Liebe Freunde! hier mein zweiter Versuch für einen Text, diesmal weniger geschwollen. Der Abend hat mich wieder sehr inspiriert! Ich bin dankbar um jede Art von Feedback!
Spirituelles Wohn- und Lebensprojekt
Papaji: „Gib die Suche nach einer perfekten Umgebung auf...“ (oder anderes Zitat)
Hintergrund und Zielsetzung dieses Projektes ist das spirituelle Erwachen aller Beteiligten. Wir versuchen, alle einzelnen Schritte in dieses Ziel zu integrieren, da wir davon ausgehen, dass das Leben als Ganzes überhaupt nur dieses eine Ziel kennt und dazu jederzeit und überall genau die besten Umstände bietet. Für alle anderen Wünsche und Ziele bietet das Leben bekanntlich nur sehr mässige Unterstützung!
Meistens entstehen Wohn- und Lebensprojekte aus der Hoffnung heraus, durch Verbesserung der Lebensumstände mehr Glück und Zufriedenheit mit sich und anderen zu finden. Diese Hoffnung baut auf den beiden Täuschungen auf, dass an der jetztigen Lebenssituation etwas nicht stimmt und dass eine andere Lebenssituation erfüllender sein wird als die jetztige. Durch diese Täuschungen werden aber alle lebensbeschränkenden Muster mitgetragen - die Folge sind zuerst grosse Anstrengungen um das Ziel zu erreichen und dann die bittere Enttäuschung, dass auch dieses Ziel nicht die Erfüllung brachte. Sofort kommt die nächste Idee, was man hätte besser machen müssen bzw. wer oder was daran Schuld war, dass es wieder nicht geklappt hat, der endlose Albtraum aller Illusionen.
Dieses Projekt soll nicht auf diese Täuschungen aufbauen, da es weder einen Ort gibt, der verlassen werden muss, noch einen anderen der erreicht werden muss. Wir gehen davon aus, dass in allen Sehnsüchten, Träumen, Wünschen und Vorstellungen viel gebundene Energie steckt, welche auf jedem einzelnen Schritt dieses Projektes mehr und mehr freikommen kann. Die gemeinsame freigesetzte Energie ist dadurch letztlich unbegrenzt, da immer weniger von den persönlichen Erfahrungen und Ueberzeugungen mitgetragen und keine Positionen gehalten bzw. verteidigt werden müssen.
Die zunehmende freie Energie und innere Freiheit der Beteiligten kommt dem Projekt zu Gute und wir sind der Ueberzeugung, dass das Leben dies auch honoriert da es dadurch immer mehr seine wahre Bestimmung findet. Man sieht am Misserfolg von Lebensprojektes dass sie immer dort stranden, wo die Beteiligten an ihren Ueberzeugungen festhalten. Wo aber Freiheit ensteht müssen wir die richtigen Umstände nicht suchen und erkämpfen, sondern suchen die Umstände uns.
Unser Beitrag ist die möglichst grosse Offenheit gegenüber dem Jetzt und die Bereitschaft, alle Gewohnheiten jederzeit und immer wieder in Frage zu stellen. Wir möchten uns gegenseitig unterstützen um den Mut und die Risikobereitschaft zu haben, alles hinter uns zu lassen was uns einschränkt und begrenzt.
Meinungsverschiedenheiten
Alle unsere Meinungsverschiedenheiten und Konflikte sehen wir als Anlass, die darin gebundene Energie freizusetzen und für das Projekt zu nutzen. Wir wissen dass wir dazu bereit sein müssen, die einzelnen Meinungen und Standpunkte aufzugeben, ohne sie durch andere zu ersetzen. Wir sitzen dabei alle im gleichen Boot und niemand wird je eine Meinung von anderen übernehmen müssen. Nur dann steht die Energie in freier Form zur Verfügung, ohne an persönliche innere Urteile und Bewertungen geknüpft zu sein.
Wir versuchen gemeinsam, dass Projekt nicht auf unsere Erfahrungen aufzubauen, denn das führt unweigerlich dazu, dass sich diese Erfahrungen einfach wiederholen. Das Projekt soll aus dem Raum jenseits von Erfahrungen seine Kraft und Freude schöpfen. Die Erleuchtung braucht keine Vergangenheit und keine Zukunft.
Gruppenentscheidungen
Immer wenn einzelne oder die Gruppe in Entscheidungen gespalten ist, versuchen wir diese Illusion zu durchschauen, denn das Leben ist immer klar und eindeutig. Jede innere Gespaltenheit geht von falschen Voraussetzungen aus und kann erlöst werden, so dass sich der nächste Schritt sich ohne Zweifel zeigt. Wir möchten keine Kompromisse, welche diese Illusionen wieder mit sich tragen und einfach auf später verschieben. Jedesmal wenn es gelingt, gemeinsam Momente der Ganzheit zu erleben kommt das dem Projekt zu Gute und zeigt dies uns den weiteren Weg.
Störungen
Wenn jemand sich durch irgend etwas gestört fühlt, kann das offen ausgesprochen werden, muss aber nicht. Die Störung ist erst dann wirklich aufgehoben, wenn die Bewertungen und Urteile aufgehoben sind, welche zu dieser Störung führen. Alle Störungen sind uns somit willkommen da sie helfen, die Bewertungsmuster zu erkennen und zu verlassen.
Ganzheit
Wir gehen davon aus, dass das Leben ganz ist und es auch immer war. Alle Verwirrungen und Trennungen entstehen in uns und haben mit dem Leben selbst nichts zu tun. Daher versuchen wir gemeinsam dieses Projekt auf dem Leben selbst aufzubauen und es als Ausdruck der immerwährenden Ganzheit des Lebens zu verstehen und zu feiern.