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ABRIS DES COMBAT
ABRI DE COMBAT FT 1

Südwestliche Ansicht von FT 1, 1917

Nahe des Ouvrage Froideterre auf dem Rücken der "Kalten Erde", Parzelle 149, steht der 1909 von den Franzosen erbaute Abri de combat FT 1, von den Grundriss und Seitenansicht von FT 1 Deutschen als "Infanteriewerk 147" bezeichnet.

Die Anlage besteht aus 2 großen Mannschaftsräumen für 100 sitzende Soldaten (1/2 Kompanie), einer Küchenecke, der rechten Außenlatrine und einer Zisterne im Untergeschoß.

Die 2 Ruheräume sind jeweils 10 m lang und 4 m breit. Die Bunkerdecke besteht aus Eisenbeton und hat eine Stärke von 1,60 m; die Außenmauern sind 2 m stark. Die vorgezogene Schutzfassadenmauer beträgt Bodenkante 1,5 m und die Deckenkante 1 m. Das Werk war von einem Drahthindernis umgeben.

Während der deutschen Offensive, am 23. Juni 1916, wurde der völlig Südöstliche Teilansicht, 1993 unbeschädigte Abri FT 1 zwischen den Werken Kalte Erde und Thiaumont, von den Franzosen auch noch P.C. 120  genannt, vom III. Bataillon des bayerischen Infanterie-Regimentes Nr. 10 unter der Führung von Oberleutnant Röhm besetzt.

Nur mit Handgranaten bewaffnet, drangen fast fünfzehn deutsche Soldaten ohne nennenswerten Widerstand in den Bunker ein. Zwei französische Offiziere und fünfundsechzig Soldaten mußten sich ergeben.

Da die Eroberer aber schneller vorstießen als ursprünglich geplant war, gerieten Innenansicht eines Ruheraumes, 1993 sie unversehens in das starke Feuer der eigenen deutschen Artillerie. Herbeigerufene Verstärkung blieb fast vollständig aus, so daß die deutschen Besatzer nur einen Tag später, am 24. Juni 1916, die Anlage wieder räumen mußten.

Ein Besuch des völlig unbeschädigten Infanteriewerkes gewährt einen interessanten Einblick in die Konstruktion der für die Artilleristen erbauten Mannschaftsräume.

Das zum Infanteriewerk gehörende ältere und stark beschädigte Retranchement "X" kann ebenfalls besichtigt werden.

Quellen und Literatur:
  • Mitkämpfer (Hg.): Das Bayerische Infanterie-Regiment Nr. 10, Berlin 1925. 
  • Röhm, Ernst: Geschichte eines Hochverräters, München 1934. 
  • Rohde, Horst u.a.: Militärgeschichtlicher Reiseführer Verdun, Berlin 1996.

Abbildungen:

  • Erich Kassing.

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