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Nun war es für etliche von uns wirklich beschämend, den Text dieses Gedenksteines zu lesen. Wer in einer derartige Sprache, die sich durch nichts, aber auch garnichts, von der offiziellen Sprache der DDR-Regierenden unterscheidet, hat nicht das Recht Un-menschlichkeit anzuprangern. Man kann und soll Kritik an den Machthabern und Systemen üben, aber es ist keine Lösung, eine ganze Gesellschaft zu verdammen. Die realen Probleme der Bürger und auch Regionen der ehemaligen DDR darf man nicht unterschätzen sondern muß wahrnehmen, daß dieser Umbruch viele Probleme mit sich gebracht hat. Ich denke, steht uns nicht zu, Kritik zu üben, ohne die Mängel und Fehler des eigenen Systems zu betrachten. Vieles ist auf beiden Seiten nicht so gelaufen, wie man es sich in der ersten Euphorie vorgestellt hat, aber es ist nach 10 Jahren „Wiedervereinigung" endlich an der Zeit, sich in einer adäquaten Form näher zu kommen, die Unterschiede zu akzeptieren, voneinander zu lernen, die eigene Identität nicht zu leugnen und ein Gefühl für Eigenheiten und Be-sonderheiten zu entwickeln. Diese innerdeutschen Ansprüche sollten auf die europäische Ebene übertragen werden.
Damit wir ein Europa aufbauen können, in dem sich nicht die Hälfte der Bevölkerung als Nicht-dazugehörend fühlt, sondern ein Europa der Menschen, der Menschlichkeit, des Respekts und der Achtung.
Besonders wir Freiwilligen wollen darauf aufmerksam machen, daß Austausch-programme mit osteuropäischen Ländern für beide Seiten von enormer Wichtigkeit wären um dieses Ziel schrittweise verwirklichen zu können.
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