Hauptcharas: Ebony, Zoot, Puni, Spike

Copyright: Alle hier verwendeten Characktere gehören Cloud 9 bis auf Puni und Power und Chaos. Die Benutzung dieser Namen sind nicht mit finanzieller Interesse verbunden!

Ebony- the queen of Locos


Die Zusammenfassung von Ne Loco Story


Vorherige Teile

Hier gehts weiter:

Zoot war es nicht gewohnt ohne Auto und Sirene durch die Stadt zu gehen, doch er hatte ja keine andere Wahl. Power und Chaos saßen lachend in ihren Kinderwagen und ein paar Locos begleiteten Zoot durch die Stadt. Er hatte sich immer stets geweigert Spazieren zu gehen und bisher hatte es Ebony immer übernommen, doch heute hatte er eindeutig Pech gehabt. Nie hatte es jemand in seiner ganzen Zeit als Zoot geschafft ihn rumzukommandieren, für Ebony war das kein Problem. Es schien gerade so als hätte sie die Rolle des Zoots übernommen oder war er tatsächlich verweichlicht worden? Zoot sprach kein Wort und wanderte, den Doppel-Kinderwagen schiebend, missmutig durch die Strassen. Er mied sorgfältig die Gegenden in denen sich die Mall Rats, Demon Dogs oder Jackalls immer aufhielten, keiner sollte ihn so sehen. Ja, er schämte sich für seine Kinder. Nicht weil sie besonders kindich waren, sondern weil er nicht wollte das irgendjemand ihn als liebevollen oder treuen Ehemann und Vater abstempelte. Am wenigsten wollte er das sein Bruder das dachte. Bray wusste von Power und Chaos, so ziemlich die ganze Stadt schien es zu wissen, aber niemand hatte den Mut gehabt Zoot darauf anzusprechen... bis auf dem Anführer der Demon Dogs. Er hatte Zoot oft schon mit falschen Drohungen verunsichert, aber bisher war nie etwas passiert. Wahrscheinlich kauften sie ihm seine Gefühlslosigkeit tatsächlich ab, oder aber sie hatten nicht den Mum sich an wehrlosen Kindern zu vergreifen. Zoot hatte keine Angst vor Drohungen, aber er hatte Angst davor was Ebony tun würde wenn sie von solchen Dingen erfuhr. Bisher hatte er ihr nichts davon erzählt und das sollte auch so bleiben. Wahrscheinlich würde sie ihm die Kinder entziehen und ihm sagen das sie bei einem solchen Vater nicht sicher waren. Zoot seufzte. Puni, Spike und Rüdiger schritten neben ihm her und warfen sich vielsagende Blicke zu. Das taten sie schon seit sie losgegangen waren und Zoot wusste das sehr wohl. So langsam gingen sie ihm auf die Nerven.
"Okay, was ist los?" fragte Zoot und blieb stehen. Wieder tauschten die drei Blicke aus.
"Nichts... was soll sein?" meinte Puni achselzuckend. Zoot verdrehte die Augen und musterte ihn kurz. Punis blonde Haare wehten im Wind und warfen ihm vereinzelt Strähnen ins Gesicht die er sich immer wieder hinter die Ohren klemmte, was nicht gerade mit erfolg gekröhnt war, da seine Haare etwas zu kurz dafür waren.
"Ich merk doch das ihr euch andauernd Blicke zuwerft und mich so dumm anstarrt! Also?" Rüdiger grinste zu seinem erstaunen und Spike knackste sich ein paar Rippen an um nicht los zu lachen. Ungeduldig tapste Zoot mit dem Fuß.
"Nun ja," druckste Rüdiger " es ist einfach zu..." Ein schallendes Gelächter unterbrach Rüdiger und er stimmte sofort mit ein. Puni, Spike und Rüdiger lachten, und Zoot war sich ziemlich sicher das sie über IHN lachten. Sie wagten es über den GROßEN Zoot zu lachen?! Ärgerlich verengte er die Augen zu schlitzen. Anscheinend hatte Zoot nicht mal mehr vor seinen eigenen Leuten Respeckt!
"Was verdammt ist so komisch?!" Sofort verstummten alle drei und blickten ihn erschrocken an. Seine Stimme war schärfer als beabsichtigt gewesen.
"Ähm... deine...deine Krawatte hängt schief..." rief Spike schnell und die andern beiden bestätigten es mit einem hastigen Nicken. Zoot sah an sich herunter konnte aber nichts von einer schiefhängenden Krawatte erkennen. Die Locos verarschten ihn also nach Strich und Faden.
"Hängt sie nicht, außerdem ist das noch lange kein Grund so blöde zu lachen!" Nicht nur das Ebony auf ihm rum trampelte, nein, jetzt mussten die auch noch damit anfangen. Aber sie würden sich wundern, so leicht ließ sich ein Zoot nicht verarschen. Er fand diese Sache alles andere als komisch. Stumm standen die drei vor ihm und blickten ihn an. Keiner von ihnen schien sagen zu wollen was so komisch war.
"Jetzt hört mir mal zu" keifte Zoot "Wenn ich noch einmal einen von euch erwische, der sich einen Scherz mit mir erlaubt, dann dürft ihr für den Rest eures Lebens den Pool putzen! Habt ihr das verstanden?" Wieder Stille nur kleine kichernde Laute von Power und Chaos ertönten.
"Ich hab gefragt ob ihr das verstanden habt?!" Zoot Stimme wurde noch eine Spur schärfer. Puni, Rüdiger und Spike nickten sofort. Anscheinend waren sie alle drei etwas geschockt über seinen plötzlichen Wutausbruch und sahen nun langsam ein, dass der alte Zoot auf dem Weg zurück war. Niemand würde es mehr wagen, sich über ihn lustig zu machen! Innerlich grinste Zoot über seinen soeben gewonnenen Triumph.

Einige Tage hatte ich nun schon in diesem Hotel verbracht ohne einen Gedanken an meine erinnerungen zu verschwenden. Ich konnte mich schon seit geraumer Zeit wieder daran erinnern was geschehen war, aber ich wollte nicht darüber reden und so lag ich mit der Einstellung, besser nichts zu sagen, bei Zoot vollkommen richtig.

Trotz seiner neuen aggressiven Art, behandelte er mich wie ein rohes Ei und schaffte es sogar Bray in die Knie zu zwingen. Zoot allein bestimmte darüber was als nächstes mit mir geschah und über was sie mit mir reden sollten. Dies bekam ich einige Male ungewollt mit. Es ist ja nicht so das ich lauchen würde.... Ich glaube das Bray seinen herschsüchtigen Bruder langsam Leid wurde, denn ich sah in nur noch selten hier. Die meiste Zeit sah ich Zoot und manchmal einige neue Gesichter, die sich laut Zoot, im Hotel einfach niedergelassen hatten.

Ich glaubte ihm kein Wort. Er erzählte mir viel, aber ich war mir ziemlich sicher das alles erlogen war. Ich stellte ihn jedoch nicht zur rede, so wie ich es heute machen würde, sondern ließ ihn im Glauben ich würde ihm jedes Wort abkaufen. Mir kam der Gedanke das Zoot wohl etwas geplant hatte, etwas was nicht mit mir zu tun hatte sondern etwas wobei er Macht bekommen würde. Ich hatte ihn unauffällig genau studiert und ihm nebenbei klargemacht das er über jeden bestimmen konnte aber nicht über mich. Er hielt sich auch zurück und trat mir mit Respeckt gegenüber. Ich hatte ihn sozusagen in meiner Gewalt ohne das er es merkte. Hin und wieder kam es vor, das er versuchte seine Meinung durchzusetzen aber ich brachte ihn immer wieder dazu nachzugeben.

Zudem glaubte er auch immer noch das ich mich nicht an jene Vorfälle bei mir zu Hause erinnern konnte. Nie wieder hörte ich ihn von Javas Tod sprechen. Er beließ es dabei und es war mir auch lieber so. "Im Nachhinein glaube ich das Zoot dies auch erst jetzt erfährt. Wie gesagt, all die Jahre lang haben wir nie wieder darüber gesprochen!"

Seit einigen Tagen hatte ich nichts anderes mehr gesehen als diesen Raum im Hotel, in dem ich lag. Es ging mir schon wieder viel besser und Zoot wusste das. Trotzdem brachte er mir noch das essen ans Bett und sagte mir wann ich zu schlafen hatte. Ich weiß nicht warum er das noch tat obwohl er wusste das ich nicht auf ihn hörte. Er war ziemlich gut darin, solche Sachen zu ignorieren. Nie hatte er zugegeben das er sich schäbig vorkam wenn er es nicht schaffte jemanden zu kommandieren. Aber ich merkte es, bei solchen Themen konnte er perfekt auweichen und ein anderes Thema anschneiden. So macht er es noch heute.

"Meinst du nicht das es Zeit ist, das ich langsam wieder aufstehe und meine eigenen Wege gehe? Ich bin schließlich nicht querschnittsgelähmt!" fragte ich ihn an einem sonnigen Tag, als er mir das Mittagessen brachte. Abschätzend sah er mich an und verzog das Gesicht. Irgendwie schien er das gar nicht Willkommen zu heißen, aber er musste wohl einsehen, dass er mich nicht für immer in diesem Zimmer lassen konnte. Ich war schließlich keine Gefangene.

"Naja, gut zugenommen hast du ja wieder..." "Belassen wir es bei dem Wort stabil!"unterbrach ich ihn. Er hatte Recht zu Anfang sah ich aus wie eine dürre Ziege und inzwichen hatte ich schon fast wieder mein altes Gewicht zurück, allerdings mochte ich es nicht wenn ein Mann mir sagte das ich zugenommen hatte. Das ist wohl das böse Wort mit dem ein Mann sämtliche Frauen frustrieren konnte. Deshalb mochte ich nicht das er es so nannte. Zoot sah mich kurz etwas verwundert an und warf mir schließlich ein schadenfrohes Lächeln zu.

"Wie du meinst" sagte er und stand auf " Ich glaube es ist wirklich wieder an der Zeit das du aufstehst, aber ich möchte nicht das du uns jetzt schon verlässt. Dazu bist du noch zu schwach!" Interessiert sah ich ihn an. Tagelang hatte ich auf einen solchen Versprecher gewartet und jetzt endlich war die Zeit gekommen.

"Wen meinst du mit uns?" Ich sah Zoot nervös schlucken als ihm auffiel was er gesagt hatte. Er dachte nach und lief dabei das Zimmer auf und ab. Schließlich hatte er einen Entschluss gefasst und sich wieder mir zugewandt. "Hör zu, morgen kannst du wieder aufstehen. Dann werde ich dir alles erzählen! Ist das okay?"

Es war mir alles andere als recht das er alles auf morgen verschieben wollte. Man konnte ja nie wissen ob er dies auch wirklich einhielt. Aber ich sah ein das er wohl Zeit brauchte und so nickte ich und er ging wesentlich erleichtert wieder hinaus.

Die letzte Nacht, bevor ich die Wahrheit erfahren sollte schlief ich wunderbar und fühlte mich besser denn je. Ich erwachte früh morgens und verspürte nicht mal mehr den Hauch von Müdigkeit in mir. Ich sah aus dem Fenster und mir fiel zum ersten Mal die strahlende Sonne draußen auf. Ich hatte das verlangen raus zu gehen und mich in die Sonne zu legen. Ich wollte wieder all das machen was ich während der Anfangszeit als der Virus ausgebrochen war, versäumt hatte.

Heute war der Tag an dem ich aufstehen durfte, nicht das mich Zoot dazu zwang im Bett zu bleiben, geschweige denn das ich auf ihn hörte, aber etwas hatte mich die ganze Zeit daran gehindert aufzustehen. Vielleicht der Kummer der noch in mir steckte und den ich jetzt aufeinmal überwundet hatte. Aber es konnte auch was ganz anderes gewesen sein. Gut gelaunt setzte ich mich auf und lauschte. Es schien noch keiner im Hotel wach zu sein, ansonsten hätte ich es gehört. Ich stütze mich vom Bett ab und stand auf. Ein Schwindelgefühl überkam mich und ich musste mich festhalten um nicht um zu kippen. Ich war tatsächlich noch viel wackeliger auf den Beinen als ich es gedacht hatte. Was es ausmachen kann wenn man mal eine ganze Weile lang nur im Bett liegt... Ich sah einen kleinen Sessel am Fenster, gegenüber von meinem Bett. Das war mein Ziel, dort wollte ich hin! Leicht schwankend bewegte ich mich auf den Sessel zu und ließ mich schließlich erschöpft auf ihm nieder sinken. Schließlich öffnete ich das Fenster und sah hinaus. Es war noch recht frisch draußen, aber es sah alles nach einem heißen Sommer aus. Ich sah blühende Bäume und Vögelchen und Bienchen und Blümchen...

War ich durchgedreht? Sowas ist mir damals nie aufgefallen. In dem Moment musste ich an einen Psychater denken der mit den Leuten durch den Park spatzieren geht und sich mit seinen Patienten über jede Blume freute. In dem Moment konnte ich es nachvollziehen, aber nach einer Woche scherrte ich mich sicher wieder einen feuchten Dreck darum. Es klopfte hart an der Tür und ich trällerte ein "Herrein" entgegen.

Etwas zögernd wurde die Tür aufgemacht und ein verwunderter Zoot trat ein. Ich sah wie sein erster Blick zum leeren Bett glitt und danach zu mir auf dem Sessel. Er verzog missmutig das Gesicht, sagte jedoch nichts. "Was gibts?" fragte ich fröhlich. Zoot zuckte mit den Schultern nahm sich den nächstbesten Stuhl und setzte sich mir gegenüber. Er musterte mich, wahrscheinlich um etwas zu finden was mich noch am aufstehen hindern sollte. Aber er fand nichts, jedenfalls solange ich noch saß. "Wie geht es dir?" fragte er tonlos. "Blendend!" strahlte ich ihm promt entgegen. Er gab ein falsches Lächeln von sich und sah aus dem Fenster. Minutenlang herschte schweigen, bis mir wieder einfiel das er mir etwas erzählen wollte.

"Also?" fragte ich und er sah mit hochgezogener Augenbraue zu mir " Erzähl mir was hier los ist und diesmal bitte die Wahrheit!" Er überging die Schärfe in meinem letzten Satz und verzog wieder das Gesicht. "Tja, ich weiß nicht was du wissen willst, es hat sich viel getan!" Ausreden! Immer wieder diese dämlichen Ausreden! "Was geschieht hier im Hotel? Wer sind die ganzen Leute?" Zoot sah zu boden und fixierte seine Schuhe. Es fiel ihm offensichtlich schwer mir zu gestehen was er wieder einmal angestellt hatte.

"Ich habe mir ein paar Leute zusammen gerauft, die mit mir Essen suchen. Das ist ziemlich knapp geworden weißt du? Ansonsten wäre eigentlich nichts!" Das schien zumindest ein Teil der Wahrheit zu sein. "Ein paar Leute?" fragte ich nachhakend. Genervt verdrehte er die Augen und sah mich an. "Ja ein paar Leute. Was willst du eigentlich hören?!"

"Ich will die Wahrheit wissen, was sie sonst noch tun außer Essen zu sammeln. Und wo Bray ist. Und was du in dieser ganzen Geschichte treibst!" Ich machte ihn wütend, aber ich hatte keine andere Wahl. Es tat mir Leid ihn so zu konfrontieren, schließlich hatte er sich die ganze Zeit um mich gekümmert. Aber ich kann es einfach nicht ausstehen wenn mich jemand anlügt, auch wenn ich es selbst so mache.

"Verdammt nochmal, was soll das?! Ich habe keine Ahnung wo Bray sich rumtreibt. Und ich habe dir die Wahrheit gesagt!" wütend sprang er auf " Wenn du mir nicht glaubst ist es dein Pech! Es ist nicht mehr als das was ich erzählt habe. Raff es doch!" Tobend vor Wut verließ er das Zimmer mit einem lauten Türen knallen. Es war klar gewesen das es so endete.

Das klügste was dieser verdammte Kerl hätte machen können, war abzuhauen. Und das hatte er auch getan. So wich er geschickt allen unangenehmen Fragen aus und konnte sich noch einmal in Ruhe überlegen was er mir als nächstes auftischen würde. Das konnte er mit allen anderen gerne machen, aber nicht mit mir. Ich war zu klug für sowas. Zoot war nicht der Typ, der sich glaubhafte Geschichten ausdenken konnte, ich war besser darin. Gerade deshalb war es für ihn wohl auch doppelt so schwer mich anzulügen. Wie auch immer, ich ließ ihn nicht so einfach davon kommen und so stand ich kurzerhand auf, durchquerte noch immer reichlich erschöpft und schwankend das Zimmer. Den Stimmen nach zu urteilen, waren hier wohl hauptsächlich Männer zugegen, so putzte ich mich, so gut es ging heraus und verließ schließlich das Zimmer. Vor meiner Zimmertür stand ein seltsam gekleideter Kerl, der wohl beauftragt wurde mein Zimmer zu bewachen. Erschrocken drehte er sich um und starrte mich an.
"Wo ist Zoot?" fragte ich barsch und funkelte ihn wütend an. Ihm fiel vor überaschung von meinem scharfen ton, fast der Kinnladen runter und so dauerte es eine kurze Zeit, ehe er sich wieder fasste und mir antwort gab.
"Er ist in seinem Büro..."
"Führ mich hin!" raunzte ich. Die Wache sah sich kurz um, zuckte dann mit den Schultern und bedeutete mir schließlich ihm zu folgen. Ich betete still, das es nicht ganz soweit bis zum Büro war. Ich schaffte es jedenfalls schon mal das schwanken zu unterdrücken, war aber dadurch ziemlich langsam und so tat ich als würde ich mir die Gänge ansehen. Dies musste in jedem Fall mal ein sehr luxeriöses Hotel gewesen sein, so sah es jedenfalls aus. Die gänge waren ebenso wie mein zimmer mit einer stechend roten Tapete besehen. Hin und wieder konnte man über sich auch einen kleinen Kronleuchter sehen. Der Marsch zu Zoots Büro war weiter als ich mir vorgestellt hatte, ich war schon wieder ziemlich erschöpft und ging nun noch langsamer hinter her, während ich mich noch an der Wand abstützte. Die Wache merkte das ich nicht in ganz so guter Verfassung war und machte ebenfalls etwas langsamer und sah sich immer wieder besorgt nach mir um. Er verkniff sich die Frage ob er mir helfen sollte, denn er sah mir schon an das ich das nicht gut heißen würde.
"Es ist nicht mehr weit," meinte er als ich stehen blieb und mich kurz ausruhte. Erschöpft nickte ich. "Nur noch hier um die Ecke." Er ging schon mal vor und ich hörte wie er an einer Tür klopfte und eintrat.
"Zoot? Hier möchte dich jemand sprechen!" Zoot musste sich großen Respeckt verschafft haben, das hörte ich an der Vorsicht in der Stimme der Wache heraus. Nun hatte ich es auch um die Ecke geschafft und trat ins Büro. Ich sah Zoot an einem Schreibtisch sitzen, er hatte kurz vorher anscheinend noch an etwas gearbeitet. Als er mich sah, stand er sofort auf.
"Ebony?!" Mit schnellen Schritten kam er auf mich zu und führte mich zum nächsten Stuhl. "Wieso bist du mir gefolgt?" fragte er vorwurfsvoll, wartete jedoch nicht auf eine Antwort, sondern wandte sich der Wache zu. "Danke Puni, du kannst jetzt gehen!" Ich wunderte mich, Puni war ein ziemlich seltsamer Name, aber in unserer neuen Welt war wohl alles möglich. Die wache verließ nickend das Büro und Zoot ließ sich mir gegenüber am Schreibtisch nieder.

Zoot, ich möchte wissen was hier vor sich geht!" meinte ich in einem scharfen Tonfall, der ihm klar machen sollte, dass ich die Wahrheit wissen wollte und nicht wieder irgendwelche Lügen.
Zoot sah mir kurz ins Gesicht und wandte sich dann von mir ab und setzte sich wieder auf seinen Stuhl hinterm Schreibtisch.
"Kannst du dir das nicht selbst zusammen reimen?" fragte er leise und widmete seine ganze Aufmerksamkeit einem Blatt Papier vor ihm.
Ich schüttelte den Kopf.
"Nein, kann ich nicht!" meinte ich "Zoot, ich will wissen wo Bray ist, was hier in diesem Hotel vorgeht und vorallem, was draußen los ist!"
Zoot lehnte sich in seinem Stuhl zurück und seufzte kurz. Er wusste das es keinen Sinn mehr machte mich anzulügen und das ich die Wahrheit ohnehin bald rausfinden würde, auch ohne seine Hilfe.
"Die Kids da draußen haben Angst" begann er und ich nickte zustimmend "Sie haben sich in ihrer Angst zu lauter kleinen Gruppen zusammen geschlossen, zu sogenannten Tribes." Er sah kurz auf um meine Reaktion zu sehen. Ich nahm das gelassen, das hätte ich mir auch denken können, dass die Kids nicht in ihren Häusern bleiben würden.
"Und weiter?"
"Nun es gibt da zwei Arten von Tribes. Es gibt die jenigen die ums überleben kämpfen, und die, die versuchen eine neue Welt aufzubauen und unbedingt für Gerechtigkeit sorgen wollen. Wir gehören zu den ersten. Wir fragen nicht um Erlaubnis wenn wir etwas brauchen, das ist meiner Meinung nach, in dieser Welt nicht mehr relevant. Was wir zum überleben brauchen holen wir uns auch. Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich. Die einen Gewinnen, die anderen verlieren. Aber die stärkeren werden immer gewinnen."
Mir war es eigentlich ziemlich egal wie die anderen ums überleben kämpften, hauptsache ich kam irgendwie durch. Ob nun auf ehrliche oder unehrliche Weise, war für mich nicht von Bedeutung.
"Und wer sind die stärkeren? Ihr?" fragte ich spöttisch und erntete damit einen wütenden Blick von Zoot.
"Die stärkeren," er stand auf und schlich um meinen Stuhl herum " sind die, die über Leichen gehen." Er lächelte als ich eine Augenbraue hochzog und setzte sich wieder.
"Aber du liegst richtig. Wir gehören auch dazu!"
"Dachte ich mir. Aber wozu gehört Bray? Ich habe ihn hier nicht mehr gesehen, also schätze ich das er auch nicht mehr hier ist. Also, gehört er zu den starken oder zu den schwachen?" Anscheinend hatte ich seinen Wunden Punkt getroffen, denn er schien gar nicht begeistert zu sein, dies zu beantworten.
"Bray gehört nicht dazu. Er ist ein Außenseiter!" Mehr wollte er dazu nicht sagen, das konnte man ihm ansehen. Aber er war mir einen Erklärung schuldig. Ich wollte wissen wo er war und was er machte. Schließlich waren wir, vor nicht langer Zeit noch ein Paar gewesen!
"So und was macht er dann?" Ein Blick von ihm genügte um mir zu sagen das ich mich auf dünnem Eis bewegte. Trotzdem war er bereit mir meine Frage zu beantworten.
"Er hat sich mit einem Flittchen in einem Haus nieder gelassen, Keine Ahnug was er dort treibt. Ich will es auch gar nicht wissen."
"Welches Flittchen? Kenne ich sie?"
Zoot warf mir wieder einen bitterbösen Blick zu.
"Stell nicht so viele Fragen" raunzte er, gab aber noch ein Hüsteln von sich, das merkwürdigerweise wie "Trudy" klang.
Bray und Trudy? Soweit ich mitbekommen hatte, war Trudy schon lange hinter ihm hergewesen, aber er war nicht sehr positiv von ihr angetan. Er kam gut mit ihr aus, aber ansonsten war sie nicht sonderlich reizend.
Jetzt aufeinmal hatte er also seine Meinung geändert und gab sich mit Trudy ab. Ich hatte ihn wirklich für vernünftiger gehalten.
"Also daher weht der Wind!" grinste ich amüsiert. Zoot sah mich überrascht an.
"Du weißt, das ich nichts für Trudy empfinde und das auch nie getan habe. Also hör gefälligst auf mit dem Blödsinn!" Ärgerlich tippte er mit den Fingern auf den Schreibtisch.
"Schon gut. War ein Witz!"
Minutenlang herschte Stille. Ich konnte nicht so recht glauben das Bray wirklich mit Trudy rumhing. Wieso gerade mit ihr?
Ich liebte ihn zwar nicht wirklich, aber das jemand der mit mir zusammen gewesen war, plötzlich so etwas wie Trudy nehmen musste, fand ich doch ziemlich arm. Trudy passte einfach nicht zu ihm.
Trudy war etwas für kleine schüchterne Jungs wie Martin es gewesen war, aber nicht für jemanden wie Bray, der jede kriegen konnte, die er wollte.
Ich merkte wie ich langsam richtig ärgerlich wurde und so verschob ich meine Gedanken auf ein anderes Mal und sah wieder zu Zoot. Dieser kritzelte auf dem Blatt Papier herum und schien hoch konzentriert zu sein. Eigentlich war ich mir sicher, das er das nur vortäuschte. Ich gab ein leichtes Räuspern von mir und er sah wieder auf.
"Gibt es noch etwas?" fragte er und sah wieder auf sein Blatt.
"Allerdings wäre da noch etwas. Habt ihr auch irgendeinen Namen? So etwas wie: die Löwen, oder die Piraten?" Auf diese Frage hatte er anscheinend gewartet, denn nun stahl sich ein breites Grinsen auf sein Gesicht und er beugte sich vielsagend nach vorne.
"Uns nennt man Locos!"
Ich grinste ebenfalls um einen heranwachsenden Lachanfall zu unterdrücken. Der Name war einfach lächerlich. Wer dachte sich denn sowas aus?! Ich hätte Zoot für klüger gehalten. Aber vielleicht war es doch nicht so dumm, wenn man die erklärung dafür kannte.
"Wieso Locos?" fragte ich und er sah mich erstaunt an.
"Wieso?" krächzte er "Na wieso wohl?! Hast du denn nie im Unterricht aufgepasst?!"
Ich verschränkte säuerlich die Arme vor der Brust. "Nein, das war für mich nur Zeitverschwendung!"
Zoot verdrehte die Augen und lehnte sich wieder zurück.
"Wie auch immer. Die Locos, da gibt es einen bestimmten Spruch zur erklärung: Eine ist die Pest, eine Million sind eine Plage!"
Er hatte anscheinend an alles Gedacht bei seiner Gründung des Tribes. Wer der Anführer war hatte ich ja bereits gesehen.
"Was gedenkst du, soll ich jetzt tun?" fragte ich nach einiger Zeit. Zoot hob eine Augenbraue und zuckte mit den Schultern.
"Ist nicht meine Sache was du tust. Du kannst noch ein paar Tage hier bleiben, bis du völlig gesund bist. Und anschließend wieder in die weite Welt hinausgehen." Ich nickte und schwieg. Wieso hatte er mir nicht das Angebot gemacht ganz hier zu bleiben? Wollte er mich etwa nicht dabei haben?
Ich nahm mir vor darüber nochmal in Ruhe nachzudenken. Vielleicht wollte ich selbst ja auch gar nicht hier bleiben.

Ebony hatte sich von ihrem geschriebenen Erhoben und war auf dem Weg zur Küche, als sie hörte wie Zoot fluchend von seinem Spaziergang mit den Kindern zurückkam.
"Ach halt die Klappe, Puni!" fauchte er gerade als er mit Power und Chaos im Arm die Küche betrat.
"Hast du dich schön amüsiert?" spottete Ebony grinsend und nahm ihm die Kinder ab.
Zoot schnaubte wütend und ließ sich schlecht gelaunt auf einem Sessel nieder.
"Das war das letzte Mal, das ich mit einem Kinderwagen im Schlepp durch die Stadt spaziere! Ich bin das Gespött der ganzen Welt!"
Ebony zuckte uninteressiert mit den Schultern "Wenns weiter nichts ist!"
In sich rein grinsend zog sie Power und Chaos die Jacken aus und setzte sie zu Zoot an den Tisch.
"Was ist ein Kindergärtner?" brabbelte Power vor sich hin und sah seine Mutter fragend an. Diese zog verwirrt eine Augenbraue hoch.
"Wie kommst du denn darauf?"
Wütend schüttelte Zoot den Kopf und stampfte unruhig mit den Füßen auf den Boden.
"Das fragst du noch" presste er mühsam zwischen den Zähnen hervor, während Power und Chaos anfingen zu giggeln.
Man sah Zoot an, das er damit kämpfte seine Kinder nicht anzuschreien und sämtliche Dinge durch die Küche zu werfen.
Er konnte Spott nur sehr schwer ertragen und hatte meist stundenlang schlechte Laune und das er sich mit dem Kinderwagen nicht hatte wehren können, steigerte seine Laune auch nicht gerade.
Ebony seufzte und ging an ihm vorbei um das Essen der Kinder aufzuwärmen das sie vor einer Stunde fertiggestellt hatte.
"Weißt du, manchmal habe ich den Eindruck du schämst dich für deine Kinder!" murmelte sie zu Zoot.
Zoot verzog grimmig das Gesicht.
"Nein, aber für die Demon Dogs und so bin ich mit Kinderwagen ein gefundenes Fressen!"
Ebony lachte höhnich und brachte den kindern das essen und vorsorglich ein paar Tücher.
"Sei doch froh das du es so weit geschafft hast. Du hast Nachfolger, die dein Blut tragen. Und was haben die Demon Dogs? Nichts!"
Zoot verdrehte wieder mal die Augen und beobachtete seine Nachfolger dabei, wie sie das Sofa mit Soße vollschmierten.
Ja, er hatte tolle Nachfahren. Nicht einmal aus den Windeln raus, konnten nicht auf sich selbst aufpassen, geschweigedenn irgend jemanden verprügeln. Er hatte wirklich allen Grund stolz zu sein.
Natürlich hasste er seine Kinder nicht, aber sie waren ihm nicht wirklich hilfreich dabei die Stadt zu regieren. Sie waren ihm eher ein Klotz am Bein, aber wenn er das Ebony sagen würde, könnte er sein Testament machen und seine Nachfolger würden die Locos schon jetzt erben.
Diese Kinder waren Ebonys ganzer Stolz, auch wenn es niemand glaubn konnte, war sie tatsächlich eine ziemlich gute Mutter. Sie ließ nichts auf ihre Kinder kommen, ganz anders als Zoot.
Sie hatte jedesmal die Kraft dazu, sich trotz Kinder zu verteidigen, während Zoot einfach nicht so schlagfertig war.
Seine beste Waffe war das Prügeln und das war mit Kind einfach nicht möglich.
"Ach.. ich leg mich hin!" murmelte er und verließ kurz darauf die Küche

Einige Tage später war ich wieder in bester Verfassung und wäre wieder dazu im Stande gewesen zu gehen. Nur dummerweise, fühlte ich mich inzwichen bei den Locos richtig wohl und wollte gar nicht mehr weg.
Also stellte sich die Frage, was ich tun sollte.
Die Möglichkeit trotzdem einfach zu gehen, schloss ich von vorne herein aus. Ich wäre die letzte, die ihren Willen einfach so aufgab.
Also kam ich schließlich auf den Gedanken einfach solange wie möglich auf krank zu spielen, wie ich Zoot inzwichen kannte, war er noch immer um mich besorgt und würde mich mit Sicherheit nicht einfach rausschicken wenn ich noch immer krank wäre.
Vorerst war dies meine einzige Möglichkeit dazubleiben und in dieser Zeit musste ich mir eine andere Möglichkeit ausdenken.
Für immer würden sie sicher nicht darauf reinfallen.
Ich fühlte mich so kräftig wie noch nie, war allerdings dazu gezwungen immer noch einigermaßen schwankend zu gehen.
In diesem Schritt den ich mir vor zwei Tagen angewöhnt hatte, schritt ich runter zu Zoot und den anderen in den Aufenthaltsraum, wenn man ihn so nennen konnten.
Ein paar bekannte Locos Gesichter saßen dort und wünschten mir einen guten Morgen als ich eintrat, ganz hinten auf einem Sofa entdeckte ich Zoot und schwankte zu ihm herüber.
"Morgen Ebony," meinte er und nippte an einer Tasse "Wie ich sehe, geht es dir immer noch nicht viel besser. Schade, du freust dich doch mit Sicherheit schon darauf uns zu verlassen und zu Bray zu gehen, oder?" Den Namen `Bray` spuckte er regelrecht aus.
Ich zuckte hilflos mit den Schultern und ließ mich neben ihm nieder. Wie gerne hätte ich jetzt gesagt das mir Bray völlig Schnuppe war und ich am liebsten hier bleiben würde.
Aber das hätte er mit Sicherheit nicht gelten lassen, in seiner Truppe war keine einzige Frau anwesend, das musste schon seinen Grund haben.
"Wieso bist du so sprachlos?" fragte er forschend und musterte mich kurz.
"Mir ist heut nicht nach sprechen" antwortete ich hastig, mein Blick fiel zu Spike, den ich inzwichen so gut kannte wie Zoot und der mich frech angrinste. Ich warf ihm einen bösen Blick zu, er war in letzter Zeit häufiger so seltsam. Ich hatte schon befürchtet er wäre hinter meinen Plan gekommen, aber dem war nicht so.
Spike hatte dafür gesorgt das ich immer essen bekam und hatte sich auch häufiger die Zeit genommen mich zu unterhalten.
"Ich wüsste nicht was es da zu grinsen gibt, Spike!" fuhr Zoot ihn an und Spike zuckte erschrocken zusammen. Dann wandt Zoot sich an mich
"Ist er immer so unfreundlich zu dir?" Ich sah ihn verwirrt an und schüttelte dann den Kopf. "Nein, ist er nicht. Ich versteh mich ganz gut mit ihm!"
Zoot hob zweifelnd eine Augenbraue und stand dann Schulternzuckend auf.
"Ich hab noch was zu tun!" meinte er und verließ den Raum, kurz darauf ließ sich Spike neben mir nieder und grinste wieder.
"Okay, was soll das!" fauchte ich ihn im Flüsterton an, Spike zuckte unwissend mit den Schultern und wandelte sein Grinsen in ein Lächeln um.
Ärgerlich packte ich ihn am Kragen und hielt ihm meine Faust unter die Nase.
"Red schon!"
Er sah mich zuerst nur erschrocken an und lächelte dann plötlich spöttich "Sehr krank siehst du aber nicht aus" würgte er hervor und grinste wieder.
Ich ließ ihn überrascht los und starrte ihn einige Momente lang an.
"Ein Wort von dir und du bist Geschichte!" zischte ich ihm ins Ohr und drehte mich von ihm weg.

An Spikes ängstlicher Miene erkannte ich, das er nichts sagen würde. Er wusste das ich es ernst meinte und er konnte sich gut vorstellen das er tatsächlich "Geschichte" war, wenn ich mit ihm fertig wäre.
"Beruhig dich..." meinte er und zog sich ein Stück zurück, als ich meinen Griff gelöst hatte.
Ich blinzelte in böse an und er grinste kläglich.
"Ich sage schon nichts, das hatte ich auch gar nicht vor!" flüsterte er hastig und ich lehnte mich wieder im Sofa zurück.
Es waren gott sei dank nicht mehr viele Locos anwesend, die das Schauspiel verfolgt haben könnten und die wenigen die noch da waren, waren so sehr beschäftigt das sie nichts mitbekommen hatten.
"Was heißt, das hatte ich auch gar nicht vor,?" fragte ich dann misstrauich.
Spike verdrehte seufzend die Augen, was mir zeigte das er sich anscheinend verplappert hatte.
"Nun ja... es ist mir halt aufgefallen das es dir inzwichen wieder ganz gut geht. Ich habe dich einige Zeitlang beobachtet.." druckste er schließlich herum und ich hob nachforschend eine Augenbraue.
"So, hast du das?" zischte ich und rückte näher zu ihm rüber "Hör mir mal zu, Spike. Wehe wenn du das auch nur einer Menschenseele erzählt hast. Ich werde dafür sorgen das..."
"Ich hab es niemandem erzählt!" rief er sofort und ich nickte lächelnd.
Um Spike musste ich mir also keine Sorgen machen, er wollte garantiert nicht rausfinden wer von uns beiden der stärkere war.
Es war anscheinend ziemlich leicht die Locos im Griff zu behalten, vorausgesetzt man hatte die nötige Intelligenz.
Hier würde es mir mit Sicherheit besser gefallen als bei Bray und seiner langweiler Truppe.
"Aber ich frage mich warum du nicht einfach zoot bittest hier bleiben zu können." murmelte er vor sich hin und ich warf ihm einen überaschten Blick zu.
"Soweit ich das mitbekommen habe" begann ich übellaunig "gibt es hier erstens keine weiblichen Mitglieder. Und zweitens kann man Zoot nicht einfach so bitten!"
Spike öffnete den Mund um etwas zu sagen runzelte dann allerdings die Stirn als er einsah das ich wohl Recht hatte, schloss er seinen Mund wieder.

Schweigend saßen wir so einige Minuten lang da und hingen unseren eigenen Gedanken nach. Ich war noch immer zu keiner dauerhaften Lösung meines Problems gekommen.
Nun, ich konnte darauf hoffen einfach hier zu bleiben und mit der zeit würde man vergessen das ich noch da war. Aber wenn das nicht der Fall war, müsste ich wohl doch gehen.
Zoot wollte mit Sicherheit nicht irgendein Mädchen dabei haben das ihm dann mit ihren Problemchen auf die Pelle rückte.
Sicherlich war ich keines dieser Mädchen, aber das sollte mal einer versuchen Zoot zu sagen.
Er machte sich sicherlich keine gedanken darum, wie welches Mädchen tickte, für ihn war wohl jede das selbe.
Seufzend beschloss ich das es wohl keine Lösung gab, als plötzlich Lärm ertönte und zwei aufgeregte Locos in den Raum stürmten.
"Alle auf ihre Posten! Die Demon Dogs greifen an!" rief er und sofort brach helle Panik aus, Spike war sofort aufgesprungen und rausgerannt, ebenso wie die anderen Locos, bis auf einem, der auf mich zukam und mich kurzerhand hoch hob und in mein zimmer trug.
Ich wollte ihm gerade eine runterhauen als mir einfiel das ich ja krank war und so sah ich ihn nur empört an als er mich auf einem Stuhl absetzte und den Raum verließ mit den Worten "Befehl von Zoot!

Große Kampfgeräusche erfüllten das ganze Hotel. Ich wusste nicht was ich tun sollte, ich konnte doch nicht einfach dort sitzen bleiben.
Immer wieder sah ich aus dem Fenster, aber zu allem Unglück war genau dort kein Kampf, das spielte sich alles am Eingang und in den Hallen ab.
Meine Tür hatten sie abgeschlossen, ansonsten wäre ich schon längst nach draußen und hätte mich ins Getümmel geworfen.
Allerdings wusste ich nicht ob das so eine gute Idee war, woher sollte ich wissen wie stark die Angreifer waren.
Wahrscheinlich würden sie mich mit einem Kinnhaken außer Gefecht setzen.
Nervös schritt ich im Zimmer auf und ab. Hin und wieder vernahm ich ein paar Stimmen vor meiner Tür, die ziemlich panisch klangen, ob sie allerdings von den Locos stammten wusste ich nicht.

Ich hoffte wirklich das es Zoot dort unten gut ging, während der ganzen Zeit hatte ich ihn doch ins Herz geschlossen.
Aber er war schließlich ein Kämpfer, er würde sich schon durchboxen.
Sogar Spike vermisste ich. Man sollte nicht glauben wieviele blöde Gedanken einem durch den Kopf gingen, wenn man alleine in einem Raum eingesperrt war und wusste das die Leute unten Kopf und Kragen riskierten.
Ich seufzte und ließ mich auf einem Stuhl nieder, was sollte ich schon anderes tun als warten?
Hier kam ich nicht raus und mehr als Schwierigkeiten würde ich Zoot wohl auch nich einhandeln wenn ich das Zimmer verlassen würde.
"Ach Zoot du weißt doch wie sehr ich diese Kämpfe verabscheue..." hörte ich eine Stimme vor der Tür amüsiert reden.
Dies war eindeutig kein Loco, es sei denn sie hatten eine Meuterrei begonnen, was ziemlich unwahrscheinlich war.
"Und ich erst!" kam Zoots gepresste Stimme. Ich hielt den Atem an warf mich an die Tür und lauschte. Es war nichts mehr zu hören. Weder Zoot noch irgendein anderer war zu hören.
Wieso hatten die Angreifer es bis vor ihre Tür geschafft? Waren sie etwa am verlieren?
Was hatte dieser Kerl mit Zoot gemacht?
Ich traute mich nicht zu rufen, da ich nicht wusste ob sich vor meiner Tür tatsächlich niemand mehr befand.
Ein leises Würgen bestätigte mir das wirklich noch jemand da sein musste. Vielleicht schwebte Zoot in Gefahr?
Suchend sah ich mich im Zimmer nach etwas brauchbaren um und entdeckte einen Stuhl.
Der wäre perfekt! dachte ich mir, hob ihn hoch und rannte mit ihm als Stütze gegen die Tür.
Das Holz splitterte beim Aufprall ein wenig, aber die Tür war nach wie vor noch zu. Um keine Zeit zu verlieren machte ich das gleich noch einmal. Diesmal allerdings noch etwas fester.
Ich merkte wie die Tür aus den Angeln krachte, jemand entsetzt aufschrie und der Stuhl zerbrach, als ich mit ihm auf der Tür landete.
Mit schmerzverzerrten Gesicht stand ich vom Boden auf und rieb meinen Arm. Mein Blick fielt automatisch nach rechts, nur wenige Millimeter neben der kaputten Tür saß ein völlig sprachloser Zoot am Boden.
"Beeindruckend..." murmelte er noch immer perplex und raffte sich auf "du hast ihn voll umgehauen!"
Kurz überlegte ich ob er den Verstand verloren hatte. Wenn sollte ich umgehauen haben?
Aber dann kam mir der Gedanke das dieser Schrei eben, sicherlich nicht von Zoot gekommen war und ich warf einen Blick auf die Tür unter der sich tatsächlich eine ohnmächtige Gestalt befand.

"Tut mir Leid, das ich nicht drin gewartet hab, bis der Kampf um war." meinte ich zerknirscht als Zoot den Ohnmächtigen Anführer fesselte.
Verblüfft sah er zu mir auf.
"Machst du Witze?! Du hast mir grade das Leben gerettet!" rief Zoot entgeistert und ich zuckte mit den Schultern.
Klar hatte ich das, aber hatte er mich nicht zuvor vor dem sicheren Tod bewahrt? Also war es doch wohl nur fair gewesen, hätte ich das nicht getan wäre ich doch unmenschlich.

Ja, alter Loco! So bin ich zu dir!

"Komm jetzt erst mal mit runter, ich denke der Kampf müsste jetzt zu Ende sein, was sollen die noch ohne ihren Anführer hier?!" Ich nickte kurz und folgte ihm dann die Treppe runter in die Eingangshalle.
"Ich sollte besser nicht fragen, seit wann es dir wieder gut geht, oder?" flüsterte Zoot mir süffisant grinsend zu und ich blickte leicht beschämt zu Boden.
Jetzt wusste er es als, na super! Was wenn er mich jetzt rausschmeißen würde?
Was sollte oder konnte ich noch tun, um ihn davon zu überzeugen das er mich hier brauchte?
Na ja. Eigentlich brauchte er mich nicht das stimmte schon aber ich wollte hier bleiben!
"Locos!" rief Zoot und alle Locos drehte sich zu ihm um, und vereinzelt kamen ein paar schnell von draußen rein um zu hören was ihr Anführer zu sagen hatte. "Wir haben gesiegt!" rief er und ein zustimmendes Jubeln hallte durch die Eingangshalle.
"Nichts und niemand kann uns aufhalten! Wir sind die Stärksten und nur die Starken werden überleben!"
Wieder gröhlten die Locos zustimmend und Zoot lächelte zufrieden.
"Aber es gibt eines, was uns bis zum heutigen Tag an gefehlt hat." Verwirrt blickten alle zu Zoot, ebenso wie ich.
Was hatte er denn jetzt schon wieder entdeckt oder bekommen?
"Darf ich vorstellen!? Ebony, eure neue Anführerin an meiner Seite!"
Ich fiel vor Schreck fast aus allen Wolken, als ich registriert hatte das er tatsächlich von mir sprach. Alle Augen hatten sich zu mir gewandt und zögernd sahen mich alle an.
Das war wohl keine so gute Idee gewesen. Sie sahen alle etwas perplex und teilweise auch geschockt aus.
Eine unangenehmes Schweigen machte sich breit, bis dann Spike die Initiative ergriff und beigeistert mit den Fingern pfiff. Nach und nach fingen dann auch alle anderen an zu jubeln.
Zoot sah stolz mir rüber.
Jetzt war ich auch ein Loco!

THE END

"NEEEIN!! Power, bitte lass das. Ich hab dir ausdrücklich verboten Mami zu stören.... verdammt Chaos. Was soll das?!" Ebony blickte zur Tür die sich langsam öffnete und Power und Chaos hereinkrabbelten und hinterher krabbelte ein ziemlich erschöpft aussehender Zoot.
"Ehh... Ebony!" grinste er verlegen als sie aufgestanden war und Power und Chaos auf den Arm genommen hatte. Zoot stand nun ebenfalls auf und klopfte sich nervös die Kleidung ab.
"Ich wollte die beiden gerade ins Bett bringen, aber sie sind mir entwischt..."
Zu Zoots erstaunen lächelte Ebony und kam zu ihm rüber.
"Nicht schlimm. Ich bringe sie eben ins Bett. Bin im übrigen fertig mit Schreiben!" sie lächelte, gab ihm einen kurzen Kuss und ging dann an ihm vorbei aus dem Raum.