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Weltwirtschaftskrise

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Als Weltwirtschaftskrise bezeichnet man den deflationären Zusammenbruch der 
kapitalistischen Wirtschaft in allen wichtigen Industrienationen Ende der 
1920er, Anfang der 1930er Jahre. Der gleichzeitige Zusammenbruch wurde 
gefördert durch die gewachsene Verzahnung der Einzelwirtschaften und 
Finanzströme (Globalisierung). Die Weltwirtschaftskrise beendete die Goldenen 
20er. Ein zuerst nur leichter Rückgang des Wachstums der weltweit führenden 
Wirtschaft in den USA ließ den spekulativ überbewerteten Aktienmarkt der USA im 
Oktober 1929 (Schwarzer Donnerstag) zusammenbrechen. Dies erzwang eine Umkehr 
der Finanzströme. Gelder, die in den Jahren davor in andere Volkswirtschaften 
investiert worden waren, wurden überstürzt abgezogen. In Europa (aber auch in 
anderen Staaten der Welt) löste der Entzug der Gelder den Zusammenbruch der 
ohnehin schon schwachen Wirtschaften aus. In der Kette der Ereignisse kam es 
unter anderem zu Massenarbeitslosigkeit und einem massiven Rückgang des 
Welthandels.

In den einzelnen Staaten wurde unterschiedlich auf die Herausforderung 
reagiert: Ausgehend von den skandinavischen Ländern (insbesondere Schweden) 
begannen die funktionierenden Demokratien mit dem Übergang zum Wohlfahrtsstaat 
mit Eingriffen in das Wirken der Marktgesetze (z. B. New Deal des US-
Präsidenten Franklin D. Roosevelt) und wachstumsfördernden öffentlichen 
Investitionen, finanziert durch vermehrte Schuldenaufnahme. Andere Staaten wie 
das Deutsche Reich wollten durch Stärkung ihrer Währungen einhergehend mit 
rapidem Sozial- und Demokratieabbau aus der Krise kommen. Dies trug zu einer 
Radikalisierung der Politik bei, die den Aufstieg des Nationalsozialismus 
begünstigte.

Siehe auch: Börsenkrach


Inhaltsverzeichnis [AnzeigenVerbergen]  
1 Ursachen der Weltwirtschaftskrise

2 Produktion

3 Arbeitsmarktsituation

4 Bankenkrise

5 Außenhandel

6 Maßnahmen zur Überwindung der Krise und deren Auswirkungen

7 Besonderheiten der Weltwirtschaftskrise

8 Begriffserklärungen

9 Literatur
 

Ursachen der Weltwirtschaftskrise

Die Weltwirtschaftskrise kann auf mehrere Ursachen zurückgeführt werden. Die 
Krise ging aus von einem weltweiten Preisverfall auf den Agrar- und 
Rohstoffmärkten, Im Ersten Weltkrieg hatten die USA, Südamerika und auch einige 
Kolonien ihre Produktion stark gesteigert, um die gewachsene Nachfrage der 
europäischen Staaten, die als Produzenten kriegsbedingt weitgehend ausfielen, 
zu befriedigen. Als Europa seine Produktion wieder aufnahm, kam es zu einem 
Überangebot, auf das die Märkte mit fallenden Preisen reagiert. Der große Krach 
an der New Yorker Börse vom Oktober 1929 hatte eine ähnliche Wirkung: Die Börse 
hatte in den Monaten zuvor eine nie zuvor erlebte Hausse gesehen, weshalb viele 
Bürger kurzfristige Kredite aufgenommen hatten, um am Boom teilzuhaben. Als die 
Kurse dann zu fallen begannen, konnten sie ihre Kredite nicht mehr halten und 
mussten verkaufen, was die Kurse weiter drückte. Das Ergebnis war ein 
mehrtägiger Kurssturz von bis zu 90%. Der 24. Oktober 1929 wird deswegen auch 
als Schwarzer Donnerstag bezeichnet und gilt als Anfang der 
Weltwirtschaftskrise. Durch den extremen Kursverfall wurden Milliarden Dollar, 
von denen die Amerikaner geglaubt hatten, sie besäßen sie (in Wirklichkeit war 
das nur Spekulationsgeld) auf einen Schlag quasi vernichtet. Dies führte zu 
einem deutlichen Rückgang der Investitionen, zu sinkendem Konsum und zu 
sinkenden Preisen, mit einem Wort: zu Deflation.

Betrachtet man die Entwicklung der deutschen Aktienkurse genauer, so erkennt 
man, dass, nach einem relativ steten Anstieg der Börsenkurse vom Dezember 1925 
bis zum April 1927 sich bereits ein Abwärtstrend entwickelte (1931/1932 wurden 
die Börsenkurse in Berlin zeitweise ausgesetzt). Diese Abwärtsentwicklung 
begründet sich auf einen Rückgang von staatlichen und privaten Investitionen 
besonders in den Jahren 1927/1928. Deswegen kann die amerikanische Börsenkrise 
nicht als Auslöser für die Wirtschaftskrise in Deutschland gesehen werden, denn 
sie beschleunigte die Entwicklung nur.

In Deutschland spielten vielmehr die folgenden Gründe eine tragende Rolle: In 
der Hyperinflation von 1923, als Kapital fast zum Nulltarif zu haben gewesen 
war, hatten die deutschen Unternehmen stark investiert. Dem stand aber keine 
entsprechende Nachfrage gegenüber, so dass nun große Überkapazitäten 
entstanden. So betrug die Auslastung der industriellen Produktionskapazität 
1929 ungefähr 73% und fiel in den nächsten drei Jahren kontinuierlich auf ca. 
45%. Die optimale Auslastung liegt aber bei 90%.

Die verringerte Nettoinvestition erzeugte zusammen mit der niedrigen Ausnutzung 
der Kapazitäten eine drastische Einkommensreduzierung, wodurch natürlich die 
Nachfrage nach Ge- und Verbrauchsgütern stark schrumpfte. Zusätzlich zog das 
Ausland seit 1929 in mehreren Wellen Kapital ab und so verringerten sich die 
inländische Geldmenge und damit auch die finanzielle Absicherung Deutschlands. 
Da es sich um eine weltweit auftretende Krise handelte, war es nicht möglich, 
durch den Export überschüssiger Waren einen Ausgleich zur rückläufigen 
inländischen Nachfrage zu schaffen, wie Reichskanzler Heinrich Brüning es 
eigentlich vorgehabt hatte: Durch Lohnsenkungen und Verbilligung der 
Lohnstückkosten wollte er den deutschen Export erhöhen, damit die Krise 
überwinden und den Reparationsgläubigern gleichzeitig beweisen, dass 
Deutschland Reparationen nur auf diesem – für die Empfängerländer sehr 
unangenehmen Wege – zahlen könne. Dieser Plan ging indes nicht auf, denn 
Zollerhöhungen und Handelsbeschränkungen zum Schutz der heimischen Wirtschaft 
standen überall auf der Tagesordnung, so dass auch die deutsche Wirtschaft 
(trotz eines gewissen Exportüberschusses) nicht genügend Waren im Ausland 
absetzen konnten, um die Überkapazitäten in der Produktion abzubauen. Brüning 
hielt dennoch an seiner Deflationspolitik mit, die aber die Krise deutlich 
verschlimmerte. Die oft gehörte These, er habe diese Politik absichtlich 
betrieben, um Deutschland von seinen Reparationsverpflichtungen zu befreien, 
wird neuerdings mit gewichtigen Gründen angezweifelt. (Zum Zusammenhang von 
Weltwirtschaftskrise, Deflationspolitik und dem Ende der Reparationen siehe 
Deutsche Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg)

Produktion
Da die Börsenkurse nicht immer genau die wirtschaftliche Entwicklung 
wiedergeben oder sogar aus spekulativen Gründen der Anleger entgegengesetzte 
Trends zeigen, ist es wichtig, sich die Entwicklung der industriellen 
Produktion genauer anzusehen. Wenn man diese mit den Börsenkursen vergleicht, 
dann zeigt sich, dass die Börsenkurse in den USA trotz einer Stagnation in der 
wirtschaftlichen Entwicklung bis Mitte 1928 ganz deutlich anstiegen. In 
Deutschland dagegen war 1929 bereits ein Schrumpfen der Wirtschaft von 2% zu 
verzeichnen. Also war die Wirtschaftskrise auch in der Produktion nicht der 
Auslöser für den Abwärtstrend, da diese Entwicklung gleichfalls vorher 
eingesetzt hatte. Die Wirtschaftskrise hatte in Deutschland nicht nur früher 
begonnen als in den USA, sondern hatte auch nicht so starke Auswirkungen auf 
die Produktion gehabt. Bereits 1928 spitzte sich der Widerspruch zwischen der 
Ausdehnung der Produktionskapazität und der verringerten Nachfrage zu. Bis 
Mitte 1929 kann man nur von einer Stagnation der Produktion sprechen, die aber 
mit einer steigenden Arbeitslosigkeit einherging. Die Industrieproduktion 
halbiert sich bis 1932 und die Aktien verlieren sogar zwei Drittel ihres 
Wertes. Mitte 1931 wirkte sich der Zusammenbruch der Banken auf große 
Industriekonzerne aus, die durch die Schließung der Banken an Kreditaufnahme 
und Neuinvestitionen gehidnert wurden. Wenn man auch noch die Entwicklung 
anderer Industrieländer mit einbezieht, dann sieht man, dass es in jedem einen 
anderen Kursverlauf gibt, was darauf schließen lässt, dass zwar in allen ein 
Abwärtstrend erfolgt, aber Ausmaß, Anfangszeitpunkt und Ende der Krise sehr 
unterschiedlich waren. Diese Unterschiede haben mehrere Ursachen. Allein schon 
die Stärke des Gegensatzes zwischen übermäßigem Angebot und der verringerten 
Nachfrage in den einzelnen Ländern spielt hier eine Rolle, sondern ebenso 
inwieweit die inländische Produktion auf den Export ausgerichtet ist. In 
Ländern, in denen viele Arbeitskräfte in der Landwirtschaft arbeiteten und wenn 
diese auch nur wenig exportorientiert waren, dann wirkte sich die Krise weniger 
stark aus. In Deutschland betrug der Anteil der im primären Wirtschaftssektor 
Beschäftigen 30%. Zu Beginn der Krise erfolgte in der Agrarproduktion auch 
anfangs kein Abwärtstrend. Im Gegenteil, ab 1931 wurde die Produktion von 
Nahrungsmitteln sogar ausgeweitet, um einen Ausgleich zu den 
Einkommensverlusten, die durch Preisrückstände entstanden waren, zu schaffen.

Arbeitsmarktsituation
Die Weltwirtschaftskrise schien sich bis 1930 nicht von den ersten 
Nachkriegsjahren bis zur Ruhrbesetzung 1923, die durch eine starke Inflation 
gekennzeichnet waren , zu unterscheiden. Die Zahl der Arbeitslosen lag 1927 
unter 5%; Ende September 1929 gab es 1,4 Mio. Arbeitslose, im Februar 1930 
waren es aber bereits 3,5 Mio. Die Reichsregierung und die Reichsbank hofften 
auf eine Selbstheilung der Wirtschaft, obwohl die Arbeitslosenzahl schon Ende 
1930 mit 5 Mio. Arbeitslosen im weltweiten Vergleich auf höchstem Niveau stand. 
Erst als sich der geringe Rückgang Mitte 1931 nicht fortsetzte, wurde man sich 
der extremen Entwicklung der Krise vollends bewusst. Zu dieser Zeit lief 
Brünings Sparprogramm bereits auf vollen Touren. Die öffentlichen Gehälter 
wurden um 25% vermindert und die Arbeitslosen- und Sozialhilfe wurden brutal 
gekürzt. Im Februar 1932 erreichte die Krise auf dem Arbeitsmarkt ihren 
Höhepunkt: Es standen 6.120.000, also 16,3%, Arbeitslose nur 12 Mio. 
Beschäftigten gegenüber. Zu den Arbeitslosen könnte man auch noch die große 
Masse der schlecht bezahlten Kurzarbeiter und Angestellten zählen, aber auch 
die kurz vor dem Ruin stehenden Kleinunternehmer.

Bankenkrise
Die deutsche Bankenkrise kennzeichnete den zweiten Teil der Wirtschaftskrise 
und hatte zwei Ursachen. Durch die Konkurrenz der großen Banken und aufgrund 
spekulativer Wertpapier- und Warengeschäfte haben die Banken 1925 wieder das 
Geschäftsvolumen von 1914 erlangt. Sie waren auf Expansion ausgerichtet, obwohl 
sie das nicht durch Eigenkapital und liquide Mittel absichern konnten. Hätten 
die Banken ihr Eigenkapital mit geringeren Dividendenzahlungen aufgestockt und 
wären weitere Aktien herausgegeben worden, wäre die Differenz beider Größen zu 
der Summe der Kreditoren bei weitem nicht so groß geworden. Was sich ebenfalls 
erheblich auf die deutschen Banken auswirkte, war die Instabilität des 
internationalen Kreditmarktes. Als wichtigstes Kennzeichen hierfür muss man den 
einseitigen Geld- und Kapitalstrom nennen. Von 1925 bis 1929 sind ausländische 
Kredite von insgesamt 21 Mrd. RM nach Deutschland geflossen. Es gab in diesem 
Zeitraum aber nur 7,7 Mrd. RM deutsche Anlagen im Ausland. Außerdem hätten 
niemals so viele kurzfristige Kredite von Deutschland angenommen werden dürfen, 
da diese binnen drei Monaten zurückgezahlt werden mussten. Bis 1929 wurden sie 
aber regelmäßig verlängert; ja die Banken liehen diese kurzfristigen Kredite 
mitunter mit langen Laufzeiten aus. Somit war die Situation der Banken bereits 
vor der Weltwirtschaftskrise kritisch: Sollten die ausländischen Gläubiger ihr 
Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der Banken verlieren und die kurzfristigen 
Kredite einmal nicht verlängern, drohten sofort Devisenmangel und Illiquidität. 
Im Ausland führte die Krise ebenfalls zur Verknappung der Liquidität der 
Banken. Ab November 1930 bewirkte die starke Bankenkrise in den USA und in 
Frankreich, dass diese Länder die kurzfristigen Gelder aus Deutschland 
zurückbeorderten. In Deutschland erfasste die Krise hauptsächlich kleinere 
Banken, so dass das Ausmaß zunächst nicht so transparent war. Die großen 
Banken, die nach dem Krieg kleinere Banken aufgekauft hatten und so zu 
Großbanken wurden, besaßen aufgrund dessen nur noch ein geringes Eigenkapital 
und deswegen war deren Liquidität ebenfalls gering. Erst als die Zollunion von 
Österreich und Deutschland im Juni 1931 am Widerstand Frankreichs, welches das 
als einen Bruch des Versailler Vertrages ansah, scheiterte, verschlechterte 
sich die Situation der Banken in Österreich radikal. Dadurch kam es vor allem 
zu einem Abzug französischer Gelder aus Österreich, was den Zusammenbruch der 
größten österreichischen Bank bewirkte. Man befürchtete, dass sich diese 
Entwicklung ebenso in Deutschland auftreten könnte, so dass auch von dort die 
kurzfristigen Kredite gekündigt wurden. Brüning selbst hatte zu diesen Abzügen 
beigetragen, als er im Juni 1931 aus Propagandagründen die Reparationen 
öffentlich als "unerträglich" bezeichnet hatte, was auf eine bevorstehende 
Zahlungsunfähigkeit des Reiches zu deuten schien. Nun erfolgte auch ein 
massenhafter Ansturm der Bevölkerung auf die Banken in den Monaten Mai bis Juli 
1931. Niemand hatte mehr Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der deutschen 
Banken. Deswegen mussten sie am 13. Juli 1931 ihre Zahlungen einstellen, weil 
sie einfach kein Geld mehr herausgeben konnten. Die Kreditorenbeträge sanken im 
Juni/Juli um 21,4%. Um die Bankenkrise zu überwinden, wurden die Banken für 
mehrere Tage geschlossen und der der Kontrolle der Regierung unterstellt. Auch 
die Börse blieb monatelang geschlossen – Kredite und Neuinvestitionen waren so 
für längere Zeit nicht möglich. Zudem war einen Monat zuvor das Hoover-
Moratorium, das alle politischen Schulden für ein Jahr zur Wiederherstellung 
des Vertrauens stornierte, psychologisch verpufft. Da der Reichsbankpräsident 
Hans Luther den Abfluss von Devisen ins Ausland mit allen Mitteln stoppen 
wollte, erhöhte er den Reichsbankdiskont auf 15% und bewirkte dadurch eine 
inländische Kreditverteuerung und -verknappung. Der Banknotenumlauf betrug 1929 
noch 5 Mrd. RM, aber durch Luthers Maßnahmen verringerte er sich um 30% auf 3,5 
Mrd. RM im Jahre 1932.

Außenhandel
Im Ersten Weltkrieg und in den Nachkriegsjahren ging der Außenhandel erheblich 
zurück. Die Inflation von 1923 erschwerte den Wiederaufschwung der deutschen 
Industrie. Erst 1926 stellte sich der Stand von 1913 ein. Aber der Import 
überstieg bereits 1925 den Importwert des Vorkriegsjahres. Der Außenhandel 
wurde von der Weltwirtschaftskrise stark beeinträchtigt. Weil die Einfuhr 
schneller sank als die Ausfuhr, stellte sich ein Exportüberschuss ein. Das 
Verhältnis zwischen inländischen und ausländischen Waren verschob sich daher 
zugunsten Deutschlands. Die Preise fielen zwischen 1928 und 1933 für 
importierte Waren um 55% und für ausgeführte Waren um 26%. Im Verhältnis zu den 
Vorkriegsjahren hatte sich die Importstruktur nur geringfügig verändert. Die 
Fertigwareneinfuhr stieg von 13% 1913 auf ungefähr 17% 1925 bis 1933. Deren 
Ausfuhr betrug 1913 66% und in dem eben genannten Zeitraum 75%. Bei 
Nahrungsmitteln, Halbwaren und Rohstoffen gab es kaum Veränderungen. Die 
Nahrungsmitteleinfuhr betrug schon vor dem Krieg ein Drittel des gesamten 
Imports. Die Exportquote lag 1913 bei 19%, im Zeitraum von 1925 und 1931 bei 
ungefähr 15%, 1932 bei 11% und 1933 sogar nur etwa 9%.

Maßnahmen zur Überwindung der Krise und deren Auswirkungen

Die Wirtschaftskrise beeinträchtigte die deutsche Wirtschaft zunächst nicht 
direkt und die Rückforderungen von Krediten, die den Ländern und der 
Privatwirtschaft gegeben worden sind, waren bis zur Wahl Mitte September 1930, 
bei der die NSDAP als zweitstärkste Partei hervorging, gemäßigt. Danach wuchsen 
sie in schwindelerregende Höhen und brachten so die deutsche Wirtschaft ins 
Schwanken, denn im Ausland war man von der politischen Entwicklung beunruhigt. 
Aber nicht nur wegen des Wahlerfolges der NSDAP wurde ausländisches Kapital 
abgezogen; dieses Kapital sollte die Liquidität in den betreffenden Ländern 
erhöhen. Die Reichsregierung betrachtete die Wirtschaftskrise als ein 
Ungleichgewicht des Staatshaushaltes. Das Haushaltsdefizit betrug Ende 1929 1,5 
Mrd. RM. Die Reichsbank unternahm erst etwas als die Deckung der Gold- und 
Devisenreserven des Geldumlaufs durch den Transfer der gekündigten 
Auslandskredite unter die gesetzlich festgelegte 40%-Grenze fielen. Ebenso wie 
der Reichsbankpräsident ergriff Reichskanzler Heinrich Brüning Maßnahmen, die 
die Krise noch verschlimmerten. Brüning hatte immer versucht, der Bevölkerung 
die Ursachen der Wirtschaftskrise und sein Konzept zur Abhilfe klarzumachen. Er 
erklärte, dass die getroffenen Regierungsentscheidungen zu einer Wiedergenesung 
der deutschen Wirtschaft führen würden, aber nur, wenn die Bevölkerung die sich 
daraus ergebenen Härten mit Geduld ertrüge. Er erhoffte sich, mit einer starken 
Deflation eine Wiederbelebung des Exportes zu erreichen, um genügend 
Devisenreserven für die Reparationszahlungen zu erhalten. Außerdem wollte 
Brüning so mehr Arbeitsplätze in der Industrie schaffen. Mit Hilfe von 
Notverordnungen wollte er die öffentlichen Ausgaben und vor allem den 
Staatsetat den sinkenden Preisen und Steuereinnahmen anpassen. Aber vermutlich 
war sein primäres Ziel, durch die Verschärfung der Krise die Alliierten davon 
zu überzeugen, dass die Reparationsforderungen in der Höhe in dieser Situation 
einfach nicht erfüllbar waren. Zudem würde die Einstellung der Zahlungen die 
radikalen politischen Kräfte schwächen. Brüning steckte in einer Zwickmühle: Er 
musste den Alliierten Deutschlands Willen, den Young-Plan zu erfüllen, zeigen, 
wodurch er aber insbesondere durch die politische Rechte angegriffen wurde. So 
strengte er die Zollunion mit Österreich an, die aber, wie bereits erwähnt, 
wegen Frankreich den Zusammenbruch des Bankensystems einleitete. Vom heutigen 
Standpunkt ist es erwiesen, dass Brüning mit seinem Plan der sparsamen 
Haushaltsführung wesentlich für die Verschärfung der Krise und die 
Beschleunigung des wirtschaftlichen Abwärtstrends mitverantwortlich war. 
Wahrscheinlich hätte er, wenn er weitere Kredite aufgenommen, sich nicht gegen 
eine Abwertung der Reichsmark gewehrt und das zusätzliche Geld in sinnvollen 
Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur verwandt hätte (historisches 
Beispiel: Schweden mit dem Ausbau des Wohlfahrtsstaates), ein staatlich 
gelenktes Beschäftigungsprogramm initiieren können. Hjalmar Schacht, Hitlers 
Wirtschaftsexperte, jedenfalls machte den Unternehmen Steuergeschenke und 
verwandte erhöhte Staatsausgaben für die Aufrüstung der Reichswehr. Während 
sich gleichzeitig die weltwirtschaftliche Konjunktur verbesserte, fiel durch 
diese Maßnahmen die Arbeitslosenzahl innerhalb eines Jahres von 6 Mio. im 
Januar 1933 auf unter 3,8 Mio. 1934.

Besonderheiten der Weltwirtschaftskrise
Das Besondere an der Weltwirtschaftskrise war, dass sie keine Krise in der 
Produktion wie die bis dahin bekannten war. In einer Produktionskrise sind 
nicht genügend Güter vorhanden, um die Menschen zu versorgen (so genannte 
Unterkonsumptionskrise, z.B. Hungerkrisen durch Missernten), aber bei einer 
Überakkumulationskrise wie der Weltwirtschaftskrise finden bereits produzierte 
Güter keinen Absatz mehr. Während einerseits die Lebensmittel in den Lagern 
verfallen, müssen tausende Menschen Hunger leiden. Zahlreiche Menschen verloren 
ihre Arbeit, weil viele Fabriken aufgrund des geringen Absatzes stillgelegt 
wurden. Die Betriebe hatten - getrieben von den spekulativen Erwartungen der 
Börsen und nicht orientiert an der Kaufkraft des Volkes - über den Bedarf des 
Marktes hinaus produziert. Hinzu kam dann noch die schwere Erschütterung des 
Vertrauens der Kreditmärkte durch den New Yorker Börsenkrach und durch die 
ungelöste Reparationsfrage, die zu weiterer Verknappung des Kapitals und zu 
einer Steigerung der Deflation führten. Einige Forscher meinen, dass die Krise 
nicht solch einen dramatischen Verlauf genommen hätte, wenn die ökonomisch 
Herrschenden und die politisch Verantwortlichen auf die Warnungen von Experten 
gehört hätten. Diese These ist aber sehr umstritten, seit der Münchner 
Wirtschaftshistoriker Knut Borchardt faktenreich nachzuweisen suchte, dass es 
zu der - im Nachhinein betrachtet sicher verfehlten - Deflationspolitik 
Brünings keine Alternative gegeben hätte.

Begriffserklärungen
Deflation: Sinken des Preisniveaus 
Devisen: ausländische Zahlungsmittel 
Diskont: Zinsabzug, Zinsvergütung 
Dumping: Preisunterbietung 
Geldtransfer: Geldüberweisung 
Kredit: befristete Überlassung von Geldern 
Kreditor: Gläubiger, Kreditgeber 
Liquidität: die Möglichkeit, das Vermögen in Geld umzuwandeln 
Moratorium: Zahlungsaufschub 
Wertpapier: Aktie, Anleihen 
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Literatur
Knut Borchardt: Wachstum, Krisen und Handlungsspielräume der Wirtschaftspolitik, Göttingen 1982. 
Herbert Matis/Dieter Stiefel: Die Weltwirtschaft. Struktur und Entwicklung im 
20. Jahrhundert, Wien (Ueberreuter) 1991 - ISBN 3800091402 
Weimarer Republik und Nationalsozialismus – Ernst Klett Schulbuchverlag 
Helmut Heiber/Martin Broszat: Die Republik von Weimar (= dtv-Weltgeschichte des 
20. Jahrhunderts, Band 3), München (dtv) 1971 (5. Aufl.) 
Charles P. Kindleberger: Die Weltwirtschaftskrise 1929 - 1939, München (dtv) 
1973 - ISBN 3423041242 - profunde, gut geschriebene Darstellung eines führenden 
Wirtschaftshistorikers. 
Harold James: Deutschland in der Weltwirtschaftskrise 1924 - 1936, Stuttgart 
(DVA) 1988. 
Albrecht Ritschl: Deutschlands Krise und Konjunktur, 1924-1934: Binnenkonjuktur, Auslandsverschuldung und Reparationsproblem zwischen Dawes-
Plan und Transfersperre (= Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, Beiheft 2), Berlin (Akademie Verlag) 2002 - ISBN 3050036508 
John Kenneth Galbraith: Die Geschichte der Wirtschaft im 20. Jahrhundert. Ein 
Augenzeuge berichtet, Hamburg (Hoffmann und Campe) 1995 - ISBN 3455110614 - 
Erinnerungen eines führenden US-Ökonomen des 20. Jahrhunderts, schön zu lesen. 
John Kenneth Galbraith: Der große Crash 1929, München (Finanzbuch Verlag) 2004 -
 ISBN 3898790541, angekündigt für September 2004. 



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