Die Natur
Fauna


Die hohe Diversität der Pflanzengesellschaften in allen vier Höhenzonen läßt eine Vielfalt von Tieren erkennbar werden. In Hinblick auf die Beweglichkeit in der Tierwelt, wo manche Tierarten vom Bergfuß bis zu den Kämmen verbreitet sind, ist es problematisch, die Verbreitung der Tiere treffend zum Ausdruck zu bringen.

In den Bergwäldern wurden vier Arten von großen Raubtieren in den vorigen Jahrhunderten ausgerottet - der Braunbär, der Luchs, der Wolf und die Wildkatze. Die typischen Vertreter der Fauna sind jetzt deshalb Hirsche und Rehe, der Dachs, weiter der Fuchs, der Edelmarder und auch der Steinmarder, in den niedrigeren Lagen stößt man immer häufiger auf das Wildschwein.

Zahlenmäßig am bedeutendsten sind aber Vögel - z.B. der Buchfink, der Fichtenkreuzschnabel, der Zeisig, der Tannenhäher, der Schwarzspecht und einige Arten von Meisen, selten der Schwarzstorch, von Raubvögeln der Mäusebussard, der Habicht, der Sperber und der Schreiadler.

Von Eulen dann der Waldkauz, die Waldohreule und der Rauhfußkauz. Von Wirbellosen sind einige Arten von Nymphenfaltern und Mohrenfaltern häufig zu finden, weiter der Bergwald Laufkäfer, der Goldleiste Laufkäfer und der Goldglänzende Laufkäfer, einer der größten Rüselkäfer - der Mohrenrüssel, Blattkäfer und Blockkäfer.


In den Knieholzbeständen, auf den Bergwiesen und in den subarktischen Hochmooren sind ganz andere Tierarten heimisch. Von Vögeln der Wasserpieper und Wiesenpieper, die früher häufig vorkommenden glazialen Relikte - der Mornellregenpfeifer und Merlin, in den letzten Jahrzehnten kann man immer häufiger auf das Blaukehlchen und den Birkenzeisig treffen.

Von Säugentieren lebt auf den Bergwiesen ein glazialer Relikt, die Alpenspitzmaus, ab und zu kann man die Waldeidechse und die Kreuzotter sehen, die selten auch in einer ganz schwarzen Form vorkommt.

An felsigen Stellen und im Geröll sind der Hausrotschwanz, der Steinschmätzer und auch der Turmfalke heimisch, selten lebt an einigen Stellen die Alpenbranulle und in den Kotelní jámy (Kesselgruben) kommt der auffallend gefärbte Steinrötel vor.

Der Maly Kociol (Kleine Schneegrube) beherbergt auch einen glazialen Relikt, die Windelschnecke Vertigo arctica, ein anderer Relikt ist der Dammläufer Nebria gyllenhali.

In der Umgebung der Gebirgsbäche leben die Wasseramsel, die Bachstelze und die Gebirgsstelze, in den niedrigeren Lagen dann auch der Eisvogel. Die Bachforelle ist aus den hiesigen Gebirgsbächen wegen der starken Azidität und der chemischen Umwandlungen (Immissionen) fast völlig verschwunden

An der Schneeoberfläche sind auch einige Organismen, vor allem Insektenarten heimisch. Die Schnabelgrille, die Schneemücke, einige Arten von Steinfliegen. Der Schnee nimmt eine dunkle Verfärbung an, deren ursache nicht nur staub, Nadeln und kleine Baumrindeteile, sondern auch Anhäufungen von kleinen Springschwänzen sein können, die auch zur Gruppe der chinophilen (schneeliebenden) Lebewesen gehören.

Die zeitweise vorkommende grüne, gelbe oder rote Verfärbung von Firnfeldern ist von einigen chinophilen Algen verursacht. Der Reichtum der Fauna des Riesengebirges ist noch nicht in vielen Bereichen bekannt, vor allem in der Gruppe von Wirbellosen, und eine weitere intensive zoologische Forschung kann viele zahlreiche Überraschungen bringen.