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Kapitel 15 – Ein kleines bisschen Reue

Und ein noch schöneres Gesicht

Severus starrte ihr wütend hinterher als sie die Tür zu schlug.

Sie benahm sich ganz anders als sonst. Er war sich sicher gewesen, dass er sie mit ein paar Sticheleien verunsichern konnte und sie schlussendlich da geblieben wäre.

Aber sie war eindeutig stärker geworden. Sie konnte seine Worte mit einem Schulterzucken abblocken und was das schlimmste war, sie konnte seinen Worten etwas entgegen bringen, was ihn vollkommen sprachlos machte.

Und dann war sie noch so was von hübsch gewesen das es ihm schon so die Sprache verschlagen hatte.

Was war nur mit ihr Geschehen?

Sie sah nicht anders aus als sonst, aber irgendwie fand er sie doch viel erotischer als vorher. Oder hatte er sie einfach nur nicht so sexy in Erinnerung gehabt?

Wütend ballte er die Hand zur Faust.

Das alles war mit Sicherheit Potters Schuld! Von alleine konnte sie doch nicht so ein Selbstbewusstsein entwickeln.

Potter, machte ihn so was von Eifersüchtig das er gar keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte.

Als sie sich damals auf der Hochzeit von Ginger geküsst hatten, war er fast gestorben vor Wut, aber er hatte nichts gesagt.

Bis heute nicht!

Er hatte nicht gewusst wo sie hingegangen war als sie ihn mit Celiè erwischt hatte, aber dann hatte er sie heute vom Fenster aus mit Potter vor dem Haus gesehen.

Zu wissen das sie die ganze Zeit bei ihm gewesen war und auch noch glücklich dabei aussah, erweckte in ihm eine Eifersucht mit der er absolut nicht umgehen konnte.

Sie war seine Frau!

Ja, er war ihr zwar fremd gegangen, aber er hatte ja nicht gewusst wie sehr sie ihn eifersüchtig machen konnte.

Er musste sie auf jedenfall zurück bekommen, er hatte sich in den Jahren an sie gewöhnt und nun war er ganz plötzlich alleine.

Damit kam er absolut nicht klar.

Früher hatte er ständig Kopfschmerzen gehabt, die Folge vom ständigen allein sein und nun spürte er das dies wieder anfing.

Von Celiè hatte er seit dem Vorfall auch nichts mehr gehört. Das Projekt an dem sie gearbeitet hatten war fertig und sie hatte dann auch wohl keinen Grund mehr darin gesehen ihn zu besuchen.

Was solls?! Dachte er schulternzuckend, sie hatte ihn ohnehin nicht sonderlich angesprochen. Sie sah zwar hübsch aus und war körperlich sehr ansprechend, aber so etwas dämliches wie sie hatte er selten gesehen.

Diese Frau war einfach nur dumm gewesen.

Es war einfach unmöglich gewesen sich mit ihr auf einer so hohen Ebene zu unterhalten, wie mit Hermine.

Abgesehen davon, fand er Hermine eigentlich auch hübscher. Leider musste er ihr Recht geben mit der Bemerkung, dass Celiè in C nicht reinpassen würde.

In B mit Sicherheit auch nicht...

Das war ihr körperliches Dilemma, Severus stand nun mal auf eine gewisse Oberweite.

Wenn er so überlegte, stellte sich doch die Frage warum er überhaupt fremd gegangen war. Irgendwie konnte er das absolut nicht begründen.

In ihm war auch keine Stimme, die sagte das er es noch mal tun müsste, vielmehr hatte er gar kein Interesse mehr daran.

War ihm seine Beziehung mit Hermine vielleicht zu sehr Routine gewesen?

Niedergeschlagen zündete er eine Kerze an um anschließend laut fluchend zum Sofa zu stolpern.

Warum war er nur fremdgegangen?!

In gewissem Sinne war Hermine langweilig geworden. Er hatte mit ihr alles besessen was er sich gewünscht hatte, aber trotzdem war sie nach der Zeit einfach nicht mehr das was sie vorher war.

Sie hatte keinen Ehrgeiz mehr gehabt und mit ihrem Wunsch nach Familie, hatte er einfach Angst gehabt vom Leben nichts mehr zu haben.

Vielleicht war das alles seine eigene Schuld gewesen, er hatte nicht gewollt das sie weg ging um zu studieren, aber dadurch das sie blieb hatte sie jeglichen Reiz verloren.

Als sie vorhin da gewesen war, hatte sie wieder dieses Feuer in den Augen, der Glanz der zu zeigte „Ich lasse mir von niemanden etwas sagen!“, das Flackern wegen dem er sie geheiratet hatte.

In diesem Moment hatte er sich nichts mehr gewünscht, als mit ihr zu schlafen. Er wollte sie unbedingt zurück, aber nun hatte Potter sie.

Missmutig griff er nach seiner Flasche Whiskey auf dem Tisch und nahm einen großen Schluck.

Vielleicht sollte er einen letzten Versuch wagen, mal ganz normal mit ihr reden, bevor er sie endgültig verloren hatte...

Harry Potter kam erschöpft mit nassen Haaren, geröteten Wangen und mit vielen Koffern am Grimauldplatz Nummer 9 an.

Es war später Nachmittag und der Himmel war von vielen Regenwolken überzogen, so das es wie später Abend wirkte und zu allem Überfluss regnete es in strömen.

Sein Job als Auror hatte ihn für einen Monat nach Ägypten geschickt um einen flüchtenden Todesser zu schnappen, der den Tod seines Meisters rächen wollte.

Durch den Tipp eines Ägypters waren sie auf seine Spür gestoßen, aber seine Suche war erfolglos gewesen.

Der Kerl hatte das Land wahrscheinlich schon längst verlassen, als Harry dort angekommen war.

Schwer atmend stellte er seine Koffer im Hausflur ab und ließ sich ohne umschweife auf dem Sofa nieder.

Hermine hatte sich inzwischen fest hier niedergelassen, ebenso wie Ron der auf der Suche nach einer Wohnung war.

Hermine studierte nun endlich und hatte so viele Fächer gewählt, das sie Tag und Nacht am lernen war. Nebenbei arbeitete sie noch auf Hogwarts um etwas Geld zu verdienen.

Finanziell hatte sie es eigentlich gut geregelt bekommen, sie hatte ohne weiteres ein Stipendium bekommen und bekam Anreise, Bücher und alles andere bezahlt. Mit dem bisschen das sie von Hogwarts bekam, kaufte sie hin und wieder Lebensmittel ein.

Sie hatte sich noch nicht entschlossen welchen Beruf sie nach dem Studium ausüben wollte, aber ihre Fächer gingen sehr in eine medizinische Richtung.

Ihr ging es nun schon wieder sehr viel besser, zusammen mit Ron und ihm freute sie sich inzwischen auf ihr Baby, auch wenn sie noch ein paar Zweifel hatte, aber im Großen und Ganzen war sie wieder die Hermine die sie früher war.

Ein Klingeln an der Tür riss ihn aus seinen Gedanken und gleichzeitig auch vom Sofa.

Müde seufzend und auf Socken schritt er durch den Flur zur Tür. Seltsam, Ron und Hermine hatten beide einen Schlüssel und mussten nicht klingeln, außerdem wusste auch noch gar keiner das er schon da war.

Neugierig öffnete er und blickte direkt in das verhasste Gesicht seines ehemaligen Lieblingslehrers in Zaubertränke.

„Potter!“ begrüßte er ihn kühl.

„Was kann ich für Sie tun, Snape?“ entgegnete Harry und gab sich Mühe ebenso kühl zu klingen. Harry blieb unter dem Schutz des Daches stehen, während Snape auf der Treppe dem Regen hilflos ausgeliefert war.

Harry fiele im Traum nicht ein ihn rein zu bitten, außerdem prallte der Regen mühelos an Snape ab, so konnte es ihm auch nicht allzu viel ausmachen.

Snapes schwarze Augen musterten Harry abwertend.

„Ich möchte zu Misses Snape!“

Harry runzelte die Stirn, dann lächelte er überlegen. Er würde es ihm garantiert nicht leicht machen, dafür verabscheute er ihn zu sehr.

„Gibt es hier nicht!“

Genervt verdrehte Snape die Augen, Harry sah das er kurz davor war ihm einen Fluch an den Hals zu hetzen, sich aber mit Mühe und Not zurückhielt.

„Ich bin mir ziemlich sicher, das es sie hier gibt, Potter. Sie bezieht schließlich Post hierher“ meinte er und wedelte mit einem Brief in der Hand, den Harry gar nicht bemerkt hatte.

Harry zuckte mit den Schultern und grinste wieder.

„Ich bin mir ziemlich sicher, das er nicht an eine Misses Snape gerichtet ist!“

Harry sah amüsiert dabei zu wie Snape irritiert den Brief umdrehte und versuchte im schwummrigen Licht der Straßenlaterne den Empfänger zu lesen.

Es war ihm wirklich nicht aufgefallen!

„Miss Hermine...“ murmelte er und stockte kurz „Granger?!“

Der Tonfall wie er ihren Namen sagte, verriet eindeutig wie empört und wütend er darüber war, ebenso der Blick mit dem er Harry bedachte.

„Was soll der Blödsinn, Potter?!“ zischte er drohend.

Wieder zuckte der Junge der lebt mit den Schultern.

„Nicht meine Entscheidung“

Snape atmete tief durch und blickte ihn genervt an.

„Ist sie da?“ fragte er übertrieben freundlich und Harry schüttelte übertrieben freundlich den Kopf.

„Hätten Sie das nicht gleich sagen können, Potter. Dann hätte ich hier nicht meine wertvolle Zeit verplempert!“ bellte er wütend und drehte sich um.

„Sicher,“ gluckste Harry „Hätte aber nur halb so viel Spaß gemacht! Aber zu was anderem, sind Sie betrunken?!“

„Ich wüsste nicht was Sie das angeht!“ sagte er ruhig, noch immer mit dem Rücken zu Harry.

„Na ja... Feuerwhiskey würde ich mal tippen. So dem Geruch nach!“

Snape reagierte nicht darauf, er stand einfach da und Harry bemerkte das er noch immer Hermines Brief in den Händen hielt.

Schließlich drehte er sich wieder zu Harry um und sah ihn ungläubig an.

„Studiert sie?“

Hastig blickte Harry zum Türrahmen und murmelte leise „Ich weiß nicht..“

Doch Snape ließ sich dadurch nicht abwimmeln, er trat dich zu Harry und hielt ihm den Brief unter die Nase.

„Das hier ist von Goldlight, einer der besten Universitäten für Hexen und Zauberer“ sagte er und deutete energisch auf den Absender „Seit wann studiert sie?“

Harry seufzte niedergeschlagen, nahm ihm den Brief aus der Hand und schmiss ihn unachtsam in den Flur. Abwesend rieb er sich seinen linken Fuß an seiner Jeans warm, so langsam wurden seine Füße wirklich kalt.

„Seit einem Monat!“

Harry sah wie Snape abwesend in die Tasche griff, eine Schachteln Zigaretten rausnahm und sich mit zitternden Händen eine anzündete.

Dieses Gespräch musste ihm wirklich zu schaffen machen, oder war es seine Situation an sich, die ihm den Nerv raubte?

Harry konnte sich vorstellen, dass man mit diesem Zittern nicht mehr gut Zaubertränke brauen konnte.

Aber er würde jetzt ganz sicher nicht in Mitleid versinken.

„Und sie arbeitet noch in der Bibliothek“ murmelte er und Harry blickte ihn überrascht an.

„Woher wissen Sie das?“

„Ich hab sie neulich dort gesehen“ sagte er und zog eine Augenbraue hoch „Ich arbeite ebenfalls in Hogwarts, dachtet ihr wirklich ich würde nichts merken?!“

„Mir war das relativ egal“ meinte Harry gleichgültig.

Snape runzelte noch einmal die Stirn, wandte sich dann wieder von Harry ab und apparierte mit einem lauten Knall.

16. Kapitel – Frauengespräche

Doch in Wirklichkeit lieb ich dich nicht

Hermine saß am nächsten Morgen mit Harry am Küchentische, gerade erst hatte er ich von Severus Besuch erzählt, da er gestern keine Zeit mehr dazu gefunden hatte.

Ron war letzte Nacht nicht mehr nach Hause gekommen, er hatte wahrscheinlich bei ein paar Freunden übernachtet um sich direkt am nächsten Tag wieder auf Wohnungssuche zu machen. Für Harry und Hermine war das kein Problem. Jeder konnte gehen wohin und wann er wollte.

Heute war Freitag und so musste Hermine weder zu Vorlesungen noch arbeiten, trotzdem nutzte sie die freie Zeit zum lernen.

Sie hatte sich mit einem Buch zum Frühstück gesetzt, es jedoch bei seite gelegt als Harry zu erzählen begann.

„War er wegen dem Studium sauer?“ fragte sie und blickte in ihre randvolle Kaffeetasse. Harry hatte ihr jede einzelne seiner Gefühlsregungen beschrieben, soweit er es jedenfalls beurteilen konnte.

Das es Severus momentan nicht sonderlich gut ging, machte sie nun doch etwas froh. Das war natürlich nicht nett, aber so ein bisschen Slytherin hatte schon immer in ihr gesteckt. Auch wenn es nur ein ganz kleines Stück war.

Er hatte es schließlich verdient.

Sollte er doch rauchen und trinken müssen, uns sollten seine Finger ruhig weiter zittern, sie hatte jetzt ganz sicher kein Mitleid mit ihm.

Harry zuckte mit den Schultern.

„Schwer zu sagen. Sauer glaub ich nicht... mehr...“ er hielt kurz inne um nach dem richtigen Wort zu suchen. „Enttäuscht, würde ich sagen“

Enttäuscht?

Warum enttäuscht?

Hatte er etwas geglaubt sie hätte das studieren für immer aufgegeben?!

Außerdem ging es ihn doch eigentlich gar nichts mehr an. Sie gingen jetzt getrennte Wege und was sie nun machte war ganz alleine ihre Entscheidung.

So ein Wille war normalerweise schon längst überfällig. Es war schon damals ihre Sache gewesen, sie hätte sich ihm niemals so unterwerfen sollen, wenn sie etwas wollte hätte sie sich durchsetzen müssen.

Bei so was sollte man Kompromisse schließen aber nicht einfach tun was der andere sagt, obwohl es einem gar nicht gefällt.

„Aber er war ziemlich wütend darüber das der Brief an Miss Granger gerichtet war“ sagte Harry grinsend und Hermine gluckste amüsiert.

„Er kann doch wirklich nicht erwarten, das ich mich nach dem was er angerichtet hat noch Snape nenne?!“

Hermine schüttelte belustigt den Kopf.

Vielleicht wurde ihm jetzt endlich mal bewusst was für einen schwerwiegenden Fehler er begangen hatte.

Und was er dadurch alles verloren hatte...

Sie seufzte kurz und lehnte sich entspannend zurück, ihre Hose kneifte nun doch schon ein bisschen, obwohl man von dem Babybauch noch nicht viel sah.

Sie hatte durch ihren ständigen Hunger nun doch schon einige Kilos zugenommen. So eine Schwangerschaft hatte durchaus ihr Vorteile.

Endlich konnte sie ohne schlechtes Gewissen so viel essen wie sie wollte und wurde dabei nicht einmal schräg angesehen.

Es war wirklich toll, endlich mal ein Bauch den man mit Stolz zeigen konnte... zwar nicht gerade Severus, aber anderen Leuten!

Zwar hatte sie noch keine Ahnung, wie sie das Gewicht später wieder runter bekommen sollte, aber dadurch würde sie sich in den nächsten Monaten nicht den Appetit verderben lassen!

Nachdenklich blickte Hermine auf die Uhr und bekam einen Schreck.

„Ohje, ich muss los!“ rief sie und Harry blickte irritiert auf seine Armbanduhr. Erst als Hermine schon in der Jacke vor ihm stand, begriff er.

„Richtig, hab ich ganz vergessen“ meinte er und schlug sich mit der Handfläche auf die Stirn „Viel Spaß und sag mir sofort was es wird!“

Hermine hatte heute wieder einen Termin beim Frauenarzt und heute wollte sie sich auch endlich das Geschlecht ihres Babys sagen lassen.

Beim letzten Mal hatte sie es nicht wissen wollen, da sie wegen Severus noch deprimiert war, aber nun platzte sie fast vor Neugier.

Hermine war direkt vor die Praxis appariert und Merlin sei Dank noch pünktlich. Trotzdem musste sie noch kurz im Wartezimmer platz nehmen.

„Granger!“ wurde sie stürmisch von einer blonden Frau begrüßt, als sie das Wartezimmer betrat.

Hermines Gesicht verfinsterte sich, als sie die Person identifizierte.

„Rougeville“ sagte sie kühl und setzte sich möglichst weit weg von dieser Person.

Doch Celiè ließ sich davon nicht beirren und wechselte sofort ihren Platz um neben ihr zu sitzen.

Was tat dieses Weib hier bloß?! Und wieso musste sie sich genau neben sie setzen, als wären sie die besten Freunde!

„Du bist schwanger, nicht wahr?“ platzte sie fröhlich heraus und Hermine warf ihr einen vernichtenden Blick zu.

„Ich wüsste nicht was dich das an geht!“ murrte sie.

Celiè schwieg kurz, dann startete sie allerdings einen neuen Versuch.

„Wie geht es Sev?“

Böser Fehler!

Diese Frage war wie ein Schlag ins Gesicht, Hermine war kurz davor mit ihrer Faust zurückzuschlagen. Aber im Wartezimmer des Frauenarztes wäre das keine sonderlich gute Idee.

„Das müsstest du doch am besten wissen!“ giftete Hermine und Celiè zuckte unschuldig mit den Schultern.

„Ich hab ihn seit dem nicht mehr gesehen. Ich habe gekündigt!“ sagte sie und zog eine Schnute.

Hermine vergaß für einen Moment ihre Wut und starrte sie verwundert an. Hatte sie wirklich gekündigt?

„Ich hatte nicht gewusst, dass er verheiratet ist“ flüsterte sie ruhig.

Hermine verdrehte genervt die Augen.

Von wegen!

„Er trägt einen Ehering!“ erwiderte sie kühl.

Hastig schüttelte Celiè den Kopf.

„Hat er nicht, das wäre mir aufgefallen“

Hermine schnaubte wütend. Wenn das stimmte, dann hatte Severus den Ring absichtlich immer abgelegt, sie war sich sicher das er immer einen trug wenn er heimkam. Zuzutrauen wäre es ihm.

Dieser Mistkerl.

Hermine ballte ihre Hand zu Faust und starrte wütend in die Luft.

Dieser verdammte Bastard!

„Warum bist du hier?“ fragte Hermine prompt, obwohl sie sich eigentlich vorgenommen hatte nicht zu fragen.

„Oh...“ sie errötete leicht „nur eine Routine Untersuchung... keine Angst ich bin garantiert nicht...“

„Da bin ich erleichtert!“ unterbrach Hermine sie schroff, aber erleichtert war er wirklich. Das wäre ja wohl die Höhe, wenn sie beide vom selben Kerl ein Kind erwarteten.

Dann würde sie Severus richtig die Hölle heiß machen.

Einige Minuten lang herrschte peinliches Schweigen und Hermine hoffte das sie bald ausgerufen wurde, aber der Wunsch wurde ihr vorerst nicht erfüllt.

„Warum wolltest du meinen Mann?“ fragte Hermine dann und wieder errötete die Frau neben ihr.

„Also... er ist Slytherin...“ begann sie aber Hermine winkte ab.

„Eine ganz ehrliche Antwort bitte, schlimmer werden kann es nicht!“

„Mmmh... er ist... also ich hätte ganz sicher nicht mehr arbeiten müssen und...“

„Das dachte ich mir!“

Das reichte Hermine um zu beweisen das sie recht hatte, sie war nur auf sein Geld scharf. Er konnte doch nicht wirklich geglaubt haben, das diese Frau aus wahrer Liebe handelte?!

„Er weiß aber nichts von seinem Glück, oder?“ fragte Celiè schließlich vorsichtig.

„Was bist du?! Hellseher?!“ erwiderte Hermine ohne sie anzublicken. Diese Frau trieb sie zunehmend zum Wahnsinn.

Leicht gekränkt zuckte Celiè wieder mit den Schultern.

„Na ja, ich hätte ganz genau so gehandelt. Ich hätte ihm wahrscheinlich nie von dem Kind erzählt und mir einen neuen Mann gesucht.“

Hermine hob eine Augenbraue, eigentlich war das genau das was sie auch geplant hatte, aber nun wo sie das aus dem Mund dieser Person hörte, fand sie das gar nicht mehr so richtig.

Sie sollte sich schleunigst was neues einfallen lassen.

„Und was würdest du deinem Kind erzählen wenn es nach seinem Vater fragt?“

Hermine blickte kurz zur Tür, als diese sich öffnete und eine Frau sich zu ihnen ins Wartezimmer setzte.

Grüßend nickte sie ihr zu.

Sie war ebenfalls schwanger, aber mit Sicherheit im 8. Monat, so dick wie ihr Bauch schon war.

„Ich würde einfach keinen Zweifel aufkommen lassen, das der neue Mann der Vater ist!“ sagte Celiè und verleihte ihren Worten mit einem Nicken noch Nachdruck.

„Du würdest dein eigenes Kind belügen?“

Celiè machte ein Gesicht das zweifellos Na und?! bedeutete.

Nein, da war sich Hermine sicher, wie sie wollte sie ihr Kind auf keinen Fall aufziehen. Die Frau die vorhin hereingekommen war, hatte sich Hermine gegenüber gesetzt, räusperte sich kurz und musterte Celiè argwöhnisch.

„Ich denke man sollte dem Mann auf jeden fall von dem Kind erzählen“ sagte sie plötzlich, strich sich eine lange braune Haarsträhne aus dem Gesicht und blickte aufmunternd zu Hermine. „Egal was er angestellt hat. Wenn er nicht fähig für ein Kind ist muss man es ihm ja nicht geben, aber er sollte zumindest bescheid wissen!“

Hermine lächelte der Frau dankbar zu.

Vielleicht war es ja wirklich das beste ihm von dem Kind zu erzählen, schließlich sollte es ja doch einmal wissen wer sein Vater ist.

Die Tür zum Wartezimmer öffnete sich erneut und diesmal kam die Frau von der Rezeption herein.

„Misses Snape, bitte!“

Hermine nickte, und verließ den Raum ohne sich noch einmal nach Celiè umzudrehen. Die Tatsache das die Praxis sie mit Snape ansprach, war ihr im Moment eigentlich egal.

Die Frau führte sie in eines der Zimmer, in dem der Doktor schon wartete.

Routinemäßig hatte er alle seine Untersuchungen durchgeführt und Hermine freute sich zu hören das ihr Kind völlig gesund war und sich ganz normal entwickelte.

Leicht aufgeregt blickte sie den Doktor an als dieser seine Unterlagen beiseite legte.

„Darf ich wissen was es wird?“ fragte sie und der Doktor grinste vielsagend.

„So wie es aussieht, ein Junge!“

Ein unheimlich starkes Glücksgefühl durchströmte ihren Körper. Sie hatte keine bestimmten Wunsch vom Geschlecht gehabt, aber zu wissen das es ein gesunder Junge werden würde war einfach toll.

Ob das auch Severus freuen würde?

Ganz plötzlich brannte sie darauf dieses Glück mit ihm zu teilen. Sie musste es ihm erzählen, egal was passierte!

Aber als erstes musste sie zu Harry!

17. Kapitel – Gryffindor vs. Slytherin

Eigentlich bist du mir egal

„Wie wäre es mit Brian?“ schlug Ron vor. Als Hermine den beiden erzählte das es ein Junge werden würde, gerieten sie völlig aus dem Häuschen und überschlugen sich beinahe mit Namensvorschlägen.

Irgendwie kam es Hermine ein wenig so vor, als ob die beiden insgeheim schon gehofft hatten das es ein Junge werden würde und sich schon vorher die Namen überlegt hatten.

Hermine schüttelte den Kopf und lachte.

„Nein, Brian gefällt mir nicht!“

Wenn dann wollte sie schon etwas außergewöhnliches, einen Namen, den nicht jeder zweite trug.

„Oh, ich habs!“ rief Harry aufgeregt und Ron blickte in neugierig an „Severin!“

Ron stöhnte genervt und Hermine verdrehte die Augen.

„Harry, ich muss dir jetzt nicht sagen warum ich den Namen nicht möchte, oder?“ Harry zog leicht beleidigt eine Schnute. „Außerdem ist das nicht eine Firma?“

Der-Junge-der-lebt zuckte nachdenklich mit den Schulter und Ron sah etwas irritiert aus.

„Na und“ meinte der schwarzhaarige „Ich finde ein Kind, das nach einem Mixer benannt wurde, hat durchaus Klasse!“

Als Hermine seufzend den Kopf schüttelte, war Rons Gesicht inzwischen zu einem kompletten Fragezeichen geworden. Immerhin hatte er noch nie etwas von einem Mixer gehört.

Schweigen trat ein, indem Harry nachdenklich mit dem Zauberstab auf den Tisch tippte, in letzter Zeit machte er das häufiger.

Hermine und Ron hatten ihm zwar gesagt das das nervt, und der Zauberstab davon kaputt geht, aber er wollte ja nicht hören.

Inzwischen warteten sie nur noch darauf das er tatsächlich einmal zerbrach.

„Ach ja,“ meinte Ron nach einiger Zeit, Harry hörte auf zu tippen und blickte seinen Freund fragend an. „Ich habe meinen Dad gestern getroffen und mich mit ihm versöhnt.“

„Oh!“ rief Hermine fröhlich aus und Harry lächelte glücklich.

„Ich hab ihm alles von Gingers und meiner Trennung erzählt. Er war total glücklich und er hat gesagt wir sollten uns wegen so etwas nie wieder streiten. Schließlich sehe ich ja selbst was gut für mich ist und was nicht!“

Ron sah um einiges erleichterter aus, als er sich daran zurückerinnerte und die beiden freuten sich wirklich für ihn.

Es war wirklich ein Jammer, wenn sich eine Familie wie die Weasleys zerstritt. Im Grunde genommen meinte es ja eigentlich keiner so.

Hermine hatte Rons Eltern sehr gerne und dementsprechend freute sie sich auch, als Ron erklärte, dass sie alle in zwei Tagen zum Essen bei ihnen im Fuchsbau eingeladen waren.

Das war wirklich mal ein Lichtblick seit langem. Sie hatte Mr. Und Mrs. Weasley schon lange nicht mehr gesehen und das Essen von Mrs. Weasley schon sehr vermisst.

In zwei Tagen war Sonntag, da hatte sie ohnehin nie etwas vor und sie freute sich darauf Molly von ihrer Schwangerschaft zu erzählen, sie war diejenige die mit Sicherheit die meiste Ahnung vom Kinder kriegen hatte.

Bei diesem Satz, kam Hermine plötzlich ein Gedanke, den sie gestern Abend erfolgreich verdrängt hatte, sie wollte doch eigentlich Severus noch davon erzählen... Heute hatte er Unterricht und am Samstag hatte sie keine Zeit. Eigentlich wäre Sonntag der geeignete Tag dafür gewesen. Da hätten sie in Ruhe reden können.

Hermine blickte prüfend auf ihre Armbanduhr. Noch hatte der Unterricht nicht angefangen. Wenn sie jetzt losging, hätten sie noch genau eine Stunde Zeit um darüber zu streiten.

Verzweifelt seufzte sie, eigentlich wäre es ihr jetzt doch lieber, ihm nichts davon zu sagen. Es machte den ganzen Streit mit Sicherheit nur noch schlimmer!

„Wie wäre es mit etwas französischem?“ riss Harry sie aus ihren Gedanken. Hermine blickte ihn leicht irritiert an „Lucien ist doch schön!“

Hermine hatte das Bedürfnis ihren Kopf auf die Tischplatte zu knallen, wie konnte er nur so schnell das Thema wechseln?

„Harry, Rougeville ist auch französisch. Muss ich noch mehr sagen?!“

Der schwarzhaarige lächelte kurz gequält, dann lehnte er sich im Stuhl zurück und begann wieder mit dem Stab auf den Tisch zu tippen.

Hermine blickte noch mal auf die Uhr, wenn sie jetzt ging hätte sie noch 50 Minuten. Sie musste es einfach jetzt tun, dann hatte sie es hinter sich.

Wäre es unfair ihm einfach einen Brief zu schreiben?

Ja... wahrscheinlich.

Entschlossen stand sie von ihrem Stuhl auf und blickte ihre Freunde an.

„Ich muss jetzt los. Ich hab noch was in der Bibliothek vergessen.“ Sagte sie kurz und es war tatsächlich so überzeugend, das keiner der beiden Einwände erhob. Eigentlich kam es auch öfter mal vor.

„Falls du dort rein zufällig eine alte Fledermaus triffst, ruf mich und ich mache ihm den Gar aus!“ meinte Harry grimmig und Hermine rang sich ein Lächeln ab.

Warum hatte sie den beiden eigentlich nicht die Wahrheit erzählt?

Sie hätten sie vielleicht versucht davon abzuhalten, aber schlussendlich hätten sie sie doch gehen lassen.

Irgendwie war die Lüge viel schneller herausgekommen, als sie hätte reagieren können. Und ganz irgendwie hatte sie ihnen auch nichts von ihrer Unterhaltung mit Rougeville erzählt. Sie war sich dessen voll und ganz bewusste, das sie das noch erledigen musste.

Aber nicht jetzt, jetzt hatte sie andere Sorgen.

Größere Sorgen jedenfalls.

Wie würde Severus wohl reagieren, wenn sie vor seiner Tür stand. Vielleicht würde er sie ja gar nicht reinlasse. Aber das war eigentlich Unsinn.

Wenn es stimmte was Harry erzählte, dann sah es verdammt so aus, als ob er es bereute.

Knappe fünf Minuten später stand sie fertig gestylt und angezogen vor den Hallen vor Hogwarts. Sie hatte ihre Haare so gut es eben ging gebändigt und war eigentlich zufrieden mit dem Ergebnis. Im Spiegel hatte sie gesehen das ihre Locken ihren Körper neckisch umspielte und im Licht einen gewissen Glanz ausstrahlte.

Passend zu Gryffindor hatte sie eigentlich ein rotes Kleid anziehen wollen, aber als sie es im Spiegel betrachtet hatte, dachte sie das dass wohl ein wenig zu dick auftragen würde. So hatte sie sich für ein enganliegendes schwarzes entschieden. Welches sehr gut ihre Figur betont und auch ein wenig den kleinen Babybauch hervorhob.

Das war es was sie beabsichtigt hatte, vielleicht würde er es ja so von selbst bemerken, aber auf jedenfall konnte er es dann nicht abstreiten das sie schwanger war.

Mit klopfenden herzen schritt sie schließlich die Gänge hinunter in Richtung Severus Räume. Die meisten Schüler waren beim Frühstück und so liefen ihr nur wenige über den Weg. Das war ihr auch ganz recht so, denn egal ob Junge oder Mädchen, alles schien ihr hinterher zu starren.

Sie hoffte bloß, das Severus das Frühstück wirklich ausfallen ließ, normalerweise tat er das, aber wenn nicht würde sie garantiert nicht in die Große Halle gehen und sich den Blicken der ganzen Schule aussetzen.

Als Peeves ihr schließlich im Kerker entgegen kam stahl sich ein Lächeln auf ihr Gesicht und er zog förmlich den Hut vor ihr.

„Er ist in seinen Räumen!“ flüsterte er ihr grinsend zu und sie bedankte sich.

Vor Severus Tür blieb sie zögernd stehen, irgendwie konnte sie sich nicht dazu durchringen bei ihm zu Klopfen.

Nervös blickte sie den Gang hinunter zum Klassenzimmer vor dem drei Schüler saßen und nervös in ihren Zaubertrankbüchern blätterten.

Hermines Hände fühlten sich plötzlich heiß und schwitzig an und ihr Herz klopfte heftiger denn je.

Wie würde er bloß reagieren?

Erschrocken machte sie einen Satz zurück, als sich plötzlich die Tür öffnete und er mit einem überraschtem „Huch!“ vor ihr stand.

Doch schon zwei Sekunden später hatte er sich wieder im Griff und setzte seine gefühlslose Maske auf.

Hermines Blick glitt seltsamerweise sofort zu seinen Händen.

Er trug keinen Ring!

Bastard!

„Was willst du hier?“ fragte er ruhig und warf einen leicht unsicheren Blick zu seinen Schülern die nun neugierig rüber schauten.

„Harry sagt, du warst neulich da gewesen..“ begann Hermine und er hob eine Augenbraue.

„Deswegen kommst du hierher?“ fragte er schroff und sie schüttelte schnell den Kopf.

„Nicht nur, wir müssen reden!“ sagte sie, er nickte kurz und trat schließlich einen Schritt beiseite um sie reinzulassen.

„Aber nicht lange, ich habe nicht viel Zeit!“ murrte er als sie eintrat und sich auf sein Sofa setzte.

Es war wie immer düster im Raum und sie roch den gewohnten Duft nach Kräutern, den sie immer so sehr gemocht hatte.

Severus setzte sich ihr gegenüber und musterte sie argwöhnisch. Er sah genau aus wie Harry es beschrieben hatte. Tiefe Ringe unter den Augen, noch blasser und noch dünner als sonst.

„Du hast zugenommen!“ bemerkte er und in seiner Stimme schwang eine Spur von Ärger mit.

Natürlich, wenn jemand zunahm, sah man das es ihm gut ging. Er hatte schließlich keinen Grund dazu, anzunehmen das sie schwanger war.

„Du nicht!“ sagte sie und lächelte kühl. Es war deutlich wie sehr es ihn ärgerte, dass man ihm den Kummer ansah.

„Celiè hat mir erzählt du hast deinen Ehering nicht getragen!“

Severus verdrehte die Augen und sein Blick glitt zu ihren Händen, an dem momentan ebenfalls kein Ring zu sehen war.

„Hat sie das?!“ meinte er schnaubend.

Es gefiel Hermine nicht das dass Gespräch so steif verlief, aber anders war es zur Zeit nicht möglich.

„Kannst du mir sagen warum? Wolltest du dir etwa alle Möglichkeiten offen halten, falls etwas besseres als ich die über den Weg läuft?!“

„Red keinen Unsinn“ fauchte er „Du hast doch deinen Nachnamen gewechselt, obwohl wir immer noch verheiratet sind!“

Schnaubend stand Hermine auf und stemmte die Hände in die Hüften.

„Davon kann ja wohl gar keine Rede sein. Du hast das Spiel schon abgezogen bevor ich dich mit dieser Kuh erwischt habe!“ rief sie wütend und vermied es ihn anzusehen.

Severus schwieg und sie ballte ihre zitternden Hände zur Faust.

Irgendwie hatte sie das dringende Verlangen ihm eine Ohrfeige zu verpassen. Wieso konnte er nicht damit aufhören ihr die Schuld an allem zu geben.

Sie hörte ihn laut ausatmen und drehte sich zu ihm um als er auf die Uhr blickte.

„Ich muss zum Unterricht!“ sagte er kurz angebunden und stand auf.

„Du hast noch zehn Minuten Zeit und gehst immer erst in der allerletzten Minute zu deiner Klasse, also setz dich wieder, ich hab dir noch was zu sagen.“

„Ein andernmal,“ sagte er und klang dabei gelangweilt „Wenn du gehst sei bitte leise, meine Schüler müssen nicht alles wissen!“

Ohne weiter auf sie zu achten schritt er zur Tür und öffnete sie.

Hermine blickte ihn empört an.

„Severus, du wirst mich jetzt nicht hier stehen lassen und einfach flüchten. Wenn du jetzt gehst dann schrei ich es den ganzen Gang runter!“ drohte sie, obwohl sie wusste das dass nichts bringen würde.

„Tu was du nicht lassen kannst!“ meinte er zuckte mit den Schultern und verließ den Raum.

Dieser verdammte Bastard, lässt mich hier einfach stehen!

Oh, warte bis Harry das erfährt! Der wartet schließlich schon lange auf eine Gelegenheit ihm den Hals umzudrehen!

Wütend lief sie ihm hinterher, sie würde es ihm jetzt sagen und ihr war verdammt noch mal egal wie viele Schüler ihr zuhörten!
“Severus warte!“ versuchte sie es noch einmal, aber er beachtete sie nicht weiter, sondern machte sich daran die Klassenzimmertür zu öffnen, vor der nun schon sämtliche Schüler warteten und sie verwundert anblickten.

Wütend packte sie ihn am Arm, bevor er die Tür geöffnete hatte und riss ihn zu sich rüber. Sie sah wie Peeves neben ihr schwebte und laut „Mach ihn fertig!“ brüllte und damit begann eines seiner Kampflieder zu schmettern.

„Lass gefälligst den Blödsinn, ich hab zu tun, du nerviges Weibsst...“ begann er, aber sie unterbrach ihn mit einer kräftigen Ohrfeige.

„Ich bin schwanger, du blöder Idiot!“ schrie sie und plötzlich herrschte Stille.

18. Kapitel – Freundschaft

-Eigentlich bist du mir egal-


Lass gefälligst den Blödsinn, ich hab zu tun, du nerviges Weibsst...“ begann er, aber sie unterbrach ihn mit einer kräftigen Ohrfeige.

Ich bin schwanger, du blöder Idiot!“ schrie sie und plötzlich herrschte Stille.

Der schwarzhaarige Mann vor ihr erstarrte.

Hermine nahm die staunenden Schüleraugen, die auf ihr ruhten kaum wahr, sie war voll und ganz auf Severus konzentriert.

Der jedoch gab keinen laut von sich, völlig verkrampft stützte er sich an der Tür ab und blickte ins leere.

Jegliche Farbe war aus seinem Gesicht verschwunden und er war blass wie nie.

Langsam nahm er seine Hand von der Tür und schwankte einen Augenblick lang bedrohlich. Hermine hoffte wirklich das er jetzt nicht in Ohnmacht fiel, doch schon im nächsten Augenblick fing er sich wieder und drehte seinen Kopf langsam zu ihr.

„Was?“ brachte er leise keuchend hervor und Hermine lächelte gequält.

Noch immer starrten sie alle Schüler an und wagten es nicht auch nur zu atmen.

„Du hast verstanden!“ meinte sie leise und presste unsicher die Lippen aufeinander.

Wieder trat Stille ein und Severus nickte leicht, er strich sich nervös die Haare aus dem Gesicht und blickte fassungslos zu seinen Schülern.

Hermine sah ihm an das er momentan absolut nicht wusste was er tun sollte und für einen klitzekleinen Moment tat er ihr sogar Leid.

Aber eigentlich hatte er es verdient.

Was hätte sie denn sonst tun sollen?

Er wollte ihr doch nicht zu hören, er hatte es geradezu herausgefordert.

Es schien eine Ewigkeit zu dauern bis er sich endlich bewegte und versuchte die Situation zu retten.

„Okay...“ sagte er leise und öffnete langsam die Tür. Er bedeutete seinen Schülern einzutreten, welche murmelnd seinem Befehl nachgingen und sich auf ihre Plätze setzten. Severus ließ die Klassenzimmertür offen und trat kurz vor seinen Klasse.

„An der Tafel stehen genug Fragen, die ihr ausreichend zu beantworten habt. Ich werde das anschließend benoten. Ich bin nebenan und wenn ich auch nur einen Mucks von euch höre, könnte ihr euch warm anziehen!“ zischte er. Während er sprach hatte er seine gewöhnliche Stimmlage wiedergefunden und seine Schüler blickten ihn verängstigt und manche auch zweifelnd an.

Keiner gab ein Widerwort als er den Raum verließ und die Tür hinter sich schloss. Als Hermine ihm den Gang hinab folgte hörte sie wie die Schüler anfingen sich aufgeregt zu unterhalten.

Severus hatte es mit Sicherheit ebenfalls gehört, aber er setzte den Weg zu seinen Räumen unbeirrt fort.

Erst dort angekommen fand er seine Sprache wieder und Hermine blieb unsicher an der Tür stehen.

Würde er sie jetzt anschreien und sie maßregeln?

Oder würde er sie weiterhin einfach nur anschweigen?

Vielleicht warf er sie ja auch einfach raus und sagte ihr das sie sich zum Teufel scheren sollte. Es war wirklich keine gute Idee gewesen hierher zu kommen.

„Von wem?“ fragte er jedoch ganz ruhig. Er hatte sich in die Mitte des Raumes gestellt, mit dem Rücken zu ihr und starrte anscheinend aus dem Fenster.

Hermine verschränkte die Arme vor der Brust, draußen herrschte ein stürmisches Wetter, passend zu ihren Momentanen Gefühlen.

„Ich war nicht derjenige der fremd gegangen ist“ meinte sie kühl. Sie hörte Severus kurz spöttisch auflachen.

„Ausgenommen Potter!“

Hermine ging ein paar Schritte zu ihm rüber und blieb unmittelbar hinter ihm stehen, so das sie seinen herben Rasierwasserduft riechen konnte.

„Ich habe ihn nur einmal geküsst und nicht mit ihm geschlafen!“ sagte sie leise und er zuckte mit den Schultern.

„Ja das hab ich gesehen. Ganz rein zufällig war ich im gleichen Raum. Ebenso wie hundert andere“ meinte er bitter und Hermine schnitt eine Grimasse die er zum Glück nicht sehen konnte.

„Du hast ihn vor den gesamten Gästen geküsst“ fuhr er fort „Hast du eine Ahnung wie dumm ich mir dabei vorkam?!“

„Nicht halb so dumm wie ich mir vorkam, weil du mich nicht mehr über wichtige Dinge informiert hast. Du hast mich einfach ignoriert!“ sagte sie wütend und sie spürte wie ihre Stimme lauter wurde „Ich wollte dich damit eifersüchtig machen. Damit du mal bemerkst das ich auch noch da bin!“

Hermine sah wie er seine Hand zur Faust ballte und um seine Beherrschung rang.

„Gerade Potter!“ sagte er verächtlich.

„Natürlich! Wäre es Lucius Malfoy gewesen hätte es dich nicht so geärgert!“

Hermine hörte ihn kurz laut ausatmen, dann drehte er sich langsam um und sie erschrak.

Diesen Gesichtsausdruck hatte sie noch nie bei ihm gesehen, er sah so unendlich traurig aus, als er sie anblickte.

Fassungslos wandte sie ihre Augen von ihm ab und starrte zu Boden.

Noch nie hatte er sie so angesehen und es zerriss ihr fast das Herz, seinen Blick auf ihr zu spüren.

„Ich kann nicht mehr schlafen,“ flüsterte er heiser und so leise das sie Mühe hatte seine Worte zu verstehen.

Seine Ringe unter den Augen zeigten das er die Wahrheit sprach. Aber seit wann sagte er was er dachte?

Normal gab er seine Gefühle nicht preis und schon gar nicht wenn sie seine Macht in Frage stellten.

„Ständig denke ich daran was ich für ein Idiot bin... und...“ er schluckte kurz, als hätte er Mühe die nächsten Worte auszusprechen „.. du fehlst mir“

Sprachlos hob Hermine ihren Kopf und sah ihm in die Augen.

Er sprach wirklich die Wahrheit. Seine schwarzen Augen glitzerten ein wenig, aber es waren keine Anzeichen von Spott, Sarkasmus oder schwarzem Humor zu entdecken. Er sah einfach nur traurig und verletzbar aus.

Hermine musste sich wirklich zusammenreißen um nicht in Tränen auszubrechen und ihm um den Hals zu fallen.

Wieso hatte er ihr diese Seite an sich noch nicht gezeigt? Wieso wusste sie nicht, das er zu so etwas wie Trauer wirklich fähig war?

Sie hatte gewusst das er darunter litt, aber nicht gedacht das es ihn wirklich so traurig machte. Sie dachte eher das es die Wut war, die ihn so fertig gemacht hatte und nicht sein Herz.

„Hermine,“ flüsterte er und sie sah das eine kleine Träne über seine Wange rann. „Du bist das beste was mir je passiert ist und ich komme ohne dich nicht klar. Ich schlafe auf dem Sofa, weil ich nicht damit fertig werde das dass große Bett ohne dich so leer ist!“

Hermine blickte wieder betreten zu Boden. Was sollte sie jetzt sagen? Sie konnte ihm doch jetzt keinen Vorwürfe machen... Aber Mitleid konnte er nicht von ihr erwarten. Er war doch selbst daran schuld.

Er hatte ihre Ehe selbst zerstört.

„Ich verstehe das nicht, Severus!“ seufzte sie und ließ sich auf dem Sofa nieder „du denkst doch sonst immer so gut voraus. Warum hast du es in diesem Fall nicht?“

Severus schaute niedergeschlagen zu ihr rüber und biss nervös auf seine Unterlippe.

„Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht erklären. Mein Kopf hatte einfach einen Aussetzer!“

Hermine lachte kurz gequält und seufzte dann.

„Einen ziemlich langen Aussetzer“ murmelte sie.

Sie wusste was für einen großen Triumph sie bereits errungen hatte, er hatte zugegeben einen Fehler gemacht zu haben, das sah man nur selten bei ihm. Und er bereute es, das war deutlich zu sehen.

„Trauerst du ihr nicht nach?“ fragte sie leise und er machte ein überraschtes Gesicht.

„Rougeville?“ fragte er ungläubig und schüttelte den Kopf „Sicherlich nicht. Sie ist nicht das was ich will. Sie ist nicht wie du. Sie kommt nicht annähernd an dein Aussehen ran...“

Hermine runzelte die Stirn.

„Sprechen wir schon wieder von der Körbchengröße?“ fragte sie amüsiert.

„Unter anderem...“ murmelte er kurz und der Anflug eines Lächelns huschte über sein Gesicht „Aber nicht nur das, sie hat nicht deine liebevolle Art und auch nicht dein Durchhaltevermögen. Nicht deine Art zu lachen und auch nicht deine Wutausbrüche wenn ich mit dreckigen Schuhen nach Hause komme und die mich immer zum lachen bringen...“

Hermine gluckste kurz.

„Ganz sicher hat sie nicht deine Intelligenz, und... sie ist einfach nicht du! Und ich will dich!“ Hermine spürte das sie ein wenig rot wurde, noch nie hatte er ihr so viele Komplimente auf einmal gemacht und sie wusste einfach das es sein voller Ernst war.

Nur was würde werden, wenn sie tatsächlich wieder zusammen kämen?

Wie sollte sie ihr Vertrauen zu ihm aufbauen und woher nahm sie die Gewissheit das er nicht wieder genau wie vorher werden würde?

Im Moment wünschte sie sich wirklich nichts mehr als in seinen Armen zu liegen. Aber dafür war es einfach noch zu früh.

Sie durfte jetzt nichts überstürzen, sonst würde er noch annehmen, es wäre kein Problem sie zurück zu bekommen.

Sie würden schließlich beide ein Kind haben.

Also musste sie es langsam angehen, bis ihr Vertrauen zu ihm wieder da war und er ihr bewiesen hatte das er es wirklich ernst meinte.

Vielleicht hatten sie sich ja auch schon zu weit voneinander entfernt?

„Sagst du mir was es wird?“ fragte Severus und klang ziemlich verunsichert, als er sich neben ihr auf dem Sofa niederließ, unter der Beachtung eines angemessenen Sicherheitsabstands natürlich.

„Oh“ machte sie und wusste im ersten Moment gar nicht was er meinte, bis es ihr wieder einfiel „Natürlich... wahrscheinlich ein Junge“

Severus nickte mit einem plötzlichen Lächeln auf dem Gesicht und Hermine schwieg. Er hatte noch immer keine klare Aussage zu dem Kind gemacht, sie wusste nicht ob er sich nun freute oder ärgerte oder überhaupt kein Interesse daran hatte.

„Ich helfe dir natürlich dabei... wenn du willst...“ meinte er leise und Hermine nickte schnell.

„Ja, das wäre wirklich nett!“ sagte sie glücklich.

War das vielleicht der Anfang für eine rein freundschaftliche Beziehung?

„Ich bin morgen bei den Weasleys zum Essen eingeladen,“ meinte sie plötzlich und wusste gar nicht warum sie das jetzt sagte „Vielleicht willst du ja mitkommen?“

Sie wusste das Severus nicht der Fan von gemeinschaftlichem Essen war und sie konnte an seinem Gesicht sehen wie er zwischen Ja und Nein schwankte.

„Na ja Ginny und Ron wissen von unserer Trennung, demnach weiß Mrs. Weasley es sehr wahrscheinlich auch...“ überlegte Hermine laut und Severus verzog gequält das Gesicht. Anscheinend war ihm das Thema etwas unangenehm.

„Sie weiß es!“ sagte er kurz und besah sich interessiert seine Schuhe.

„Ich habe sie in der Winkelgasse getroffen..“ murmelte er kleinlaut und ein schadenfrohes Grinsen stahl sich auf Hermines Gesicht „Sie hat mich ziemlich angeschrien. Es kam mir so vor als müsste sie nicht einmal Luft holen. Es hat sie nicht mal interessiert, das sich alle Leute nach uns umdrehten...“

Hermine gluckst amüsiert und er schien es ihr nicht mal übel zu nehmen.

„Also, schätze ich du willst lieber nicht...“

„Nein!“ sagt er schnell „Ich komme mit!“

Hermine wusste es zu schätzen, was er da für sie tat. Normalerweise würden ihn keine zehn Pferde dort hinbringen, aber er tat es ganz freiwillig.

Seit langem war das wirklich mal das ehrlichste Gespräch das sie geführt hatten. Auch wenn das Essen bei den Weasleys sehr wahrscheinlich ein Desaster werden würde, alleine schon weil Harry und Ron dort war, war sie ihm doch dankbar das er das auf sich nahm.

Dies war mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung.

„Dann hole ich dich in der Bibliothek ab, oder?“ fragte er und Hermine nickte lächelnd.

19. Kapitel – Phänomenal Egal

Und auf jeden Fall, bin ich fast gar nicht in dich verliebt...

Hermine war froh als Severus sie wie versprochen in der Bibliothek abholte, damit sie gemeinsam zu den Weasleys reisen konnten.
Severus wirkte tatsächlich etwas nervös, da er keine Ahnung hatte was auf ihn zukommen würde. Hermine musste sich ein Grinsen verkneifen, seine Unsicherheit hatte irgendwie etwas süßes, wie bei einem ersten Date.
Sie selbst war eigentlich auch ziemlich aufgeregt, aber mehr wegen der Tatsache, das sie Harry und Ron nicht erzählt hatte, das sie Severus mitbringen würde.
Ehrlich gesagt, hatte sie es keinem erzählt.
Es war schön das Severus mitkam, aber sie hoffte wirklich das dadurch kein Streit entstehen würde.
Sie erwartete schließlich ein Kind von ihm, da konnten sie sich unmöglich auf ihren Ehemann stürzen.
Das gute daran, war allerdings, das wenn Severus sie irgendwie enttäuschen würde, konnte sie es noch immer auf die Hormone schieben. Aber mit so was rechnete sie besser erst gar nicht.

„Reisen wir mit Flohpulver?“ fragte Severus als Hermine schnell ihre Sachen zusammen packte, Madam Pince stand daneben und sah reichlich irritiert aus. Hermine hatte heute keine rechte Zeit gefunden, sie vorzuwarnen, aber mehr noch hatte sie keine Lust gehabt.
Sie hätte alles erklären müssen, dann hätte sie sich sicher irgendwelche Warnungen anhören müssen und all das...
Das war einfach nichts für sie. Sie musste doch schließlich selbst rausfinden was das richtige war.
Hermine schüttelte abwesend den Kopf und spannte ihre Tasche auf die Schulter.
„Nein, apparieren finde ich ehrlich gesagt höflicher als einfach durch den Kamin zu poltern!“ Severus zog überrascht eine Augenbraue hoch und rührte sich nicht.
„Du apparierst?“ fragte er ruhig.
Hermine kam grinsend auf ihn zu, harkte sich bei ihm unter und zog ihn mit sich aus der Bibliothek.
Es war eindeutig, das er sich zu fragen schien, was er wohl noch alles verpasst hatte. Hermine hielt es nicht für klug ihn jetzt über alles aufzuklären. Sollte er es doch selbst herausfinden.
Schweigend gingen sie an den Rand des verbotenen Waldes zum Apparierpunkt.
„Bist du dir sicher, das du auch heil ankommst?“ fragte er unsicher, als sie die Stelle erreicht hatten.
Hermine nickte zuversichtlich, sie hoffte vielmehr, das Harry und Ron heute keinen Mord begehen würden.
„Los!“ meinte sie kurz, schickte noch ein Stoßgebet zum Himmel und apparierte mit einem lauten Knall um Sekunden später wieder vor dem Fuchsbau zu erscheinen. Severus hatte es ihr gleich getan und war kurz nach ihr erschienen.
Hermine ging zur Tür und kicherte kurz, als sie Mrs. Weasley schreien hörte.
„ICH DACHTE IHR SEID AUS DEM ALTER RAUS!!!“ schrie sie und Hermine merkte das Severus neben ihr erschrocken zusammenzuckte, er hatte wohl so eine Art Trauma..
„GINNY HÄTTE SICH EIN BEIN BRECHEN KÖNNEN, ODER NOCH SCHLIMMER!“ Um Severus das weitere Geschrei zu ersparen, klingelte Hermine hastig.
„IHR RÄUMT JETZT SOFORT ALLES WEG UND WENN ICH NOCH EINES DIESER DINGER HIER FINDE, DANN KÖNNT IHR WAS ERLEBEN!!!“ Nur wenige Sekunden später öffnete sie schließlich mit hochrotem Kopf die Tür, doch als sie Hermine erkannte wurde ihr Ausdruck sofort wieder weich und sie schloss sie liebevoll in die Arme.
„Hermine, liebes, geht es dir gut?“ fragte sie in der Umarmung und Hermine hatte mühe Luft zu holen, daher beließ sie es bei einem Nicken.
Als Mrs. Weasley schließlich von ihr abließ, blickte Hermine kurz zu Severus, welcher Sicherheitshalber einen Schritt zurück gegangen war und nun ziemlich verunsichert wirkte.
„Severus,“ meinte Mrs. Weasley kühl und ihre Augen verengten sich zu schlitzen “Ich bin mir sicher dir geht es blendend”
„Ja... ähm... danke der Nachfrage..“ sagte er leise und blickte hilfesuchend zu Hermine. Es war schon seltsam, mit Voldemort ist er fertig geworden, aber bei Mrs. Weasley bekam er Panik.
„Hören Sie, Mrs. Weasley,“ begann sie schnell „Es ist in Ordnung, und wir wollte euch eigentlich auch noch was wichtiges erzählen!“
Mrs. Weasley nickte langsam und trat schließlich von der Tür zurück.
„Kommt rein, es sind schon alle da und das Essen wird auch gleich fertig sein.“ Sagte sie und diesmal lächelte sie wieder.
Hermine zog Severus mit sich durch den Flur und sie betraten gemeinsam das Esszimmer.
Tatsächlich waren schon alle anwesend, inklusive Ron und Harry, welche sie leicht entsetzt anblickten.
„Was macht er hier?“ fragte Harry schroff und sprach damit das aus was alle anderen im Raum dachten, die bei ihrer Ankunft scharf die Luft eingesogen hatten. Ginny hatte die Arme vor der Brust verschränkt und Fred und George standen ausdruckslos hinter Harry und hatten jeweils einen Stiefel in der Hand.
Hermine kam der Gedanke das der Stiefel der Grund für Mrs. Weasleys Wut war, aber das war jetzt unwichtig...
Der einzigste der versuchte sich weitäsgehend rauszuhalten und nun beschämt zu Boden blickte war Mr. Weasley, ansonsten schien es als hätten sich alle gegen sie verschworen.
Nun, eigentlich weniger gegen sie, sondern mehr gegen Severus.
Vorsichtshalber blieben sie beide an der Tür stehen.
„Ich habe ihn eingeladen!“ sagte Hermine schließlich und bemühte sich einen entschlossenen Eindruck zu machen. Severus sagte gar nichts dazu, aber Hermine sah, das er in seiner Tasche den Zauberstab umklammert hielt.
„Du hast es ihm gesagt!“ meinte Ron vorwurfsvoll, aber nicht ganz so wütend wie Harry.
„Natürlich habe ich es ihm gesagt,“ sagte sie verärgert und merkte das ihre Stimme lauter wurde „Er hat schließlich ein Recht es zu erfahren!“
„Was zu erfahren?“ fragte George irritiert und warf Fred einen fragenden Blick zu, welcher ebenfalls nur mit den Schultern zuckte.
„Hast du vergessen was er getan hat?!“ rief Harry „Bei der nächsten Gelegenheit schnappt er sich Alex und brennt mit dieser Schlampe durch!“
„Das lass dann ruhig mal meine Sorge sein!“ rief Hermine und wurde völlig aus der Bahn geworfen, als Severus ihr irritiert auf die Schulter tippte.
„Alex?“ fragte er erstaunt und Hermine runzelte die Stirn. Anscheinend hatte Harry sich wieder einen neuen Namen einfallen lassen. Sie zuckte mit den Schultern und blickte dann zu Harry welcher nun leicht errötete.
„Also ich finde Alex gar nicht mal so schlecht..“ meinte er kleinlaut und Severus schüttelte den Kopf.
„Ich finde Alex aber schlecht! Das sagt doch überhaupt nichts aus!“
„Es ist durchschnittlich“ warf Ron nun ein und Ginny nickte zustimmend.
„Seit ihr jetzt völlig bekloppt?“ fragte Fred und schnaubte fassungslos „Was ist denn lost mit euch, warum Alex? Und worüber streitet ihr euch eigentlich?“
„Gut, was schlägst du denn vor, Snape?“ fragte Harry und ignorierte die Fragen der Zwillinge, ebenso wie alle anderen, bis auf Mr. Weasley der nun interessiert die Zeitung las.
Severus lehnte sich gegen den Türrahmen und verschränkte ebenfalls die Arme vor der Brust.
„Ich bin für James!“ meinte er ruhig. Hermine drehte sich verwundert zu ihm um.
„James?“ fragte sie „Aber du weißt wie Harrys Zweitname lautet, oder?“
„Vor allen Dingen sein Vater!“ warf Ron ein, während Harry einfach gar nichts sagte.
„Natürlich weiß ich das!“ meinte Severus ärgerlich „Aber ich finde den Namen gut und normalerweise werden ja nur stärkere Leute danach benannt, jetzt mal abgesehen von den zwei Ausnahmen!“
„Ich finde James toll!“ rief Harry begeistert und ignorierte Severus` Seitenhieb.
„Zur Not kann man immer noch Jamie daraus machen“ rief Ginny lachend und klatschte in die Hände.
Hermine fand den Namen eigentlich auch nicht schlecht, dennoch kam ihr eine vage Vermutung wie Severus auf diesen Namen kam. Sie musste ihn bei Gelegenheit danach fragen.
„Warum steht ihr noch hier rum?“ fragte Mrs. Weasley, als sie hinter den beiden erschien und blickte fragend in die Runde.
„Sie haben von einem Alex oder einem James geredet“ sagte Fred ratlos und ließ die Stiefel schnell hinter dem Rücken verschwinden.
„Und irgendwie wissen alle außer uns Bescheid“ murrte George.
Harry grinste vielsagend und blickte zu Hermine die ebenfalls grinste und mit den Schultern zuckte.
„Wir haben uns nur überlegt das Hermines Baby James heißen wird!“ sagte er schließlich und musste lachen, als er die verwirrten Gesichter von Mr. Und Mrs. Weasley sah.
„Hermines Baby?!“ rief Mrs. Weasley erschrocken und drehte sich zu den beiden um „Du bist doch nicht etwa.... oh Hermine!!!“ rief sie entzückt und schloss Hermine zum zweiten Mal an diesem Tag in die Arme und zog auch Severus diesmal zu sich ran.
„Wenn ich das gewusst hätte“ schluchzte sie und drückte die beiden fest an sich.

Hermine bekam nur noch am Rande mit wie alle um sie herum sie beglückwünschten. Zuerst hatte sie wirklich gedacht, Harry würde Severus an den Hals fallen und alles würde eskalieren. Doch seltsamerweise wollte nun keiner mehr etwas davon wissen, Severus wurde wieder akzeptiert und Harry schien mehr als glücklich darüber zu sein, das sie sich für den Namen James entschlossen hatten.
Eine Schwangerschaft machte doch doppelt soviel Spaß, wenn man schon einen Namen für das Baby hatte und natürlich wenn man Leute um sich rum hatten die sich ebenso darauf freuten wie man selbst.
Severus die Wahrheit zu erzählen war wirklich das beste gewesen, was sie je getan hatte. Sie wusste einfach das er es Ernst meinte.
Er wollte dieses Kind und er wollte es mit ihr.
Sie wusste das sie auf ihn zählen konnte.
Später nach dem Essen hatte Ginny ihr schließlich flüsternd erzählt was hinter Fred und Georges Stiefel steckte. Anscheinend hatten sie einen Stiefel erfunden der einem ein Beinchen stellte wenn man ihn irgendwo abstellte und nicht wenige der Weasley Familie waren die letzten Tage immer wieder auf die Nase geflogen.


Hermine und Severus saßen am Abend nachdenklich auf dem Balkon ihres Hauses. Hermine hatte sich bereit erklärt sich noch mal mit ihm zu treffen um alles noch einmal zu besprechen, danach würde sie wieder zu Harry in den Grimmauldplatz reisen.
Das Essen bei den Weasleys war so harmonisch wie lange nicht mehr gelaufen und sie war mehr als glücklich darüber.
Mrs. Weasley hatte ihr ihre Hilfe angeboten, falls sie nicht mehr weiter wusste und Hermine hatte bemerkt wie sie bei diesem Gedanken mehr und mehr ins Schwärmen geriet.
Mrs. Weasley war wirklich eine Mutter aus vollem Herzen.
„Sagst du mir jetzt, wie du auf James gekommen bist?“ fragte Hermine, als Severus Wasser in zwei Sektgläser füllte.
Hermine wäre Sekt wirklich lieber gewesen, aber Severus war wirklich gewissenhaft, wenn es um schwangere und Alkohol ging. Obwohl ein Glas Wein meisten vom Doktor empfohlen wurde.
„Sag du mir was du denkst“ meinte er und lächelte vielsagend.
Hermine blickte grinsend in den sternenklaren Himmel.
„Kennst du James Bond?“ fragte sie schließlich. Sie war sich nicht sicher, da er schließlich kein großer Fan von Muggelbüchern bzw. Filmen war.
Er lachte kurz und reichte ihr dann ein Sektglas rüber.
Sie wusste es doch! Nur ein Mann der James Bond kannte, hielt ihn für einen starken Namen. Ihr sollte es recht sein, sie hatte wirklich nichts gegen den Namen.
„Wusstest du das Ian Fleming kein Muggel war?“ fragte er als sie beide kurz anstießen.
„Nein, aber ich hätte es mir denken müssen“ murmelte sie und blickte lächelnd zu ihm rüber.
Eine kurze Zeit lang herrschte Stille und er blickte ihr ebenfalls lächelnd in die Augen.
Hermines Herz klopfte, der ganze Tag war ihr heute schon wie ein erstes Date vorgekommen und ihr war bewusst geworden das sie diesen Mann mehr als alles andere auf der Welt liebte.
"Sag mal..." flüsterte sie nach einer Weile in der sie geschwiegen hatten und er blickte fragend zu ihr rüber. Nachdenklich drehte sie das Glas in ihrer Hand. "Ich möchte das wir alles beiseite schaffen, du doch auch oder?"
Severus musterte sie kurz und nickte dann langsam.
"Natürlich, das weißt du doch!" sagte er unsicher.
"Kannst du mir dann vielleicht noch sagen, warum du deinen Ehering in Hogwarts nicht getragen hast und das schon vor unserer Trennung?"
Er seufzte hörbar und Hermine merkte das ihm das Thema mehr als unangenehm war.
"Hast du das von Anfang an schon getan? Oder wann hat es angefangen? Hast du dich so für unsere Ehe geschämt?" fragte sie ihn leise und ganz plötzlich stiegen Tränen in ihr auf.
Severus bemerkte ihre plötzliche Aufregung und biss sich auf die Lippe. Er stellte sein Glas beiseite und kniete sich vor sie auf den Boden um sie besser ansehen zu können.
Vorsichtig berührte er sie am Arm.
"Hermine, bitte... ich werde die alles erzählen. Jetzt sofort!" hauchte er "Aber bitte fang nicht an zu weinen. Das steht dir nicht, Hermine!"
Hermine nickte kurz, wischte sich die Tränen aus den Augen und sah ihn abwartend an. Sie hatte immer noch das Verlangen danach zu weinen, aber sie verkniff es sich.
"Ich habe ihn am ersten Tag nach unserer Hochzeit getragen. Aber dann merkte ich das er im Zaubertränkeunterricht sehr unpraktisch war. Erstens, weil er beim brauen gestört hat und zweitens, weil..." er brach kurz ab um nach den richtigen Worten zu suchen "...weil es mir einfach so vorkam, als lege er allen mein Privatleben offen dar. Das wollte ich nicht. Versteh mich bitte nicht falsch, ich hab mich nicht geschämt für dich. Es war mir nur einfach unangenehm, dass alle über mich Bescheid wussten."
Ja, sie kannte seine Verschlossenheit und besonders seine Verbissenheit darin sein Privatleben geheim zu halten. Vielleicht hatte er es nicht böse gemeint, aber er hatte sie damit eindeutig verletzt.
"Sag mir Severus, wenn wir irgendwann vielleicht wieder zusammenkommen sollten und eine vernünftige Ehe führen. Wirst du ihn dann tragen?"
"Ja. Ganz sicher! Ich werde ihn wohl beim brauen ausziehen müssen, aber danach werde ich ihn sofort wieder anziehen!"
Wenn sie irgendwann wieder zusammen kommen sollten... Hermine wusste das es noch einige Zeit dauern würde bis ihr Vertrauen wieder da war, aber bis dahin musste er warten. Sie würde noch einige Zeit lang bei Harry wohnen bleiben, bis sie sich sicher war ihm wieder trauen zu können.

„Weißt du Severus, in den letzten Wochen ist mir klar geworden das ich ohne dich leben kann“ meinte sie nach einer Weile und sie bemerkte das er sich irritiert zurückzog.
Lächelnd griff sie nach seiner Hand, stellte ihr Sektglas weg und beugte sich nah zu ihm rüber.
„Ich kann ohne dich leben“ flüsterte sie „Ich will es aber nicht!“
Sanft strich er über ihr weiches Haar zog sie an sich heran und küsste sie.

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Epilog


„Alt wie ein Baum, möchte ich werden, genau wie der Dichter es beschreibt...“ summte Jamie vor sich hin, als er im Zug nach Hogwarts saß und fröhlich in einem seiner Bücher blätterte. Gestern war sein Geburtstag gewesen und statt dem üblichen Happy Birthday hatte seinen Familie dieses Lied vorgezogen.
„Alt wie ein Baum, mit einer Krone die weit, weit, weit, weit über Felder zeigt“
Jamie versuchte so gut es eben möglich war seine Aufregung zu bezwingen, heute war sein erster Tag in Hogwarts. Er war gestern elf Jahre alt geworden und heute war der 1. September, endlich würde er nach Hogwarts kommen.
Er hatte Jahrelang davon geträumt und konnte es gar nicht abwarten endlich elf zu werden, seine Mutter hatte ihm soviel davon erzählt, ebenso wie alle anderen.
Seine Eltern arbeiteten beide dort und waren bisher jeden morgen zu ihrer Arbeitsstelle gefloht, aber nun, so hatte seine Mum ihm erklärt, würden sie beide dort bleiben, ebenso wie er.
Sie hatte dort eine Stelle als Krankenschwester, während sein Dad unterrichtete.
Abwesend fuhr er sich mit seiner Hand durch sein kurzes schwarzes Haar. Es war vielleicht drei Zentimeter lang und glich sehr dem Haar seines Vaters, ebenso wie seine Augenfarbe, der ganze Rest kam von der Seite seiner Mutter. Seine Stubsnase, seine gesunde und schnell braun werdende Haut und seine mittelmäßige Statur.
„Ach hier steckst du!“ rief eine Stimme erleichtert und Jamie drehte sich irritiert zur Abteiltür um, an der ein rothaariges Mädchen mit grünen Augen erschienen war.
Joanie, sie hatte er völlig vergessen. Es war auch ihr erstes Jahr und sie hatte ihn schon zu Hause damit genervt, dass sie sich ein Abteil teilen würden.
Ehrlich gesagt wollte er lieber alleine bleiben.
Joanie war wie eine Schwester für ihn, eine kleine nervige Schwester, die ständig bei ihm rumhing in dem Glauben das er Gesellschaft suchte.
Ihre Eltern und seine verstanden sich sehr gut und daher waren sie mehr oder weniger zusammen aufgewachsen.
„Ich hab jemanden mitgebracht!“ rief sie fröhlich und zerrte einen großen blonden Jungen zur Tür herein, welcher ihn verlegen angrinste.
Jamie zog fragend eine Augenbraue hoch und verdrehte in Gedanken die Augen.
Das war typisch für sie, kaum war sie auf sich alleine gestellt, schnappte sie irgendeinen auf und brachte ihn dann gleich mit zu ihm.
Wieso verstand sie nicht, das er nicht am Freundschaften schließen interessiert war? Jetzt wollte er zumindest erst mal seine Ruhe haben.
Der blonde Junge setzte sich ihm gegenüber, ebenso wie Joanie, und hielt ihm die Hand hin.
„Hi, mein Name ist Niel Longbottom“
Longbottom? Den Namen hatte er schon mal gehört, nur wo?
Jamie ergriff genervt seine Hand und schüttelte sie.
„Jamie Snape“ meinte er knapp und legte dann bedauernd sein Buch zur Seite. Jetzt würde er ohnehin nicht mehr zum lesen kommen.
Niel machte große Augen und blickte fragend neben sich zu Joanie, welche allerdings seinen Blick nicht deuten konnte.
„Ist dein Dad Lehrer hier?“ fragte er schließlich neugierig und Jamie nickte nur kurz.
Sein Onkel hatte ihn schon vorgewarnt das so etwas passieren könnte. Er hatte gesagt das sein Dad nicht gerade den besten Ruf als Lehrer hatte, besonders nicht bei den Gryffindors und das er ziemlich unfair zu den Schülern war.
Er war sich fast sicher gewesen das Jamie für großen Gesprächsstoff sorgen würde, schließlich gab es keinen in Hogwarts der seinen Dad nicht kannte.
„Mein Dad hat gesagt ich soll bloß aufpassen in seinem Unterricht und ja nichts böses anstellen“ fuhr er fort und Jamie machte ein gelangweiltes Gesicht „Aber meine Mum findet ihn okay. Aber sie war ja auch in Slytherin. Was meinst du wo du hin kommst, Jamie?“
Er zuckte kurz mit den Schultern. Er hatte wirklich keine Ahnung, aber er hatte auch keinen speziellen Wunsch.
Normalerweise wünschten sich die Kinder von Gryffindors immer auch dorthin zu kommen, aber seine Eltern waren in unterschiedlichen Häusern gewesen.
So gesehen war es ihm eigentlich egal ob er nach Slytherin kam oder nach Gryffindor. Er fand beides nicht schlecht, solange der sprechende Hut ihm nicht sagen würde das er völlig ungeeignet für diese Schule war und noch ein Jahr warten sollte.
Jamie wischte sich seine schweißnassen Hände an seiner Hose ab, jetzt stieg die Angst wieder in ihm hoch.
Seine Mum hatte ihm zwar vorher gesagt das er absolut keine Angst haben musste, heim geschickt zu werden, aber er hatte sie trotzdem.
„Ich hoffe ich komme nach Slytherin, wie mein Dad“ sagte Joanie und wie fast immer schwang eine Spur von Arroganz in ihrer Stimme mit.
Jamie hatte seinen Dad mal danach gefragt, warum sie das immer tat, er hatte gemeint in ihrer Familie taten das schon immer alle. Sie war eine echte Malfoy.
Nur das seltsame an der Sache war, dass ihre Mum ebenfalls eine Gryffindor war, sie war eine Weasley, aber Joanie hatte von ihrer Mutter wohl nur das Aussehen geerbt.
Das war eigentlich schade.
Jamie mochte Ginny wirklich, sie war sich nie zu fein dafür gewesen mit ihm zu spielen, ganz anders als Malfoy, er würde niemals mit Kindern spielen, aber dafür hatte er andere Eigenschaften die Jamie an ihm mochte.
Inzwischen war er schließlich aus dem Spielalter raus und Draco wusste eine Menge an verbotener Sachen, die seine Eltern ihm niemals erzählen würden, ebenso wie Onkel Harry und Onkel Ron, aber keiner der beiden wusste so verbotene Dinge wie Draco.
Ob er so manche Sachen auch Joanie erzählte, oder vermied er das weil sie ein Mädchen war?


Jamie stand frierend und durchnässt in der großen Halle und wartete wie alle anderen Erstklässler auf den Aufruf seines Namens.
Nach der Zugfahrt, waren sie zusammen mit Hagrid in Booten über den See gefahren. Hagrid hatte schon gesagt was für ein Glück sie hätten das es nicht regnet, sonst würde es immer regnen.
Als sie ungefähr die Hälfte überquert hatten, hielt Niel es für eine gute Idee sich übers Wasser zu beugen und nach Fischen zu suchen, dabei war er schließlich ins Wasser gestürzt und Jamie, der versuchte hatte ihn festzuhalten wurde gleich mit rein gezogen.
Er sollte sich wirklich die Leute mit denen er sich abgab besser aussuchen, in so kurzer Zeit war er noch nie zum Gespött der ganzen Schule geworden.
„Longbottom, Niel“ rief McGonagall aus, Niel ging nervös zum Stuhl und McGonagall setzte ihm den Hut auf.
„SLYTHERIN!“ rief der Hut nach kurzer Zeit und Niel lief zum Tisch der Slytherins. Jamie erblickte ein paar verblüffte Lehrer Gesichter, aber seine Eltern konnte er momentan nicht ausmachen.
Jamie musste noch ein paar Minuten lang warten, ehe er aufgerufen wurde, aber nach Silver, Robbie war es schließlich soweit.
„Snape, James Jeremiah“ rief McGonagall und ein kurzes Raunen ging durch die Tischreihen, Jamie ignorierte es und trat nach vorne zum Stuhl.
Auf McGonagalls sonst so ernstem Gesicht erschien ein kurzes Lächeln und dann sah er schließlich seine Eltern am Lehrertisch sitzen, der Stuhl hatte sie bisher verdeckt. Seine Mum zwinkerte ihm nur kurz zu und sein Dad, warf einen irritierten Blick auf seine nasse Kleidung. Unauffällig warf er einen Blick zu Niel und sein Dad verdrehte kurz die Augen.
Er hatte sofort verstanden was er gemeint hatte, anscheinend wusste er schon von Niels Hang zu Katastrophen.
Mit klopfendem Herzen ließ Jamie sich auf dem Stuhl nieder, er wusste das seine Eltern gewettet hatten in welches Haus er kommen würde und er war sich ziemlich sicher das auch McGonagall mit gewettet hatte.

Schon wieder so ein schwieriger Fall, anscheinend ist es jetzt modern Eltern aus Slytherin und Gryffindor zu haben... hörte er eine Stimme in seinem Kopf die nur vom sprechenden Hut stammen konnte.
Ich sehe bei dir großes Potenzial für Slytherin, aber auch großen Mut und das Temperament eines Löwen gepaart mit dem Ehrgeiz einer Schlange. Hmm.... ich glaube ich mache keinen Fehler wenn ich sage:
„SLYTHERIN!“ rief der Hut laut und Jamie sah als erstes das Gesicht von McGonagall die ihn leicht zerknirscht anblickte, dann jedoch lächelte.
Anscheinend hatte sie eine Wette verloren.
Sein Tisch applaudierte laut als Jamie zu ihnen rüber kam, nicht jedoch ohne noch mal einen Blick auf den Lehrertisch zu werfen, an dem seine Eltern beide klatschten, aber sein Dad hatte eindeutig ein schadenfrohes Grinsen im Gesicht.
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