Folgende Informationen sind bei der Ankunft in Reykjavik nützlich:
Hveragerdi ist nebst Holland und Dänemark der Gemüseproduzent von Island, denn dank den zahlreichen heissen Quellen können die Gewächshäuser praktisch zum Nulltarif aufgeheizt werden. Aufgrund dieser warmen Quellen lohnt sich ein Aufenthalt in Hveragerdi, denn in den Tälern oberhalb der kleinen Stadt lässt sich mancherorts ein warmes Bad in den Bächen nehmen. Eine Wanderbroschüre ist im städtischen Tourist Center erhältlich, eine Wanderbeschreibung auf Deutsch ist im Wanderführer (Wanderung 3) enthalten. Als Vorgeschmack möchte ich folgende Bilder präsentieren:
Diese Wanderung sollte man keinesfalls auslassen, denn sie ist eines der eindrücklichsten Island-Erlebnisse; in hoch aufragenden schwarzen Basaltwänden brüten Eissturmvögel, welche über des Wanderers Haupte gleiten, während ihre Kadaver zahlreich den Boden schmücken, was zusammen mit den üppig wachsenden Angelika-Stauden (Angelica archangelica) und dem reissenden Gletscherbach einen imposanten und gespenstischen Eindruck hinterlässt. Die Routenbeschreibung befindet sich im Wanderführer (Wanderung 9). Hier einige Eindrücke:
In Vik lohnt sich ein kurzer Unterbruch der Reise, um den spektakulären schwarzen Sandstrand unter den Füssen zu spüren und die grösste Küstenseeschwalbenkolonie Europas zu bewundern; ein Spaziergang zu den Felsnadeln (Reynisdrangar) oder eine Tageswanderung über die Steilküste Richtung Dyrholey ist ebenfalls lohnenswert.
Der Zeltplatz in Vik ist seinen Preis (ISK 350) wert, verfügt er doch über eine kostenlose Kochstelle in der Wärme und freundliche Bedienung; leider liegt er aber etwas nahe an der Strasse. Um einen Eindruck von Vik zu bekommen, möchte ich folgende Bilder vorstellen:
Der von Touristen geradezu übersäte Gletschersee lässt sich auch auf einsamen Pfaden erreichen, indem man einige Kilometer vor der regulären Bushaltestelle Jökulsárlón aussteigt und so in den wahren Genuss dieses Naturschauspiels kommt. Der steinige und monotone Weg führt entlang des Fjallsárlón, des Breidárlón und des Breidamerkujökull (ein Ausläufer des Vatnajökulls) zum Jökulsárlón. Auf dem Weg wird man hie und da von Skuas (Raubmöwenart) angegriffen, welche ihr Revier verteidigen; dieser Vogel schaut einem während dem Angriff direkt in die Augen, um dann wenige Zentimeter über dem Kopf hinwegzugleiten - faszinierend.
Am Breidárlón lässt sich relativ windgeschützt und in einer atemberaubenden Umgebung zelten. Die Routenbeschreibung findet man erneut im Wanderführer (Wanderung 13). Hier einige Bilder:
In der hässlichsten Stadt von Island ist man als Busreisender gezwungen, eine Übernachtung hinter sich zu bringen, da man sonst nicht weiter in den Norden kommt. Dementsprechend teuer ist der Zeltplatz (ISK 400), der nicht nur direkt an der Ringstrasse liegt, sondern auch sonst kaum etwas bietet. Man sollte die Gelegenheit nutzen, um sich im Supermarkt zu versorgen und Postkarten zu schreiben.
Diese von den Isländern als Wald bezeichnete Strauchschicht ist mit dem Bus nur schwer zu erreichen, da dieser nur einmal in der Woche fährt. Die einzige Möglichkeit ist: man fährt per Anhalter, was in Island vor allem bei regnerischen Tagen einiges an Nerven kostet. Zudem lohnt sich die Reise kaum, da alles Wissenswerte über isländische Wälder auch in Büchern nachzulesen sind, und zudem das Gebiet nicht sonderlich menschenleer ist.
Wer dennoch hinfahren möchte, der sollte sich in Acht nehmen vor dem Zeltplatz, der sehr teuer und völlig überfüllt ist.
So nennt sich ein Hof, der direkt unterhalb eines Wasserfalls gelegen ist. Läuft man entlang desselben immer bergwärts auf einem Traktorweg, dann gelangt man in eine Landschaft, welche geprägt ist von kleineren Feuchtgebieten und Hügeln und vor allem von vielen kleinen und grösseren Wasserfällen, welche vielleicht nicht so gewaltig sind wie die bekannten grossen Wasserfälle Islands, dafür in der Einsamkeit genossen werden können und umso lieblicher sind. Man erreicht dieses Gebiet, indem bei der Abzweigung der Strasse 917 von der Ringstrasse etwa 2 Kilometer Richtung Vopnafjördur gewandert wird, wo in einer grossen Kurve die Höfe des Fossvellir und der erste Wasserfall zu sehen sind.
Einen Eindruck, wie das Hochland sein könnte, bekommt man in der Steinwüste von Mödrudalur. Absolute Stille und 360° Steine bietet die Wanderung, welche im Wanderführer (Wanderung 18) unter dem Titel "Die Einsamkeit der Hochlandwüste" beschrieben ist. Diese Wanderung sollte man nicht auslassen, da man als Busreisender auf der Ringstrasse sonst kaum mehr die Gelegenheit geboten kriegt, das Hochland zu sehen. Einige Eindrücke aus der Umgebung von Mödrudalur:
Akureyri wirkt wie eine Legostadt, ist jedoch längst nicht so harmlos, vor allem nicht zur Zeit um den 30. August, wo alljährlich ein Riesenfest stattfindet, bei dem sich die isländischen Jugendlichen volllaufen lassen und sich lauthals bemerkbar machen, so dass man auf dem Zeltplatz die ganze Nacht keine Minute schlafen kann. Als Zentrum der Informations- und Nahrungsmittelbeschaffung ist man aber fast gezwungen, einen kurzen Aufenthalt zu tätigen. Dieser lässt sich zumindest durch einen Besuch des Botanischen Gartens (täglich geöffnet von 9-22 Uhr) oder des Naturkundemuseums (täglich geöffnet von 10-17 Uhr, Samstags geschlossen) versüssen.
Der Campingplatz befindet sich direkt hinter dem Schwimmbad, verfügt über Waschmaschine, Tumbler und saubere Duschen.
Diese Wanderung sollte nur von Personen durchgeführt werden, welche mit den Alpen oder desgleichen vertraut sind, da dieses Seitental alpinen Charakter hat. Wer die Strapazen in Angriff nimmt, wird dafür mit einem Bergsee, einer grandiosen Aussicht und mehr belohnt. Eine Übernachtung am See ist möglich, doch kann es sehr stürmisch werden. Die Wanderung ist unter der Nummer 24 im Wanderführer beschrieben.
Diese kleine Siedlung erwähne ich nur deshalb, weil ich vor einem Aufenthalt warnen möchte. Der Zeltplatz bietet absolut nichts, kostet aber dennoch ISK 400. Die Siedlung selbst ist uninteressant, bietet sie doch nichts mehr als ein Supermarkt und einen Fastfood-Shop - deshalb möglichst rasch weiterfahren.
Keine besonders attraktive Stadt, jedoch ein Zeltplatz mit freundlicher Bedienung und akzeptablem Preis (ISK 300, wobei eine Dusche im angrenzenden Schwimmbad inbegriffen ist). Die kleine Insel in der Blanda, welche in Prospekten als Refugium für eine spezielle Flora und Fauna gepriesen wird, erweist sich als Flop und ist kaum des Besuches wert.
Hier ist das Tor zu den Westfjorden, wo man die Ringstrasse verlässt, um nach Hólmavik zu gelangen. Brú besteht aus einer Tankstelle und einem Restaurant, in welchem die Wartezeiten auf die Busse verkürzt werden kann.
Die Siedlung selbst besteht aus einem Informationscenter, welches alle wichtigen Informationen über die Westfjorde anbietet, einem Supermarkt und einer Tankstelle. Wer mit dem Bus einige Kilometer in Richtung Isafjördur fährt, gelangt in eine Landschaft voller Täler und Seen, welche recht lohnenswert ist. Am besten, man steigt bei einem Tal aus und wandert entlang diesem, bis man mit Sicherheit auf einen oder mehrere Seen trifft. Eventuell sieht der eine oder andere ein Alpenschneehuhn.
Auf dieses Städtchen freut man sich vergebens; es stinkt bestialisch nach Fisch und der Lärm der Strasse macht den Zeltplatz nicht gerade sympathisch, zumal er von Wandertouristen übersät ist. Es ist aber der Ausgangspunkt für die Reise nach Hornstrandir.
In den Reiseführern als die einsamste Gegend Islands angekündigt, staunten wir nicht schlecht, als selbst zwei Japanerinen mit dem Schnellboot unterwegs waren, um einen kleinen Ausflug zu unternehmen. Während den Wanderungen selbst sind wir nur selten Menschen begegnet, dennoch ist zumindest die Bucht von Adalvik besiedelter als mancher Ort, den wir in Island gesehen haben.
Trotz alldem lohnt sich eine Reise auf Hornstrandir, sei es wegen der Fahrt übers Meer entlang den typischen Vogelfelsen, sei es wegen den Papageitauchern, der Seehunde oder wegen dem Wunsch, einen Polarfuchs vor die Augen zu bekommen. Alles ist möglich auf Hornstrandir.
Die Fahrt nach Adalvik und zurück kostet etwa ISK 4'800; die Tickets erhält man am Tourist Center. Unsere Wanderroute ist auf dieser Karte zu sehen.
Die Strecke des Buses Richtung Reykjavik ist auf dem Teil Snaefellsness sehr lohnenswert - sanfte Hügellandschaften mit Tälchen, welche den typischen Steinringboden aufweisen, machen diese Landschaft besonders reizvoll.
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© by Björn Scheppler 21. September 1998