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RETRANCHEMENTS
RETRANCHEMENTS BÉTONNÉS, ROI DE PRUSSE ...

U.a. existieren noch noch das zum Abri de combat FT 1 gehörende Retranchement "X", das Retranchement "Y" in der Nähe des Abri de combat FT 2, das Retranchement "Bétonnés" (Boyau du Dauphine) nordwestlich des Infanteriewerkes MF 1, das 1917 errichtete Retranchement "Roi de Prusse" (Preußenschanze) nordwestlich vom Infanteriewerk MF 2, das Retranchement "R 3" und das Retranchement im Bois Brûle, direkt am Sentier de Tavannes et de la Batterie de l’Hopital. 

Das Retranchement "S" lag in Nähe der Thiaumont-Ferme. Das 80 m lange Retranchement "K" hatte man fast 150 m nordöstlich vom Ouvrage Thiaumont erbaut und war ein Teil vom Abri de combat TD 1. Ebenso wie das Retranchement "K" zählte auch das kleinere Retranchement "O" zu TD 1.Ein weiteres Retranchement, die Anlage "Bastion", lag direkt an der Straße zum Dorf Douaumont, war von gleicher Bauart wie "Y" und gehörte zum Abri de combat TD 3.

Retranchements sind zwischen 1900-1917 als betonierte Infanteriegräben oder als reine Erdwerke nahe der Hauptverteidigungsstellen errichtet und bis 1916 teilweise ergänzt worden. Diese Anlagen hatten während des Kampfes die Besatzungen der jeweils in der Nähe liegenden Infanterieräume aufzunehmen.

Zeichnung eines Teils eines Retranchements mit festem Stahlschild, 1916

Die älteren aus Mauerwerk bestehenden Anlagen besaßen zum Schutz der Besatzung am Grabenende betonierte Nischen und waren von Gräben und einem Drahthindernis umgeben. 

Neben den älteren Schanzen gab es die moderneren Gräben mit einer Schulterwehr aus Beton und mit Schießscharten ausgestatteten umlegbaren oder feststehenden Stahlblenden bzw. Stahlschilden (z.B. Retranchements "Bétonnés" und "Roi de Prusse") und nischenartigen Unterständen. Die Nischen unter der jeweiligen Auflage für das Gewehr sollten den Soldaten Schutz vor Feindeinwirkungen bieten. Ein bis zu 20 m breites Drahlhindernis und Annäherungsgräben schützten die Frontseite der Retranchements.

 RETRANCHEMENTS IM KAMPFBEREICH
  • Bastion: nahe Abri de combat TD 3 (1916, zerstört)
  • Bétonnes: nahe Abri de combat MF 1 (1917, guter Zustand)
  • K: nahe Ouvrage Thiaumont (1907, zerstört)
  • O: nahe Abri de combat TD 1 (zerstört)
  • R 1: Fumin (1901, zerstört)
  • R 2: Fumin (1904, zerstört)
  • R 3: Fumin (1907, stark beschädigt)
  • R 4: Chapitre-Rücken (stark zerstört)
  • Roi de Prusse: nahe Abri de combat MF 2 (1917, guter Zustand)
  • S: nahe Thiaumont-Ferme (zerstört)
  • X: nahe Abri de combat FT 1 (1915, guter Zustand)
  • Y: nahe Abri de combat FT 2 (1908, stark beschädigt)
  • Z: nahe Ouvrage Thiaumont (1908, zerstört)

Unvollständige Auflistung!

Das zum Abri de combat FT 1 gehörende Retranchement "X" lag, wie das nahe des Abri de combat FT 2 liegende ältere Retranchement "Y", im Juni 1916 in vorderster Kampflinie und fiel am 23. Juni 1916 an die Deutschen. Im Zuge der Kampfhandlungen wechselte es öfter seinen Besitzer. Erst am 8. August 1916 konnten die Franzosen beide Retranchements endgültig besetzen.

Das Retranchement "S" fiel am 13. Juni 1916 in die Hand deutscher Truppen und wurde am 24. Oktober wieder von den Franzosen besetzt.

Die Retranchements "K" und "Z", die nördlich des Zwischenwerkes Thiaumont lagen, wurden zerstört und besetzt. Beide Infanteriegräben wurden am 23. Juni 1916 von den Deutschen für kurze Zeit erobert. 

Das Retranchement "Z" bstand aus einem betonierten Graben mit Stahlschilden und gehörte zum Abri de combat FT 3. Auch diese Anlage konnte am 23. Juni 1916 von den Deutschen besetzt werden. Am 25. Juni eroberten die Franzosen wieder das Retranchement.

Das fast 300 m nordwestlich vom Abri de combat MF 1 liegende Teilansicht vom Retranchement "Roi de Prusse", 2000 Retranchement "Bétonnés" (Boyau du Dauphine) konnte von den Deutschen nicht besetzt werden.

Eine weitere Schanze, das Retranchement "Bastion", befand sich südwestlich des Forts de Douaumont. Es konnte am 13. April 1916 von den Deutschen besetzt werden, ging am 22. Mai aber wieder verloren und wurde im Zuge der Kämpfe endgültig vernichtet.

Auch das im Abschnitt des Fort de Vaux liegende einfache Retranchement "R 4" (südwestlich vom Fort de Douaumont) im Hang des Ausläufers des Chapitre-Rückens über  dem Vaux-Teich und die Gräben R 1-R 3 (auf dem Fumin, westlich vom Fort de Vaux) wurden im Zuge der harten Kämpfe um die Fuminschlucht vernichtet oder zumindest stark zerstört.

Das 1907 in den Nordhang erbaute R 3, auch "4398" oder "142" genannt,Teilansicht vom Retranchement "Bétonnés", 1993 bestand aus einer 0,50 m starken betonierten Brustwehr mit aus armiertem Beton bestehenden Schulterwehren und Schützenauflagen. Waffen und Munition lagen in den Nischen im unteren Teil der Brustwehr.

Das Retranchement im Brûle-Wald erhielt fast keine Artillerietreffer, da den Deutschen die Anlage wahrscheinlich nicht bekannt war.

Das zum Abri de combat FT 1 gehörende Retranchement "X" ist fast unversehrt; das nahe des Abri de combat FT 2 moderne Retranchement "Y" dagegen stark beschädigt.

Die Retranchements "Bétonnés" und "Roi de Prusse" und jene im Bois Brûle sind gut erhalten. Die anderen Retranchements, die aus Erdwällen bestanden, sind nur noch schwer zu orten.

 
Quellen und Literatur:
  • Le Hallé, Guy: Verdun, Les forts de la Victoire, Verdun 1998. 
  • Schalich, Günter: Kleiner Führer zu den Festungsanlagen von Verdun, Mscr., Aachen 1990. 

Abbildungen:

  • Erich Kassing. 
  • Willem Molenaar.

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