08.09.2003
Eröffnung: 1904
Spurweite: 1000 mm
Länge: Innsbruck Stubaitalbahnhof - Fulpmes 18 km
Betreiber: LBIHiT und Stubaitalbahn AG, IVB und
Stubaitalbahn GmbH
Betriebsform: Personenverkehr
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| Triebwagen
85 überquert am 04.07.1998 den Klausbachgrabenviadukt bei Kreith. |
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| Triebwagen 86 am 23.09.2000 bei Luimes. |
Obwohl noch als Dampfbahn geplant, wurde die
Stubaitalbahn zwischen Innsbruck Stubaitalbahnhof und Fulpmes 1904 als
erste Einphasen-Wechselstrombahn mit Industriefrequenz (2,5 kV
42,5 Hz und ab 1926 3 kV 50 Hz) in Betrieb genommen. Der
Güterverkehr wurde 1979 eingestellt. Die Betriebsführung erfolgte durch
die Aktiengesellschaft Lokalbahn Innsbruck - Hall in Tirol (LBIHiT) im
Auftrag der Stubaitalbahn AG (AGSTB). 1941 ging die LBIHiT in der
Innsbrucker Verkehrsbetriebe AG (IVB) auf.
1983 kam wohl die einschneidendste Veränderung dieser
Bahn. In diesem Jahr wurde der Betrieb auf Gleichstrom umgestellt, um
auf den Gleisen der ebenfalls meterspurigen Straßenbahn den Innsbrucker
Hauptbahnhof erreichen zu können. So wurde die 18 km lange Strecke
praktisch um weitere 3 km verlängert. Man konnte nun mit der
Stubaitalbahn das Zentrum der Stadt endlich ohne Umsteigen erreichen.
Zur Zeit wird den ehrgeizigen Plänen der ÖBB
entsprechend der Innsbrucker Hauptbahnhof neu errichtet, wobei die
Innsbrucker Verkehrsbetriebe ordentlich in Mitleidenschaft gezogen
werden: die im Baustellenbereich liegenden Straßenbahngleise (Linie 3,
6, STB) mussten stillgelegt und teilweise abgetragen werden. Daher dient
vorübergehend die Haltestelle Maria-Theresien-Straße als Endstation der
Stubaitalbahn. Dort befindet sich aber kein separates Gleis für die
Triebwagen der Stubaitalbahn. Die Garnituren müssen die Station sofort
wieder verlassen, damit der übrige Straßenbahnverkehr durchgeführt
werden kann. Um den bestehenden 50 min. Taktfahrplan mit allen
erforderlichen Zugkreuzungen nicht über den Haufen zu werfen, wird die
10 min. lange Wendezeit daher in der Station Innsbruck
Stubaitalbahnhof eingehalten.
Der Betrieb wird seit der Umstellung auf Gleichstrom
mit achtachsigen Gelenktriebwagen durchgeführt, welche sich auf der bis
zu 4,5 % steilen Strecke (Innsbruck 589 m, Luimes 1006 m)
bestens bewähren. Diese Triebwagen bestehen aus den ehemals
sechsachsigen Zwei-Richtungs-Gelenktriebwagen (DÜWAG) der eingestellten
Straßenbahn von Hagen in Westfahlen, wobei jeweils ein Mittelteil der
von Bielefeld gekauften Ein-Richtungs-Gelenktriebwagen eingefügt worden
ist. Die früheren vierachsigen Wechselstromtriebwagen von 1904 und 1905
werden von den Tiroler Museumsbahnen (TMB) in der Remise des ehemaligen
Stubaitalbahnhofs gepflegt und können dort bewundert werden. Leider
können sie aber auf der Gleichstromstrecke nicht mehr betrieben werden.
Dafür kommt aber von Zeit zu Zeit ein hervorragend gepflegter Triebwagen
der ehemaligen Lokalbahn Innsbruck - Hall in Tirol für Sonderfahrten auf
die Strecke.
Während die Stubaitalbahn im Stadtverkehr Innsbruck vom unbedarften Beobachter kaum von einer normalen Straßenbahn unterschieden werden kann, führt diese Strecke nach einem kurvenreichen und sehr steilen Anstieg in das ländlich geprägte Stubaital. Bei einem Aufenthalt in Innsbruck sollte man sich also einen Besuch dieser Strecke auf keinen Fall entgehen lassen:
Im normalen Betrieb befinden sich mindestens 3
Garnituren auf der Strecke, in den Sommermonaten kommen am Vormittag und
am späten Nachmittag noch zwei weitere Zugpaare dazu. Während einige
Triebwagen bereits eine weiße Farbgebung und zum Teil auch
Werbeaufschriften (Triebwagen 81) erhalten haben, präsentieren sich
die Triebwagen 82, 83 und 86 noch in der geschmackvollen
creme-roten Farbgebung. Man hat also noch immer recht gute Chancen,
eines dieser schönen Fahrzeuge vor die Linse zu bekommen. Man braucht
nur während der Hinfahrt bei den Zugkreuzungen in den Stationen Hölltal
und Telfer-Wiesen auf die entgegenkommenden Triebwagen achten, und schon
kann man sich mit Hilfe des Fahrplans die weiteren Umläufe des Tages
ausrechnen.