LONDON

29.12.1994 - 4.1-1995 - SILVESTER                                                                 Back      Index      Next

29.12.94
Kurz nach Mittag rührt sich mein Telefon und durch den Hörer vernehme ich ein leises "Fürlinger, hallo! Waun wüst denn du heit fohrn?" Nach einer anregenden Konversation über ein beliebiges Thema kommen wir auf diese ursprüngliche Frage zurück und beschließen, zwischen 14 Uhr 30 und 15 Uhr gen Wien zu starten. 
Um exakt 14 Uhr 35 läutete es also an meiner Haustür und meine Mutter und Alex waren beide gleichermaßen erschüttert, daß ich noch geschlagene 25 min brauchte, bis ich zur Abfahrt bereit war. Zu meiner Verteidigung ist zu sagen; als Alex meine Reisetasche sah, entschlüpfte ihr ein "so a klane Toschn, nimm gfälligst a greßare, sunst hob i a schlechts Gwissn!" Und somit verlangte der angebrochene Nachmittag noch nach so einem Kraftakt, wie Tasche umräumen. Daß ich natürlich nur die kleinere Tasche in die große hineinstellte, sei dahingestellt. 25 MINUTEN FÜR NICHTS UND WIEDER NICHTS IST WIEDER EINMAL TYPISCH FÜR SUSI!!! ABER WER SUSI KENNT, DEN WUNDERT NICHTS MEHR.
Um 15 Uhr sitzen Alex und ich in einem, wie immer vollbepackten, Morle, Moritz saß eingeklemmt zwischen den beiden großen Reisetaschen auf der Rückbank, denn der Kofferraum war mit einer Box für meine Wiener Bleibe angepackt. Wir düsen also immer nach Osten, die Kilometer fliegen unter Morles Reifen, wobei uns noch in Linz, bei einem Tankstop der Beweis geliefert wurde, daß es für unsere Nerven besser ist, Silvester im Ausland zu verbringen.
Bei der Zufahrt zum Tankstellengelände spaziert vor uns ein altes Mütterlein schön gemächlich, man will sich ja keinen Streß machen, der Herzinfarkt kommt früh genug! Nun gut, irgendwann beschloß die gnädige Dame, sie möchte lieber doch nicht als Morles Kühlerfigur enden und trat ein paar Schritte zur Seite. Tanken ist keine große Kunst, als Alex jedoch zahlen wollte, wurde sie eines Besseren belehrt; bevor man das mühsam verdiente (Sehnenscheidenentzündung) Geld an den Tankwart bringt, muß man sich eine Litanei über Essen anhören; was gab's zu Mittag, wie war es zubereitet ... (SCHWEINEBRATEN SOLLTE ES IM HAUSE DES ALTEN MÜTTERLEIN GEBEN UND NOCH EINIGE ANDERE DINGE. SUSI HÄTTE SICH SEHR WOHLGEFÜHLT IN DER TANKSTELLE, DENN SCHLIEßLICH WURDEN JA AUCH NOCH DIE REZEPTE AUSGETAUSCHT. MEINE WENIGKEIT STAND ALSO DA UND WUNDERTE SICH OB SIE SILVESTER NICHT DOCH IN LINZ VERBRINGEN MUß.)
Schließlich kam sie wieder zum Auto und ließ sich erschüttert und vor sich hinschimpfend in ihren Sitz fallen. Wir haben also auch diesen Vorfall überstanden und fahren jetzt. Auf der Fahrt geht alles glatt, wir schimpfen über die anderen Autofahrer, die Deutschen scheinen nicht zu wissen, wozu auf Autobahnen der Mittelstreifen gut ist und schneiden, was das Zeug hält. Kurz nach 17 Uhr sind wir mitten im Wiener Innenstadtverkehr und geben unser Bestes.
Schließlich haben wir sogar noch Zeit, etwas zu essen einzukaufen und in der Apotheke standen wir vor der Wahl <Löser oder Stiller?> - HUSTENSAFT!!!!! Tja, Alex hat ihren Hustensaft bekommen und wir haben dann in Ruhe gespeist und in die Glotze gestarrt. Rex ist uns nicht entkommen. An diesem Abend gehen wir brav ins Bett, denn wir müssen morgen um 4 !!!!! Uhr aufstehen, um in Ruhe zu frühstücken, uns zum Westbahnhof zu begeben und den Flughafenbus zu kriegen. Das will schließlich alles ohne Eile erledigt sein!
AUßERDEM BRAUCHE ICH JA AUCH NOCH MEINEN FRÜHSTÜCKSKAFFEE, OHNE DEN GEHT GAR NICHTS. DIE JUMBO TASSEN WURDEN AUCH SCHON AUF DEN TISCH GESTELLT.
 

30.12.94
"ALEX, ES IST HALB SECHS!!!" SUSI SPRINGT AUS DEM BETT ÜBER MIR. NUR EIN SCHERZ, DENKE ICH, EIN SCHLECHTER SCHERZ SO KURZ VOR 4.
Ja, kurz vor vier, aber nicht in Wien, nicht einmal in London ist es noch so früh am Morgen. In Windeseile sind wir also aus den Betten und im Gewand. Alex schreit nach einem Taxi und prompt steht 3 min später eines vor unserem Haus. WENN ICH ETWAS IN DIE HAND NEHME, FUNKTIONIERT DAS AUCH UND WENN ICH NACH EINEM TAXI RUFE, HAT DAS GEFÄLLIGST ZU ERSCHEINEN - AUCH IN WIEN!! Es ist 5 Uhr 40 und unser Flugzeug hebt erst in einer guten Stunde von der Rollbahn in Schwechat ab. Wir haben also noch jede Menge Zeit!
Unser Taxifahrer hat Mitleid mit uns und rast mit 80 Sachen durch Wien und mit 120 über die Süd-Ost-Tangente.
15 min später sind wir am Flughafen, um ATS 400,- ärmer und noch vor dem Flughafenbus am Ziel angekommen.
Wir sind zwar weder gewaschen noch gekämmt, unsere Augen sind noch auf Halbmast, aber die wichtigsten Vitalfunktionen sind am Laufen und um nebeneinander im Flugzeug zu sitzen, nehmen wir beim Check-in sogar Sitzplätze in der Raucherzone in Kauf. Gemütlich suchen wir uns unsere Plätze und finden sie neben einer etwas eigenartig wirkenden Dame, wobei es mir zur Ehre gereicht, mich in die Mitte zwischen Alex und diesem Wesen, das uns in Geduld erproben sollte, setzen zu dürfen. WENN DER FENSTERPLATZ EBEN MIR ZUGETEILT WURDE, KANN ICH DA AUCH GAR NICHTS MACHEN. Nun ja, wie wir da so sitzen und in Ruhe die Zeitungen durchblättern, wird uns nach einigen vorbeigetragenen Mahlzeiten endlich auch unser Frühstück serviert. Bei uns kommt das natürlich gut an, denn in unseren Mägen ist noch gar nichts drin. Dieses Traumessen bestand aus Omletten gefüllt mit Eiern und Schinken, Spargel in Bechamelsauce, Brötchen mit Butter und Marmelade, Käse und Schinken, Kaffe, Orangensaft und zum Drüberstreuen ein Obstsalat aus exotischen Früchten. Für uns ein Traum und wir lassen keinen Krümel übrig. Kaffee wird nachbestellt und somit müssen wir diese besondere Person neben uns endgültig aus der Fassung gebracht haben. Sie legte Messer und Gabel zur Seite und zündete sich eine Zigarette an, um vielleicht so unseren Appetit zu stoppen. Keine Chance! Nicht mit uns.
KORREKTUR: SUSI HAT MEINEN SPARGEL GEGESSEN UND MEIN GURKERL. WIE SOLLTE ES SONST SEIN! DIE OMLETTEN WAREN EIN GEDICHT - DIE IDEE SCHAUE ICH MIR AB.
Gott sei Dank, ich freue mich schon heute auf die Einladung zum Essen!
Langer Rede, kurzer Sinn, wir haben uns durch absolut gar nichts vom Essen abhalten lassen und den Flug genossen.
In Gatwick gelandet, stellt sich uns kurz die Frage, ob wir als EC oder NON EC Residents gelten, doch mit europäischem Selbstbewußt- sein stolzieren wir mit unseren nur zur Hälfte gefüllten Reisetaschen (wir sorgen schließlich vor) durch den Ausgang mit den goldenen Sternen.
REISETASCHE IST GUT UND SCHÖN. SUSI`S TASCHE KAM GLEICH AM ANFANG UND MEINE? ICH WARTETE UND WARTETE UND WARTETE ... IRGENDWANN EINMAL LAG AUCH MEIN GRÜNES TÄSCHCHEN AUF DEM FÖRDERBAND. DIE ARME, ARME ALEX!
Die Blicke, die sie mir bis zum Eintreffen ihres Ungetüms zuwarf, waren herzerweichend.
ICH BIN JA SO ARM.
Mit dem Gatwick-Express geht es nach Victoria Station. Der Minizug, der uns dorthin brachte, war ein witziges Wägelchen; einsteigen mußte man zwischen 2 Sitzreihen und wer aussteigen will, kann die Wagentüre nur von außen öffnen, was wiederum alleine durch das geöffnete Fenster möglich ist. Irgend etwas muß immer umständlich sein.
In Victoria Station verlangt es uns nach einer Travelcard für U-Bahnen und Busse, ideal wäre 5 Tage. Nach stundenlangem Anstellen beim richtigen Schalter sagt uns doch die nette Dame, Tageskarten gibt es nur für 1 oder 7 Tage, wobei die Wochenkarte ein Foto benötigt.
Gut, mit uns Touristen kann man es ja machen, wir gehen zum nächsten Fotoautomaten und lassen die Verbrecherfotos (IM WAHRSTEN SINN DES WORTES) schießen. Nach neuerlichem Anstellen kriegen wir von einer ebenfalls netten Dame unsere Travelcards und bewegen uns Richtung Hotel. Die geeignete U-Haltestelle zu finden, gelingt uns noch sehr gut, dann stehen wir vor einem Problem, welche Richtung gehen wir. Nun ja, was sollen wir hier festhalten, wir haben mit dem Touristenglück sofort die richtige Richtung eingeschlagen und sind erfreut über die saubere Fassade des Ambassador Hotels.
Leider Gottes ist es noch vor Mittag und man kann erst ab 14 Uhr einchecken, wir dürfen aber unsere Luggage hier stehen lassen. Gut, somit machen wir uns auf zur ersten Erkundungstour.
Westminster Abbey, Big Ben und Parlament sind die ersten Ziele. Von der Westminster Bridge aus gelingen die schönsten Fotos von dem Bauwerk, also nichts wie hin. Weil wir schon drauf sind, schauen wir uns auch gleich die andere Seite der Brücke an und dann hat Alex einen Einfall. Sie besteht darauf, daß ich ihr folge und latscht nun mit mir im Schlepptau durch die Straßen. Was soll das nur werden? Sie sagt immer nur: "WAST SCHO, WO MA HINGENGAN?"
Woher soll ich das denn wissen, ich, die ich von London nicht sehr viel kenne, gerade mal die Underground. Oh, well! Wir machen uns also mit eigenartigen Straßen vertraut, der Wind pfeift uns um die Ohren und in meinem Kopf macht sich ein Gedanke breit: "Ist es möglich, daß mich Alex schon heute, an diesem 30. Dezember 1994 fertig machen will? Wo wir doch an diesem Morgen schon so viel gemeinsam überstanden haben?"
ICH, SUSI FERTIG MACHEN? NIE!!! JE FRÜHER ICH SIE ABER ETWAS KLEINER MACHE, DESTO BESSER.
Ich lasse es aber dann doch relativ gefaßt auf mich zukommen, egal, was sie noch alles vorhat!
Nachdem mich Alex rund um ein Krankenhaus geführt hat, sagt sie schließlich: "DURCH DEN TUNNEL NOCH, DANN GLEICH LINKS OBEN IST ES!"
Tja, also noch durch den Tunnel, wir sind wohlgemerkt zu Fuß unterwegs! Doch wirklich, gleich links oben und wir sind da, beim London Dungeon. Die Wartezeit beträgt immerhin einige Minuten, denn die Schlange derjenigen, die in dieses Horrorbauwerk drängen, steht schon auf der Straße.
Pflichtbewußt stellen wir uns also hinten an und spielen ganz auf brave Touristen. In der Eingangshalle hängt das abschreckende Überbleibsel eines nicht braven Touristen, doch uns sollte dieses Schicksal erspart bleiben. Im Dungeon selbst ist es dann schön blutrünstig und wir erhalten Denkanstöße für diverse Foltermethoden, die wir zu Hause bei Gelegenheit sicher gern anwenden werden.
Nach dem Check-In in Hotel gelüstet uns nach kulinarischen Erlebnissen und da bietet sich doch ein Pizzaland geradezu an.
Da wir keine Ahnung haben, wie groß die auf der Karte stehenden Pizzen eigentlich sind, bestellen wir halt irgend etwas. Das Miniding, das uns aber dann serviert wurde, ist den Namen Pizza nicht wert. Oh well, dafür gab's cowlslaw und Kartoffel dazu. Man muß einfach das schätzen, was man kriegt. SUSI WAR NATÜRLICH ÜBER SO KLEINE PORTIONEN BESONDERS ERSCHÜTTERT.
Des Abends zieht es uns auf den Piccadilly Circus und eigentlich hätten mich die World Records aus dem Guinessbook of Records interessiert, aber die waren uns dann nach der Pizza doch zu teuer. Somit suchen wir die unübersichtlichste Buchhandlung der Welt, auch Foyles genannt. Die jedoch verweigert sich uns gänzlich, zeigt uns nur die geschlossenen Türen, also wandern wir durch die Buchhandlung gegenüber; uns ist schließlich alles recht, um unsere geschundenen Füße rechtfertigen zu können. ZU DIESEM ZEITPUNKT WUßTEN WIR NOCH NICHT, WIE KLEIN LONDON EIGENTLICH IST.
Wir schlafen hervorragend bei unserem kaputtem Zimmerfenster, solche Kleinigkeiten versüßen doch einen Kurzurlaub.
 

31.12.94
Heute ist der letzte Tag des Jahres 94'. Die Sonne ist uns hold und auch der kalte Wind läßt uns nicht im Stich. Ich, als echter Tourist, möchte mir heute Buckingham Palace anschauen und weil wir schon dabei sind, Changing Guards wäre auch nicht schlecht.
Alex läßt ja alles mit sich machen, am frühen Vormittag streifen wir also schon durch St. James Park und Alex kriegt wieder ihre Viecherfotos, diesmal Gänse und Erdhörnchen (EICHHÖRNCHEN - DU BIOLOGISCHER BANAUSE). Direkt fotogen diese Tiere, sie setzen sich in Position und schauen genau in die Linse des Fotoapparates, ob sie sogar ein Lächeln aufgesetzt haben, muß  erst festgestellt werden. Nähere Untersuchungen folgen.
Nach Umkreisung des Buckingham Palace und Abstecher in den Green Park sichern wir uns den besten Platz für die Beobachtung des Gardewechsels. Wir warten also bei Eiseskälte, die Plätze füllen sich langsam, aber sicher und es treffen nach ca. 1 Stunde auch die ersten Polizisten, beritten und zu Fuß, ein, um die Menge an Leuten im Zaum zu halten, Touristen sind das Letzte!
WAS SIND WIR?
Kein Kommentar. Nach ungefähr drei Stunden ist alles vorbei und wir sind beinahe angefroren. Somit hetzen wir gen Underground Station, um noch vor der Horde eine U zu erwischen.
MEIN KLEINER FINGER WAR LEICHT ERFROREN UND BLUTLEER.
Ja, auf seine Finger sollte man aufpassen.
Gegessen wird heute, zur Feier des Tages, mexikanisch, im Taco Bell, wir kennen es ja schon von den USA. MHMMMMMMMMMMM!!!!!!!!!!!!!
Als wir schließlich wieder auf der Straße stehen, beginnt es zu regnen. Somit ist klar, bei Regen auf nach Covent Garden. Im überdachten Shopping-Center geht es uns wieder gut und wir streifen durch die Geschäfte, ohne Geld auszugeben. Zum Abschluß geht es noch nach Chinatown, wo wir schon so nahe an Soho sind. In Chinatown finden wir einen Italiener, der einen französischen Namen trägt ("Chez ...").
Bevor wir uns aufmachen zum Genuß des Abends, sprich dem Trafalgar Square, erwärmen wir uns mittels einer heißen Dusche und ziehen uns die wärmsten Sachen an, die unsere Taschen in sich bergen.
Um die abendlichen Orgien besser wegstecken zu können, besuchten wir zum Abendessen KFC, denn ein Hendlburger ist nie schlecht.
Mit zwei Sektflaschen bewaffnet, geht es los mit der U-Bahn Richtung Trafalgar Square. Im Fernsehen haben sie am frühen Abend schon gewarnt und gebeten, Kleinkinder zu Hause zu lassen. Nichts desto trotz machen wir uns auf den Weg. (ALSO EIGENTLICH UNVERANTWORTLICH VON MIR, SUSI MITZUNEHMEN - ABER IRGENDWEN MUßTE ICH MIR JA ZUM SEKTFLASCHENSCHLEPPEN MITNEHMEN)
Beim Eingang zum Trafalgar Square stehen Großaufgebote an Polizisten und lassen die Leute erst nach Leibesvisitation durch die Sperre. GESICHTSKONTROLLE WAR KEINE, DENN SONST WÄRE SUSI JA NICHT DURCH GEKOMMEN! ICH ERINNERE AN EURODISNEY. Oh je, unser Sekt stellt ein Hinderungsmittel dar. Alex hat die Idee; wir kaufen uns beim Burger King etwas zu trinken und füllen unseren Sekt um. Gesagt, getan. Den Rest des Colas kriegt der Mistkübel, aber unser Sekt war nun in einem gewöhnlichen Becher mit Deckel und Strohhalm. Vielleicht dürfen wir jetzt durch? Aber nein, sie schauen alles an und heute kommt kein alkoholisches Getränk auf den TS. Somit stehen wir vor der Sperre, es ist 22 Uhr und süffeln unseren Sekt mit Strohhalm. Auch angenehm, aber nicht empfehlenswert!
Zu guter Letzt war uns beiden schlecht genug, um den restlichen Sekt wiederum dem Mülleimer zu schenken. MEIN BECHER WAR FAST LEER!!!
Jetzt hält uns nichts mehr und nach kurzer Befragung durch die Polizei sind wir drin, vorbei an berittener Polizei und den Bobbys geht es gen Lord Nelson.
Die Leute drängen sich schon jetzt, 2 Stunden vor Mitternacht. Und je später der Abend, desto mehr Gäste, am Höhepunkt rangeln sich ca. 50 000 Wahnsinnige auf dem INNEREN Platz. Alex hält mich krampfhaft fest und wir reden wieder mal nach vorne und hinten gleichzeitig, schließlich steht die ganze Welt um uns herum.
Die Leute wanken alle, denn, wenn einer einen Schritt nach rechts macht, müssen alle diesen Schritt nachvollziehen, sonst stimmt das Dichteverhältnis innerhalb der Masse nicht mehr. Ab Mitternacht fallen sich die Leute gegenseitig um den Hals und während man 3 Schritte vorwärts geht, wird man von 4 Seiten geküßt und die Hände werden geschüttelt. Happy New Year da und Happy New Year dort. Ein Chaos, aber toll!
Wir beschließen nach Umkreisung des TS, uns Richtung Themse aufzumachen. Im Strom der Touristen und Einheimischen stoßen wir mit unseren mitgebrachten Kleeblättern an und somit hat auch unser neues Jahr im Bund der EU begonnen. 
Die Suche nach unserem Nachtbus gestaltet sich noch als Problem, denn sogar die Polizei kennt sich in dieser, ihrer Stadt nicht aus. Jeder schickt uns in eine andere Richtung. EIN BOBBY ZIEHT NACH UNSERER FRAGE NACH DER LOWER REGENT STREET EINE KARTE MIT DEN WORTEN "I HAVE NO IDEA WHERE WE ARE - BUT I THINK WE ARE HERE", UND DEUTET AUF EINEN PUNKT AUF DER KARTE, AUS DER TASCHE. SEHR HILFREICH DAS GANZE. VOR ALLEM, WENN DIE KARTE KOPIERT IST (ICH HABE SCHON AUF DER UNI BESSERE KOPIEN GESEHEN) UND NUR EIN KLEINER AUSSCHNITT ZU SEHEN IST. EIN TROST WAR UNS NUR, DAß ES ANDEREN AUCH NICHT VIEL BESSER GING. Somit irren wir stundenlang durch ein hoffnungslos überfülltes London und brechen fast zusammen, unsere Füße spielen einfach nicht mehr mit. Eigentlich suchten wir nur die Lower Regent Street. Nach 50x (MINDESTENS) fragen haben wir glücklich die Regent Street gefunden und freuen uns wie die Schneekönige. Allerdings, was anscheinend keiner weiß, befindet sich die Lower Regent Street nicht hier. Somit sind wir 3x auf Anweisung der Polizei die Regent Street auf und ab gewandert,(I THINK YOU CAN CATCH A BUS SOMEWHERE UP THERE!!) bis uns endlich der richtige Uniformierte über den Weg lief und uns irgend etwas von einer Einbahnstraße erklärte. Wir folgten seinen Wegangaben und tatsächlich, LRS ist bald gefunden. Nur bis der Bus Richtung Gloucester Road abfährt, vergeht noch geraume Zeit. Wir sind nicht müde, die Füße tun nicht weh. Zu guter Letzt stopfen wir uns in den Bus Nr. N97 und hoffen, daß uns ein netter, nicht allzu besoffener Mitpassagier die richtige Haltestelle sagt.
Und tatsächlich, weil wir ihnen gesagt haben, wie die drei Tenöre aus Italien heißen, haben ein paar Mitfahrende uns doch wirklich unsere Straße gesagt. Somit war auch dieser Abend gerettet. UND DIE NICHT ALLZU BESOFFENEN MITFAHRER WINKEN SOGAR NOCH, ALS SIE MIT DEM BUS DANN AN UNS VORBEI FAHREN.
 

1.1.95
Der Umstand, daß heute ein Feiertag ist, kann unseren Terminplan auch nicht über den Haufen schmeißen. Wurde er doch schließlich von 2 erprobten Weltreisenden (ok., vielleicht ist das leicht übertrieben) WIESO?? erstellt.
Auf alle Fälle haben wir uns ja schon vorher eine Liste mit den genauen Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten während der Weihnachts- und Neujahrsfeiertage besorgt. Dieses Wissen ist von großer Bedeutung, denn heute z.B. stehen nicht viele Dinge auf unserer Liste, eigentlich nur Mme Tousseaud's. Somit also früher aufstehen, sonst heißt es stundenlang anstellen.
Wir stehen zwar auch, haben aber die Ehre, die relativ kurze Wartezeit durch ein Schwätzchen mit den Niederösterreichern hinter uns (horrible!). Gott sei Dank, es dauerte nicht lang und wir wurden unser Geld los und waren drin, im Wachsfigurenkabinett. Wir haben natürlich alle Fehler gesehen, Pavarotti ist nie im Leben so schlank, dort paßt die Nase nicht, das Haar ist aber in Wirklichkeit schütterer, ....., in solchen Dingen sind wir Meister. UND NATÜRLICH WOLLEN WIR KEIN FOTO MIT ARNIE!!!!
Als wir auf der Straße wieder das Tageslicht erblicken, steht unser nächster Termin fest, die Neujahrsparade um 12.30 Uhr. Weil wir Paraden kennen, wird vorher nichts gegessen, sondern die noch verbleibende Zeit genützt, den geeigneten Platz zu finden. Bis dann endlich das Spektakel beginnt, sind Alex und ich erfroren. Keine Handschuhe nützen mehr irgend etwas.
Die Parade selbst war ganz nett, aber wir sind Besseres gewohnt. Nur bei den Oldtimern (Autos und Fahrrädern) ließen wir uns von der Begeisterung der Menge anstecken. Nach ca. 1 Stunde wurde es uns zuviel und wir flüchteten von Hunger getrieben ins nächste Pizzaland.
Was nun folgt, haben wir vorher noch nicht erlebt!
Nichts Schlimmes ahnend, mit knurrenden Mägen und leicht unter- kühlt, flüchten wir vor dem beginnenden Regen in diese Futterhütte des italienischen Genusses. Wir sind ja jetzt schon alte Hasen und haben die Plakate vor dem Eingang genauestens gelesen, daher fackeln wir nicht lange und bestellen nur zwei Teller, um uns bei Pizza- und Salatbuffet die Bäuche vollzuschlagen. Die verlangten Getränke sind innerhalb von 10 min da (WAREN ES WIRKLICH NUR 10 MINUTEN?), aber die leeren Teller lassen etwas länger auf sich warten. Nach ungefähr 20 min ist der große Augenblick gekommen, die Kellnerin wirft uns im Vorbeigehen zwei runde Dinger, weitläufig auch Teller genannt, auf den Tisch. Alex und ich beschließen, einzeln zum Buffet zu wandern, denn unser hübsches Tischchen wollen wir nicht gänzlich alleine stehen lassen.
Somit läßt mich Alex vor dem leeren Teller sitzen und verschwindet in Richtung Menschenmasse vor den Pizzen. Ich beschäftige mich mit dem Beobachten meiner Mitmenschen und verhungere fast, denn absolut jeder hat etwas auf seinem Teller, nur ich bin bescheuert genug, hier auf Alex zu warten. Sie kommt nicht! Als ich mich einmal umdrehe, um ihren Standplatz zu orten, trifft mich beinahe der Schlag: Sie ist noch keinen cm weitergekommen und warum nicht? Die Antwort auf diese essentielle Frage erhalte ich kurz darauf. Die Pizzen am Buffet sind leider aufgrund des Massenansturms aus- gegangen, der Pizzabäcker bemüht sich zwar, alles so schnell wie möglich aufzufüllen, aber kaum gibt es zwei, drei neue Bleche voll der köstlichen Spezialität, kann man damit nur die ersten vier Leute in der Schlange zufrieden stellen. Schließlich kann sich jeder soviel nehmen, wie er will. IMMER DANN WENN ICH DACHTE, SO JETZT BIST DU DRAN, IST GARANTIERT ALLES AUSGEWESEN - NUDELN UND PIZZA. JETZT WEIß ICH, WIE SICH SUSI ZU 99% IHRES LEBENS FÜHLT - HUNGRIG UND NICHTS ZU ESSEN. DAS ERSTE MAL, DAß ICH WIRKLICH MIT IHR MITLEID HATTE.
Irgendwie überleben wir dieses Anstellen um Nahrung und Alex kommt mit einem gut bepacktem Teller zu mir zurück. Jetzt schlägt meine große Stunde. Noch schnell ein "Guten Appetit" zu Alex, die sich schon mit Genuß über ihr Menü beugt, und ab zur Schlange vor dem Buffet. Alles geht gut, die Leute nehmen sich, was sie wollen und trotzdem ist noch einiges auf den Pizzablechen. Noch zwei, dann bin ich dran. Ich schaff es, ich schaff es! Nein, nicht jetzt ausgehen! Tatsächlich, eine Person steht noch vor mir und auf den Warmhaltenflächen ist gähnende Leere. Das ist doch wieder typisch für mich. Knurrender Magen, Pizzageruch in der Nase und nichts zu essen! Oh well, alles geht vorbei und so stolzierte nach geraumer Zeit die Kellnerin, beladen mit mehreren verschieden belegten Teigböden, an mir vorbei. Jetzt komme auch ich dran und kurz darauf lande ich mit einem gutgefülltem Teller wieder auf meinem Sessel, nur um festzustellen, daß Alex ihre erste Ladung bereits verdrückt hat. Während also sie sich ihre zweite Portion holt, esse ich und umgekehrt.
Irgendwann treffen wir uns dann wieder einmal beide am Tisch und lehnen uns zufrieden und gesättigt in unseren Stühlen zurück.
ICH HABE MEINE TOMATEN BEKOMMEN!!!!

Nachdem man draußen nur mehr vereinzelt Regentropfen vom Himmel segeln sieht, wagen wir uns wieder an die frische Luft und beschließen: wir brauchen Bewegung!
Wir wandern also die Oxford Street hinauf und hinab und schauen bei Foyles (DAS NATÜRLICH GANZ WOANDERS IST), der unübersichtlichste Buchhandlung der Welt, rein. Wir sind wirklich überrascht, normalerweise sind wir mit Superlativen immer vorsichtig, aber hier stimmt es. Alex und ich haben uns auch tatsächlich gleich in den ersten 5 min zwischen den Büchern verloren, keine einzige Locke von Alex (DANKE!?!?!?) habe ich gesehen. Also mache ich mich auf die Suche nach ihr. Rechts abbiegen, links abbiegen und noch durch diese Tür, Hilfe, wo bin ich da.
Plötzlich zieht ein Schild mit der Aufschrift "Medical books" meine Aufmerksamkeit auf sich. Alex suche ich später weiter (DANKE!?!?!?), jetzt schau ich erst mal, was sie Briten so in der Sparte Physiotherapie zu schreiben pflegen. Als ich dann die Masse der Bücher zu diesem Thema finde, gehe ich nur einmal durch die Reihen und sage mir dann: "Du mußt Alex finden!"
Mit der Rolltreppe geht's bergauf und um die Kurve, nächste Rolltreppe. Ich fahre hinauf, befinde mich gerade auf halber Höhe in den ersten Stock, als von unten "SUSI!" ertönt.
Wir haben uns wieder und machen uns jetzt gemeinsam auf den Weg zur Wirtschaftsabteilung (AUCH ICH MÖCHTE MICH SCHLIEßLICH BILDEN. GANZ EGAL, WAS SUSI JETZT DENKEN, SAGEN ODER SCHREIBEN MAG), dann zu den Malern und Musikern. Glücklich im vierten Stock angekommen, geht's über die Stufen (WIR HABEN DEN LIFT GENOMMEN) wieder hinunter und raus aus dem Laden. Wir fühlen uns leicht erschlagen von den vielen Büchern.
Wir sind nicht mehr die Jüngsten, denn heute abend liegen wir bereits um 17.56 Uhr nach einer wunderbaren heißen Dusche im Bett und malträtieren unseren Fernseher. Wie zwei Großmütter!
Wir tanken Kraft für morgen, denn wir haben volles Programm.
 

2.1.95
Dieser Tag schreit förmlich nach blinkendem, glänzendem Schmuck, also nichts wie auf in den Tower. Während die Sonne auf unseren Haarschopf scheint (ICH KONNTE MEINE SONNENBRILLE AUFSETZEN), versuchen wir bei den Beefeaters einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ob uns das gelungen ist, ließ sich leider nicht mehr feststellen.
Wir haben den Tower durchlatscht, von oben bis unten, wir haben die Raben kennengelernt und wissen jetzt sogar, wie die einzelnen Tiere heißen. Wieder etwas für unsere Allgemeinbildung (SUSI'S!, DENN MEINE IST JA VORHANDEN) getan.
Nach soviel Gehstrecke melden sich unsere Füße und wir haben die Idee: Tower Hill Pageant, eine Reise durch 2000 Jahre der Geschichte Londons. War lehrreich und fußschonend! Bei der Kasse hat uns die Dame gleich die verhältnismäßig günstige Doppelkarte für Tower Hill Pageant und die Tower Bridge verkauft, also steht auch unser nächstes Ziel fest: Tower Bridge. Hier stapfen wir durch beide Türme und bestaunen die Geschichte und Technik der berühmten Brücke. UND MACHEN NATÜRLICH, GENAU WIE IM TOWER HILL PAGEANT, EINE MENGE FOTOS.
Der Hunger treibt uns wieder ins Taco Bell, wenn es sich schon so anbietet, muß man es doch annehmen.
An und für sich will die liebe Susi ja ein Foto vom Lord Nelson, dieser gute Mann befindet sich aber auf seiner Säule auf dem Trafalgar Square. Diesen Platz habe ich bisher nur bei Dunkelheit gesehen und auch heute dämmert es schon seit einiger Zeit und somit wieder kein Nelson für mich. Dafür gibt es die St. Pauls Cathedral. Die Beleuchtung bei diesem Bauwerk ist einmalig. Fotografen gibt es in der ganzen Stadt, so auch vor der Kirche. Ich renne also vor dem Bauwerk auf und ab, um den besten Winkel zu erwischen, diesen Steinberg abzubilden. Endlich habe ich es geschafft, doch da erregen ein paar menschliche Wesen meine Aufmerksamkeit. Die liegen doch wirklich vor der Statue am Boden und versuchen sie richtig vor die Linse zu bekommen. Tja, da hab ich nicht lange gefackelt und diese ehrenwerte Dame aus Stein eben- falls auf Zelluloid gebannt. Wer sie ist, weiß niemand! Dieser Umstand soll uns nicht stören, denn wir fotografieren öfter Personen, die wir eigentlich gar nicht kennen. HINAUF KONNTE MICH SUSI GOTT SEI DANK NICHT JAGEN, DA DER HINTERE TEIL DER CATHEDRAL,  GENAUSO WIE DER TURM, "LEIDER" GESPERRT WAR. SUSI HÄTTE SICHER KEIN MITLEID GEHABT UND MICH HINAUF GEJAGT. ICH KENNE SIE JA. EINFACH SKRUPELLOS DIESE FRAU. Dieser Tag war nicht minder anstrengend, doch morgen folgt das große Einkaufen.
 

3.1.95
An diesem Tag will das mühsam erworbene, sorgsam umgetauschte Geld ausgegeben werden. Nach einem sättigenden Frühstück im Speisesaal, auch dort kennt man uns bereits. Während Alex bei ihren höchstens 2 (1 1/2!!!) Brötchen in diesen 4 Tagen blieb, habe ich mich stetig gesteigert. Schließlich erfordert so ein Sightseeing-Tag auch Kräfte von mir und die hole ich mir mit dem Frühstück. Damit sei allen bösen Gedanken meiner Reisebegleitung ein Riegel vorgeschoben. HA, HA, HA, SUSI KENNT MAN JA, DA NÜTZEN AUCH SOLCHE AUSREDEN NICHTS.
Frisch gestärkt geht es auf zur Oxford Street, in ein Geschäft nach dem anderen. Wir schauen und überlegen in Ruhe, denn drauflos kaufen kann jeder.
Am frühen Nachmittag zieht es uns ins Hard Rock Cafe. Wir sind ganz gemächlich hineinspaziert und haben einen Tisch bekommen. Wir sind eben dessen würdig, denn diejenigen, die auch nur 15 min später hier essen wollten, mußten auf der Straße warten, bis ein Tisch frei wurde. Ja, die Inselbewohner wissen eben, daß man es sich mit uns nicht verscherzen darf.
Alex und ich hauen uns so richtig die Bäuche voll mit Cheese Nachos und Burger, aber danach mußte uns die Kellnerin, die uns immer mit "Hi girls, everything allright?" aufgemuntert hat und somit zum Weiteressen anspornte, hinausrollen (IM WAHRSTEN SINN DES WORTES), denn wir waren zum Bersten vollgefüllt. Natürlich verlangte es uns nach einem T-Shirt mit dem Hard-Rock-Cafe-Emblem und daher geht's in den Shop, um das Geld loszuwerden. WAS GAR NICHT SO EINFACH WAR, DENN IM GESCHÄFT STAPELTEN SICH KILOWEISE MENSCHEN.
Zurück zur Oxford Street geht es teilweise zu Fuß, vorbei am Hide Park, dann in ein Verkehrsmittel und der Rest des Weges wird fahrend hinter uns gebracht. Jetzt geben wir fast alles aus, was wir noch haben. Gegen Abend wandern wir vollbepackt durch die Straßen gen Hotel. NATÜRLICH HABE ICH EIN GESCHÄFT GEFUNDEN, IN DEM ES ALLES FÜR NUR 10 PFUND GAB, UND SELBST DA HABE ICH NOCH ETWAS FÜR 5 PFUND GEFUNDEN. SUSI WÄRE EINFACH AN DIESEM GESCHÄFT VORBEIGELATSCHT - UND DANN HAT SIE ABER AUCH ZUGESCHLAGEN.
Während Alex dann unter der Dusche steht, mache ich noch einen Abstecher in den Supermarkt, denn ich bilde mir ein, daß ich matches, made in Great Britain, haben will. Das muß sein, denn die endgültig letzte Zündholzfabrik in Großbritannien hat Ende 1994 in Liverpool ihre Pforten geschlossen. Zurück komme ich dann bepackt mit Tee, Servietten (Dschinni) und so manchem Kleinkram. Aber Alex war mit allem einverstanden, zumindest ist mir nichts Gegenteiliges bekannt. SUSI WAR SCHON IMMER GUT IM GELD AUSGEBEN UND KRIMSKRAMS KAUFEN. Trotzdem hat sich meine liebe Alex über die Mitbringsel gefreut, wie immer!

4.1.95
Der Wecker läutet diesmal wirklich, Alex hatte die Oberaufsicht und ich somit einen Weckdienst, weil meine Öhrchen dieses leise Tuten nicht wahrgenommen haben. Alex sagte nur "SUSI, STEH`AUF, ES HOT SCHO GLEIT" und ich war aus dem Bett.
Diesmal verlassen wir den Ort des Geschehens gewaschen, geschneuzt und gekämmt mit unseren Taschen, die sind diesmal wohlgefüllt, in der Hand. Nach dem Auschecken wandern wir durch schlafende Straßen zur Underground.
Ohne auch nur die geringsten Schwierigkeiten, direkt langweilig, ging es zum Flughafen. Dort angekommen, haben wir nach dem Einchecken erst einmal gefrühstückt. Da findet sich doch tatsächlich immer noch Geld in unseren Taschen, also nichts wie in den Duty Free Shop. Nach längerem Suchen finden landen wir in unserer Abteilung, wir ergattern zwei Literflaschen Baileys. DAS WAR MEINE IDEE. ICH BIN ZUERST DAVOR STEHEN GEBLIEBEN. Säufer kennt man eben daran, daß sie immer vor dem Besten stehen bleiben, aber ich war ja auch sofort mit dieser Ausgabe unseres Sauer verdienten Geldes einverstanden. NA EBEN, WER DA NICHT AUCH NOCH EIN "KLEINER" SÄUFER IST. Ich nicht! DU SCHON!!!
Der Rückflug ist ganz nett, das Essen hat mich nicht vom Hocker gehauen. Vielleicht deshalb, weil ich heute schon gefrühstückt habe. Mit Zeitunglesen und Schreiben, Alex lernt sogar (ABER IMMER DOCH. DAS KENNT MAN DOCH SCHON AUS DEM NORWEGEN URLAUB. ICH BIN JA  SCHLIEßLICH EIN FLEISSIGER, PFLICHTBEWUßTER STUDENT, AUCH WENN DA SUSI GANZ ANDERER MEINUNG IST UND MIR WAHRSCHEINLICH GLEICH WIDERSTPRECHEN WIRD.) (widersprechen ist gar kein Ausdruck, ich erhebe Einspruch vor dem höchsten aller Gerichte, denn ich kenne dich ganze 365 Tage im Jahr und da können mich ganze höchstens drei Tage im Urlaub wirklich nicht überzeugen) (ERST EINMAL EINE AHNUNG VON ÖFFENTLICHEM RECHT HABEN, DAMIT MAN WEIß WO, WIE UND WANN MAN EINSPRUCH EINLEGEN DARF. AUßERDEM MUß MAN SICH JA AN DEN RICHTIGEN GERICHTSHOF WENDEN), ich bin stolz auf sie, vergeht die Zeit und dann sind wir zu Mittag auch schon wieder in Wien.
An Eingang prangt ein neues EU-Pickerl, uns fällt natürlich sofort auf, daß es kein Profi aufgeklebt hat, denn überall finden sich  Luftblasen, auch das Kleben will gelernt sein! UND DA HABEN WIR ÖSIS LEIDER UNSERE PROBLEME. Beim Gepäck ist meine Tasche wieder bei den ersten, während Alex' Täschchen auf sich warten läßt.
Mit der S-Bahn tuckern wir nach Wien Nord, um das Chaos, das seit vorigem Jahr dort herrscht, zu beseitigen. Aufbetten und ab- waschen haben wir noch nicht verlernt und bald schon sind wir mit Morle, er wurde gebührend begrüßt, auf dem Weg nach Linz. Alex hat mich vor meiner Haustüre aus dem Auto geworfen, (war ich denn so furchtbar?). KEIN KOMMENTAR!!!! Zum Glück war meine mich liebende Mutter heute einmal zu Hause anzutreffen - eigene Gedanken sind erlaubt!

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