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FORTS
FORT DE TAVANNES

Französische Zeichnung, vor 1914

Das 1876-1879/1889-1890/1916-1917 Fort de Tavannes, zeitweise auch "Fort de Mouton" genannt,  gehörte zu den ersten Festungswerken und wurde im Raum Verdun als sogenanntes Panikfort zwischen 1876-1879 von den Franzosen in der klassischer Fünfeckform erbaut und nach dem französischen Marschall Tavannes benannt.

Das Fort bestand nur aus einem Mauerwerk ohne betonierte Teile. Teile der Befestigungen und die nördliche Hofkaserne wurden erst in den Kaserne, 1916 Jahren  der Modernisierung (1889-1890) betoniert. 

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges umgab man das Fort mit einem Vorgraben von etwa 7,5 m Tiefe und einem breiten Stacheldrahthindernis von 30 m. Eine weitreichende Artillerie stand dem Fort allerdings nicht zur Verfügung. Zweihundert Soldaten konnten in den Unterkunftsräumen einen Sitzplatz finden.

Ein Hauptwall diente der Anlage zur Geschützverteidigung. An der Feuerlinie des rechten Schulterpunktes Kehlpunktes hatte man Ausbuchtungen für die MGs eingebaut. Der Graben Eingang, Brücke und südlicher Graben, Juni 1916 des Fort de Tavannes besaß eine Breite von 10 m; die äußere Grabenwand eine Höhe von etwa 7 m. Eine Artillerie-Beobachtungsglocke wurde Mitte des Jahres 1916 eingebaut. Noch während des Krieges begann man mit dem Bau eines unterirdischen Stollensystems.

Zwischen 1916/ 1917 errichtete man an den drei Eckpunkten des Glacis zwei Pamard-Kasematten und einen Maschinengewehrstand, auch "Blockhaus d’Mitrailleuses M 5" genannt, mit mehreren Schießscharten. Den kleinen MG-Stand bestückte man mit einer Beobachtungsglocke und einem Blinkstand. Der MG-Stand und die Pamard-Kasematten waren durch das Stollensystem mit dem Fort de Tavannes verbunden.

Zur Bewaffnung des Forts gehörten u.a.: 10 x 90 mm-Geschütze, 4 Revolverkanonen (Hotchkiss), 2 x 220 mm-Minenwerfer, 12 Maschinen- gewehre, 2 x 58 mm-Grabenwerfer usw.

Bald nach Beginn der deutschen Offensive gegen Verdun wurde das Fort Tavannes mit Granaten bis zu 42 cm belegt. In den ersten Monaten zerstörte Westliche Teilansicht, 2003 man besonders den nördlichen Teil des Forts. Die Betonkaserne blieb allerdings unbeschädigt.  

Am 7. Mai 1916 erfolgte ein Volltreffer einer 42-cm-Granate! Dieser schwere Einschlag führte zu einer größeren Beschädigung des Forts.

Während des Krieges gelang es der Besatzung des Fort de Tavannes, die Straße von Etain nach Verdun und auch den Bereich zwischen den Forts de Vaux und de Souville zu schützen.

Im Juni 1916 verfügte die Besatzung des Forts nur über zwölf MGs und zwei 5,8-cm-Geschütze. Mitte 1916 begann die Besatzung mit dem Bau des oben erwähnten zehn Meter tiefen Stollensystems.

Bei dem deutschen Angriff am 11. Juli 1916 wurde in der ersten Angriffs- phase auch Gas eingesetzt. Die deutschen Angriffsspitzen tauchten zeitweise nur 850 Meter vom Fort entfernt in der Tavannes-Schlucht auf!

Im August und September 1916 erfolgten weitere deutsche Angriffe bis in dieEingang Fort Tavannes, 2003 Nähe des östlichen Einganges des Tunnels von Tavannes. Im Laufe der Kämpfe  um Verdun modernisierten die Franzosen das Fort und das Stollensystem. Die Trümmer des wenig erhaltenen Forts liegen heute im dichten Gestrüpp.

Die alten Oberbauten, der Eingangsbereich, die Innenhöfe, die Wallanlagen und die alten Kasernen sind kaum erhalten und während des Krieges durch Artillerietreffer mehr oder weniger völlig zerstört worden. Wie im Fort de Souville so sind auch im Fort de Tavannes Räume (die der rechten Hofkaserne) mit dem Erdmaterial der Stollenarbeiten gefüllt worden. 

Die früher gut erhaltenen Stollen werden von zahlreichen Einbrüchen beherrscht. Das stark verwachsene Festungswerk befindet sich im Besitz der französischen Armee und sollte aus den verschiedensten Gründen (Lebensgefahr!) nicht betreten werden!

Quellen und Literatur:
  • Rohde, Horst/Ostrovsky, Robert: Militärgeschichtlicher Reiseführer Verdun, Hamburg 1966. 
  • Schalich, Günter: Kleiner Führer zu den Festungsanlagen von Verdun, IBA Informationen, Sonderheft 15, Aachen 1990.

Abbildungen:

  • Erich Kassing.
  • Willem Molenaar.

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