DIE WAHRHEIT UND ANDERE LÜGEN

DIE LIEBE UND ANDERE VERWECHSLUNGEN

DIE ZEIT UND ANDERE KATASTROPHEN

DIE KUNST UND ANDERE VERWUNDUNGEN


 

DIE WAHRHEIT UND ANDERE LÜGEN
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auch das Seelenheil
hat sein Gegenteil


keine Klarheit
ist auch eine Wahrheit


wer jeden Tag so lebt, als ob er der letzte wäre
wird auf diesen nicht lang zu warten haben


wenn alle lügen, ist alles glaubhaft
wenn alle irren, hat jeder recht
wenn alles läuft, gibt’s keine Bewegung
wenn alle stinken, riecht keiner schlecht


In seiner Schwäche läßt man sich gern bestärken

 


 
 
 
DIE LIEBE UND ANDERE VERWECHSLUNGEN
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alles wird Gewohnheit
daran kann ich mich nie gewöhnen


die vollkommene Liebe ist unerreichbar
die unerreichbare vollkommen


das Ende vom Anfang
ist der Anfang vom Ende


Liebe macht blind
doch du hast mir die Augen geöffnet


wer fragt, hat schon geantwortet
wer antwortet, hat nie gefragt


wenn wir uns verstehn
ist jedes Wort zuviel
wenn nicht
ebenfalls


dieses Spiel hat keine Regeln
daher ist es kein Spiel
du hast meine Worte getötet
da dir keines gerecht wird
eben


dein Schweigen ist beredt
dein Blick vielsagend
wer nicht spricht
ist schwer zum Verstummen zu bringen



DIE ZEIT UND ANDERE KATASTROPHEN
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wehre
wem Ehre gebührt!


ehre
wen Schwere verführt!


der Irrtum ist verzeihlich
die Lüge eine läßliche Sünde
nur die Wahrheit ist schwer zu vergeben


Vernunft und Wahnsinn sind Geschwister
meist verfeindet
doch fatal, wenn verbündet


zum Schlimmsten kommt es nie
es kann ja immer noch schlimmer kommen


nur wer sich verschenkt
ist nicht käuflich


wenn alle nach einer Pfeife tanzen
ist das meistens das Ende vom Lied


die Zeit heilt alle Wunden
doch die unheilbarste ist sie selbst


soviel Gutgemeintes kann es gar nicht geben
wie die Summe all dessen, was nicht bös gemeint war


ich verkehre
mit den Verkehrten


nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen
die Affen sind keineswegs vom Aussterben bedroht


NEIN ist ein Wort
das nicht zu beugen ist

 


 

DIE KUNST UND ANDERE VERWUNDUNGEN
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Kunst ist brotlos
doch das Brot ist nicht kunstlos


wenig steht mir zu
doch alles mir offen


die Ironie bewahrt mich vor der Banalität
doch was bewahrt mich vor der Ironie ?


die Wahrheit beschwerlich
die Beschwerde gefährlich
wer reimt, ist entbehrlich