Der Castor ist ein Behälter für abgebrannte Brennelemente. Ursprünglich war er nur für den Transport konzipiert, jetzt soll er dazu dienen, den hochradioaktiven Müll für hundert Jahre und länger aufzubewahren. Diese provisorische Lösung dient den Betreibern als "Nachweis einer gesicherten Entsorgung".
Heißer Atommüll muß gekühlt werden. Obwohl die abgebrannten Brennelemente
schon jahrelang im Abklingbecken der Atomkraftwerke gelagert waren,
erzeugen sie immer noch eine gewaltige Hitze. Im Inneren eines
Castor-Behälters herrschen Temperaturen von 300-400 Grad, an der Oberfläche
sind es immerhin noch ca. 100 Grad.
Castor-Behälter sind aus schwerem Gußstahl und wiegen bis zu 120 Tonnen.
Das Problem: die Behälterwand muß möglichst viel Temperatur abgeben, soll
aber möglichst wenig Strahlung durchlassen.
Ein fauler Kompromiß, denn nur eins von beiden kann funktionieren.
Schon 9 Minuten in unmittelbarer Nähe eines einzigen Castor-Behälters
reichen aus, um die maximal zulässige Jahresdosis an Strahlung aufzunehmen!
Sicherheit?
Die Castor-Halle in Gorleben selbst bietet keine Sicherheit. Ganz im
Gegenteil: sie ist so gebaut, daß ständig Frischluft durch sie
hindurchströmt. Die Luft, die die heißen Behälter kühlt, wird ungefiltert
an die Umgebung abgegeben.
Diese Luft ist unsere Atemluft!
420 Castor-Behälter sollen in Gorleben eingelagert werden. Jeder von ihnen
enthält die Radioaktivität von 40 Hiroshima-Bomben. Wie lange werden die
Dichtungen halten, wann wird das Material durch die extreme Hitze und die
Dauerbestrahlung spröde werden?
Die Castor-Halle ist nicht gegen Flugzeugabsturz gesichert. Die Betreiber befanden es für ausreichend, den
Boden leicht schräg anzulegen, so daß bei einem Flugzeugabsturz das brennende Kerosin abfließen kann!!
CASTOR-Behälter wurden in Tests eine halbe Stunde lang einer Temperatur von 800 Grad ausgesetzt, um ihre
Sicherheit zu belegen. Brennendes Kerosin erzeugt jedoch weit höhere Temperaturen und solch ein Großbrand ließe sich sicherlich auch nicht in einer halben Stunde löschen !!!
Desweiteren wurden bei allen Tests stets 'fabrikneue' CASTOR-Behälter getestet (oder gar nur mit Modellen gearbeitet!!) Wie es zB aussieht, wenn ein CASTOR-Behälter auf der Transportstrecke in einen Unfall (zB ein Zugunglück mit einem Benzintransporter oder ähnliches) verwickelt wird, und zur thermischen Belastung auch noch die Mechanische hinzukommt, wurde noch nicht untersucht!!
Außerdem:Wie will man verhindern, daß die gigantische Ansammlung von
hochradioaktiven Material zum Ziel terroristischer Anschläge und
politischer Erpressung wird? Mit wenig Aufwand könnte jeder Wirrkopf damit
drohen, halb Europa unbewohnbar zu machen.
Für jeden der 420 Transporte muß die gesamte Transportstrecke und der
Landkreis zur Hochsicherheitszone werden. Wird Lüchow-Dannenberg auch in
Zukunft noch ein Ort zum Leben sein?
Ist das alles verantwortbar? Und bezahlbar??
Wir sagen NEIN!