01.09.2003
Feistritztalbahn
Weiz - Oberfeistritz (- Birkfeld - Ratten)
Eröffnung: Weiz - Birkfeld 1911, Birkfeld - Ratten 1922
als Industriebahn und 1930 für den öffentlichen Verkehr (1981 abgetragen)
Spurweite: 760 mm
Länge: Weiz - Oberfeistritz 12 km (Weiz - Ratten 42 km)
Betreiber: kkStB, BBÖ, StLB (Weiz - Oberfeistritz)
Betriebsform: Güterverkehr (Weiz - Oberfeistritz), Dampfsonderzüge im
Sommer (Weiz - Birkfeld)
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| Kh.101 am
26.08.2002 bei Weiz. |
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| VL 22
am 04.09.2002 auf dem Nöstelgraben-Viadukt. Die zahlreichen
Betonviadukte sind für diese verhältnismäßig junge Strecke
charakteristisch. |
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| VL 22
überquert am 04.09.2002 den 276 m langen Grub-Viadukt. |
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| Am Abend des
29.09.2001 überquert die Kh.101 den Feistritz-Viadukt. |
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| VL 22
bricht am 04.09.2002 zur Rückfahrt nach Weiz auf. |
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| VL 22
am 04.09.2002 beim Verschub in Oberfeistritz. Die sichtbare Schleife
führt direkt zum Talkumwerk, dem heutigen Endpunkt der von der StLB
betriebenen Strecke. Am rechten Bildrand führt die Bahnline in gerader
Richtung weiter nach Anger und Birkfeld. Im Hintergrund kann man die
Schutzbauten für die Materialseilbahn erkennen, welche über die
Bundesstraße und über die Bahn führt. |
Feistritztal
Museumsbahn
Oberfeistritz - Birkfeld
Eröffnung: Weiz - Birkfeld 1911
Spurweite: 760 mm
Länge: Oberfeistritz - Birkfeld 12 km
Betreiber: kkStB, BBÖ, StLB, Feistritztalbahn Betriebsgesellschaft
Betriebsform: Dampfsonderzüge im Sommer (Weiz - Birkfeld)
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| Kh.101
erreicht am 25.08.2002 bei der Rückfahrt nach Weiz den ehemaligen
Bahnhof Koglhof. |
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| Am
29.09.2001 wird die Kh.101 in Birkfeld für die Rückfahrt nach Weiz an
das andere Ende des Zugs gestellt. Links kann man die U.7 erkennen. |
Geschichte
Die Feistritztalbahn kann auf eine bewegte
Vergangenheit zurückblicken. In mehreren Schritten erbaut und eröffnet,
wurde sie über Jahrzehnte teilweise wieder demontiert. Während nämlich
Weiz - Birkfeld als eine der letzten Schmalspurstrecken nach nur kurzer
Bauzeit im Jahr 1911 eröffnet wurde, dauerte es bei der von vornherein
geplanten Verlängerung bis Ratten beinahe weitere zwei Jahrzehnte, bis
der öffentliche Verkehr aufgenommen wurde. Zuerst von der
Militärverwaltung während des ersten Weltkriegs nur zaghaft begonnen,
wurde der Abschnitt Birkfeld - Ratten 1922 endlich als Schleppbahn in
Betrieb genommen. Erst 1930 wurde der öffentliche Verkehr auf der
gesamten Strecke aufgenommen.
Der Eigentümer war die "Lokalbahn Weiz - Birkfeld
-Ratten Aktiengesellschaft". Erst 1942 ging der Besitz an das Land
Steiermark über. Die Betriebsführung wurde anfangs von den kkStB, danach
von den BBÖ und ab 1921 von den StLB übernommen. Das Ende der
Kohleförderung in Ratten brachte am Anfang der 1960er den ersten
schweren Rückschlag. Der Personenverkehr zwischen Birkfeld und Ratten
wurde 1969 und auf der restlichen Strecke 1973 eingestellt. Schließlich
wurde der Teil Birkfeld - Ratten 1981 abgetragen. Vor einigen Jahren
wurde der Güterverkehr auch zwischen Oberfeistritz und Birkfeld
eingestellt. Als dazu noch ein Werk für eine Erweiterung Interesse an
einem Grundstück zeigte, auf dem ein kurzer Abschnitt dieser Strecke
lag, schien das letzte Stündlein geschlagen zu haben. Das Unglück konnte
noch abgewendet werden und der Abschnitt Oberfeistritz - Birkfeld wurde
schließlich von der Feistritztalbahn Betriebsgesellschaft übernommen.
Hier können nun die Dampfzüge des Club U44 ohne Probleme verkehren. Der
Abschnitt Weiz - Oberfeistritz wird von den StLB betrieben.
Foto-Tipps
Diese in einem besonders schönen Teil der Steiermark
gelegene Bahn ist nicht zuletzt durch die zahlreichen Viadukte bekannt
geworden. Im Bahnhof Weiz befinden sich die Umladeanlagen für den
Güterverkehr sowie die wichtigste Werkstätte für die schmalspurigen
Fahrzeuge der StLB. Dementsprechend präsentiert sich der Bahnhof sehr
modern und zweckmäßig. Aber bereits kurz nach Weiz beginnen die ersten
lohnenden Motive:
- vor Büchl bietet sich der Blick über die Obstplantagen auf die
Stadt Weiz mit den alles überragenden Kirchtürmen - wenn diese sie nicht
gerade durch die Rauchwolken der Kh.101 verdeckt werden...
- Nöstelgraben-Viadukt (59 m): ideal bei der Rückfahrt nach Weiz.
- Bachl-Viadukt (93 m): der einzige noch bestehende völlig aus
Stein gebaute Viadukt der Strecke, nicht ganz leicht zu erreichen.
- Grub-Viadukt (vormittags bis mittags): mit 276 m Länge und 13
Bögen eine Herausforderung für den Fotografen. Feinkörniger Film
empfehlenswert, damit aus der obligatorischen Vergrößerung auch was
wird! Zum Glück werden die Bäume und Stäucher die mitten durch das Bild
verlaufende Bundesstraße bald verdeckt haben.
- Feistritz-Viadukt (133m): ist von der Sonne am besten spät abends
beleuchtet.
- Bahnhof Oberfeistritz: Verschub mit den StLB Diesellokomotiven.
- Bahnhof Anger mit Wasserkran
- Koglhof: enge Platz- sowie schwierige Lichtverhältnisse; Dampflok
mit Tender voraus. Aber die Ortschaft und die Kirche bilden einen
Hintergrund, der doch einiges entschädigt.
- Hollersbach-Viadukt (78 m): dieser Steinviadukt ist 1918 bei
einem Unwetter zum Teil eingestürzt. Der fehlende Teil wurde in der
Folge durch eine Eisenkonstruktion ersetzt.
- Bahnhof Birkfeld: Lokschuppen bei der Bahnhofseinfahrt
Der Abschnitt Anger - Birkfeld liegt in einem wunderschönen, engen Tal.
Allerdings sind die guten Fotostellen durch die dichte Vegetation leider
recht rar geworden.
In der warmen Jahreszeit werden zahlreiche Dampfzüge von Weiz bis
Birkfeld geführt. Dafür stehen entweder eine ehemalige bosnische
Schlepptenderlokomotive oder die Kh.101, ein für österreichische
Verhältnisse mächtiger Fünf-Kuppler, zur Verfügung. Die Kh.101 ist das
letzte erhaltene Fahrzeug dieser ohnehin nur wenige Stück umfassenden
Reihe und ist ein wahres Schmuckstück, das alleine schon die Reise wert
ist. Darüber hinaus passt diese Lokomotive auch aus historischer Sicht
gut zu dieser Strecke, wo sie von 1930 bis 1943 im Einsatz war.
In Oberfeistritz sorgt das Talkumwerk für einen regen Güterverkehr,
welcher mit modernen, zweckentsprechenden Güterwagen (Staubgut- und
Schiebewand-Wagen) und Diesellokomotiven der StLB durchgeführt wird.
Meistens handelt es sich dabei um die mit einer Funkfernsteuerung
ausgerüstete VL 22. Der Güterzug fährt nach Bedarf, da ja ohnehin
die StLB-Strecke bis Weiz werktags für ihn praktisch "reserviert" ist.
Es ist zumindest kein Fahrplan erkennbar. Aber wenn man sich einmal an
einem schönen Vormittag auf die Lauer legt, dann stehen die Chancen
nicht mehr schlecht. Seit kurzem steht auch die aus Jenbach
zurückgekehrte VL 23 zur Verfügung, sodaß die als Reserve
vorhandenen VL 16 und VL 15 nur mehr höchst unwahrscheinlich
eingesetzt werden.