31.08.2003
Murtalbahn
Unzmarkt - Tamsweg (- Mauterndorf)
Eröffnung: 1894
Spurweite: 760 mm
Länge: 65 km (Unzmarkt - Tamsweg 76 km)
Betreiber: kkStB, BBÖ, StLB (Unzmarkt - Tamsweg), Taurachbahn GmbH
(Tamsweg - Mauterndorf)
Betriebsform: Güterverkehr, Personenverkehr, Dampfsonderzüge im Sommer
(Unzmarkt - Tamsweg), Museumsbahnbetrieb (St. Andrä - Mauterndorf)
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| Am
16.06.2003 erreicht die VL 13 in Kürze den Bahnhof Unzmarkt. Auf
der Murtalbahn werden weder Rollböcke, noch Rollwagen eingesetzt. Dafür
befinden sich in Unzmarkt moderne Anlagen für das Umladen auf die
Normalspur-Waggons. |
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| VT 35
und VS 42 unterqueren am 16.06.2003 bei Unzmarkt die
ÖBB-Hauptstrecke. |
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| VT 35
und VS 42 verlassen am 16.06.2003 die Haltestelle Kaindorf im
Murtal in Richtung Unzmarkt. |
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| Am
24.08.2002 überqueren VT 31 und VS 41 bei der Fahrt nach Murau
die Murbrücke nahe der Haltestelle Predlitz-Ladin. Vom ehemaligen
Bahnhof Turrach zeugen dort nur mehr drei Gleise. |
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Am
24.08.2002 erreichen VT 31 und VS 41 die Haltestelle
Kendlbruck.
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Bei
strömenden Regen wird die VL 13 am Vormittag des 16.06.2003 in
Kürze die Haltestelle Hintering passieren.
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Bei der
Rückfahrt nach Unzmarkt hat der Regen bereits aufgehört. Am 16.06.2003
nähert sich die VL 13 mit ihrem Holzzug der Haltestelle Hintering.
Am rechten Bildrand kann man beim Baumbestand noch deutlich die
Sturmschäden vom November 2002 erkennen.
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Am
10.01.2003 erreichen VT 32 und VS 42 den Bahnhof
Ramingstein-Thomatal.
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Durch die
bereits erwähnten Sturmschäden vom November 2002 gibt es große Mengen
Holz, die per Bahn nach Unzmarkt transportiert werden. Der wichtigste
Verladebahnhof ist dabei Ramingstein-Thomatal. Damit befahren diese
Holzzüge beinahe die gesamte Länge der von den StLB betriebenen Strecke.
VL 13 am 16.06.2003 vor einem solchen Holzzug in
Ramingstein-Thomatal.
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| VL 13
am 16.06.2003 beim Verschub in Ramingstein-Thomatal. Die Holztransporte
sind ein wichtiger Impuls für den ansonsten eher spärlichen Güterverkehr
zwischen Unzmarkt und dem Lagerhaus in Tamsweg. |
Geschichte
Wie so viele andere Schmalspurbahnen wurde auch diese
Strecke ursprünglich als Normalspurbahn geplant. Tatsächlich ist der
größte Teil der Strecke sogar als eine normalspurige Trasse ausgeführt
worden, um einen späteren Umbau auf Normalspur zu ermöglichen. Dieser
Ausbau ist aber letztendlich nie ausgeführt worden. Von der
"Aktiengesellschaft Murtalbahn Unzmarkt - Mauterndorf", welche bis 1942
bestand, wurden zuerst die kkStB mit der Betriebsführung beauftragt. Das
Personal wurde allerdings von den Steiermärkischen Landesbahnen
gestellt. Die Anschließende BBÖ-Ära dauerte nur sehr kurz, denn aus
Kostengründen wurde die Betriebsführung ab 1921 den Steiermärkischen
Landesbahnen übergeben.
Erwähnenswert ist das bereits von Anfang an eingeführte
Zugmeldeverfahren mittels Telefon. 1933 wurde weiters versucht, die
Betriebskosten durch den Einsatz von neuen, 13,1 m langen
Benzintriebwagen von Austro-Daimler zu senken. Diese Triebwagen Vt/s 01
bis Vt/s 06 wurden auf der Thörlerbahn, der Feistritztalbahn und der
Murtalbahn eingesetzt. Im Gegensatz zur SKGLB, welche ähnliche
Triebwagen aufgrund von technischen Mängel sehr schnell wieder aus den
Verkehr nahm, blieben die steirischen Fahrzeuge zumindestens bis zum
zweiten Weltkrieg mehr oder weniger im Einsatz. Die größeren 17,1 m
langen Triebwagen der SKGLB kamen in weiterer Folge zu den
Steiermärkischen Landesbahnen und einer davon wurde auf der Murtalbahn
ab 1939 als Beiwagen Ca 78 verwendet. Nach dem 2. Weltkrieg wurde keiner
der Triebwagen mehr in Betrieb genommen. Weit erfolgreicher als die
Austro-Daimler Triebwagen waren die Anfang der 1980er gebauten VT31 bis
VT34, mit welchen bis heute der gesamte Personenverkehr durchgeführt
wird. 1999 kam noch der VT35 dazu.
Auf der oberen Murtalbahn wurde zwischen Tamsweg und
Mauterndorf 1973 der Personenverkehr und 1980 der Güterverkehr
eingestellt. Der Club 760 gründete darauf die Taurachbahn GmbH, welche
diesen Streckenteil seit 1982 pachteten konnte. Heute wird auf der
"Taurachbahn" bezeichneten Strecke zwischen Mauterndorf und St. Andrä
einen Museumsbahnbetrieb durchgeführt.
Foto-Tipps
Auf dieser längsten Schmalspurstrecke von Österreich
kann man trotz ständiger Modernisierungen noch zahlreiche lohnenswerte
Motive finden:
- Unterführung der ÖBB-Strecke bei Unzmarkt: die zweigleisige
Hauptstrecke überquert die Schmalspurbahn mit einer heute schon seltenen
Stahlbrücke. In beiden Fahrtrichtungen ein gutes Motiv
- Murbrücke bei Teufenbach
- Haltestelle Saurau mit Wallfahrtskirche
- Murbrücke bei Predlitz-Ladin
- Haltestelle Kendlbruck mit 34 m kurzem Tunnel
- Haltestelle Hintering: bietet in beiden Fahrtrichtungen reizvolle
Motive.
- Ramingstein: Strecke verläuft hier parallel zur Mur, im
Hintergrund die Einfahrt zum Ramingsteiner Tunnel.
- Bahnhof Ramingstein-Thomatal: herrlich erhaltenes
Bahnhofsgebäude. In beiden Fahrtrichtungen gute Motive.
- zwischen Madling und Tamsweg: dünn besiedelt, am besten
nachmittags fotografieren.
Die Landschaft präsentiert sich vom breiten Tal bis zum Engtal. Der
Personenverkehr wird ausschließlich von Dieseltriebwagen mit Steuerwagen
durchgeführt. Die Steuerwagen sind immer in Richtung Unzmarkt
eingereiht. Bei einigen Zügen wird ein zweiter Triebwagen angehängt, z.
B. Schülerzug Tamsweg - Murau-Stolzalpe. Der Güterverkehr war bis vor
kurzem eher spärlich (Lagerhaus Tamsweg), bis 2003 die Holztransporte
von Ramingstein-Thomatal nach Unzmarkt begannen. So hat man zur Zeit bei
einem Besuch der Murtalbahn recht gute Chancen auf ein Foto mit der VL12
oder VL13, wenn sie vormittags von Murau-Stolzalpe nach
Ramingstein-Thomatal unterwegs ist, oder die Fracht über Mittag nach
Unzmarkt bringt. In der Hauptsaison werden an bestimmten Tagen Dampfzüge
zwischen Murau-Stolzalpe und Teufenbach oder Murau-Stolzalpe - Tamsweg
eingesetzt (Fahrplan beachten).
Nicht zuletzt gibt es auf der Taurachbahn zwischen Mauterndorf und
St. Andrä einen Museumsbahnbetrieb mit Dampflokomotiven oder
Diesellokomotiven (2091.03)