| BONN Klavierinterpretin mit
eigenwilliger Technik - Die Argentinierin Nina Blanco im
Augustinum
Fast auf den Tag genau zwei Jahre
nach ihrem Debut in Bonn beehrte die argentinische
Planistin Nina Blanco ermeut unsere Stadt mit einem
Konzertabend. Ihre gegenwaertig unternommene
Europatournee führte sie am Donnerstagabend zu einem
Recital im Theatersal des Augustínums.
In ihrer Heimat zaehlt
Frau Blanco, Schulerín von Haidée Giordano und Gilardo
Gilardi, schon seit den fuenfziger Jahre zu den
gefeierten, reprásentativen Korypháen ihres Fachs.
Zur Eroeffnung
argentinische Klaenge: die "Sonatina" Opus 79
ist ein neueres Suitenstueck des 1924 geborenen
Argentiniers Pompeyo Camps. Die Solistin praesentierte
die mit einem waschechten Tango engeleitete Reihe von
vier kurzen Taenzen mit einer gewisse Diskretion, als ob
die herbe Dissonanzen und archetypisch heftige
Stacatorhythmen von den vielleicht empfindlichen Ohren
der Zuhoerer abmildern wollte.
Als heiteres Genrestueck
setzte sich davon der "Policinella" von dem
brasilianischen Komponisten Heitor Villa.Lobos verfasst,
charmant ab.
Von Max Bruch kennt man
an Instrumentalmusik heute fast nur das Violinkonzert, um
so interessanter also, einmal von einer argentinischen
Painistin dessen selten zu hoerendes Sechs Klavierstuecke
serviert su bekommen. Dieses geweckte Interesse hielt
auch waehrend des Vortrags von Chopins Fantasie Op. 49
und erster Ballade Op. 23 sowie bei dem Allegro
Appassionato von C. Sain-Saens unvermindert an.
Auch solche bekannteren
Stuecke erhielten in Nina Blancos zeitweise recht
eigenwilliger Ausdrucksgebung und Anschlagstechnik manch
neuen reizvollen Aspekt.
|