NORWEGEN

14.8.-24.8.1996                                                                                         Back      Index      Next

14.8.1996
Kann mir jemand der Anwesenden verraten, warum sich Alex und ich zu Urlaubsbeginn immer in notorische Frühaufsteher verwandeln? Eigentlich lieben wir doch das allmorgendliche ausgiebige Auskosten des noch warmen Bettes. 
Aber nein, sobald die Urlaubszeit nah ist, scheinen unsere sonst gutgehenden Gehirne (es ist wirklich so) (NAJA, BEI MIR ZUMINDEST) auszusetzen.
Somit geht es auch dieses Mal los, bevor noch ein Hahn ans Krähen denkt.
Auf der Bundesstraße geht es Richtung Traun, auf der Suche nach einer billigen Tankstelle (öS 10,90) (ALS STUDENT MUß MAN SPAREN), doch diese Anfangstour sollte sich noch laenger hinziehen, vorbei an Neubau und Marchtrenk, bis nach Wels geht die Fahrt. WARUM BITTE MACHEN DIE TANKSTELLEN BEI UNS ERST UM 6:00 UHR AUF? Aber mit einem endlich wohlgefuellten Morlemagen haelt uns nichts mehr und ab gen Passau. Die Zeit vergeht, die Kilometer rasen unter unseren Reifen dahin. Diesmal ist uns das Wetter nicht so wohlgesonnen, was in Ösiland noch einigermaßen gut begonnen hat, hat sich in Germanien zu einem hervorragenden Gewitterregen ausgewachsen. SUSI WAR DER MEINUNG, DAß DER REGEN AN DER ÖSTERREICHISCHEN GRENZE HALT MACHT UND IN GERMANIEN DIE SONNE SCHEINT. ICH HABE LANGE UEBERLEGT OB ICH SIE IN DEM GLAUBEN LASSE ODER SIE KORRIGIERE, ABER MAN MUß JA ALLES TUN UM SUSI FUER DIE MENSCHHEIT ERTRAEGLICH ZU MACHEN. Ha, ha, ha !!!!!
Somit haben wir auch erst gut 1h nach Reisebeginn, die phänomenale Geschwindigkeit von 3,1 Sol erreicht (130 km/h). Doch diese Schnelligkeit zu halten, war bei den Verhaeltnissen ein Ding der Unmöglichkeit. VORALLEM BEI MEINE REIFEN, BREMSEN UND ÜBERLADEN.
Noch etwas fuer die Lachmuskulatur:
Bevor wir noch Österreich verlassen haben, beziehungsweise bis nach Bayern hinein, verfolgte uns ein Hilferuf von Ö3. Wir sollten dabei behilflich sein die entlaufenen Affen in Kärnten wieder einzufangen. Wohlgemerkt nur die 4-beinigen, darauf wurden wir in aller Schaerfe hingewiesen.
Leider war es falsche Himmelsrichtung, sonst haetten die Makaken sicher mit uns rechnen müssen. ICH HABE AUCH DORT WO WIR WAREN AFFEN GESEHEN, ABER NUR 2-BEINIGE. Genau! Autofahrende Affen!

Sonst verlief die Fahrt mehr oder weniger ereignislos. Wer gerade nicht am Steuer saß, versuchte ein paar Minuten des teuren Schlafes nachzuholen, der aufgrund der widrigen Zeitumstaende der vergangenen Nacht verloren gegangen war. Allerdings war die Schlaf Position derart unbequem, daß der Schlaefer nach spaetestens 40 min enttaeuscht das Handtuch warf und lieber aufwachte, als seine Muskulatur noch mehr zu beleidigen. DA REDE ICH LIEBER MIT SUSI, DIE IHREN JOB DIE RADIOSENDER EINZUSTELLEN AUFS STRAEFLICHSTE VERNACHLAESSIGT HAT. WOZU NEHME ICH SIE DENN UEBERHAUPT MIT? Irgendwie sollten wir das vorher besprechen, denn nach ½ h stellte sie auch noch andere Ansprueche, wie schau rechts - kommt was? Schau links - is frei?. Ich fuehle mich ueberfordert und brauche dringend Urlaub. EIGENTLICH HAETTE ICH ES JA NACH DEN VIELEN URLAUBEN WISSEN MUESSEN: SUSI IST MIT ALLEM UEBERFORDERT DAS UEBER SITZEN HINAUSGEHT. Genau!
Ich glaube, wir  werden alt, denn diesmal haben wir bedeutend mehr Pausen eingelegt als in den Jahren zuvor, wobei als Pause nur gilt, eine absolute Stehzeit Morles von mehr als 20 min. Tatsächlich haben wir dabei jedes mal etwas Eßbares verdrueckt.
Zwischen Hannover und Hamburg redeten die netten Menschen im Verkehrsfunk staendig vom Stau beim Elbtunnel. Na, toll in spaetestens 1 Stunde sind auch wir dort und tummeln uns mit den anderen im Stau. Als wir dann wirklich hinkommen, trifft uns der Schlag, extrem zaehfluessiger Verkehr macht sich breit. Morle nimmt uns die Schleicherei uebel und gibt mit roten Laempchen Lichtsignale, die Alex und mich etwas aus der Fassung bringen. WAS HEIßT AUS DER FASSUNG - ICH WAR EIN NERVLICHES FRACK. Sogar der Radio wird zum still sein verdammt, damit wir auch wirklich auf jedes noch so duenne Stimmchen von Morle hoeren und reagieren koennen. Ploetzlich beginnt er zu singen. Entsetzt jagen uns Gedanken von kaputten Keilriemen und rauchenden  Motorhauben durch die Koepfe. Aber als 2 weibliche Touristen koennen wir es uns nicht leisten, verzweifelt mit schadhaftem Auto am Straßenrand zu stehen.
DAS WIRKT NICHT SO GUT. Es waere sogar eine ausgesprochen bloede Sache, die uns in wahrscheinlich ganz Germanien in den Verkehrsfunk gebracht haette und somit haetten es auch bekannte Seelen erfahren koennen. OH GOTT!
Morle muß also alles geben und uns wohlbehalten durch diesen doofen Tunnel bringen. Ohne Unterbrechung murmeln wir beide dem guten Auto "weise" Ermunterungen zu und bitten darum, unter sofortigem laengerem Pausenangebot nach diesem Tunnel, uns ohne Peinlichkeit durch denselben hindurchzubringen.
Als sich die Geschwindigkeit schoen langsam der 70 km/h Grenze naehert wollten wir schon Hoffnung schoepfen, daß die Luftkuehlung  jetzt funktioniert, wenn sich schon der Ventilator nicht einschaltet, doch weit gefehlt, unbeirrt erstrahlte das STOP im schoensten Rot. ICH MAG ES UEBERHAUPT NICHT, WENN DA BEI MEINEM KLEINEN ETWAS AUFLEUCHTET. ? PANIK!!!!  Der Verzweiflung  nahe beobachteten wir mit Argusaugen die Motorhaube, um jedes noch so kleine Woelkchen dem anderen mitzuteilen. Ich halte schon Ausschau nach einer geeigneten Pausenstation, als Alex einen kurzen Schrei ertönen lies, ob entsetzt oder erleichtert, laeßt sich in der Eile nicht feststellen. Mein Herzschlag ist auf jeden Fall angetrieben und mein Blutdruck ist in ungeahnte Hoehen gestiegen (das Horoskop hat Recht behalten, ja, ja, die Sterne wissen es). Als mein uebereilter Bodycheck ergab, daß ich mich noch ohne weiteres als lebensfaehig einstufen konnte, hatte ich Zeit Alex nach ihrem Begehr zu fragen. IRGENDWIE MUSS ICH DOCH KUNDTUN, DAß DER KLEINE GESUNDET IST. Sieh da, Morle hat sich auch wieder regeneriert. Die Selbstheilungstendenzen sind bei allen Anwesenden unwahrscheinlich. (NUR BEI SUSI´S GEIST NICHT) (Welcher Geist? Alles was ich sehe sind Gespenster!)
Die laengere Pause haben wir uns aber trotzdem verdient und außerdem steht ein Fahrerwechsel auf dem Programm.

Ohne Zwischenfaelle passieren wir die deutsch-daenische Grenze und in Daenemark (KURZ DANILAND), die Strecke ist ohne nennenswerte Hoehepunkte, bleiben wir geschwindigkeitsmäßig sogar annaehernd im erlaubten Bereich. SO UM DIE 120 KM/T IST ECHT GEMÜTLICH. Beim letzten Essensstop verdruecken wir, was noch an verderblichen Waren an Board ist (VERDERBLICHES DAS SOFORT WEG GEHOERT, DENN BEIM REST WUERDEN WIR NOCH JETZT ESSEN. ANDERERSEITS WENN SUSI ZUSCHLAEGT, DAUERT DAS ALLES NICHT SO LANGE.), und rearrangieren den Inhalt unseres weißen Hauses. Irgendwie jedoch scheint das Chaos hinten mehr zu werden, es schaut unordentlicher aus, ist aber bei genauerer Betrachtung durchdachter. Unser Schlafplatz ist heute ein Parkplatz unweit von Hirthals mit Stehklo (interessant!). Ungemuetliche Schlafposition, aber warmer Morle, auch was wert!!!!
 

15.8.
Herr, laß es endlich 5:30 a.m. werden!!!!
Wie oft ist mir dieser Gedanke in dieser Nacht durch den Kopf geschossen? An Schlaf war nicht zu denken und meine Knochen nehmen mir jedes bißchen Entspannung sehr uebel. Langsam aber sicher wird es auch kalt im Auto! Ich sollte eine Meuterei planen! Wie macht man das? Bin ich dafuer munter genug? Hilfe, ich will sterben!
Gegen 5 Uhr frueh reicht es mir. Mein Fueße sind am Erfrieren und somit wecke ich Morle auf und drehe eine Runde nach Hjørring und zurueck, um wieder eine einigermaßen brauchbare Temperatur im Inneren herzustellen. Daß ich dabei relativ alleine auf der Straße war, ist positiv zu werten, denn die Windschutzscheibe war mein einziges Fenster zur Außenwelt. Der Rest des Panoramas war durch den feuchten Beschlag zur Blindheit verurteilt. Aber Alex, der das eventuell ein Problem haetten werden koennen, hat selig auf ihrem "rutschigen" Schlafsitz geschlummert. ICH HABE NUR MITBEKOMMEN, DAß SUSI GESAGT HAT, DAß  SIE JETZT EINE RUNDE FAHREN MOECHTE. NUN GUT SOLL SIE- SOLANGE ICH "SCHLAFEN" KANN. SIE HAT ZWAR VERZWEIFELT VERSUCHT MICH BEI JEDEM SPEED-BUMP VOM SITZ ZU WERFEN UND DAMIT AUFZUWECKEN, ABER ICH WAR STAERKER UND HABE SIE EINFACH IGNORIERT - BIS DER WECKER GELAEUTET HAT. So ein kleines braunes Ding hat mich besiegt. SUSI´S STIMME IST ZWAR AUCH ZUM FUERCHTEN, ABER DER WECKER IST NOCH SCHLIMMER. Vielleicht haette ich singen sollen, aber schon so frueh ein Morgensport (Alex waere 3 Runden um Morle gerast) ist nicht gesund. Also der Wecker genügt.
Nach dieser "Aufwaermrunde" folgt noch ein kurzes Doesstuendchen. Doch dann haelt uns nichts mehr, und wir machen uns auf Richtung Hirthals, genauer gesagt Hafen, eigentlich Terminal der Color Line. Dort angekommen bekommen wir schon unsere Tickets und werfen uns in die Warteschlange, um der Boarding time zu harren. Die beginnt dann sogar 40 min vor dem Abfahrtstermin und nach kurzem schimpfen ueber ein herrenloses Luxemburger Auto, das uns auf dem Weg hinein in den Bauch der Faehre nur unnoetig aufhaelt, sind wir drin, wo uns gleich ein interessant ausschauendes Mannsbild entgegenkommt und uns Stop deutet. INTERESSANT IST RICHTIG. SEHR RICHTIG SOGAR. ALSO DER WAR NICHT VON SCHLECHTEN ELTERN. Sag ich doch! Doch weil wir nichts verbrochen haben, noch nichts, der Urlaub hat ja gerade erst begonnen, duerfen wir weiterfahren und bald stehen wir niet- und nagelfest auf unserem angewiesenen Platz.
Als erfahrene Faehrenbenutzer packen wir die absolut notwendigen Utensilien wie Raetselheft, Kugelschreiber, Zahnputzzeug und Geld in die Umhaengetasche und suchen uns ein nettes Eck zum Fruehstuecken.
Leider öffnet das Seaside Cafe seine Pforten erst bei Abfahrt, aber die Zeit bis dahin vertreiben wir mit Rätseln zum munterwerden.  Sobald es moeglich ist, besorgen wir uns Kaffee und was zum Essen und genießen es!
Schlafen auf der Faehre? Wollte das jemand ? Es ist doch viel lustiger am Tisch zu sitzen, einen Kaffee nach dem anderen zu schluerfen und waehrend 2 Raetseln den fremden Leuten zuzuschauen! Eben typisch A & S!

Bald ist es Mittag und nach einem nicht sehr fruchtbaren Spaziergang durch saemtliche Geschaefte dieser MS Skagen sitzen wir wieder beim "3. Kaffe" auf unserem angestammten Platz. Gott sei Dank sind wir bald am Zielhafen. Doch bei Alex macht sich bereits das schlechte Gewissen breit. Der Zoll kommt bald auf uns zu. Was werden die Leute wissen wollen? Zerlegen sie Morle? Oh,Gott, wir haben viel zu viel Alkohol an Bord! ICH BIN EBEN HOFFNUNGSLOS EHRLICH (AUCH WENN ICH SCHMUGGLE) Irgendwie finde ich es belustigend, mit welcher Intensität sich Alex unangenehm fuehlen kann. Doch ich bin ja nicht gemein und versuche Alex` Bedenken durch rationale Fragen zu zerstreuen. Ob es mir gelungen ist wage ich zu bezweifeln , denn Alex hat sogar meine Frage nach dem Mittagessen mit den Worten "Mittagessen? Was? Jetzt? Wieso?" abgetan. Wahnsinn, was ein zu hoher Adrenalinspiegel alles bewirkt. HA, HA, HA,....
Alex wird immer ruhiger und auch aufmerksamer.
Der Zoellner hat uns dann doch wirklich einfach durchgewunken, dabei habe ich noch nett Takk gesagt. Somit sind wir drin in Norwegen ? MIT ETWAS ZUVIEL ALKOHOL IM KOFFERRAUM.

Stundenlang fahren wir jetzt Richtung Bergen durch das Setesdal und weiter. Die Landschaft gefaellt uns wie schon letztes Mal sehr gut und wir geben entzückte Freudenschreie von uns, wenn wir etwas Bekanntes erkennen.
Nur kleine Pausen unterbrechen diese Monstertour. Gegen Abend kommt unsere Picknick-Area in Sicht. Luxerioes mit WC (ohne Kalle)! DIESE PA IST IN DER NAEHE VON INDRE ARNA, ALSO FAST SCHON IN BERGEN. 40 km außerhalb.  Hier bemuehen wir uns so gut es geht eine Schlafstellung zu finden. Total erschlagen versuchen wir unser Bestes und suchen Erholung, wo immer wir sie finden! MEIN NAECHSTES AUTO WIRD MIT ABNEHMBAREN LENKRAD, DENN IRGEND WIE WAR MIR DIESES RUNDE DING IM WEG WAEHREND SUSI NETT UND BRAV GESCHLAFEN HAT.

16.8.
Jetzt tut restlos alles, jedes Gelenk, jeder Muskel weh. Morle wir lieben dich, aber freuen uns trotzdem auf ein horizontales Bett mit der Möglichkeit, alle vier von uns strecken zu koennen. MORLE I LOVE YOU, BUT........
Von einem deutschen Paerchen werden wir zum Tee eingeladen, aber soviel Mitleid vertragen wir nicht, heiße Getraenke koennten unsere Koerpertemeratur anheben (die Folgen sind (VORALLEM BEI SUSI) sind nicht abzusehen) und deshalb beschließen wir, sofort abzurauschen und in Bergen bei M.D. ein ordentliches Fruehstueck einzunehmen.
In der Stadt finden wir uns auch ohne Karte zurecht und der Parkplatz gehoert fuer 120 min uns. Wo sind wir hier? Der M.D. oeffnet seine Pforten erst um 10 Uhr Ortszeit, jetzt 20 min vorher ist noch alles luftdicht verschlossen. BERGEN IST ANSCHEINEND VOR 10:00 NICHT AM LEBEN. Somit wanden wir noch durch die Straßen gen TI, denn ohne festes Ziel spaziert man nicht durch Bergen an einem Freitag vormittag.
Kurz nach 10 Uhr finden wir uns dann wieder an der Futterquelle ein (die ersten wollen wir ja auch nicht sein).
Alex ist zu nichts mehr faehig (Hals-  und Kopfschmerzen, auf Gott und die Welt beleidigt (schreiendes Kind war der ausloesende Faktor)) und laeßt sich bedienen. WAS HEIßT HIER LAESST SICH BEDIENEN, ICH MUßTE DRINGEND EINE STRATEGISCHE KLOPAUSE EINLEGEN UND DURFTE DAFUER NACHHER  NOCH MILCH ZUM KAFFEE ORGANISIEREN. GUT SUSI HAT NACHHER NOCH DIE BURGER BESORGT UND DAFUER SEI IHR GEDANKT. Gern geschehen. Begonnen wird mit Kaffee und O-Saft, denn nachdem dieses Fastfood Lokal so spaet zum Leben erwacht, gibt es kein Frühstück. Danach folgen Burger und Pommes. Die heiße Apfeltasche zum Schluß bleibt uns verwehrt. Nach einem Buecherkauf fallen uns Jordbeeren in die Augen und außerdem rochen die verflixt gut. Schon gekauft.
Waehrend wir dann Richtung Åsane fahren (Alex muß erst um 17 Uhr vor dem SAS-Hotel in Bergen sein), futtern wir Erdbeeren.
Der IKEA-Parkplatz hat es uns angetan, dort verbringen wir dir naechsten  Stunden mit lesen und schlafen. Im Auto wird das Chaos im hinteren Bereich noch kurz organisiert, bevor es um 16 Uhr zurueck nach Bergen geht. ¾ h warten wir vor dem SAS-Hotel und beobachten ganz genau die vorbeieilenden Leute. SUSI HAT DIE GANZE ZEIT GEHOFFT, DASS ICH SEHR, SEHR NERVOES WERDE, ABER WEIT GEFEHLT. SIE HAT SOGAR ALLE PAAR AUGENBLICKE MEINEN PULS GEMESSEN. Im Ernstfall haette ich natuerlich sofort Wiederbelebung gemacht, oder doch nicht?!
Dann spannt sich Alex plötzlich neben mir und bringt ein erfreutes?, erleichtertes?, verzweifeltes? "Who are you looking for?" heraus. Carolyn hat uns entdeckt. Nach der kurzen Introduction geht es Richtung Studentenheim und uns wird alles erklaert. Wer sich das alles merken soll, weiss ich nicht. Alex muss Formulare ausfuellen und kriegt einen Schluessel nach dem anderen. Alex und Schluessel, ich glaube dieses Verhaeltnis ist hinlaenglich bekannt. NAJA, UND WEIL ES SO SCHOEN IST, BEKOMME ICH SCHLUESSEL UND KARTEN IN VIELEN AUSFUEHRUNGEN UND VARIATIONEN. Wahnsinn!
Heute abend gibt es endlich die schon fertigen Nudeln mit Soße, in der Mikrowelle geht es schnell und wir lassen uns damit dem Boden in Alex Zimmer  mit Meerblick (nicht zu verachten) nieder. Jeder eine Jumbo Tasse "Sparkling Dream" in der Hand. Doch, oh, Schreck, die Nudeln schmecken etwas komisch. Gut wir weichen auf Ravioli aus und genießen diese um so mehr.
Danach weihen wir noch die Kaffeemaschine ein. Toll, der Kaffee macht uns noch einmal richtig munter.
Nach 22 Uhr fallen wir erschoepft in die Betten und genießen die Lage im rechten Winkel zur Verbindungslinie zwischen uns und dem Erdmittelpunkt.

17.8.
Welch  herrliches erwachen! Doch viel zu frueh! Die Kaffeemaschine setzt sich erst um 8:45 in Gang. Oh, well! Das Fruehstueck ist hervorragend und wir muessen feststellen, daß es Anzeichen von Leben auf diesem Korridor gibt. Doch wo immer sich dieses Wesen herumtreibt ist uns nicht bekannt.  MAN SIEHT NUR EIN DRECKIGES TELLER MEHR, MAL EINE ZEITUNG DANN SCHLAPFEN, NUR DER BESITZER BLEIBT UNS VORERST NOCH VORENTHALTEN.
Heute steht IKEA auf dem Programm. Wir brauchen solche Sachen wie Bettwaesche, Pflanzen, Glaeser, Bilder, Zahnputzbecher,...
Auch nach einem geeigneten Fotoladen halten wir Ausschau, aber der eigentlich gesuchte Japan-Foto laeuft uns nicht ueber den Weg.
Mittags gibt es Nudeln mit Ösi-Soße, Toll! Ach Tom Erik lernen wir kennen, (DER BESITZER DER "GEHEIMNISVOLLEN" OBJEKTE)irgendwie hat er uns mit einem Wortschwall in norwegisch Ueberfallen und an unseren entsetzten Gesichtern ablesen koennen, dass wir leider Gottes dieser Sprache nicht mächtig sind. Auch gut, dann eben in Englisch!
Die Erkundungstour geht zur NHH hinueber und dir Millionen Stufen machen uns irgendwie zu schaffen. DA WUSSTE ICH NOCH NICHT WAS DA NOCH ALLES KOMMEN WIRD. Aber wir halten durch. Heute abend gibt es BBQ vom International Comittee. Somit brauchen wir noch Wuerstel und Brot und Getraenke. Also noch einmal hinunter zum Rema 1000 und alle Stufen wieder zurueck. Sport ist eben unser ein und alles. Tja, die restliche Zeit bis zum Treffpunkt fuer das BBQ vergeht mir lesen und faulenzen ganz gut. FAELLT UNS JA AUCH NICHT SCHWER. Schliesslich ziehen wir uns an und latschen alle Stufen wieder hinunter. Bei der Bushaltestelle warten schon einige Leute. Wir stellen uns hin und quatschen einfach, worauf wir von Jan aus Kiel angesprochen werden (deutsch) und somit den Anfang gemacht haetten, denn eigentlich sind fast alle Leute an der Bushaltestelle Exchange-Students. (Ich nicht) (? GOTT SEI DANK)
Irgendwann, nachdem wir noch auf Kathrine gewartet haben, kommen wir zum Haus von 4 Studenten der NHH in Bergen, dort geht es schon lustig zu. Wir verteilen uns nun auf alle moeglichen Zimmer. Alex und ich finden uns im obersten Stockwerk wieder, umringt von Frankreich, Schweiz, Norwegen, Canada, Mexiko, Deutschland, Daenemark, Spanien. Also ein bunt zusammengewuerfelter Haufen. Unsere Austrian corner ist die Alkoholfreie, wir trinken Cola. Nach Alex` phänomenaler Oeffnungszeremonie, das Cola war äußerst begierig an die frische Luft zu kommen, sind wir bekannt. Alle anderen tun sich am Bier guetlich, denn heute ist Samstag abend!!!!
Geredet wird in allen moeglich Sprachen und mit jedem.
Gegen 23 Uhr geht es Richtung Exodus. In diese Disco kommen wir als Exchange Students heute gratis hinein. DIE MACHEN DAS NICHT OHNE HINTERGEDANKEN. Nachdem wir Mark beim Oeffnen seiner mitgebrachten Bierflasche mit Rat und Tat zur Seite standen, im Endeffekt machte er es selber mit seiner Guertelschnalle (DIE IDEE KAM VON MIR), ging es auf die Tanzflaeche. Dort shaketen wir zu Coco Jambo genau so wie zu Killing me softly. Nach Mitternacht haben wir dann beschlossen gemeinsam mit Mona, Jan, Dirk und Emmanuel diesen Ort zu verlassen und den Heimweg anzutreten. Diese Busse fahren nur mehr alle heilige Zeiten. In Hatleberg haben wir dann noch den Fernsehraum besichtigt und dann sind wir erledigt in die Betten gefallen.

18.8.
Heute wird lange geschlafen; vom Kaffeeduft geweckt, doesen wir noch mit den erstandenen Buechern im Bett . Ebenso gemuetlich. Tja, Sonntags ist in Bergen nichts Besonderes los und somit ist bei uns ein Faulenztag angesagt, bevor morgen fuer Alex der Ernst des Norwegenjahres beginnt.
An und fuer sich wäre heute um 12 Uhr eine Wanderung auf den Hausberg auf dem Programm gestanden, aber um diese Uhrzeit kann man ja mit Alex bekanntlich noch gar nichts anfangen. Gut so! WAS HEISST DA, MIT MIR KANN MAN NICHTS ANFANGEN - ICH MUSSTE SUSI ZU GAR NICHTS UEBERREDEN. ICH ERINNE MICH DUNKEL AN EINEN SATZ VON IHR ? "ICH BIN KEIN EXCHANGE STUDENT, ICH MUSS GAR NICHT MITGEHEN" JA, JA, ALSO VON WEGEN ALLE SCHULD AUF MICH ABWAELZEN. SUSI IST GENAU SO FAUL WIE ICH - WENN NICHT NOCH SCHLIMMER. Ok, ich bin schlimmer, aber ich habe sogar offiziell Urlaub, du hingegen solltest wenigstens ab uns zu social activities betreiben, aber ich muss mich korrigieren. Social activities, da bist du brav! Reden kannst du eben! Egal ob mit Kaffee oder Bier in der Hand! DAS GIBT DIE RICHTIGE PERSON VON SICH. ABER SUSI KENNT MAN JA GAR NICHT ANDERS, SIE IST DURCH IHRE FAMILIE VORBELASTET UND STEHT IHR UM NICHTS NACH. Ich bin in dieser Familie ein Findelkind. Was somit fuer meine sogenannten Verwandten gilt, ist mit mir nicht automatisch in Bezug zu setzen. Daß man allerdings in den vielen Jahren ein bißchen von der Lebensweise der naeheren Umgebung annimmt, ist nur natuerlich und somit auf jeden Fall verzeihlich. Soviel nur zur Vorbelastung durch meine Famile.
Am Nachmittag habe ich glaenzende Idee: Wir koennten uns doch eigentlich auf den Weg zum Flughafen begeben, denn wenn moeglich fliege ich von Bergen nach Wien und dann irgendwie weiter nach Linz. Also auf Richtung Flughafen. Unser einziges Problem ist, daß sich leider auf keiner unserer Karten dieser Ort findet. Aber uns, als erfahrene Faehrtensucher, hat so eine Kleinigkeit noch nie gestoert. Da bei unserer Ankunf in Bergen auf der Nordeinfahrt kein Schild mit Flughafen war, versuchen wir eben die Suedstraße. SAGEN WIR MAL SO, ICH HABE ZUMINDEST GEWUßT, DASS DER FLUGHAFEN SUEDLICH VON BERGEN LIEGT. Gesagt, getan. Ploetzlich jedoch teilt sich diese Fahrbahn in 3 Richtungen auf. Tja, da fahren wir nun, nur wohin? Am besten auf der Groeßten und tatsaechlich, rund 20 km außerhalb von Bergen gibt es ihn den Flughafen.
Auch ich bekomme ein Reisedatum, am Samstag komme ich um 1884 NOK nach Wien. Na bitte, hoffentlich schmeißt mich Alex nicht schon vor diesem Datum hochkant aus ihrem Zimmer! HAENGT GANZ VON SUSI AB. SIE KANN SICH JA EIN BETT MIT SCHWEIGEN ERKAUFEN!?!?!?!
Nach einem kurzen Stop bei M.D. geht es wieder zum Studentenheim. Beim Einparken treffen wir auf Jan, Manu, Romain, Clementine, Benedicte und Lars und einfach so werden wir heute Abend zum Essen und gemuetlichen Beisammensitzen in Romains Kueche eingeladen. So etwas kann man sich nicht entgehen lassen.
Abends wird es dann hochinteressant. Das Menu besteht aus Spaghetti mit Sauce. Allerdings gibt es keinen Can-opener fuer die Tomatensauce. Auch gut, gibt es eben Ketchup dazu. Einzig Lars ist von dieser Geschmackskombination nicht entzueckt.
Manu ist in seinem Element, er koennte sich auch gut als Straßenkuenstler verdient machen. SUSI UND MANU, 2 VERRÜCKTE UNTER SICH!
Am spaeteren Abend verabschieden wir uns dann und machen uns auf Richtung B-224.
Die Zeitschaltuhr an der Kaffeemaschine ist gestellt, somit steht einer guten Nacht nichts mehr im Wege.

19.8.
Wecker und Kaffeduft, was will man mehr?
Um 10 Uhr ist Treffpunkt an der Rezeption. Selbstverstaendlich trabe ich mit, denn ich warte, wer heute Alex´ Schluessel bekommt und mache mich dann auf nach Bergen City. Alex behaelt ihren Schluessel und ich habe Ausgang bis 15 Uhr. NAJA, ICH WEISS JA NICHT, WANN ICH ZURUECK KOMME UND SO IST ES SICHERER ICH NEHME DAS BEGEHRTE EINLASSGERAET. WER WEIß WAS SUSI SO IN DER STADT MACHT.
Zum Bus darf ich gleich mal rennen, denn wer weiß wann der naechste kommt. Wo steige ich denn heute aus? Direkt  am Bryggen ist mir zu weit zum Gehen. Also bleibe ich im Bus sitzen und warte auf die naechste Haltestelle. Nur wo ist die?
Na toll, am Busbahnhof. Wie um Himmelswillen komme ich zum Japan-Photos, schließlich will Alex ihre Bilder entwickelt haben, ich übrigens auch.
Somit wird von mir erst einmal die Stadt erkundet, ohne Stadtplan versteht sich, denn die TI ist am Bryggen und somit weit weg. Nachdem ich gluecklich Jans Brief in den Postkasten geschmissen habe, und fast alle Straßen durchmarschiert bin, sehe ich ein Straßenschild mit Engen. Irgendwo habe ich diesen Namen schon einmal gelesen. Nicht weit entfernt muß doch der Japan-Photo sein. Und tatsaechlich, natuerlich sehe ich ihn erst wenn ich genau davor stehe. Aber besser spaet als nie.
Bis es Nachmittag wird, ist mir Bergen kein unbekanntes Dorf mehr und mit schlafwandlerischer Sicherheit finde ich meine Bushaltestelle. Sieh da, nach 5 min Wartezeit kommt doch tatsaechlich mein Bus, ich hebe den Arm und, ich bin entzückt, er bleibt bei mir stehen. Im Studentenheim bin ich natürlich trotz Milchkauf 15 min zu früh. Somit setze ich mich vor die Haustüre und süffle genüßlich mein Sprite. Kurz darauf kommt Rolf vorbei und wir quatschen bis Alex kommt und dann helfe ich, gute Seele, ihm sogar noch beim Auto ausräumen; der hat ja Millionen Kisten mit. Weils so schoen ist, spanne ich auch gleich noch Romain und Lars zum Schachtelschleppen ein.
Heute Abend ist wieder BBQ und anschliessend Klubben. Die Grillerei findet heute unten am Meer statt. Bis man dorthin kommt, maß man erst eine Kletterpartie hinter sich bringen. Natuerlich war unser Platz besetzt und wir mußten warten, bis die netten Norweger ihr Zeug zusammengepackt haben und abrauschen. Aber wir haben es mit Hilfe eines Bieres überlebt.
Der Abend war sehr angenehm, geredet wird mit jedem und gegen Ende bleiben wir bei Mona haengen. Die Kletterpartie bei Dämmerung ist auch eine nette Erfahrung, wobei ich noch mit Jan ueber die Bezeichnung fuer meine österreichischen Landsleute diskutiere; wir bleiben beim "zänkischen Bergvolk" haengen. (FLACHLAND PIEFKE)
Im Klubben ist es sehr voll und Alex und ich verbleiben auch nicht sehr lange dort.
Gegen Mitternacht, eigentlich etwas spaeter, liegen wir in unseren Betten, ich im Bett!!!!!! Eine herrliche Nacht!

20.8.
Während Alex heute aufsteht, Kaffee trinkt, sich anzieht und in die Uni geht, doese ich noch geraume Zeit weiter und freue mich meines faulen Lebens. Doch irgendwann kommt in Leben in mich und ich stapfe unter die Dusche, das Bett wird weggeräumt und im Buch wird weitergelesen. Schliesslich taucht Alex wieder auf und hat Hunger, gut wir kochen Nudeln mit guter Ösis-Sauce. Ein Gedicht.
Auf unserem Programm fuer heute steht ganz groß Fotos. Vorher fahren wir aber noch zum Flughafen, um jetzt aber endgueltig mein Ticket abzuholen. Der nette Herr am SAS-Schalter beginnt doch glatt mit uns ueber Wien zu reden. Dann geht es noch Geld wechseln, denn heute moechte ich endlich den Norwegerpulli erstehen von dem ich schon seit 2 Jahren träume.
Die Parkplatzsuche in Bergen City ist noch ein Problem, denn dieses Plaetzchen sollte ja wenn moeglich nicht allzu weit vom Japan-Photo entfernt sein.
Gut, dann nehmen wir eben den Parkplatz der keine 10 m vom Geschaeftseingang entfernt ist. Auch gut, wir lassen ja mit uns reden. Am Brunnen dann schauen wir die erhaltenen Fotos an und werden dabei von Daniel und Dirk in unseren Träumereien gestoert. Trotzdem wechseln wir ein paar Worte mit ihnen und dann verschwinden sie freundlicherweise wieder und lassen uns weiter bloed ueber unsere Fotos lachen.
Wir kaufen noch Pulli und Buch, dann geht es Richtung Hatleberg. Um 20:00 beginnt Baptism im Klubben. Natuerlich essen wir vorher noch eine Kleinigkeit, ohne Mageninhalt macht man das nicht, die Folgen kennt man (SUSI - SIEHE ANDALUSIEN) von frueher.
Die ganze Horde begibt sich also ins Klubben, durch einen Hintereingang hinein, muß jeder (in Gruppen eingeteilt) so schnell wie moeglich ein Bier hinunterlehren., erst dann ist der Weg frei durch den schwarzen  Tunnel; auf Knien geht es in die Finternis (vor mir Alex aus Wien). Irgendwann kann man wieder stehen , doch immer noch herrscht totale Dunkelheit. Etwas zum trinken und etwas zum lutschen bekommt man. Weiter geht´s, ab und zu haengen tote Tiere (=Hendln) und nasse irgend etwas ins Gesicht. Von der Ferne hoert man erschrecktes Geschrei, aber alle ueberleben. Wir stecken zwar mal fest, aber der Ausgang wird gefunden. 
Etwas undefinierbares wird jedem auf die Hand geschmiert, bevor man offiziell in den Clan der NHH-Studenten aufgenommen ist. Ha, ich bin auch drin.
Im Klubben selbst gibt es Bier und Musik. Erst nach Mitternacht machen Alex und ich den Abgang und marschieren viele, viele Stufen hinauf nach Hatleberg, ohne einmal zu stolpern. Das muß noch am Rande erwaehnt werden. Rolf hatte schon gleich außerhalb des NHH-Gebäudes so seine Probleme. Schnell kann es gehen, wenn man die Gehsteigkante übersieht.
Nach kurzem Gequatsche fallen wir todmüde in unsere Betten. Totally exhausted.

21.8.
Da riech ich doch gerade Kaffeeduft, gut, daß ich nicht aufstehen muß!
Somit wechsle ich ueber zur Seitenlage und doese wieder ein. Ab und zu riskiere ich ein Auge und muß feststellen, daß Alex brav aufgestanden ist und gemuetlich beim Kaffee sitzt.
Doch ploetzlich hinein in diese traumhafte Morgenstille, schrillt das Telefon. Unfaßbar, wer ruft um diese nachtschlafende Zeit, 9:20 Uhr, an.
Ach so, Geri, ok, doch faßbar und irgendwie auch verstaendlich. Alex erzaehlt doch glatt wieder vom gestriegen Abend, ich waere gut drauf gewesen. Ok, es hat mir gefallen und es war nicht langweilig, aber deshalb gleich einen Volksaufstand machen ist mir unverstaendlich.
Alex hat sich dann irgendwann Richtung Uni verabschiedet, der weg ins Träumeland ist jetzt wieder frei. Aber nein, das Telefon am Morgen war tödlich. Recht lange halte ich es trotz Uebersiedelung ins Bett nicht mehr aus.
Mein Vormittag wird nur von Alex´ zurueckkommen unterbrochen. Sie muß sich umziehen und dann zum Direktor gehen und brav Haende schuetteln. Selbstverstaendlich erhasche ich ein Foto von Alex in Gala (dieses Wort habe ich vom Kreuzworträtsel, dort wird es staendig gebraucht).
Als Alex zurückkommt, bin ich gerade dabei das Zimmer zu verschönern, ich Hänge die im IKEA erstandenen Monets fachgerecht auf. Gar keine leichte Angelegenheit, aber auch nicht unmoeglich. Wie man am Endresultat sehen kann. Schoen langsam wird das Zimmerchen wohnlich und anheimelnd, es gewinnt an Charakter.
Heute 18:00 ist wieder BBQ und schwimmen angesagt. Somit müssen wir erst noch etwas Gutes zum Essen kaufen. Aber dann, Hot Dogs gibt es noch genuegend aber an Bier fehlt es (WEIL SUSI SOVIEL TRINKT) und Schokolade wuerde nicht schaden (YUMMMIE). Im Rema 1000 findet sich ja alles und sogar noch tiefgekuehlte Pizza, Lasagne und Gemuese fuer unsere Tiefkuehltruhe. Somit steht auch das morgige Mittagessen schon fest. Pizza Hawaii!
Also, auf zum BBQ, der Weg dorthin verlangt Geduld. Alle 500m frage ich Mona, wie weit es eigentlich noch ist, allerdings bekomme ich keine befriedigende Antwort, bis ich selbst das Schild mit 300m bis zum Strand sehe. Mona, noch 2 Norweger und ich haben uns ins Wasser getraut. So kalt war es wirklich nicht. Dafuer hat die Dusche nachher einiges wieder wettgemacht. Man hatte das Gefuehl von Eiswuerfeln auf der Haut.
Das Essen war gut und gegen Ende standen wir alle nach einem kurzen Regenschauer beisammen und Andreas und Jan spielten Alleinunterhalter, wir anderen haben uns gebogen vor Lachen. Mona laedt uns noch zu sich in ihre Kueche ein, um uns Gailltano vorzusetzen. Auf dem Nachhauseweg erwischt uns ein ordentlicher Regen, alle sind naß bis auf die Haut. Somit zuerst umziehen, dann zu Mona.
In ihrer Kueche versammeln sich: Alex, Andreas, Frauke, Jan, Mona und ich. 2 Hot Shots, 1 Obstler, 1 Pisang Ambon und 1 Bayleys spaeter, beschließen wir, SET zu spielen. Heute geht es schon bedeutend besser als beim ersten Mal. Dieser sehr amüsante Abend endet wieder erst nach Mitternacht, wobei noch festzuhalten ist, 4 Nationen saßen um den Tisch und die Ösis waren in der absoluten Mehrheit. Kommt selten vor, doch es wurde deutsch gesprochen!

22.8.
SCHON IN ALLER FRUEH TREFFEN SICH EINIGE VON UNS EXCHANGE-LEUTEN UM SICH ALS ALIENS MIT DER POLITI ANZULEGEN. SUSI WIRD VON MIR EINFACH MITGESCHLEIFT - SIE HAT GAR KEINE ANDERE WAHL. JAN, THOMAS, GERLINDE, FRAUKE UND ICH WOLLEN VERSUCHEN UNSEREN ILLEGALEN STATUS LOSZUWERDEN UND EIN RESIDENCE PERMIT ZU BEKOMMEN.
VORGEWARNT VON DEN ANDEREN WOLLEN WIR IN ALLER FRUEH 2 PAßFOTOS ORGANISIEREN. ALS SPARSAMER STUDENT IST MAN NATUERLICH UEBER PREISUNTERSCHIEDE DER EINZELNEN AUTOMATEN INFORMIERT. SO ZAHLEN WIR BEI DER POST 30 NOK UND BEI DER POLITI 40 NOK. WIR BEKOMMEN UNSERE VERBRECHERFOTOS (IM WAHRSTEN SINN DES WORTES) BEI DER POST (WO SONST) UND WANDERN ZIELSTREBIG RICHTUNG FREMDENPOLIZEI. WIR TRUDELN EIN UND SEHEN,DAß UNSERE ITALIENISCHE KOLONIE SCHON VOR UNS DA IST. JEDER ZIEHT EINE NR. (SUSI NATUERLICH AUSGENOMMEN). DAS ZETTELCHEN VERSPRICHT UNS SO ZW. 25 UND 35 MIN WARTEZEIT. NICHT SO SCHLIMM. WIR SETZEN UNS HIN UND WARTEN UND WARTEN UND VERGLEICHEN VERBRECHERFOTOS UND WARTEN UND WATRTEN UND..........
NACH MEHR ALS 1 ½ STUNDEN KOMM´ ICH ALS ERSTE VON UNS AN DIE REIHE. OH SCHRECK - FORMULARE, FORMULARE, FORMULARE - NA GUT  ALS GEUEBTER ÖSTERREICHER WIRD MAN AUCH DAMIT FERTIG. NUR DEN STEMPEL AUF UNSER GELBES FORMULAR WOLLTEN SIE UNS NICHT GEBEN. KEINEM VON UNS - WEIL DER 1.STEMPEL VON DER SCHULE GEFEHLT HAT (EIN VERSEHEN). DIE WOLLTEN UNS DOCH GLATT NOCH ´MAL HEREIN ZITIEREN FUER DIESEN DOOFEN STEMPEL. EINER VON DENEN IST DANN AUF DIE GLORREICHE IDEE GEKOMMEN IN DER SCHULE ANZURUFEN - WORAUFHIN WIR AUCH WIRKLICH DEN STEMPEL BEKOMMEN HABEN.
UNSERE KLEINE GRUPPE TRENNT SICH DANN UND SUSI UND ICH FAHREN NACH HAUSE. SUSI SOLL DOCH SCHLIESSLICH MEINE ZUKUENFTIGE BILDUNGSSTAETTE VON INNEN KENNENLERNEN, DARUM DARF SIE AUCH MIT AUF DAS INFOMEETING, DAS ABER EH´ FUER DIE FRAU BRAUSE WAR. WIR ERKLIMMEN DEN BERG NACH HATLEBERG NUR UM FESTZUSTELLEN, DAß MEIN VERTRAG GEKOMMEN IST. DAS HEIßT, ICH DARF NOCH ´MAL RUNTER LAUFEN UM DAS DEPOSIT VON 2000,- NOK ZU ZAHLEN. SUSI TUT SICH DIESE WANDERUNG NATUERLICH NICHT MEHR AN. ICH ARME, ARME, AUSTRALIERIN - DENN DAZU WURDE ICH VON DEN HEIMTRAEGERN GEMACHT. DER NACHMITTAG VERLAEUFT FRIEDLCIH, SUSI IST RELATIV PFLEGELEICHT, DAFUER GIBT ES AM ABEND DIE "SHRIMP-PARTY" IM CAMPUS. AUSLAENDER UND BEREITS VORHANDENE MENTOREN VERSAMMELT EUCH. NACH EINIGEM SMALL-TALK MIT JEDEM STUERMEN DIE LEUTE DAS ESSEN. WIR SIND AN EINEM DEUTSCHEN TISCH GELANDET. ÖSTERREICH, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND UND DES DEUTSCHEN MAECHTIGE NORWEGER VEREINIGT EUCH. NUR THOMAS AUS FRANKREICH STOERT UNSER SPRACHGEFUEGE EIN WENIG, ABER DIESER UEBERMACHT IST ER NICHT GEWACHSEN. NACH EINIGEN FROEHLICHEN STUNDEN, NORWEGISCHEN TRINKLIEDERN, - SUSI HAT SICH BENOMMEN- WANDERN WIR ALLE RUEBER IN KLUBBEN UM DEN ABEND GEMEINSAM AUF PICKIGEM BODEN TANZEND IN UNI-FEST ATMOSPHAERE ZU BESCHLIESSEN.

23.8.
DER TAG STEHT IM ZEICHEN DES NICHTSTUN UND GELDVERTRAGEN.
WIR LASSEN UNSEREN HEIßGELIEBTEN MORLE STEHEN UND NEHMEN AUSNAHMSWEISE DEN BUS IN DIE STADT. ICH WUERDE GANZ GERNE WEGEN EINER REGENJACKE SCHAUN´ UND SUSI WIE IMMER GELDVERTRAGEN. ALLE "GROßEN" MALLS UND DIE KLEINEN GESCHAEFTE STEHEN AUF DEM PROGRAMM. 1. HALTESTELLE: GALLERIET. NATUERLICH STUERMEN WIR DEN H&M DER HIER ZU LANDE SCHOEN AUFGETEILT IST IN DIE EINZELNENE ABTEILUNGEN ALS GESCHAEFTE. BEI DEN LETZTEN AUSVERKAUFSSTUECKEN KOENNEN WIR NICHT WIEDERSTEHEN UND SCHLAGEN ZU. FUER MICH SHORT UND  HEMD, FUER SUSI - MAN LESE UND STAUNE - EIN WEISSES KLEID. WEITER GEHTS . IM INTERSPORT FINDE ICH ZWAR JACKEN, ABER ICH WILL KEINE HOSE DAZU, ALSO Laß  ICH ES LIEBER.
LANGSAM ABER SICHER MACHEN SICH UNSERE MAEGEN BEMERKBAR UND SO STUERMEN WIR IN DER HOFFNUNG AUF BILLIGES FUTTER DIE UNTERE ETAGE - UND SIEHE DA: ES GIBT PIZZA UND COLA UM 19,- NOK. DAS KOENNEN WIR NICHT UEBERSEHEN. MIT GEFUELLTEN MAEGEN SCHLENDERN WIR, FROH UNS KEINE SORGEN UEBER DIE PARKZEIT MACHEN ZU MUESSEN, WEITER DURCH DIE STADT.
IM KLØVERHUSET WERDEN WIR ERNEUT FUENDIG. NORMALERWEISE SIND DIE GESCHAEFTE DORT NICHT MEINE PREISKLASSE, ABER BEI SCHILDERN MIT 50,-; 100,-; 150,-;..... DRAUF, KANN ICH NICHT WIEDERSTEHEN. SUSI OFFENSICHTLICH AUCH NICHT. IN EINEM DER SHOPS WAR ICH WIE IM 7. HIMMEL. ESPRIT-SACHEN SO WEIT MEIN AUGE REICHT - ENTWEDER ZU EINEM BRAUCHBAREN PREIS ODER IM ANGEBOT. ICH SCLAGE MIT KLEID UND T-SHIRT ZU UND MUß SUSI IRGENWIE ANGESTECKT HABEN, DENN, MAN HOERE UND STAUNE, SIE WANDERT MIT EINER WEISSEN BLUSE UND EINER WEISSEN ESPRIT-JEAN AUS DEM SHOP. BEPACKT UND IM LEICHTEN REGEN FAHREN WIR ZURUECK NACH HATLEBERG.
IM ZIMMER FAENGT SUSI DANN AN IHRE SACHEN ZU KOORDINIEREN UND  WEGZUPACKEN. JETZT SEH´ ICH ERST WIE GROß MEIN ZIMMER IST.
SO GEGEN 6:00 WANDERN WIR IN DEN 4. STOCK (LIFT NATUERLICH - ICH GEH DOCH NICHT). ES GIBT EIN NORWEGISCHES "VORSPIEL" IN MONAS KUECHE. DIE LEUTE VON 2-3 MENTORENGRUPPEN VERSAMMELN SICH ZUM GEMEINSAMMEN TRINKEN. DIP, CHIPS UND GEMUESE SORGEN DAFUER, DAß WIR NICHT VERHUNGERN.
ES IST EINE BUNTGEMSICHTE RUNDE, ALLE SPRACHEN UND NATIONALITAETEN SIND VERTRETEN.
ES WAR EIN VERGNUEGLICHER ABEND, NUR WAS DA AN BIER GETRUNKEN WURDE IST PHAENOMENAL. SUSI UND ICH HABEN ZWISCHENDURCH LAMBRUSCO GETRUNKEN - HMMMMM - DAVON KOENNTE ICH MEHR GEBRAUCHEN. ES SIND WIE WIR GEGANGEN SIND MEHR ALS 50 BIERFLASCHEN IN DER KUECHE GESTANDEN - MAN BEDENKE, DAS SIND ALLES PFANDFLASCHEN!!!!!!!!!!!!!
DIE LEUTE WANDERN LANGSAM ABER SICHER IN KLUBBEN UND FUER UNS, DEN REST, GIBT ES GAILLTANO. JA, JA, JE SPAETER DIE STUNDE, UM SO BESSER  DIE GETRAENKE. ZIEMLICH SPAET WANDERN WIR ZURUECK IN UNSER ZIMMER. WIR MUESSEN BALD AUS DEN FEDERN UND STREICHEN KLUBBEN.

24.8.
HEUTE IST MEINE CHANCE DAFUER ZU SORGEN, DAß SUSI AUCH WIRKLICH DAS LAND VERLÄßT.
NACH EINEM GEMUETLICHEN FRUEHSTUECK (DER KAFFEEVERSCHLEIß IST EIN WAHNSINN), PACKT MME SCHOEN IHRE 7+ SACHEN.
KURZ NACH 9 DARF SIE NOCH EINEN LETZTEN BLICK AUF HATLEBERG WERFEN, BEVOR ICH SIE IN MORLE VERFRACHTE. ZIELSTREBIG FAHREN WIR RICHTUNG FLESLAND LUFTHAVN.
SUSI WIRD IHR GEPACK LOS UND WIR NEHMEN DEN FLUGHAFEN UNTER DIE LUPE. ALSO IM ALLGEMEINEN BEREICH GIBT ES KAUM GESCHAEFTE.
WIR LASSEN SUSI´S TAX-FREE-CHECK STEMPELN UND GENEHMIGEN UNS EIN COLA. DIE ZEIT VERGEHT SCHNELL , WENN MAN ANKOMMENDE MALLORCA-URLAUBER AUSRICHTEN KANN. SO UM 11:00 UHR GEHEN SUSI UND ICH RAUF RICHTUNG GATES UND DA HEIßT ES ABSCHIEDNEHMEN. SUSI VERSPRICHT MIR ZU SCHREIBEN UND  ICH HOFFE SIE TUT ES WIRKLICH.
EINE KURZE UMARMUNG UND SCHON IST SUSI DURCH DIE KONTROLLE. (WIE SIE DA WIEDER DURCHGEKOMMEN IST?!?)
ICH HOFFE, SIE KOMMT GUT HEIM.

?DANKE, DAß DU MICH HERAUFGEBRACHT HAST. ES HAT VIELES ERLEICHTERT.

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