Nahe des Ouvrage Froideterre auf dem Rücken der "Kalten Erde",
Parzelle 149, steht der 1909 von den Franzosen erbaute
Abri de combat FT 1,
von den Deutschen als "Infanteriewerk
147" bezeichnet.
Die Anlage besteht aus
2 großen Mannschaftsräumen für 100 sitzende Soldaten (1/2 Kompanie), einer Küchenecke, der
rechten Außenlatrine und
einer Zisterne im
Untergeschoß.
Die
2 Ruheräume sind jeweils 10 m lang und 4 m breit. Die Bunkerdecke besteht aus Eisenbeton
und hat eine Stärke von 1,60 m; die Außenmauern sind 2 m stark. Die vorgezogene
Schutzfassadenmauer beträgt Bodenkante 1,5 m und die Deckenkante 1
m. Das
Werk war von einem Drahthindernis umgeben.
Während der
deutschen Offensive, am 23. Juni 1916, wurde der völlig unbeschädigte
Abri FT 1 zwischen den Werken Kalte Erde und Thiaumont, von den
Franzosen auch noch
P.C. 120
genannt, vom III. Bataillon
des bayerischen Infanterie-Regimentes Nr. 10 unter der Führung
von Oberleutnant Röhm besetzt.
Nur mit
Handgranaten bewaffnet, drangen fast fünfzehn deutsche Soldaten
ohne nennenswerten Widerstand in den Bunker ein. Zwei französische
Offiziere und fünfundsechzig Soldaten mußten sich ergeben.
Da die Eroberer
aber schneller vorstießen als ursprünglich geplant war, gerieten
sie
unversehens in das starke Feuer der eigenen deutschen Artillerie.
Herbeigerufene
Verstärkung blieb fast vollständig aus, so daß die deutschen Besatzer
nur einen Tag später, am 24. Juni 1916, die Anlage wieder räumen
mußten.
Ein Besuch
des völlig
unbeschädigten Infanteriewerkes gewährt einen interessanten Einblick in die Konstruktion der
für die Artilleristen erbauten Mannschaftsräume.
Das zum Infanteriewerk gehörende ältere und stark beschädigte Retranchement "X"
kann ebenfalls besichtigt werden.
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