02.09.2003

Gurktalbahn

Treibach-Althofen - Pöckstein-Zwischenwässern (- Klein Glödnitz)

Eröffnung: 1898
Spurweite: 760 mm
Länge: Treibach-Althofen - Pöckstein-Zwischenwässern 3 km (Treibach-Althofen - Klein Glödnitz 28 km)
Betreiber: kkStB, BBÖ, ÖBB, VKEF, Verein Gurkthalbahn
Betriebsform: Museumsbahnbetrieb


Doppeltraktion bei Hohenholz
Am 10.08.2003 ziehen die beiden Bn2t Lokomotiven 13 (ex Böhler) und "Christl" bei Hohenholz ihren Zug in Richtung Treibach-Althofen.

898.01 in Pöckstein-Zwischenwässern
898.01 am 10.08.2003 in Pöckstein-Zwischenwässern.

Lokparade in Pöckstein-Zwischenwässern
Am 10.08.2003 stehen 898.01 sowie die beiden B-Kuppler Böhler 13 und "Christl" unter Dampf. Links vorne befindet sich die nicht angeheizte, aber an sich betriebsbereite 699.101. Im Hintergund kann man das Schloss Zwischenwässern erkennen.

Geschichte

Die 1898 eröffnete Gurktalbahn befand sich bis 1932 im Besitz der Gurktalbahn AG. Mit der Betriebsführung wurden zuerst die kkStB und danach die BBÖ beauftragt. Während die Bahn bis zum Ende des 1. Weltkriegs durchaus einen Gewinn brachte, kamen dann die ersten finanziellen Probleme, die schließlich zur Auflösung der Aktiengesellschaft führten. Die Bahn ging damit in den Staatsbesitz über.

Ab den 1950ern ging der Transport auf der Strecke erneut zurück, wodurch auch der Oberbau nicht mehr ausgebessert wurde. Schließlich kam es 1968 in Folge einer Unterwaschung zu einer Entgleisung. Dies führte schließlich zur Einstellung des Personenverkehrs. Zwischen Straßburg und Klein Glödnitz wurde der Gesamtverkehr eingestellt und dieser 16 km lange Teil der Strecke 1969 abgetragen. 1972 wurde schließlich der Güterverkehr auf der verbleibenden Strecke eingestellt.

Der Verein der Kärntner Eisenbahnfreunde (VKEF) schaffte es, wenigstens einige Kilometer dieser Bahn zu retten. Seit 1974 wird auf dieser Reststrecke zwischen Treibach-Althofen und Pöckstein-Zwischenwässern ein Museumsbahnbetrieb geführt. Man kann sich die Anstrengungen gut vorstellen, welche dieser Verein aufbringen musste. Die Bemühungen des Vereins um die landschaftlich so reizvolle Vellachtalbahn waren leider nicht von Erfolg gekrönt, und auch bei der Gurktalbahn konnte sich die Straßenbau-Lobby durchsetzen: nicht zuletzt wegen einer Bundesstraße blieb die Gurktalbahn nur bis Pöckstein-Zwischenwässern erhalten. Der nächste Rückschlag kam 1980, als die Einfahrt in den Bahnhof Treibach-Althofen wegen eines neuen Anschlussgleises aufgelassen werden musste. Damit schrumpfte die Strecke auf 2,5 km. Zum Glück konnte später mit den Treibacher Chemischen Werken eine Vereinbarung über ein Dreischienengleis erreicht werden, sodaß heute die Züge wieder bis zum Bahnhof fahren können.

Bis vor Kurzem besaß der VKEF eine gewaltige Fahrzeugsammlung. Eine Aufarbeitung aller Fahrzeuge war aber unmöglich, sodaß in den letzten Jahren zahlreiche Stücke abgegeben worden sind. Bei aller Kritik, die dem VKEF wegen des Zustands der Fahrzeuge zuteil geworden ist: hätte der VKEF diese Fahrzeuge nicht bei sich aufgenommen, wäre wahrscheinlich sehr oft die Alternative nur die endgültige Verschrottung gewesen. Ohne VKEF gäbe es heute wohl keine Uh oder U.25 auf der Bregenzerwaldbahn, und eine Aufarbeitung der 298.106 wäre ohne die VKEF 298.102 (heute im Besitz der Steyrtalbahn) ein schwieriges Unterfangen. Schließlich haben die Kärntner auch das letzte Exemplar der Reihe P (199.02) vor dem Schneidbrenner retten können. Vielleicht kann dieses Unikat auch mit Ihrer Unterstützung einmal wieder in Betrieb genommen werden?

Foto-Tipps

Obwohl der landschaftlich schönste Teil im Gurktal abgetragen ist, lohnt sich ein Besuch der Gurktalbahn auch noch heute:

Der Betrieb wird mit dem Unikat 898.01, einer ehemaligen Heeresfeldbahnlokomotive, welche nach dem 2. Weltkrieg zur ÖBB gekommen ist, und zwei Bn2t Dampflokomotiven durchgeführt. Weiters steht die 699.101 zur Verfügung, die aber zwecks Schonung des Kessels 2003 nicht in Betrieb genommen wird. Erwähnenswert sind zwei leider noch nicht betriebsfähige Raritäten: die letzte Lokomotive der Reihe P, nämlich die 199.02 (P.2, D1h2t) sowie der Fünfkuppler 499.01 (Kh.1, Eh2t). Bei der P stehen die Chancen auf eine Reaktivierung recht gut und damit hätte die Gurktalbahn neben der 898.01 ein weiteres einzigartiges Unikat.