Besuch des Grenzmuseums ´Schifflersgrund´ (02.12)


Unweit von Witzenhausen befindet sich das Grenzmuseum ´Schifflersgrund', dessen Gelände  teilweise in Hessen und teilweise in Thüringen liegt - auf der historischen Trennlinie zwischen der alten Bundesrepulik und der ehemaligen DDR also. Ebenfalls historisch sind die original erhaltenen Grenzanlagen; es stehen noch der Metallgitterzaun, der Beobachtungs-turm und man sieht noch wie der breite Sicherungsstreifen die Landschaft durchschneidet.
Ein eindrucksvoller Ort, weil er auf so klare Weise die neueste deutsche Geschichte vor Augen führt.
Es ist unglaublich zu sehen, wie sehr die Grenzabriegelung von Seiten der DDR perfektioniert war und wie raffiniert die Überwachungssysteme ausgedacht worden waren. In offiziellen DDR-Aussagen galt die innerdeutsche Grenze zwar als „Schutzmaßnahme gegen Spione und Agenten" -  aber es war klar, daß die Grenzüberwachung primär gegen eventuelle Fluchtversuche der eigenen (DDR) Bevölkerung gerichtet war. Von Seiten der Bundesrepublik wurde die Grenze überhaupt nicht überwacht, es standen nur Grenzpfähle, die Spazier-gänger darauf aufmerksam machen sollten, daß sie sich dem Gebiet der DDR näherten.

Die Ausstellung des Grenzmuseums konzentriert sich hauptsächlich auf die direkten Folgen der Grenze für die Menschen, die in unmittelbarer Nähe des Grenzbereiches oder des Schutzstreifens (ca. 5 Kilometer entlang der Grenze) lebten.

Für diese Leute galten sehr viele Einschränkungen. So konnte man nicht ohne spezielle Genehmigung das Gebiet verlassen oder betreten. Außerdem durften sich in den Dörfern an der Grenze keine neuen Einwohner niederlassen. Die Folge war, daß die Einwohnerzahl vieler der Grenzdörfer im Laufe der Zeit stark gesunken ist; junge Leute zogen weg, keine neuen kamen hinzu. Leerstehende Häuser wurden dabei ohne weiteres abgerissen, auch wenn sie einen besonderen historischen Wert hatten.

Dieser regionale Bezug der Ausstellung machte diese für uns sehr zugänglich und wir waren einigermaßen imstande, uns ein Bild von der Situation zur Zeit der deutschen Teilung zu verschaffen. Ich glaube, daß jede(r) von uns von diesem Abschnitt in der deutschen Geschichte, der ja erst durch die Maueröffnung 1989 zu Ende kam, stark beeindruckt war.

Auch in der heutigen deutschen Gesellschaft, in der wir ja jetzt alle leben werden, sind die Folgen der Trennung noch sehr deutlich spürbar. Wir werden bestimmt in irgendeiner Form noch weiter mit diesem Abschnitt der deutschen Geschichte konfrontiert werden. Deswegen meine ich auch, daß der Besuch des Grenzmuseums einen interessanten und wichtigen Programmpunkt unseres Seminars bildete.