Hilfe
Flackerndes Kerzenlicht erhellte die kleine
Kapelle. Miss Parker ging langsam bis zum Altar.
"Guten Abend, Miss Parker."
Sie drehte sich um.
"Hallo, Pater. Warten Sie schon lange?"
Der ältere Mann lächelte und schüttelte den Kopf.
"Nein. Wie geht es Ihnen?"
Ihr Gesicht nahm einen weicheren Ausdruck an.
"Besser."
"Das ist gut. Ich habe mir schon Sorgen um Sie gemacht."
Miss Parker ahnte, worauf er hinaus wollte. Pater Jonas hatte bereits ihre
Mutter gekannt - bevor sie ermordet worden war. Er wußte von der Existenz des
Centres, und damit war ihm auch klar, wie gefährlich das war, was sie hier
machten.
"Das müssen Sie nicht, Pater", meinte sie in einem beruhigen Tonfall.
"Haben Sie Kontakt mit ihnen aufgenommen?"
"Das habe ich."
"Hervorragend." Sie nickte zufrieden und griff in ihre Manteltasche,
zog einen unscheinbaren Umschlag hervor. Der Pater nahm ihn entgegen.
"Was soll ich ihnen sagen, woher das Geld kommt?" erkundigte er sich.
Miss Parker seufzte leise.
"Dasselbe wie beim letzten Mal. Niemandem ist geholfen, wenn wir Namen ins
Spiel bringen. Es ist traurig genug, daß ich nicht mehr tun kann."
Pater Jonas berührte sie sanft am Arm. "Sie tun doch alles, was Sie können."
Sie lachte bitter. "Es ist schön, daß wenigstens Sie das glauben. Ich muß
jetzt gehen. Wenn ich den nächsten Namen kenne, melde ich mich wieder bei
Ihnen."
"Passen Sie gut auf sich auf, Miss Parker", sagte Pater Jonas zum
Abschied. Miss Parker lächelte leicht.
"Das werde ich", versicherte sie ihm mit einem leichten Lächeln, dann
verließ sie die Kapelle.
Draußen regnete es noch immer. Die wenigen Laternen schafften es kaum, den
dichten Wasserschleier zu durchdringen. Miss Parker ging zu ihrem Wagen und
stieg ein. Sie nahm einen Zettel aus dem Handschuhfach, entfaltete ihn dann. Mit
einem Stift strich sie sorgfältig den zweiten Namen auf der Liste durch.
Blieben noch fünf. Sorgfältig legte sie den Zettel zurück. Jetzt hatte sie
ihre eigene Liste.
***
Jarod starrte auf den Bildschirm, ohne wirklich etwas zu sehen.
...
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