![]() |
Tschechien 1993: Die Slowakei schert aus |
![]() |
Eine ganz andere Belastung hängt zusammen mit dem Rückzug der Slowakei vom Staatsganzen am 1. Januar 1993. Sie ent springt einer alten Klage der Slowaken, sie seien vom tschechischen Brudervolk immer als die kleineren, ungeübten, uneffizienten im brüderlichen Zusammenleben eingeschätzt worden.
Dieser Akzent der tschechisch-slowakischen Beziehungen hat sich merkwürdigerweise aus dem Verhältnis wirtschaftlicher wie demokratischer Errungenschaften nach dem Stand von 1918 bis in die Gegenwart gehalten.
Wiewohl der große gesellschaftliche Wandel im Rahmen des Sozialismus 1948 bei den Slowaken besser vorbereitet erschien als bei den Tschechen, und wiewohl in entscheidenden Zeiten dem Staatswesen Slowaken vorstanden und nicht Tschechen: der für einige Monate 1968 weltbe kannte Parteifunktionär Alexander Dubcek geradeso wieder für die folgenden zwanzig Jahre zum Hüter einer kommunistischen Reorganisation eingesetzte Staatspräsident Gustav Husäk.
Die Slowaken jedenfalls scherten vor fünf Jahren aus dem Staatsverband aus, aber wenn sich die Tschechen heute im Spiegel betrachten, haben sie diesen Verlust recht schnell und gut hinter sich gebracht.