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SPIEGEL ONLINE-Interview mit Sanierer Bimmelfeind S: Herr Bimmelfeind, sind Sie nun Neo-Keynesianer oder Post-Monetarier? B: Wollen Sie mir meine Zeit stehlen? Ich bin hier, um in diesem Saftladen klar Schiff zu machen, sonst noch Fragen? S: Nun gut, was sind Ihre ersten Schritte, um den Shareholder Value des Konzerns wieder zu erhöhen? B: Als erstes ist Schluß mit den Tragetelefonen. Ich habe bei einem Rundgang festgestellt, daß die Angestellten den ganzen Tag mit ihren Börsenberatern rumtelefonieren, anstatt sich was Vernünftiges mit nem Stecker dran auszudenken. Meistens erledigen sie das beim Kacken auf dem Lokus, weil sie inzwischen Angst vor mir haben. Hahahahaha! Muahahaha! S: Das ist ja hochinteressant. Können Sie das etwas genauer beschreiben? B: Ja, natürlich, ich stand ja daneben und habe die Kabinen abgehört: "Raschel, puller, Puuups". "Tüdeldüdeldü". Dann: "Hallo, hier Krause. Sie rufen mich bei einer wichtigen Sitzung an...achso, Sie sind's, Müller, mein Börsenberater! Verkaufen Sie Bauknecht Stämme. Ja, das geht schon in Ordnung, Meier hat mir gesteckt, daß AEG die Mehrheit an Borgwart übernimmt, wo Bauknecht die Sperrminorität hat. Dann gibt's ne Gewinnwarnung und der Kurs geht in die Knie." "Pflatsch. Pflotsch". Manchmal auch "Pflutsch-Ffffft-frrrrrt!" Ganz unterschiedlich. S: Sie sehen also eine verringerte Effizienz des Unternehmens durch die Abkehr vom Kerngeschäft? B: Genau, alles machen die während des großen Geschäfts! "Frrrrrt! Tüdeldüdel!" Stundenlang!!! Manchmal auch: "Frrrraaatsch! Puuuups! Schlonz!" Und der Klopapierverbrauch! Am schlimmsten ist der kleine Möller, typischer Sitzpinkler, bringt nicht mal am Lokus was vernünftiges zustande: "ft! ft! ft! Ssssssschlotz!" S: Nun gut, Herr Bimmelfeind, Sie scheinen der richtige Mann für diesen harten Job zu sein. B: "Strrrroooonz! Glubbadibubber! Scharatzaadawonz!" Den Klöthenströther sollten Sie mal hören! "Schrattadawonz!" macht's bei dem. Ha, haha, hahahaaaha! HAHAHAHAHA! MUAHAHAHAHAHA! S: Herr Bimmelfeind, wir danken Ihnen für dieses Gespräch! ___________________________ Wie alles anfing: Bimmelfeinds erster Tag bei SIEMENS
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WIRTSCHAFTSKRISE Wehklagen, Gezeter und Gejammer in der Führungsetage: Bimmelfeind greift hart durch! München 18. November 2001 Die Restrukturierung des beinahe in die Pleite gebimmelten Siemens-Konzerns durch den neuen ICN-Bereichsleiter Bimmelfeind schreitet schneller voran, als es der bisherigen Führungsriege lieb ist. Großes Wehgeschrei wurde laut, als der Sanierer das Mobiltelefonieren im gesamten Firmengebäude untersagte, denn, so Bimmelfeind wörtlich: "Diese Nichtsnutze benutzen das Tragetelefon nur, um heimlich beim Schei**en Börsengeschäfte zu erledigen und dabei so zu tun, als ob sie arbeiten. Damit ist nun Schluss. Der Aufenthalt auf dem Lokus wird auf 3 Minuten begrenzt, das gilt auch für den weiblichen Teil der Belegschaft." Zwischenmeldung: Besuchen Sie unbedingt Herrn Schratmannsdörffers Internetzangebot (oben), sonst ist Feierabend mit umsonst Spiegellesen. Börsenanalysten hat Bimmelfeind in einer etwas theatralischen Inszenierung nach einer biblischen Vorlage aus dem Firmentempel werfen lassen, da, so der Sanierer wörtlich, "diese Aasgeier nur den ganzen Tag Maulaffen feilbieten und mit meinen kackenden Angestellten Innenseitergeschäfte erledigen, anstatt daß sie endlich einmal diese Halbleiter fertig machen. Der erste Volleiter wird noch in diesem Jahr vom Band laufen". Der Aussendienst muss sich ebenfalls vollkommen umstellen. Der gesamte Fuhrpark wird verkauft und günstige Konditionen mit der Deutschen Bahn AG ausgehandelt. Die Siemens-Führungsriege fährt ab sofort 2. Klasse und spart damit 3 Milliarden Euro im Jahr ein. Bimmelfeind wörtlich: "Diese faulen Säcke brauchen nicht glauben, sie könnten den ganzen Tag im 7er BMW durch die Botanik gurken, und sich für jede Verspätung beim Kunden mit der Ausrede "Am Frankfurter Kreuz war wieder die Hölle los" zum Deppen zu machen". Weitere Neuerungen: Der Betriebsparkplatz wird in eine Grünanlage umgewandelt, in die freigewordenen Garagen zieht die Grundlagenforschung ein. Führungskräfte, die versagt haben, haben in Zukunft ein Spießrutenlaufen in den Produktionshallen abzuleisten, wo sie mit den restlichen Tragetelefonen beworfen werden dürfen (Die Produktion wird eingestellt).
Erste Reaktionen: Herr Hundt, Arbeitgeberpräsident: "Diese Redlichen sind die reinste Seuche. Wenn das so weitergeht, kauft bald niemand mehr was mit 'nem Stecker oder 'ner Antenne dran. Was soll nur werden? Hoffentlich rettet Herr Bimmelfeind die Firma Siemens!" Frau Bulmann, Zukunftsministerin: "Die Redlichen glauben langsam, sie hätten das Internetz für sich monopolisiert! Sie fallen in kreuzbrave Jäger-, Nazi- und Päderastenforen ein, machen einen Heidenzirkus und sind so schnell weg, wie sie aufgetaucht sind. DAFÜR haben wir nicht mit Milliardenaufwand sämtliche Gymnasien vernetzt!!! Aber vielleicht hätten wir vorher auch jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt, zum Beispiel Herrn Bimmelfeind, bevor wir die ganze schöne Kohle auf den Kopf gehauen haben."
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