alsbald erhob sich ein Nebel, und als er sich wieder auflöste, befand sich das Schiff auf offener See. Von der Insel war nichts mehr zu sehen. Nur die Vögel der Fee flatterten um den Mast, und ihr Gesang war so schön und friedlich, dass die Männer fast einschliefen. Die Vögel schienen das Schiff irgendwie voran zu treiben, in ihrem träumerischen Halbschlaf wunderten die Männer sich nicht darüber. Endlich lief das Schiff mit einem Ruck auf einem sandigen Ufer auf, die Vögel flogen fort, und Teigue und seine Männer erwachten wie aus einem langen Traum. Sie waren angekommen auf Cathmans Insel. Teigue bewaffnete sich und brach auf, um die Lage zu erkunden. Unterwegs traf er seinen Bruder Eoghan, der in Cathmanns Gefangenschaft als Fährmann arbeiten musste. Eoghan berichtete, dass Teigues Gemahlin Lioban unversehrt war. Bisher hatte sie verhindern können, dass Cathmann sie zu seiner eigenen Gemahlin machte. Auch dem andern Bruder war nichts geschehen. Gerade hatten die Gefangenen begonnen, sich aufzulehnen, und die beiden Brüder Teigues waren auch dabei. Teigue und seine Männer schlossen sich den Aufständischen an und konnten wirklich Cathmanns Festung erobern und in Brand setzen. Mit der Hilfe des Kelches, der ihm trotz schlimmer Verwundungen große Kräfte verlieh, konnte Teigue Cathmann in einem furchtbaren Zweikampf schließlich besiegen. Glücklich schloss er Lioban und seine Brüder in die Arme, und mit günstigem Wind segelten sie zurück nach Munster. Dort lebten sie lange Jahre glücklich und zufrieden. Erst dreißig Jahre später starb Teigue, tatsächlich auf der Jagd an den Ufern des Boyne.Und vorher kam tatsächlich noch die Fee zu ihm. Aber das ist eine andere Geschichte. Original Art: John William Goodward |