DIE KURZWELLE

Eine kurze Übersicht

1. Kurzwelle - ein besonderer Frequenzbereich

Unter Kurzwelle versteht man allgemein den Frequenzbereich von 3.000 bis 30.000 kHz, bzw. 3 bis 30 MHz. Damit liegt dieser Bereich deutlich unter dem des allgemein bekannten UKW-Rundfunks (87,5 bis 108 MHz).

Und auf der Kurzwelle herrschen auch deutlich andere Gesetze als beispielsweise im UKW-Bereich.

Kurzwellen breiten sich völlig anders aus und ermöglichen so eine viel größere Reichweite.

Man kann deshalb auf Kurzwelle mit geringem Aufwand Sender aus nahezu jedem Erdteil empfangen. Das ist es, was die Faszination des Hobbys Kurzwellenhören

(englisch: short wave listening, SWL) ausmacht.

 

Ausbreitungsbedingungen:

Wie kommt es nun, daß Kurzwellensignale so eine große Reichweite haben? Bei der Kurzwelle macht man sich folgenden Effekt zu Nutzen:

Ausbreitung von Funkwellen im Kurzwellenbereich

Es gibt in der Atmosphäre eine Schicht, die sogenannte Ionosphäre, die aus ionisierten Luftmolekülen und freien Elektronen besteht. An dieser in etwa 50 bis 100 Kilometer Höhe beginnenden Schicht werden die Funkwellen im Kurzwellenbereich je nach Wellenlänge und Sonneneinstrahlung reflektiert, gebeugt oder gebrochen.

Man wählt nun auf der Senderseite den Frequenzbereich, die Sendezeit und den Abstrahlungswinkel der Antenne so aus, daß die Funkwellen ins Zielgebiet reflektiert werden. Da die Erde die Funkwellen ebenfalls reflektiert, sind auch mehrere Sprünge hintereinander möglich (siehe Bild). So können die Funkwellen große Entfernungen von mehreren Tausend Kilometern zurücklegen.

Natürlich hat der Kurzwellenbereich verglichen mit dem UKW-Rundfunk auch einige Nachteile: Durch die niedrigen Frequenzen ist wenig "Platz" in den Rundfunkbändern, die Sender müssen also mit einer deutlich geringeren Bandbreite

von 5 kHz auskommen (zum Vergleich : UKW 150 kHz). Deshalb haben Sendungen auf Kurzwelle eine wesentlich schlechtere Wiedergabequalität als auf UKW. Hinzu kommen diverse Ausbreitungsstörungen wie z.B. Fading (Pegelschwund), die ihr Bestes tun, um dem SWL den Empfang zu vermiesen.

Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber an die vergleichsweise schlechte Wiedergabequalutät, und dann überwiegt die Faszination, Sender aus aller Welt zu hören.

 

2. Die ganze Vielfalt auf Kurzwelle

Kaum ein Frequenzbereich bietet so viele verschiedene Radiosender und Funkdienste wie die Kurzwelle. Dem SWL eröffnet sich hier eine große Vielzahl an Empfangsmöglichkeiten:

 

Internationale Radiosender:

Relativ schnell stößt man als Anfänger auf die sogenannten Auslandsdienste der einzelnen Staaten. Solche Sender (die Deutsche Welle ist z.B. der Auslandsdienst Deutschlands) werden von vielen Staaten auf der ganzen Welt unterhalten, um Landsleute auf Reisen mit Informationen über ihr Heimatland zu informieren und außerdem, was meist noch wichtiger ist, ausländischen Hörern ein umfassendes Bild vom eigenen Land zu vermitteln.

Deshalb senden die großen Auslandsdienste auch in vielen verschiedenen Sprachen und sind im jeweiligen Zielgebiet oft schon mit einem einfachen Weltempfänger zu empfangen.

Viele SWLs finden daher den Einstieg ins Hobby auch über das Hören von Auslandsdiensten, denn hier werden weder große Anforderungen an den Empfänger gestellt, noch braucht es viel Erfahrung, um Programme von Auslandsdiensten hören zu können. Auch die Sprachbarriere stellt kein Problem dar, denn allein für die deutschsprachigen Hörer in Europa gibt es Programme aus etwa 30 verschiedenen Ländern zu hören. Eine entsprechende Liste habe ich hier zusammengestellt.

Folgende Rundfunkbänder sind für Radiosender auf Kurzwelle vorgesehen:

Band Frequenzbereich(e)

49 m 5950 bis 6200 kHz

41 m 7100 bis 7300 kHz

31 m 9500 bis 9900 kHz

25 m 11650 bis 12050 kHz

21 m 13600 bis 13800 kHz

19 m 15100 bis 15600 kHz

16 m 17550 bis 17900 kHz

13 m 21450 bis 21850 kHz

11 m 25670 bis 26100 kHz

Diese Frequenzbereiche unterliegen unterschiedlichen Ausbreitungsbedingungen. Die niedrigen Frequenzen eignen sich mehr für die Versorgung der näheren Umgebung. So heißt das 49m-Band manchmal auch Europa-Band, weil hier viele Sender zu finden sind, die für den europäischen Kontinent senden. Für Verbindungen zwischen verschiedenen Kontinenten wählt man hingegen die Bänder mit höheren Frequenzen, da hier größere Reichweiten erzielt werden können.

šbrigens sind die Rundfunkbänder inzwischen sehr stark belegt, so daß auch immer mehr Sender Frequenzen außerhalb der Rundfunkbänder wählen, um Störungen durch Interferenz zu vermeiden.

 

Radiosender im Tropenband:

Für die Inlandsversorgung wird die Kurzwelle in den Industrienationen nur noch selten eingesetzt. Ganz anders allerdings sieht es in den Ländern der Dritten Welt aus.

Hier nehmen Mittel- und Kurzwelle oft noch eine ähnlich wichtige Stellung ein wie bei uns der UKW-Rundfunk, denn nur so kann man bei geringem finanziellen und technischem Aufwand große Flächen versorgen. Die ITU hat deshalb für die Länder der Dritten Welt die sogenannten Tropenbänder reserviert (der Name kommt daher, weil diese Regelung hauptsächlich für die Länder des Tropengürtels gilt).

 

Die Tropenbänder erstrecken sich über folgende Frequenzbereiche:

Band Frequenzbereich(e)

120 m 2300 bis 2498 kHz

90 m 3200 bis 3400 kHz

75 m* 3900 bis 4000 kHz

60 m 4750 bis 5060 kHz

*Dieser Bereich wird in Amerika von Funkamateuren benutzt.

Sender im Tropenband sind weitaus schwerer zu empfangen, denn schließlich sollen sie ja auch gar nicht in Europa zu hören sein.

Außerdem muß auf dem Ausbreitungsweg Dunkelheit herrschen, ein Empfang ist also nur nachts oder am frühen Morgen möglich. Dennoch kann man mit einer guten Empfangsausrüstung, Geduld und etwas Erfahrung viele exotische Sender aus Afrika, Süd-Amerika und Asien empfangen. Dies ist eine der faszinierensten Seiten des Kurzwellenhobbys, die manche Tropenband-DXer dazu bringt, nächtelang vor dem Empfänger zu sitzen... .

 

Amateurfunk:

Einen weiteren Teil des Kurzwellenbereiches belegen die Amateurfunkbänder.

Hier kann man je nach Tageszeit und Band Funkamateure aus aller Welt hören. Dabei unterscheidet man die Betriebsarten Telegrafie (Morsen, CW) und Telefonie (Sprechfunk, in der Modulationsart SSB).

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe anderer Betriebsarten wie RTTY (Funkfernschreiben) oder Packet Radio (Datenübertragung mit dem Computer), die allerdings nicht ohne Zusatzgeräte empfangen werden können.

 

Folgende Bänder sind auf Mittel- und Kurzwelle für den Amateurfunk reserviert:

Band Frequenzbereich(e)

160 m 1815 bis 1835 kHz

1850 bis 1890 kHz

80 m 3500 bis 3800 kHz

40 m 7000 bis 7100 kHz

30 m 10100 bis 10150 kHz

20 m 14000 bis 14350 kHz

17 m 18068 bis 18168 kHz

15 m 21000 bis 21450 kHz

12 m 24890 bis 24990 kHz

10 m 28000 bis 29700 kHz

 

andere Funkdienste:

Es gibt außerdem noch eine Vielzahl anderer Funkdienste, die auf Kurzwelle senden.

Hierzu zählen beispielsweise Wetterdienste und Küstenfunkstellen, aber auch militärische und diplomatische Dienste. Auch hier kann man in SSB vieles empfangen, doch nicht alles davon darf man auch wirklich hören. Zudem stellt der Empfang solcher Funkdienste höhere Anforderungen an den Empfänger als der normale Rundfunkempfang.

Für andere Betriebsarten wie Fax oder RTTY braucht man auch hier Zusatzgeräte.

 

KW-Einführung (3): Kontakt mit den Sendern

Einer der spannendsten Aspekte beim Kurzwellenhobby ist wohl der Kontakt mit den Radiosendern. Egal, ob es Ihnen auf den Inhalt der Sendungen ankommt, und Sie den Sendern Hörerpost mit Ihren Fragen und Anmerkungen schicken wollen, oder ob Sie zu den Hörern gehören, die gerne QSL-Karten sammeln möchten.

Schreiben Sie doch einfach mal, dann werden Sie bald Briefe und QSL-Karten aus aller Welt bekommen. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie in dem folgenden Text.

 

Warum den Sendern schreiben?

Wenn Ihnen eine Sendung gefallen hat, warum sollten Sie das den Leuten, die sie mühevoll produziert haben, nicht einmal mitteilen? Ein Lob tut immer gut, in der Redaktion des Senders wird man sich bestimmt sehr darüber freuen! Besonders bei den Auslandsdiensten wartet man geradezu auf Hörerpost.

Bekommen Sie Post von Sendern aus aller Welt!

Viele Auslandsdienste haben sogar eine extra Hörerpost-Sendung eingerichtet, in der dann Briefe mit Anmerkungen und Fragen der Hörer vorgelesen werden.

Die Redakteure scheuen oft keine Mühen, um ihren Hörern auch knifflige und ausgefallene Fragen zu ihrem Land zu beantworten. Eine entsprechende Frage ergibt sich übrigens meist von selbst, wenn man das Programm eine Weile lang hört. Vielleicht ist in einer Sendung ja am Rande etwas erwähnt worden, worüber Sie gerne mehr wüßten. Oder Sie haben etwas nicht verstanden, weil Ihnen das Hintergrundwissen fehlte. Oder vielleicht haben Sie ja auch über das betreffende Land etwas in der Zeitung gelesen oder im Fernsehen gesehen, worüber Sie gerne mehr wüßten.

Wenn Ihre Frage dann auch noch für die anderen Hörer ebenfalls interessant ist, dann stehen die Chancen gar nicht schlecht, daß man ihren Brief vorlesen und beantworten wird.

 

QSL-Karten:

Ein weiterer Grund, mit den Sendern in Kontakt zu treten, sind die sogenannten QSL-Karten, die von vielen SWLs gesammelt werden. "QSL" ist eine Abkürzung aus dem Amateurfunk und bedeutet "Ich gebe ihnen Empfangsbestätigung.". Dementsprechend schicken sich Funkamateure gegenseitig QSL-Karten, um sich eine Erstverbindung zu bestätigen.

Und solche QSL-Karten können auch die Radiohörer von den Sendern bekommen.

Darauf bestätigt einem dann der jeweilige Radiosender, daß man das entsprechende Programm empfangen hat. Der Reiz von QSL-Karten liegt also zum einen darin, daß man damit eindrucksvoll beweisen kann, wie weit entfernte und schwierig zu empfangene Sender man schon gehört hat. Zum anderen sind QSL-Karten oft sehr hübsch gestaltet und zeigen Motive aus dem jeweiligen Herkunftsland des Senders. Wie kommt man nun an die begehrten QSL-Karten? Man muß einen korrekten Empfangsbericht verfassen, den die Sender dann per QSL-Karte bestätigen.

So bekommt ein SWL im Laufe der Zeit dann viele schöne QSL-Karten aus aller Welt - hier hat schon so manchen das Sammelfieber gepackt. Einiges sollte man aber dabei nicht vergessen:

Zwar sind kleine Auslandsdienste oft auf die Empfangsbeobachtungen ihrer Hörer angewiesen und verschicken QSL-Karten als Anreiz. Viele der größeren Auslandsdienste hingegen überwachen meist selbst, wie gut sie in ihrem Zielgebiet zu hören sind und sind an Empfangsberichten eigentlich nicht interessiert.

In jedem Fall ist das Bestätigen per QSL-Karte eine nette Geste der Sender gegenüber ihren Hörern. Man sollte das nicht ausnutzen, indem man ständig (vielleicht noch die gleichen) QSL-Karten von den Sendern fordert.

Auch sollte man bei längeren Wartezeiten nicht ungeduldig werden - bei einigen Sendern kann es schon mehrere Monate dauern, bis man eine Antwort erhält.

Und natürlich kann es nicht schaden, wenn man sich in seinem nächsten Brief oder mit einem kurzen Gruß per Postkarte für die erhaltene QSL-Karte bedankt.

Noch wieder ganz anders verhält es sich mit kleinen Lokalsendern im Tropenband. Sie haben kein Interesse daran, in Europa empfangen zu werden und sind deshalb meist auch nicht an Empfangsberichten interessiert. Wer hier eine Bestätigung haben möchte, der sollte es eher mit einem persönlichen Brief versuchen, und natürlich kann man hier auch nicht erwarten, daß der Sender über eigene QSL-Karten verfügt.

Wie man nun so einen Empfangsbericht schreibt, daß erfahren Sie im nächsten Teil. Weitere QSL-Karten können Sie sich in der QSL-Galerie ansehen.

 

KW-Einführung (4): Verfassen von Empfangsberichten

In einem Empfangsbericht beschreibt man als Hörer den Empfang einer Sendung oder eines Teils davon, sinnvoll ist eine Zeitspanne von etwa 30 Minuten. Ein Empfangsbericht sollte folgende Informationen enthalten:

Adresse des Hörers

Bezeichnung des Radiosenders

Frequenz, auf der die gehörte Sendung empfangen wurde Uhrzeit in "Universalzeit" UTC (entspricht der "Greenwich Mean Time" GMT, s.u.)

Datum

Beurteilung der Empfangsqualität mit SINPO-Code (s.u.) eventuell zusätzliche technische Bemerkungen Programmdetails (z.B. Name und Thema der Sendung, bei Nachrichten die Schlagzeilen etc.). Damit beweist man, daß man die Sendung auch wirklich gehört hat.

den Kurzwellenempfänger (eventuell angeben, ob es sich um ein kleines Radio oder einen professioneller Empfänger handelt) und die verwendete Antenne falls man als Bestätigung eine QSL-Karte (siehe Teil 3) haben möchte, ein entsprechender Hinweis

Beim Verfassen eines Empfangsberichtes gilt es in der Regel, 2 Hürden zu nehmen:

1. Die korrekte Uhrzeit in UTC

Beim Kurzwellenrundfunk ist es üblich, Uhrzeiten in der sogenannten Universalzeit, UTC, anzugeben. Auch die Angaben in Programmhinweisen und den Hörfahrplänen der Fachzeitschriften sind in dieser Zeit verfasst.

Dabei gilt, daß die MEZ plus eine Stunde bzw. die MESZ plus zwei Stunden die Zeit in UTC ergibt. Am besten ist es, man stellt sich nach dieser Faustregel die Empfängeruhr ein, oder man stellt sich einen kleinen Wecker neben das Gerät - so hat man immer die korrekte Zeit vor Augen.

2. Die Bewertung der Empfangsqualität nach dem SINPO-Code

Diese Art der Bewertung macht es den Technikern bei den Radiosendern leichter, die Empfangsberichte auszuwerten. Jeder Buchstabe ist eine Abkürzung für eine bestimmte Empfangseigenschaft, die dann mit Zahlen von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut) benotet wird:

Abkürzung Bedeutung 1 2 3 4 5

S Signalstärke sehr schwach schwach mittel stark sehr stark

I Interferenz sehr stark stark mittel schwach keine

N Nebengeräusche sehr stark stark mittel schwach keine

P Ausbreitungsstörungen sehr stark stark mittel schwach keine

O Gesamtbewertung sehr schlecht schlecht mittel gut sehr gut

 

Die Empfangseigenschaften im Einzelnen:

Signalstärke (S):

Hier ist es nützlich, wenn der Empfänger ein S-Meter besitzt. Ist das nicht der Fall, dann muß man sich auf sein Gehör verlassen: Ein starker Ortssender auf Mittelwelle würde beispielsweise dem Wert S=5 entsprechen.

Die großen Auslandsdienste auf Kurzwelle kommen meist mit S=4 herein, was einen angenehmen Empfang bedeutet. Bei S=3 ist das Signal bereits leiser und verrauscht. Man muß also schon angestrengter zuhören, kann aber die Sendung noch verfolgen. Bei S=2 kann man noch unterscheiden, in welcher Sprache gesendet und ob Musik gespielt wird. Bei S=1 schließlich läßt sich höchstens noch erahnen, daß auf dieser Frequenz gerade gesendet wird.

Interferenz (I):

Unter Interferenz versteht man Störungen, die durch andere Sender ausgelöst werden. Auf Kurzwelle sind Frequenzen nämlich rar, und das hat zur Folge, daß ein Großteil der Frequenzen mehrfach belegt ist. Manche Sender halten sich auch nicht an das 5-kHz-Raster auf Kurzwelle und stören so die Nachbarkanäle. Der gleiche Effekt entsteht allerdings auch, wenn ein zu breites Filter im Empfänger die benachbarten Sender nicht sauber voneinander trennt.

Sie werden also oft nicht nur den gewünschten Sender hören, sondern im Hintergrund auch Störungen durch andere Sender. Ist ein anderer Sender stärker, dann bleiben von "Ihrem" Sender vielleicht sogar nur Wortfetzen im Hintergrund übrig. Dann wäre beispielsweise I=1 angebracht. I=5 bedeutet dementsprechend, daß keinerlei Störgeräusche zu hören sind.

Ebenfalls unter "I" fallen natürlich auch alle Störungen durch andere Dienste, die in CW,RTTY usw. auf Kurzwelle senden und durch Morsezeichen, Brummen etc. den Empfang unbrauchbar machen können.

Nebengeräusche (N):

Hier erfolgt die Beurteilung von natürlichen Störungen. Funksignalen, die eine längere Strecke hinter sich haben, merkt man dies meistens an. Auch bei ausreichender Signalstärke können sie verrauscht oder verzerrt sein - dann wäre vielleicht schon N=3 angebracht. Insbesondere auf den niedrigen Frequenzen machen sich Gewitter durch lautes Krachen bemerkbar. Maßstab ist auch hier, wie sehr die Störungen die Verständlichkeit der Sendung beeinträchtigen.

Ausbreitungsstörungen (P):

Mit Ausbreitungsstörungen meint man hauptsächlich das sogenannte Fading.

Das sind Schwunderscheinungen, bei denen das Kurzwellensignal mal stärker und mal schwächer wird. Man unterscheidet langsames und schnelles Fading, sowie Fading mit leichtem oder tiefem Schwund.

Die Bewertung erfolgt danach, wie störend sich das Fading auf den Empfang auswirkt. P=5 bedeutet keine Schwunderscheinungen. Fading, das sich nicht störend auswirkt, bekäme den Wert P=4. Bei P=3 stört das Fading bereits, aber man kann die Sendung noch verfolgen. Wenn man durch das Fading nur noch Fetzen verstehen kann, wäre P=2 angebracht, bei P=1 kann man überhaupt nichts mehr verstehen.

Gesamtbewertung (O):

Hier faßt man noch einmal alle Kriterien zu einem Gesamteindruck zusammen.

O=5 wäre Ortssenderqualität. Ein gutes Kurzwellensignal, bei dem das Zuhören Spaß macht, bekäme O=4. Machen diverse Störungen das Verfolgen der Sendung schon anstrengend, wäre O=3 angebracht. Bei O=2 kann man nur noch Bruchstücke verstehen. Merkt man gerade noch, daß auf der Frequenz gesendet wird, wäre das O=1.

Eine Faustregel gibt es noch bei der Gesamtbewertung:

Der Wert "O" sollte normalerweise nicht besser sein als der schlechteste Einzelwert. Eine typische SINPO-Bewertung wäre z.B. SINPO: 43443.

 

KW-Einführung (5): Die Empfangsausrüstung

 

Der Empfänger:

Für die ersten "Ausflüge" auf der Kurzwelle reicht noch ein Kofferradio mit einem Kurzwellen-Teil (meist mit KW oder SW bezeichnet) oder ein kleiner Weltempfänger. Wer dann allerdings echtes Interesse am Kurzwellenempfang bekommt, der sollte sich möglichst bald einen "richtigen" Weltempfänger, da sonst durch schlechte Wiedergabequalität und eine analoge Abstimmskala eventuell der Spaß auf der Strecke bleibt.

Ein gutes Einstiegsgerät muß außerdem nicht teuer sein, als ein leuchtendes Beispiel sei hier der Sony ICF-SW7600G genannt, der sogar eine über einen störungsmindernden Synchrondetektor verfügt.

Ob man sich dann später noch mal einen richtig teuren Empfänger kauft, hängt davon ab, was man hören will. Und natürlich spielt auch das Geld eine Rolle, denn ein professioneller Kurzwellenempfänger kann schon mal DM 5000,- und mehr kosten.

Unter anderem scheinen folgende Geräte empfehlenswert zu sein:

 

Für Einsteiger:

Sony ICF-SW 7600G

Grundig Satellit 500 (wird nicht mehr hergestellt)

Sangean ATS 909

Für Fortgeschrittene:

Sony ICF-SW 77

Grundig Satellit 700 (wird nicht mehr hergestellt)

Yaesu FRG-100 (eventuell Filtermodifikation empfehlenswert)

Lowe HF-150 (eventuell Preselektor empfehlenswert)

JRC NRD-345

Icom IC R75

Für Profis:

AOR AR7030

Drake R-8A

JRC NRD-535DG

JRC NRD-545

Watkins-Johnson HF-1000

Bitte beachten Sie: Diese Liste gibt nur einige Beispiele für gute Empfänger und erhebt keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit.

Beispiel für einen Kurzwellen-Empfänger (Yaesu FRG-100)

Falls Sie also den Kauf eines neuen Empfängers planen, verschaffen Sie sich am besten selbst einen Überblick. Sie können beispielsweise die Testberichte der Fachzeitdschriften studieren. Oder Sie besorgen sich ein sehr empfehlenswertes Buch aus dem Siebel-Verlag: das "Weltempfänger Testbuch" von Nils Schiffhauer. Darin werden dann alle auf dem deutschen Markt gängigen Empfänger getestet, und Sie können herausfinden, welcher Empfänger am ehesten Ihren Anforderungen entspricht.

 

Die Antenne:

Tragbare Weltempfänger bringen mit ihrer Teleskopantenne meist schon die besten Ergebnisse. Hier kommen nicht viele andere Antennenlösungen in Frage, da der Empfänger an leistungsfähigen Antennen nur übersteuern würde.

Allenfalls eine Wurfantenne würde hier Sinn machen, vielleicht auch eine kleine Aktivantenne mit geringer Verstärkung, z.B. die Sony AN-1 oder die Sony AN-LP2.

Wer allerdings einen Stationsempfänger besitzt, der hat gezwungenermaßen die Qual der Wahl, denn dieser wird meist ohne eine Antenne geliefert.

Wer es kann, der wird eine Außenantenne aufbauen. Denn im Freien ist die Signalstärke natürlich am größten, und auch viele Störungen, die von elektrischen Geräten innerhalb des Hauses erzeugt werden, kann man so umgehen.

Eine preiswerte und leistungsfähige Lösung ist eine Drahtantenne im Garten.

Sehr beliebt sind die sogenannten Windom-Antennen, die auch im Amateurfunk verwendet werden.

Windom-Antenne

Nachteilig bei Windom-Antennen ist vor allem die große Spannweite (üblich sind Längen von 21 bis zu 41,5 m). Ein großer Garten ist also Voraussetzung.

Eine elegantere Möglichkeit sind Aktivantennen, die heutzutage von in ihrer Leistung mit den Drahtantennen durchaus mithalten können, dabei aber auf kleinstem Raum unterzubringen sind. Meist handelt es sich nur um ein ca. 1m langes Rohr, in dem eine kurze Antenne und die Verstärkerelektronik untergebracht sind. Der größte Nachteil bei Aktivantennen ist der Preis:

DM 400,- bis DM 500,- muß man schon anlegen, wenn man eine Antenne haben will, deren Leistungen mit einer Drahtantenne vergleichbar sind.

Wer keine Möglichkeit hat, draußen eine Antenne aufzubauen, der kann eventuell eine Aktivantenne auf dem Dachboden oder im Zimmer aufbauen, was allerdings schwächere Signale und eine Zunahme der Störungen mit sich bringt. Immer mehr in Mode kommen Rahmenantennen, wie man sie vom Mittelwellenempfang her kennt. Sie haben den Vorteil, die magnetische Komponente des Feldes zu empfangen und sind somit weniger anfällig gegen Störungen.

Weiteres Zubehör:

Außerdem gibt es auch noch eine Menge anderes Zubehör, mit dem man das letzte aus dem Empfänger herauskitzeln oder sich neue Bereiche des Kurzwellenhobbys erschließen kann. Dazu gehören u.a. Preselektoren, NF-Filter und CW/RTTY-Decoder.

KW-Einführung (6): weitere Informationen

Folgende Zeitschriften beschäftigen sich u.a. mit dem Thema Kurzwelle:

funk

Radio Journal

Radio-Scanner

Funkamateur

Kurier mit weltweit hören (gemeinsame Zeitschrift der ADDX e.V. und AGDX.eV.)

Auf jeden Fall Erwähnung finden müssen die Bücher aus dem Siebel Verlag, die eigentlich nicht mehr aus dem Kurzwellen-Hobby wegzudenken sind.

Insbesondere das Jahrbuch "Sender & Frequenzen" hat inzwischen schon den Status einer "Bibel der Kurzwellenhörer".

Weitere Links zu Vereinen, Radiosendern usw. finden Sie in meinem Link-Verzeichnis.

Außerdem haben viele Sender auf Kurzwelle Sendungen im Angebot, die sich mit dem Kurzwellen-Hobby beschäftigen. Sehr beliebt sind beispielsweise die Sendungen "Intermedia" und das "DX-Telegramm" von RÖI.

 

QUELLE: Internet ORF - ROI, 11.Jänner 2000

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