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Tag der offenen Tür
“Und das hier sind die Hundezwinger in unserem Albert-Schweitzer-Tierheim”, erklärte die Pflegerin. In diesem Gebäudeteil gab es nur fünf der vergitterten Abteile zu bewundern, vier davon waren mit
deutschen Schäferhunden belegt, der fünfte war leer und konnte betreten werden. So ein Tag der offenen Tür ist ja schließlich dafür da, daß die Besucher sich alles genau angucken können. Meine Herrin war heute nicht
da und ich hatte etwas Zeit, die ich für eine Besichtigung des Tierheims nutzen wollte. Vielleicht kam mir ja die eine oder andere Anregung. Der Besucherstrom samt der Pflegerin verließ gerade den Trakt um eine
andere Abteilung zu besichtigen. Verstohlen betrat ich den leeren Zwinger, das Quietschen der stabilen Stahlgittertür wurde vom Bellen der Schäferhunde übertönt. Interessiert sah ich mich in dem Zwinger um und nahm
alle Einzelheiten in mein Gedächtnis auf. Irgendwie träumte ich ja immer noch vom eigenen Zwinger hinter’m Haus. Für mich.
Der Hundezwinger war an den Wänden und am Boden mit weißen Fliesen Marke “Einfach” gekachelt. In der der Gittertür gegenüberliegenden Wand war jeweils ein Klappe eingelassen, durch welche die Hunde
ins Freie konnten, falls die Klappe geöffnet war. Zum Nachbarzwinger gab es ein stabiles Gitter aus Stahlstäben, ähnlich wie auf der Türseite. Auf dem Boden des unbenutzten Zwingers lagen ein paar typische
Hundespielzeuge aus Gummi oder PVC. In die Gitterwand zum Flur hin waren zwei Näpfe eingebaut, die man von außen füllen, und dann nach innen drehen konnte. Außerdem gab es in der Ecke noch ein Podest, auf dem eine
Decke lag; offenbar der Schlafplatz. Mitten im Zwinger gab es einen kleinen Abfluß; klar, wenn der Zwinger gereinigt wurde, floß hier das Wasser ab.
Ich versank in meinen Phantasien und griff dabei instinktiv an das schmale schwarze Hundehalsband aus Leder, das ich immer tragen mußte. Wie das wohl wäre, wenn ICH hier eingesperrt wäre, ein ganzes
Wochenende als Hund im Tierheim, zusammen mit den anderen echten Hunden.
Anprobe
Zu unserem Vertrag gehörte die Abmachung, daß ich immer zu jeder Tages- und Nachtzeit ein Hundehalsband zu tragen hatte. Tagsüber, im Büro und auf der Straße trug ein ein schmales, schwarzes
Lederhalsband, das kaum auffiel. Aber mein Lieblingshalsband, das fünf Zentimeter breite und mit blinkenden großen Nieten besetzte schwarze, schwere Lederhalsband war doch schon arg ramponiert. Schließlich trug ich
es jede Nacht und auch immer wenn ich in der Wohnung war. Es half alles nichts, es mußte ein neues her.
Da ein Hund sich sein Halsband ja kaum selber kaufen kann, war ich mit meiner Herrin vor dem speziellen Geschäft für Hundebedarf in unsere Stadt verabredet. Sie sollte es mir aussuchen, aber dabei
sein, meinte sie, sollte ich schon.
Im Laden gab es zig Stände mit Halsbändern in allen Größen, Materialien Formen und Längen. Lederhalsbänder –dickes Leder, rotes Leder, braunes und schwarzes Leder, Halsbänder aus Ketten, aus Nylon und
und und. Außerdem gab es Leinen, Näpfe, Körbchen, Decken und was hund sich vorstellen kann. Während ich tatenlos dabeistehen mußte und staunend und mit wachsender Begeisterung die Waren betrachtete, suchte sie die
verschiedenen Ständer mit den Auslagen durch. Schon bald hatte sie eines gefunden, das meinem Lieblingshalsband sehr ähnlich sah. Vor allem war es – und darauf legte sie besonderen Wert – genauso breit, schwarz und
mit Nieten besetzt. Wenn ich es einmal trug, war es einfach unmöglich zu übersehen, und genauso wollte sie es. Unschlüssig betrachtete sie das Halsband, als sich auch schon der Verkäufer näherte. “Kann ich Ihnen
helfen”? dienerte er heran und schaute gierig auf ihre Pumps mit den Zwölfzentimeterabsätzen und engen schwarzen Lederrock. Wenn der gewußt hätte, daß sie darunter keinen Slip trug...
“Ja”, sagte sie, “ich weiß nicht ob ihm das paßt”. “Was ist es denn für eine Rasse” ? schleimte der Verkäufer. Gedankenverloren blickte sie in meine Richtung; während mir dabei abwechselnd heiß und
kalt wurde. “Ein Mischling, ziemlich groß”.
“Tja, wissen sie seinen Halsumfang. Welcher Rasse kommt er denn am nächsten ?” fragte der Verkäufer, während er intensiv in den Ausschnitt ihres hauteng anliegenden Bodys schielte. Ratlos blickte sie
mich weiter an: “Komm mal her !” lautete ihr Befehl an mich. Kurzerhand und vor den weit aufgerissenen Augen des Verkäufers, nahm sie mir das schmale Halsband ab und legte mir das von ihr erwählte um und zog es
sorgfältig zu und in Position: “Paßt doch”, meinte sie lakonisch, nahm es mir wieder ab und legte mir genauso sorgfältig das Tagsüberhalsband wieder um. “Das nehmen wir”. “Ja, gerne”, stammelte der Verkäufe verstört
und vergaß tatsächlich ein paar Sekunden lang, sie anzustarren.
“Du kannst vor die Tür gehen” befahl sie mir und machte, daß ich raus kam. Draußen stellte ich mich aus purer Gewohnheit vor den Ringen hin, an denen die Hunde festgebunden werden können und während
mein Herz begann wieder normal zu schlagen, fragte ich mich, wie das wohl wäre, jetzt auch noch daran angebunden zu sein, auf allen vieren.
Meine Herrin kam erst einige Zeit später aus dem Laden heraus, beladen mit einer großen Plastiktüte, in der unmöglich nur das Halsband stecken konnte. “Komm”, rief sie mir zu und steuerte auf unser
Auto zu. “Ich habe noch eine neue Leine gekauft und Unmengen von Hundefutterproben geschenkt bekommen”, grinste sie mich an. Was DU heute abend essen wirst, weiß ich schon.
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Wir müssen draußen warten
Meine Herrin nahm meine Veränderung zum Hund so ernst, daß ich vor Gebäuden und Geschäften, die das berühmte “Wir müssen leider draußen warten” Schild hatten, warten mußte und nicht mit in den Laden
durfte. Als wir einmal gemütlich durch den großen Park in unserer Nähe schlenderten, sahen wir ein Schild auf dem stand “Hunde sind an der Leine zu führen”. Sie sah es und dann schaute sie mich nachdenklich sehr
lange an. Seit diesem Spaziergang nahm sie immer die kurze Lederführleine in der Handtasche mit.
Fernsehabend
Seit sie begonnen hatte, einen Hund aus mir zu machen, durfte ich nicht mehr auf dem Sofa oder im Sessel sitzen. “Hunde dürfen das nicht”. Wenn sie sich abends vor dem Fernseher entspannte, lag ich
entweder zu ihren Füßen unter dem Couchtisch oder kniete, mit dem Rücken zum Fernseher, neben ihr. Oft hielt sie mich dabei am Halsband fest. Wenn ich Glück hatte, kraulte sie mich gedankenverloren unterm Kinn. Wenn
ich länger knien mußte, fesselte sie mir gewöhnlich die Hände auf dem Rücken zusammen, dazu trug ich außer dem Halsband lederne Arm- und Fußfesseln. Lag ich unter dem Tisch wurden mir auch die Füße zusammengefesselt.
Einmal sah sie sich einen Bondagefilm auf Video an, der sie so erregte, daß sie mich, der bisher mit dem Rücken zum Fernseher neben ihr kniete, unter ihren Lederrock befahl. Als ob sie es
vorher geahnt oder geplant hatte, hatte sie heute einen langen, ziemlich weiten Rock an, unter dem ich problemlos verschwinden konnte. Das Aroma ihrer schon feuchten Muschi vermischte mit den Duft des Lederrocks
empfing mich und ich begann sie zärtlich zu lecken.
Abendessen
Als ich eines späten Nachmittags am Ende des ersten Monats nach der Vertragsunterzeichnung, durch die ich mich selber zum Hund gemacht hatte, von der Arbeit nach Hause kam, war der Tisch schon
gedeckt. Es duftete köstlich nach Braten. Doch als ich den Tisch genauer betrachtete, sah ich, daß nur ein Gedeck aufgelegt war. Während sie mein Tagsüberhalsband gegen das breite Lederhalsband auswechselte, das ich
im Haus zu tragen hatte, informierte sie mich kurz darüber, daß ich von jetzt an nicht mehr am Tisch essen würde, sondern nur noch aus dem Napf und selbstverständlich nicht mehr im Wohnzimmer, sondern in der Küche.
Als ich mich ausgezogen hatte und auf allen Vieren war, befahl sie mich in die Küche. Dort stand in der Ecke, wo zuvor mein Wassernapf gestanden hatte, den wir bisher immer zum “üben” benutzt hatten, ein Gestell,
das jeweils einen metallisch schimmernden Blechnapf für Wasser und Futter trug, so daß die Näpfe für mich bequem etwa einen halben Meter über dem Boden gehalten wurden. Ich mußte mich in Sitz – Position vor die
Näpfe knien. Zunächst entnahm sie einen Napf aus dem Gestell und füllte ihn mit Leitungswasser. Dann, nachdem sich der Napf wieder im Gestell befand, ging sie an den Vorratsschrank und nahm eine große Dose
Hundefutter heraus, öffnete diese in aller Ruhe mit dem Büchsenöffner und kippte den ganzen Mampf in den anderen Napf. Sie zerteilte das ganze mit der Gabel, damit ich es leichter essen konnte. “So Wuff, wenn ich es
Dir gleich erlaube, darfst Du zu fressen beginnen. Ich lasse es mir im Wohnzimmer schmecken. Wenn ich wiederkomme und Du hast nicht aufgefressen, dann setzt es was. Gewöhn Dich schon mal an das Hundefutter, etwas
anderes wirst Du von jetzt ab nicht mehr bekommen. Glaub’ also bloß nicht, wenn Du das Zeug lange genug liegen läßt, wirst Du schon irgendwann etwas anderes bekommen.”. Mit diesen Worten ging Sie aus der Küche
heraus um sich im Eßzimmer an ihrem Abendessen zu laben. Entsetzt blickte ich auf die Pampe in meinem Hundenapf. So schnell wollte ich das gar nicht kennenlernen. “Du darfst jetzt fressen !” kam ihre Erlaubnis, die
gleichzeitig ein Befehl für mich war, aus dem Wohnzimmer. Zögernd näherte ich mich mit der Schnauze dem Napf und roch an dem Hundefutter. Dann nahm ich vorsichtig einen Brocken in den Mund und begann zu kauen.
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