09.09.2003

Innsbrucker Mittelgebirgsbahn

Innsbruck - Igls

Eröffnung: 1900
Spurweite: 1000 mm
Länge: Bergisel (Innsbruck) - Igls 8 km
Betreiber: LBIHiT, IVB als Straßenbahnlinie 6
Betriebsform: Personenverkehr, im Sommer regelmäßig Sonderfahrten mit historischen Triebwagen


Triebwagen 51 bei Schönruh
Triebwagen 51 der IVB, der ex Bielefeld 801, verlässt am 15.05.2002 die Haltestelle Schönruh in Richtung Innsbruck und wird sogleich in den Tunnel einfahren. Die Mittelteile baugleicher achtachsiger Ein-Richtungs-Gelenktriebwagen wurden übrigens in die vormals sechsachsigen Zwei-Richtungs-Gelenktriebwagen eingebaut, welche heute als TW 81 bis 88 den Verkehr auf der Stubaitalbahn bewältigen.

Triebwagen 2 bei Ausweiche Tantegert
Triebwagen 2 am 04.07.1998 in der Ausweiche Tantegert. Diese 1909 gebauten Triebwagen der LBIHiT sind nach der 1936 erfolgten Elektrifizierung auch auf der Mittelgebirgsbahn eingesetzt worden. Für die steigungsreiche Strecke mussten die Fahrzeuge allerdings erst verstärkt werden und haben dabei im Gegensatz zu früher vier anstelle von zwei Motoren erhalten. Heute kümmern sich die Tiroler Museumsbahnen um den Erhalt dieser historischen Fahrzeuge, welche im Sommer regelmäßig auf der Mittelgebirgsbahn, aber zum Teil auch auf der Stubaitalbahn verkehren.

Geschichte

1900 wurde die Innsbrucker Mittelgebirgsbahn (IMB) als dampfbetriebene Bahn mit 1000 mm Spurweite eröffnet. Den Betrieb führte die Aktiengesellschaft Lokalbahn Innsbruck - Hall in Tirol (LBIHiT) mit drei C1n2vt Stütztender-Dampflokomotiven und zweiachsigen Personenwagen. Eine geplante Elektrifizierung wurde durch den ersten Weltkrieg verhindert. In den 1920ern war der erste Tiefpunkt der Bahn erreicht und eine Einstellung des Betriebs wurde überlegt. Beide Endbahnhöfe der IMB lagen eher an der Peripherie, während man gleichzeitig mit dem Autobus direkt bis in das Zentrum fahren konnte. 1927 kam es schließlich zur Fusion mit der LBIHiT.

In den 1930er wurde vorübergehend immer wieder der Betrieb eingestellt, bis nach langwierigen Verhandlungen endlich ein Kredit für die Elektrifizierung genehmigt wurde, welche 1936 in nur 6 Monaten durchgeführt werden konnte. Obwohl es bereits früher zeitweise Kurswagen von Maria-Theresien-Straße bis nach Igls gab, konnte nun endlich ein durchgehender Betrieb bis zum Zentrum Innsbrucks aufgenommen werden. Die Mittelgebirgsbahn wurde als Linie 6 in das Linienschema der LBIHiT aufgenommen. Dafür mussten einige der elektrischen Triebwagen der LBIHiT für die Bergstrecke verstärkt und mit vier Motoren versehen werden.

1941 ging die Aktiengesellschaft LBIHiT in der Innsbrucker Verkehrsbetriebe AG auf, welche die Mittelgebirgsbahn bis heute als Straßenbahnlinie 6 betreibt. Immer wieder droht die Einstellung der Bergstrecke. Der Verkehr wird heute mit Ein-Richtungs-Gelenk-Triebwagen durchgeführt, wofür in Igls eine Kehrschleife errichtet worden ist.

Foto-Tipps

Obwohl es sich von außen betrachtet "nur" um eine Straßenbahnlinie handelt, konnte die Strecke, die durch tiefe Wälder führt, ab der Haltestelle Schloß Ambras ihren ländlichen Charakter durchaus bewahren:

Neben den Gelenktriebwagen kommen im Sommer regelmäßig historische Triebwagen der Tiroler Museumsbahnen mit zweiachsigen Beiwagen zum Einsatz.

Lokalbahn Innsbruck - Hall in Tirol

Innsbruck - Hall in Tirol

Eröffnung: 1893, eingestellt 1974
Spurweite: 1000 mm
Länge: Bergisel (Innsbruck) - Hall in Tirol 12 km
Betreiber: LBIHiT, IVB als Straßenbahnlinie 4
Betriebsform: Personenverkehr

Geschichte

Die Lokalbahn Innsbruck - Hall in Tirol (LBIHiT) ist insoferne von besonderer Bedeutung, als sie als erster Teil des meterspurigen Bahnnetzes in und um Innsbruck gesehen werden kann. Lange Zeit als Dampfbahn betrieben, konnte 1910 die Elektrifizierung abgeschlossen werden. Durch die Aktiengesellschaft LBIHiT erfolgte nicht nur der Bau weiterer Straßenbahnlinien in Innsbruck, sondern sie führte auch den Betrieb auf der Stubaitalbahn und auf der Mittelgebirgsbahn.

Im Zuge der Elektrifizierung und dem Ausbau der Straßenbahnen wurde die Lokalbahn Innsbruck - Hall in Tirol als Linie 4 bezeichnet. 1941 ging die Aktiengesellschaft LBIHiT mitsamt dem meterspurigen Bahnnetz in der Innsbrucker Verkehrsbetriebe AG (IVB) auf. Die heute nicht mehr existierende Straßenbahnlinie 4 wurde von den IVB bis 1974 betrieben und danach abgetragen.

Die vierachsigen Elektrotriebwagen blieben zum Teil erhalten und befinden sich heute in der Obhut der Tiroler Museumsbahnen. Sie kommen im Sommer regelmäßig auf der Mittelgebirgsbahn, aber auch auf der seit 1983 mit Gleichstrom betriebenen Stubaitalbahn zum Einsatz.