Prolog

Das Feuer knisterte, als hätte es nie etwas anderes gemacht, als wäre genau das der Sinn des Lebens.
Der Sessel war gut gepolstert und verführte einen zum Schlaf.
Jack wusste aber, dass er es sich nicht leisten konnte zu schlafen, die Arbeit rief mal wieder.
Er fragte sich oft, ob er auch so viel zu tun gehabt hätte, wenn er sich nicht für diese Seite entschieden hätte; kam aber jedesmal zu dem Ergebnis, dass er dann noch sehr viel mehr zu tun gehabt hätte.
Viel Zeit blieb ihm nie, aber immerhin noch genug Zeit, um seine Erinnerungen zu ordnen, um sich sein Leben vor Augen zu führen.
Für das blieb Zeit, für Reue nicht.
Hätte er mehr Zeit gehabt, vielleicht hätte er sich Gedanken darüber gemacht, wie viele falsche Dinge er in seinem Leben getan hatte.
Aber es waren zu viele...
Abgesehen davon hielt er nichts von Reue, er hatte sich früh für eine der beiden Seiten des Lebens entschieden und hatte seine Wahl nie bereut.
Innerlich lachte er höhnisch auf, die schwarze, böse Seite... wie lächerlich.
Es gab nun einmal zwei Seiten, nicht mehr und nicht weniger. Es gab weder gut noch böse, nur zwei verschiedene Ansichten.
Angespannt schloss er die Augen, wie lange war das alles nun schon her?
60 Jahre? Bestimmt.
Und morgen um diese Zeit würde er seine Lebensgeschichte einer Journalistin erzählen.
Im Grunde genommen war es lächerlich, denn er wusste schon jetzt, dass die Wahrheit niemals ans Licht kommen würde; dass er die Aufzeichnungen wahrscheinlich vernichten würde und er wusste nicht einmal, warum er es tat.
Vielleicht um seine Gedanken zu ordnen, vielleicht um zu sehen, wieviel er schon erreicht hatte?
Vielleicht aber auch einfach nur, um verschiedenste Sachen einmal loszuwerden, die danach nie wieder erwähnt werden würden...
Nie wieder, dafür würde er schon sorgen.

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