| Du nimmst deinen ganzen Mut zusammen, hoffst, dass sich im naechsten Raum deine Freunde befinden und dich fuer deine Angst auslachen, was sicher noch das kleinste Uebel waere. Vorsichtig drueckst du die Klinke herunter und oeffnest die Tuer. Du haettest sie umarmt, du waerst trotz des Streiches, den sie gespielt haben, so froh gewesen, sie zu sehen. Aber es sind nicht deine Freunde, die hier sind. Die sitzen sicher gemuetlich vorm Fernseher und machen Witze ueber dich, weil du so bloed warst, dich alleine hierher zu trauen. Nein, es sind nicht deine Freunde. Auf den ersten Blick befindet sich ueberhaupt niemand in diesem Raum. Ein alter Tisch, der mit flackernden Kerzen bedeckt ist, die den Raum erhellen und deine Lampe unnoetig machen, steht in der rechten Ecke des Raumes. Auf der anderen Seite befindet sich ein altertuemlich bemalter Schrank. Alles wirkt gemuetlich, nur der Sarg, der die Mitte des Raumes einnimmt, stoert die angenehme Atmosphaere. Das dunkelbraune Holz schimmert im Kerzenlicht und erweckt einen friedlichen Eindruck. Es ist ein schlichtes doch elegantes Modell, vermutlich fuer eine hoeherstehende Person. Ploetzlich erfasst dich Panik, du willst hier weg. Du faengst an zu zitternd und kalte Schauer durchfahren dich. Nicht wegen des Sarges, sondern weil du auf einmal wieder dieses vertraute Pochen vernimmst. Und nun weisst du genau, woher es kommt... Aus dem Sarg... Ein kalter Luftzug schlaegt dir ins Gesicht, obwohl sich in dem ganzen Raum nur ein Fenster befindet. Und das ist fest verschlossen. Du stoesst einen Schrei aus, du willst dich umdrehen und fliehen, doch die Tuer, die du gerade noch dummerweise zugezogen hast, laesst sich nicht mehr offenen... Vor Schreck gelaehmt starrst du auf den Sarg. Das Pochen ist verstummt. Du glaubst, die Panik wuerde dich besinnungslos machen, als sich der Sargdeckel langsam oeffnet und sich etwas daraus erhebt, wovon du niemals geglaubt haettest, dass es mehr tun koennte, als nur ruhig in der Erde zu liegen... |