Die Sintflut - Vorwort

  Gab es wirklich eine SINTFLUT?  

Themen zur Sintflut

  1. Einführung
  2. Die Polarregionen
  3. Das Wasser - woher?
  4. Das Wasser - wohin?
  5. Datierungsmethoden
  6. Plattentektonik
  7. Vulkanketten/ Hot Spots
  8. Spreizungszentren
  9. Subduktionszonen
  10. Das Mittelmeer war eine Wüste
  11. Spuren der Flut und der Eiszeiten
  12. Missoula - Überflutungen
  13. Zusammenfassung Eiszeit
  14. Hinweise auf Eiszeiten
  15. Bestätigung für die Eiszeiten
  16. Weitere Hinweise auf Eiszeiten
  17. Weitere Probleme
  18. Regen vor der Flut
  19. Kontinentalanhebung
  20. Flutlegenden (1)
  21. Flutlegenden (2)
  22. Zusammenfassung

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DIE SINTFLUT

VORWORT

engl. Original von Alan Feuerbacher
ins Deutsche übertragen von "what is truth?"


Einen Grundpfeiler im Weltverständnis der Zeugen Jehovas bilden die ersten sechs Kapitel der Genesis (1. Buch Mose). Diese kurzen Kapitel der Bibel umfassen zwei elementare Ereignisse, die die naturwissenschaftliche Weltsicht und die Erwartungshaltung der Zeugen Jehovas grundlegend prägen: Die Schöpfungsgeschichte mit dem einleitenden göttlichen Diktum „Es werde Licht“ und die globale Sintflut mit Noah als dem Archetyp eines gottgefälligen Menschen, der ein göttliches Strafgericht überlebt. Für Zeugen Jehovas sind beide Erzählungen nicht auf menschliche Urerzählungen und Schicksalsdeutungen zurückzuführen, sondern auf Ereignisse, die vor rund 6.000 (die Erschaffung des Menschen) und 4.000 Jahren (die Sintflut) buchstäblich stattfanden. Das Glaubensgebäude der Zeugen ist unentrinnbar mit der Historizität dieser beiden Ereignisse verknüpft. Hat eine Sintflut nicht stattgefunden, so bricht unvermeidlich das darauf aufgebaute Glaubenssystem zusammen und damit die religiöse Grundlage für mehr als 6 Millionen Zeugen Jehovas sowie für andere fundamentalistische Sekten.

Bei einem Ereignis von so gewaltiger Tragweite sollte man meinen, dass Zeugen Jehovas das Problem der Geschichtlichkeit der Sintflut gründlich mit den Methoden der heutigen Naturwissenschaften überprüft und zu einem eindeutigen positiven Resultat gekommen wären und dieses auch belegen könnten. Jeder, der sich mit der Literatur der Gesellschaft und mit den dortigen Vorstellungen beschäftigt hat, weiß, auf welch schwachen Füßen die "Beweise" und Erklärungsmöglichkeiten für eine globale Sintflut stehen. Der vorliegende Essay setzt sich gründlich mit diesem Themenkomplex auseinander. Er zeigt die Probleme auf, die entstehen, wenn man eine globale Sintflut mit den Naturgesetzen erklären wollte, er bespricht die Vorstellungen, die Geologen, Biologen, Archäologen und andere Wissenschaftszweige über die Erdgeschichte der letzen Millionen Jahre in mühevoller Kleinarbeit entwickelt und auf verschiedenste Art und Weise bewiesen haben, und er zeigt auf, wo sich Konflikte zwischen der Vorstellung einer globalen Flut mit den in der realen Natur beobachtbaren Zeugnissen ergeben.


Über den Autor und die Entstehungsgeschichte des Essays

Alan Feuerbacher, aufgewachsen in den USA in einer aktiven Familie von Zeugen Jehovas, begeisterte sich bereits als Kind für wissenschaftliche Themen, akzeptierte aber zu der Zeit trotzdem nahezu kritiklos alles, was die Wachtturm-Gesellschaft zu diesen Themenbereichen schrieb und lehrte. Als begeisterter Zeuge Jehovas versuchte er sich für einen Kurs in seinem ersten Jahr am Massachussets Institute of Technology (MIT) an einem gewaltigen Projekt: Er wollte darin die biblische Sintflut, wie sie die Gesellschaft lehrte, verteidigen und nahm dafür die säkularen Quellenhinweise zu Hilfe, die er aus WT-Veröffentlichungen zusammengetragen hatte. Die öffentliche Bibliothek am MIT leistete dafür hervorragende Dienste, doch zu seinem Erstaunen musste er feststellen, dass es sich bei den meisten um sehr dürftige populärwissenschaftliche oder noch wesentlich dubiosere Quellen handelte, die man beim besten Willen nicht als fundierte wissenschaftliche Quellen bezeichnen konnte. Damit blieb ihm nichts anderes übrig als das Projekt abzubrechen, denn an einer seriösen Universität wäre er mit einer solchermaßen auf schwachen Füßen stehenden Argumentation mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Auch sein Versuch, das Thema Evolution/ Schöpfung auf gleiche Art und Weise anzupacken, schlug aus den gleichen Gründen fehl.

Im Verlauf seines Universitätsstudiums stieß er noch auf viele weitere Punkte, in denen die Gesellschaft unaufrichtig war oder Behauptungen im wissenschaftlichen Bereich aufstellte, die sie aber nicht mit harten Zahlen untermauern konnte, z. B. die immer wiederholte Behauptung, die Zahl der Erdbeben im 20 Jhdt. läge signifikant höher als in all den vorangegangenen Jahrhunderten. Herauszufinden, dass die WT-Autoren auf wissenschaftlichen Gebieten oftmals inkompetent waren oder auch einfach Zitate zu ihren Gunsten verdrehten oder falsch anwandten, tat ein Übriges. Am Ende seiner Ausbildung (1982) besuchte er kaum noch eine Zusammenkunft.

1985 erschien das "Schöpfungsbuch", das in einer kurzen Notiz zur Sintflut dieselben falschen Vorstellungen wieder aufwärmte, wie die WTG sie schon früher dargestellt hatte. Die Behauptungen zum Beresovska-Mammut (Schöpfungsbuch S. 203, siehe Teil 2 des Essays) zum Beispiel waren das genaue Gegenteil dessen, was ein verständiger Leser aus dem Originalbericht entnehmen konnte. Dies gab ihm wieder den Anstoß, sich erneut mit der Frage zu befassen, inwieweit der Sinflutbericht historischen Ereignissen entsprach. Zu dieser Zeit war Alan Feuerbacher nach Oregon gezogen und wurde dort mit den eindeutigen Beweisen konfrontiert, dass es dort am Ende der letzten Eiszeit, vor 12 - 14.000 Jahren, massive Überschwemmungen gegeben haben muss. Die Anzeichen dafür sind für jeden interessierten Laien in den Schluchten des Columbia zu erkennen bzw. werden ihm vor Augen geführt, wenn er im Cascade-Nationalpark von Oregon ein Besucherzentrum besucht. Details über diese Überflutungen, die Missoula-Überflutungen finden sich im Teil 12 des Essays. Die Sintflut, wie sie die Gesellschaft versteht, und die Ereignisse in Verbindung mit den Missoula-Überflutungen schließen sich gegenseitig aus.

Ungefähr im November 1990 beschloss Alan Feuerbacher seine Bedenken gegen eine Sintflut und verwandte Themen und was er auf diesem Gebiet gelernt hatte, zusammenzustellen und der WTG zu unterbreiten, um sie auf die Ungereimtheiten aufmerksam zu machen. Beginnend mit den Missoula-Überflutungen füllte sich Seite um Seite mit Argumenten gegen die Ansicht der Gesellschaft zu Noah und seiner Arche. Nach 30 Seiten war gerade ein Bruchteil des Materials dargestellt und es war klar, dass die Abhandlung den Umfang eines dicken Wälzers annehmen würde. Damit sank aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Wachtturm-Gesellschaft sich mit seinen Argumenten überhaupt auseinandersetzen würde. Ein nur kurzer Abriss dagegen wäre nicht geeignet gewesen, das Thema ausführlich genug darzustellen. Alan Feuerbacher merkte, dass er in einer Sackgasse gelandet war. Sein aufrichtiges Bemühen war es gewesen, die Brüder in Brooklyn auf fundamentale Fehler auf wissenschaftlich eindeutig bewiesenen Gebieten hinzuweisen und sie so zu einer (wenn auch nur allmählichen) Korrektur ihren Lehren zu veranlassen. In der Zwischenzeit hatte er sich auch hinsichtlich weiterer Ungereimtheiten und Irrtümer im "Schöpfungsbuch" viermal vergeblich brieflich an die Wachtturm-Gesellschaft gewandt. Auch ein persönliches Gespräch im Bethel mit dem verantwortlichen Autor des Buches brachte keine Klärung oder Klarstellung in den Zeitschriften der Gesellschaft. Es wurde immer klarer, dass die Wachtturm-Gesellschaft auch durch harte wissenschaftliche Fakten nicht zu einer Meinungsänderung zu bewegen war - es war ein aussichtsloser Kampf gegen Windmühlen.

Nach dieser ernüchternden Einsicht führte Alan Feuerbacher die Arbeit an den Sintflut-Essay nichtsdestotrotz emsig weiter und beendete sie 1994. Damit alle von seiner Forschungsarbeit profitieren könnten, stellte er den Essay 1998 im Internet zur Verfügung, der seitdem auf Osarsifs Sammlung englischsprachiger Artikel zu Lehren und quacksalberischen Vorstellungen der Zeugen Jehovas zu finden ist.


Die hier vorliegende Übersetzung lehnt sich eng an das englische Original an und enthält einige wenige Aktualisierungen. Da aber seit der Abfassung des Essays bald ein Jahrzehnt vergangen ist und gerade auch die Erdwissenschaften in atemberaubendem Tempo neues Wissen und neue Theorien hervorbringen, sollen in nächster Zeit, soweit es die Zeit erlaubt, einige Aktualisierungen dazukommen.

Ein Beispiel:
In jüngster Zeit sind neue faszinierende Theorien zur globalen Erwärmung, die vor 55 Millionen Jahren einsetzte, hinzugekommen. Sogenannte Methan-Clathrate, feste Verbindungen, die sich am Meeresgrund aus Methan und Wasser bilden können, setzten danach in kurzer Zeit enorme Mengen des im Vergleich zum Kohlendioxid 30x effektiveren Treibhausgases Methan frei (siehe Scientific American 2/ 2000, S.12ff) und brachten dadurch den Wärmehaushalt des globalen Klimasystems kräftig durcheinander. Auch heute sind riesige Lager mit diesen Verbindungen vorhanden, man schätzt die Vorkommen auf 15 000 Milliarden Tonnen, deren Einfluss auf das jetzige Erdklima und dessen Zukunft man erst gerade abzuschätzen beginnt. (Nebenbei: Solche rasch aufsteigenden Eis-Clathrate könnten auch eine rationale Erklärung für das Verschwinden ganzer Schiffe im Bermuda-Dreieck liefern, da sie kurzzeitig die Dichte des Wassers und somit auch den Auftrieb, durch den ein Schiff schwimmt, erniedrigen könnten.)

Für eine Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Thema ist es sicherlich nicht mit einer nur oberflächlichen und flüchtigen Betrachtung getan. Man braucht einen etwas längeren Atem, dafür erhält der naturwissenschaftlich interessierte Leser aber als Belohnung eine ganz neue, erweiterte Einsicht in Aufbau und Dynamik unseres blauen Planeten.


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Ausführliches Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

allgemeine Beschreibung der Sintflut, wie sie in der Literatur der Wachtturm-Gesellschaft (WTG) gelehrt wird.

2. Die Polarregionen

sog. "schockgefrostete" Mammute in den Polarregionen - sprechen sie für eine Sintflut?

3. Das Wasser - woher?

Der Ursprung des Sintflutwassers - kann es ein "Wasserdach" in einer Erdumlaufbahn gegeben haben?

4. Das Wasser - wohin?

Die Theorie der WTG, welche geologische Vorgänge der immense Wasserdruck der Sintflut auslöste und wo sich das Wasser heute befindet.

5. Datierungsmethoden

Liefern die verschiedenen Methoden geologischer Datierung eine zuverlässige Chronologie der Vergangenheit? Sind die Einwände der WTG gegen "Wissenschaftliche Datierungsmethoden für vorgeschichtliche Zeiten" stichhaltig?

6. Plattentektonik

Die Entwicklungsgeschichte der Wegener´schen Theorie der Kontinentalverschiebung (Plattentektonik)

7. Vulkanketten/ Hot Spots

Beweise für die Plattentektonik: Vulkanketten und die Spuren "heißer Flecken" (hot spots)

8. Spreizungszentren

Beweise für die Plattentektonik: Meeresboden-Spreizung; Zyklen der Kontinentalverschiebung; der Urkontinent Pangäa; Entstehung von Gebirgen; Das Vulkanmassiv des Ararat - die Suche nach der Arche Naoh.

9. Subduktionszonen

Beweise für die Plattentektonik: Ins Erdinnere absinkende tektonische Platten

10. Das Mittelmeer war eine Wüste

Beweise für ein allmähliches Austrocknen des Mittelmeeres in geologischer Vorzeit.

11. Spuren der Flut und der Eiszeiten

Sind wissenschaftliche Beweise für Eiszeiten in Wirklichkeit fehlgedeutete Hinweise für eine Sintflut?

12. Missoula - Überflutungen

Ein Beispiel gigantischer Überflutungen - mit charakteristischen Merkmalen

13. Zusammenfassung Eiszeit

Zusammenfassung der Ereignisse während der Eiszeit

14. Hinweise auf Eiszeiten

Die frühe Entwicklung der Eiszeitentheorie von Agassiz bis zum Ende des 19. Jahrhunderts

15. Bestätigung für die Eiszeiten

Milankowitschs Strahlungskurven und die glanzvolle Bestätigung seiner Eiszeitentheorie im Verlauf des 20 Jahrhunderts.

16. Weitere Hinweise auf Eiszeiten

Mechanismen der Entstehung von Eiszeiten und Klimaveränderungen. Steht uns eine weitere Eiszeit bevor?
Zusammenfassung zum Kapitel "Eiszeiten"

17. Weitere Probleme

Weitere Probleme in Verbindung mit der Sintflut

18. Regen vor der Flut

Die WTG-Literatur behauptet, dass es vor der Sintflut keinen Regen gegeben hat. Ist das wissenschaftlich und biblisch haltbar?

19. Kontinentalanhebung

War die Sintflut die treibende Kraft für die Bildung der heutigen Gebirge? Eine Modellrechnung

20. Flutlegenden (1)

Ist die weite Verbreitung von Flutlegenden ein Beweis für die Historizität einer globalen Sintflut?

21. Flutlegenden (2)

Die Flutbeschreibung der Bibel: Widersprüche und Ungereimtheiten; das J- und P-Dokument als Quelle

22. Zusammenfassung