12.10.2003

ÖBB 699.01 - 699.03

ex Heeresfeldbahn KDL 11

Von Franco-Belge 1944 als KDL 11 gebaut, verblieben einige dieser Schlepptenderlokomotiven mit der Achsfolge Dh2 nach dem 2. Weltkrieg in Österreich, wo sie von den ÖBB ab 1953 als 699 bezeichnet worden sind.

Die Lokomotiven hatten ein Dienstgewicht von 22 t. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 25 km/h. Die 699 wurden im Güterzugverkehr unter anderem auf der Vellachtalbahn (Kühnsdorf - Eisenkappel), im Waldviertel, auf der Bregenzerwaldbahn und auf der Pinzgauer Lokalbahn eingesetzt.

Die 699.01 gelangte schließlich in den Besitz des Club 760. Über die Eurovapor kam sie von 1978 bis 1981 auf die Bregenzerwaldbahn, dann folgte 1981 der Einsatz vor Nostalgiezügen auf der Pinzgauer Lokalbahn. Heute wird sie auf der "hauseigenen" Taurachtalbahn (Mauterndorf - Tamsweg) eingesetzt. Eine noch bewegtere Geschichte hat die 699.02, welche zuerst als Ersatzteilspender zum Club 760 gelangte. 1987 wurde sie an Herrn W. Seidensticker verkauft, wobei sie als Ausstellungsstück zur Jagsttalbahn gelangte. Eine Aufarbeitung in Meiningen scheiterte an den hohen Kosten, und so kam sie 1994 ohne Tender zur Rügenschen Kleinbahn, wo sie im Bahnhof Putbus aufgestellt worden ist. 1996 wurde sie im Tausch gegen die "Aquarius C" im Berliner Technikmuseum untergebracht. Bei jener "Aquarius C" handelt es sich um nichts geringeres als um die ehemalige SKGLB 22 bzw. die spätere ZB 4II, eine beeindruckende En2, welche heute auf der Rügenschen Kleinbahn eingesetzt wird.

Nummer Baujahr Bemerkung Bild
699.01
Fr.B. 1944
HF 2818
ab 1953 ÖBB 699.01
+1972
Verkauf an Club 760
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699.02 Fr.B. 1944 HF 2822
ab 1953 ÖBB 699.02
+1973
Verkauf an Club 760 als Ersatzteilspender
1987 Jagsttalbahn
1994 in Putbus aufgestellt
1996 Berliner Technikmuseum
-
699.03 Fr.B. 1944 HF 2856
ab 1953 ÖBB 699.03
+1971
-


ÖBB 699.101 - 699.104

ex Heeresfeldbahn KDL 11


699.103 in Steyr Lokalbahn
699.103 am 29.09.1996 in Bahnhof Steyr Lokalbahn

Obwohl die KDL 11 für einen Betrieb mit einem vierachsigen Tender vorgesehen waren, verkehrten die in Österreich verbliebenen Lokomotiven mit einem zweiachsigen Tender. Aus diesem Umstand entstand die Idee, einige der Fahrzeuge zur Tenderlokomotive umzubauen. Bereits 1946 wurde die HF 2821 mit einem Kohlekasten und vergrößerten Wasserkästen versehen. 1951 und 1952 folgten drei weitere Umbauten. Diese vier Dh2t erhielten 1953 die Reihenbezeichung 699.1.

Mit einem Dienstgewicht von 25 t erreichten die Tenderlokomotiven eine Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h. Die meiste Zeit verbrachten die Fahrzeuge auf der Vellachtalbahn (Kühnsdorf - Eisenkappel), wobei sie auch einen Giesl-Ejektor erhielten. Nach der Einstellung dieser Strecke kam die 699.103 auf die Steyrtalbahn. Zwei dieser Lokomotiven konnten bis heute betriebsfähig erhalten werden und sind auf der Gurktalbahn bzw. Steyrtalbahn untergebracht. In der Saison 2003 wurde die 699.103 der ÖGEG an die Pinzgauer Lokalbahn verliehen.

Nummer Baujahr Bemerkung Bild
699.101
Fr.B. 1944
HF 2817
Umbau zu Dh2t 1951/52 in Knittelfeld
ab 1953 ÖBB 699.101
+1972
Verkauf an VKEF
699.101 in Pöckstein-Zwischenwässern
699.101 am 10.08.2003 in Pöckstein-Zwischenwässern
699.102 Fr.B. 1944 HF 2819
Umbau zu Dh2t 1951/52 in Knittelfeld
ab 1953 ÖBB 699.102
+1973
-
699.103 Fr.B. 1944 HF 2821
Umbau zu Dh2t 1946 in Bludenz
ab 1953 ÖBB 699.103
+1982
Verkauf an ÖGEG Steyrtalbahn
siehe oben
699.104 Fr.B. 1944 HF 2857
Umbau zu Dh2t 1951/52 in Knittelfeld
ab 1953 ÖBB 699.104
+1969
-


StLB 699.01

ex HF 2855 KDL 11, ex SKGLB 19

Neben den ÖBB Lokomotiven gab es noch einen weiteren Umbau einer KDL 11 zur Tenderlokomotive: die 1944 von Franco-Belge gebaute Schlepptenderlokomotive mit der Nummer 2855 stand ab 1946 bei der SKGLB als Lok 19 in Betrieb. Bei der Reduzierung des Fahrparks kam sie 1955 zur StLB, wo sie in Weiz ähnlich den ÖBB 699.1 zur Dh2t umgebaut wurde und die Bezeichnung 699.01 erhielt. Sie darf aber nicht mit der ÖBB 699.01, einer Schlepptenderlokomotive, verwechselt werden! Die StLB 699.01 wurde bereits 1965 wieder abgestellt und 1969 an die Welshpool & Llanfair Light Railway verkauft. Dort war sie als Lok Nr. 10 bis 1998 im Einsatz und wurde dann wegen der abgelaufenen Kesselfrist abgestellt.