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Autobahnraststätte

Hundebar

Diese Geschichte ist geistiges Eigentum von wuff (wuffff@yahoo.com). Es ist  - ohne ausdrückliche Genehmigung des Autors - verboten, diese Geschichte auf anderen Websiten abzudrucken, außer für den persönlichen Gebrauch auszudrucken oder in irgendeiner Form zu publizieren.

Auf der Rückfahrt von Berlin bekam ich Durst. In der Hoffnung, daß nachts um drei noch die Raststätte geöffnet hat, steuerte ich den Wagen auf den Parkplatz. Gerade als wir beide die Raststätte betreten wollten, hielt sie mich an dem schmalen Hundehalsband aus schwarzem Leder, das ich “in Freiheit” immer tragen mußte, fest und zurück. “Hast Du nicht gesehen ?”,herrschte sie mich an, und in Ihren Augen war dieser gefährliche Ausdruck. “Hunde verboten !”. “Aber ich habe Durst”, versuchte ich leise einzuwenden.

“Kein Problem, - - Wuff...” erwidert sie und deutet maliziös grinsend in eine Ecke neben dem Eingang. Dort ist etwa in Kniehöhe ein Brett an der Wand befestigt, auf dem jemand mit viel Mühe und einem alten Lötkolben das Wort “Hundebar” eingebrannt hat. Darunter finden sich in einem Stahlgestell, damit sie nicht direkt auf dem Boden stehen, zwei Hundenäpfe. Der eine ist mit Wasser gefüllt, der andere mit einem undefinierbaren Brei, der vermutlich Hundefutter sein dürfte. Davon war schon einiges herausgefressen und auch der Saufnapf war nicht mehr vollständig gefüllt.

Während ich dieses Bild in mich aufnahm, sank ich gleichzeitig erst auf die Knie und dann auf alle Viere, denn die Erwähnung meines Hundenamens bedeutet für mich nach unserer Abmachung gleichzeitig den Befehl, von jetzt ab nur noch Hund zu sein.

Irgendwoher hatte sie die Hundeleine und das Stachelhalsband gezaubert, das ich wenige Sekunden später zusätzlich zum Lederhalsband trug. “Da kannst Du saufen und fressen, Wuff”, meinte sie und zog mich der Leine zu den Näpfen. Irgend jemand hatte in der Wand ein paar Ringe befestigt, an der man Hundeleinen festmachen kann. Schneller als ich gucken konnte, war meine Leine daran befestigt. Mit einem fröhlichen “Ich bin gleich wieder da, friß und sauf Dich satt”, verschwand sie in der Raststätte. Verstohlen schaute ich mich um, ob mich auch keiner sehen kann, obwohl das Nachts um diese Zeit recht unwahrscheinlich war.

Ich wußte, was sie jetzt von mir erwartete. Außerdem machte mich die ganze Situation wahnsinnig an. Schon stand ich auf allen Vieren direkt vor den Näpfen und fing an das abgestandene Wasser zu saufen. Wieviele echte Hunde da wohl heute schon ihre Schnauzen drin hatten ? Schließlich war mein erster Durst gestillt und ich schnüffelte erstmal vorsichtig an dem Hundefutter im Nachbarnapf; ihr Befehl war leider unmißverständlich klar gewesen: “Friß und Sauf”.

Richtiges Hundefutter war eigentlich noch nie mein Fall gewesen und ich hatte es bisher auch immer nur unter Würgen und im Zustand der höchsten Erregung gefressen. Leider hatte mich die Situation, in der ich mich plötzlich befand, so was von geil gemacht, daß dieses so einer dieser Fälle war. Mutig steckte ich meine Hundeschnauze in das streng riechende Futter und nahm einen Bissen, kaute kurz und schluckte den muffigen Fraß dann runter. Ich glaube, ich hätte in dieser Situation alles gefressen. Irgendwo in meinen Hinterkopf nagte die ganze Zeit die Vorstellung, daß vor mir wer-weiß-wieviele echte Hunde schon von diesem Mampf gefressen hatten, leider machte mich das noch mehr an und ich mampfte das Hundefutter in mich hinein. Als ich gerade den vierten Bissen nehmen wollte stand sie plötzlich neben mir und zerrte mich an der Leine von dem Napf weg.

Sie stellte sich breitbeinig vor mich hin, zog ihren knielangen schwarzen Lederrock hoch, unter dem sie keinen Slip trug und zog mich an der Leine zu sich hin. Zu meinen Aufgaben als Hund gehörte natürlich auch, die Herrin nach dem Pinkeln trockenzulecken und ehe ich mich’s versah, war meine Hundezunge schon an ihrer salzig schmeckenden Muschi um die vorgeschriebene Aufgabe zu erledigen. Nachdem ich meine Pflicht erledigt hatte, nahm sie mir das Stachelhalsband ab, das Lederhalsband blieb natürlich wo es war und ich durfte wieder aufstehen. Hand in Hand gingen wir dann zu unserem Auto zurück, ich mit einer Riesenbeule in Hose. Das ältere Ehepaar, das mit seinem Wagen neben unseren gestellt hatte und sich gerade aus der Karosse schälte, wird sich noch tagelang gewundert haben, warum ich denn wohl so ein komisches Zeug um den Mund herum verschmiert hatte, wie ein kleines Kind, daß Spinat gegessen hat. Aber die Hundefutterreste entdeckte ich erst, als ich wieder im Auto saß und in den Rückspiegel blickte.