Bernd
(iSL)
Auf dem Weg nach draußen sind alle drei noch recht irritiert, denn alle
Informationen sind recht unterschiedlich und wollen so gar nicht zusammen
passen. Sie diskutieren auf dem Weg zum vereinbartem Treffpunkt, was denn nun
davon zu halten sei.
Adrian
Kissmett reibt sich sein Kinn und meint darauf: "Meiner Meinung nach
sollten wir uns in die Berge begeben wo sich Horvath wahrscheinlich mit jemanden
trifft ich kann mich aber auch täuschen. Dann aber sollten wir uns eventuell
eher in Richtung Norden aufmachen, um dort diesen einen Typ abzupassen und zu
Horvath zurückverfolgen" Er sieht die anderen fragend an.
Steffen
Atlan lässt sich die verschiedenen Informationen noch mal durch den Kopf gehen
und sagt dann zu seinen Freunden: "Also ich denke wir sollten sie in der
Stadt erwarten. Hier am Hafen haben wir eine relativ gute Übersicht und sehen
ob er heute, morgen oder sonst wann kommt. Das ist unsere beste Chance, denke
ich."
Antje
Shimor sieht die Freunde an und meint zu Bardón: "Ich schätze, dass
Horvath sich nicht auf dem Schiff befindet, sondern sich von seinen Söldner
getrennt hat und im Norden ist, um irgendeinen Auftrag im Verbindung mit Wogan
zu erledigen. Seine Soldaten sind entweder im Süden oder Westen, um eventuelle
Verfolger von seiner Spur abzulenken, da es vielleicht nicht offensichtlich ist,
dass er sich von seinen Söldner getrennt hat. Aber was er genau vorhat, tjaaaa
das ist wohl ein Geheimnis..."
Bernd
Bardón und Gabrok stecken kurz die Köpfe zusammen und tauschen sich mit ihren
Gedanken aus. Dann nicken beide und Bardón wendet sich an die Mitreisenden:
"Also, nachdem ich mir nun die Sache noch einmal durch den Kopf habe gehen
lassen und meinen Freund Gabrok noch mal befragt habe bin ich zu der Lösung
gekommen. Horvath ist unterwegs, soviel scheint klar zu sein. Auch dass er zurückkommt
ist uns allen klar, nur nicht genau wann und wie er von hier weg will. Nach dem
ich mir von Gabrok noch einmal alle Schiffsein- wie Auslaufzeiten habe sagen
lassen ist mir klar, dass Horvath nach Süden ist und in drei Tagen mit dem
Schiff, welches morgen aus Smöhre kommen wird, weiter fahren will. Dann alle
anderen Auslaufzeiten decken sich nicht mit den angeblichen Rückkehrzeiten
Horvaths." Der Abenteurer sieht in die Runde und fährt fort: "Die
Frage ist nur, was machen wir jetzt? - Ich würde mich Atlan anschließen, der
ja meinte, wir sollen hier bleiben. Denn es ist ja sicher, dass Horvath hierher
zurück muss, um von der Insel weg zu kommen. Atlan, was meinst du, wie sollen
wir uns auf die Ankunft Horvaths vorbereiten und was ist dann überhaupt zu
tun?"
Antje
Atlan sieht Bardón an und lässt dann seinen Blick zurück zu Shimor und dem
Wirtshaus schweifen. "Ich bin der Meinung, dass wir hier abwechselnd Wache
schieben sollten. Ich habe es inzwischen im Gefühl, dass Wogan in Horvaths
Gewalt ist und wir eine Möglichkeit finden sollten, ihn zu befreien, sobald sie
hier eintreffen." Shimor nickt zustimmend. "Genau, der Meinung bin ich
auch. Derjenige, der gerade keine Wache schiebt, darf sich ein paar Krüge im
Wirtshaus genehmigen, das schärft die Wahrnehmung, wenn man am Hafen
entlangpatrouilliert." Atlan brummt: "Ich schätze eher, dass du dann
zwei Wogans oder Horvaths sehen wirst, du alter Trunkenbold. Falls sich einer
wirklich nicht mehr auf den Beinen halten kann, kann er sich von mir aus im
Wirtshaus in eine Koje hauen, aber er sollte sich bereit halten, sofort
aufzuspringen, sobald wir anderen etwas auffälliges sehen." Atlan sieht
Shimor erneut scharf an: "Wenn ich dich recht betrachte, so bist du auch
nicht mehr der frischeste. Vielleicht solltest du tatsächlich zurückgehen und
mal eine Mütze voll Schlaf nehmen. Wir wecken dich in ein paar Stunden, wenn
nicht vorher etwas besonderes geschieht." Shimor muss sich eingestehen,
dass Atlan tatsächlich Recht hatte und er sich nicht mehr ganz taufrisch fühlt.
Tatsächlich ist es etwas mühsam für ihn, halbwegs gerade aufgerichtet zurück
zu dem Wirtshaus zu gehen und ein Zimmer zu verlangen und dann auch noch die
Wendeltreppe heraufzugehen. Es erscheint ihm, dass die Kurven gar kein Ende nähmen.
Nur kurz bemerkt er die fast malerische Aussicht, die er von seinem Fenster auf
das Meer heraus hat und sieht Bardon unter dem Fenster auf und ab gehen, während
er aufmerksam die Vorbeigehenden beobachtet. Dann senkt sich eine Wolke über
sein weinvernebeltes Gehirn und er denkt noch "vielleicht hätte ich beim
Herausgehen nicht noch die zwei Krüge Rotwein aus Tauh'Eff trinken sollen,
irgendwas muss in diesem Wein gewesen... sss.... chrrrrrrrrrrrrrrrrr".
Mitten in der Nacht wacht er von kreischenden und quietschenden Geräuschen auf.
Verfluchter Mist, müssen sich diese balzenden Katzen ausgerechnet das Dach vor
meinem Fenster aussuchen..." Brummend schlurft er zum Fenster um sie zu
verscheuchen. Als er heruntersieht, bemerkt er, dass Bardon, der zuvor noch
aufmerksam wie ein Luchs hin und her gewandert war, in seligem Schlummer
gefallen, vor der Hauswand sitzt. Als Shimor zufällig den Kopf nach rechts
wendet, sieht er in einiger Entfernung eine Gestalt, die er jederzeit
wiedererkannt hätte, auch wenn sie im Mondschein nur schlecht zu erkennen war.
HORVATH! Er nähert sich mit einigen Männern, die er nicht erkennen kann, der
Schiffsanlegestelle quer gegenüber. "Ihr habt gut reden, von wegen Shimor
schlafen lassen und ihn dann wecken. Heeeee Bardon! Aufwachen!" Als er
nicht sofort reagiert, greift Shimor nach den beiden Katzen, die verliebt
schnurrend über das Dach streifen und wirft sie kurzerhand auf den schlafenden
Bardon, wo sie weich und sicher landen. Dort machen sie es sich gemütlich bis
Bardon aus seinem seligem Schlummer aufgewacht ist. "Bardon, wach sofort
auf! Ich schätze wir kriegen Besuch!"
Bernd
Der Abenteurer schreckt hoch, aber es ist schon zu spät, denn Horvath uns seine
Leute haben die Situation schnell erfasst und eilen mit gezückten Waffen zu
Bardón, der wiederum versucht die Flucht ins Wirtshaus anzutreten. Doch zuerst
macht ihm eine der Katzen einen Strich durch die Rechnung und dann schmeißt ihn
auch noch jemand mitsamt der aufgehenden Tür um, bevor Bardón noch die Tür öffnen
kann. Der Abenteurer sieht noch im Fallen, wie Atlan und Kissmett herauseilen
und auch Shimor ist im Hintergrund zu erkennen, wie er die Treppe
herunterstolpert. Dann wird es Nacht um Bardón, als er einen heftigen Schlag
auf den Hinterkopf bekommt. So bekommt er nicht mehr mit, wie sich seine Freunde
einen erbitterten Kampf mit Horvaths Söldnern liefern. Altan hat es gleich mit
dreien von den Gaunern zu tun, während Kissmett in seiner listigen Art sich am
Rande hält und immer nur kurz eingreift, um den einen oder anderen
auszuschalten. Shimor ist nicht zu sehen, aber dafür taucht plötzlich wieder
die Amazone Silvermoon, welche sich gleich erfolgreich um diverse Angreifer kümmert.
Gabrok wehrt sich ohne viel Erfolg dagegen in den Schwitzkasten genommen zu
werden und Abraxa sowie Alkermes gebrauchen immer wieder ihre Wanderstöcke, die
jedes Mal krachend auf die Köpfe der Angreifer niedergehen, und den einen oder
anderen einfachen Zauber, um sich die Angreifer fern zu halten. Altan ist
mittlerweile schwer getroffen, kämpft aber entschlossen weiter, doch auch die
Hilfe von Silvermoon kann ihn nicht vor schweren Hieben bewahren. Kissmett und
Gabrok versuchen ihn noch aus dem Gewühl zu ziehen, werden aber immer wieder
angegriffen und gestört. Nur zwei Personen scheinen fast unbeteiligt zu sein:
Horvath und Wogan, der sich mit gefesselten Händen in Horvaths Nähe aufhält.
Aber als der Kampf langsam zu ungunsten der Gauner zu kippen droht, hält es
auch den Gaunerkönig nicht mehr und so stürzt er ins Getümmel. Alkermes muss
zuerst daran glauben, als ihn ein Hieb Horvaths hinterrücks den Schädel
spaltet. Dann stürzt der Gauneranführer auf Kissmett zu, der sich so gerade
eben noch zur Seite retten kann. So verfehlt ihn Horvaths Hieb nur knapp, trifft
aber dafür die Brust Atlans, den Kissmett bei seinem Sprung fallen lassen
musste. Gabrok flieht in seiner Furcht und Silvermoon nimmt stattdessen den
Kampf mit Horvath auf. Wogan nutzt diese Gunst und eilt zu Bardón, der
regungslos am Boden liegt und aus einer Kopfwunde stark blutet. Wogan bemerkt
nicht, wie sich zwei Gestalten auf ihn und Bardón zu bewegen. Als die erste
Gestalt mit seinem Schwert ausholt huscht plötzlich ein Schatten heran...
Florian
Noch ehe der erste Angreifer weiß was überhaupt passiert ist geht er schon zu
Boden. In seinem Brustkorb steckt ein Messer das seinem kriminellen Leben ein
Ende setzt. Sein Kumpane ist gleich zur Stelle - wird aber, bevor er zuschlagen
kann, von der unbekannten Gestalt umgerissen und zu Boden geschlagen. Schwerfällig
erhebt er sich wieder und sieht sich seinem Angreifer gegenüberstehen. Mit
einem wilden Schrei rennt er wutentbrannt auf ihn zu. "AAAAAHHHHH !"
Doch sein Schrei verhallt schnell als der Fremde sein Bein ausfährt und ihn am
Kopf trifft. Ein kurzes Knacken, Genickbruch und auch er geht zu Boden. Doch
viel Zeit zu überlegen bleibt unserem Helden nicht den schon sieht er wie
Silvermoon schwer mit Horvath zu tun hat. Schnell rennt er zu seinem Pferd, reißt
Pfeil und Bogen herunter und eilt ihr zu Hilfe. Horvath scheint siegessicher.
"Zwei von euch habe ich heute schon erledigt und du wirst Nummer drei
werden. Ich muss sagen, gar kein schlechter Tag für mich !!" Er reißt
sein Schwert hoch, doch bevor er Silvermoons Schädel spalten kann saust ein
Pfeil heran und fesselt den Schurken an einen nahestehenden Baum. Damit hatte er
nicht gerechnet. Schnell reißt er sich los und verschwindet in der Nacht. Der
Kampf ist beendet, doch es gibt Verluste zu beklagen. Man packt die Leichen der
Gefährten und zieht sich ins Wirtshaus zurück. Auch der Fremde folgt ihnen.
"Schließt die Fenster! Ich bin lieber vorsichtig." befiehlt Wogan den
anderen. "Und nun lasst uns unseren unbekannten Helfer bestaunen." Der
Rest der Gruppe dreht sich um. Vor ihnen steht eine Gestalt in einen Umhang mit
Kapuze gehüllt. Außer der schweren, schwarzen Stiefel ist weiter nichts zu
sehen. "Wir würden vielleicht mehr sehen wenn ihr die Kapuze abnehmen würdet."
spricht Wogan weiter. Zögernd kommt er der Aufforderung nach. Ein junger
Bursche im Alter von zirka 20 Jahren kommt zum Vorschein, mit kurzen, aber
struppigen schwarzen Haaren. "Wer seit ihr?" fragt Wogan. "Meine
Name ist Tarak." "Wo kommt ihr her ?" fragt Wogan weiter
"Meine Herkunft tut nichts zur Sache." sagt der junge Mann.
Alexander
Die Gruppe steht in dem kleinen Raum des Wirtshauses und weiß immer noch nicht
ganz, wie ihnen geschieht. Wogan ist da -- und mit ihm ist auch der Tod unter
die Gefährten getreten. Alkermes und Atlan liegen regungslos auf dem Boden.
Bardón, nicht unweit entfernt, scheint auch eher im Reich der Toten zu wandeln,
statt auf Arcoris. Doch er atmet noch. Sichtlich geschockt stürzt Gabrok auf
Bardón zu und kniet sich neben ihm nieder. "Oh nein, oh nein!"
wimmert er immer wieder und versucht behelfsmäßig die Kopfwunde zu verbinden.
Shimor und Kissmett stehen neben Wogan, Tarak gegenüber und sehen den Neuling
fragend an. Als Wogan sieht, das Gabrok sich um Bardón kümmert und Abraxa zu
Alkermes und Atlan geht, wendet er sich wieder Tarak zu. "Nun seit nicht so
verschlossen," spricht Wogan in ernstem Ton. "Ihr habt uns geholfen
und wir wollen wissen warum." Ehe Tarak jedoch antworten kann, hört man
vom Flur her ein lautes Gepolter. Dumpfe Stimmen sprechen miteinander und
schwere Stiefel schreiten über den hölzernen Boden. Im Nu sind die
Versammelten aufmerksam, wirbeln zu Türe herum, die sich im gleichen Augenblick
öffnet. Im Türrahmen erscheint eine große, breitschultrige Gestalt, ihr
schweres Breitschwert in Händen haltend und betritt mit zwei weiteren,
gleichermaßen düster aussehenden Männern den Raum. Dahinter spinkst der Wirt
verängstig in den Raum und nickt bestätigend einer weiteren Wache zu.
"Das sind sie. Sie haben sich draußen einen Kampf geliefert. Einfach so.
Die anderen sind entkommen." "Ist schon gut, wir kümmern uns um
sie." Dann tritt der vierte Soldat ebenfalls in den Raum und verschließt
die Holztüre vor den neugierigen Blicken des Wirtes. "Was geht hier
vor?" fragt die Wache und sieht dabei zu den Gefährten. "Wir... wir
brauchen einen Heiler," spricht Gabrok, "er stirbt sonst."
"Ich glaube, ich kann das alles erklären," sagt Wogan und tritt auf
die Soldaten zu. "Da bin ich aber gespannt." Abraxa wendet sich von
Alkermes und Atlan ab, bei denen sie nur den Tod feststellen konnte und beugt
sich zu Gabrok und Bardón hinunter. Gabrok sieht sie mit Tränen in den Augen
an. "Hilf ihm bitte, er darf nicht sterben." "Das wird
wieder," spricht sie und lächelt Gabrok mit ihrem schiefen Grinsen zu.
Dann kümmert sie sich um die immer noch blutende Kopfwunde. Shimor und Kissmett
behalten immer noch neugierig Tarak im Auge, damit dieser keine falschen
Bewegungen macht. Auch die drei Wachen sehen sehr aufmerksam auf das Geschehen
in dem Raum. Wogan hat sich etwas zu dem Anführer gebeugt und spricht ziemlich
leise auf ihn ein. Ein paar Worte wie Gefahr, Auftrag, Entführung sind zu
vernehmen. Dann greift er an seine Seite, zieht ein Pergament hervor und hält
es dem Anführer unter die Nase. Dieser studiert dies eingehend und nickt immer
wieder. Dann faltet er es zusammen und reicht es Wogan zurück, der es wieder
verschwinden lässt. "Gut, aber seht zu, das dies nicht wieder geschieht.
Wenn ihr unsere Hilfe braucht," er deutet zu den zwei Toten, "gebt uns
Bescheid." "Habt Dank, im Namen des Königs," spricht Wogan, drückt
der Wache nochmals kräftig die Hand, und auf ein Zeichen hin verlassen die vier
Soldaten den Raum. Wogan blickt kurz zu Tarak hinüber, dann zu Abraxa.
"Wie geht es ihm?" "Er kommt durch." "Und die anderen
beiden." "Tot." Einen Moment lang schweigt Wogan. Dann wendet er
sich wieder Tarak zu, der ihm im Moment die meisten Aufschlüsse geben kann.
"Also nochmals zu dir."
Florian
"Später, später!" Tarak schnappt sich seinen kleinen Lederbeutel und
eilt zu Gabrok, Abraxa und Bardon. Hastig kruscht er in dem Beutel umher und
holt eine Handvoll Kräuter heraus. Diese packte er auf einen Umschlag und legt
ihn auf die blutende Wunde. "Was machst du da, du junger Wicht? Was sind
das für Kräuter? Ich kenne sie nicht." misstrauisch entreißt Abraxa ihm
den Beutel. Anscheinend ist ihr es nicht recht, dass Tarak sich herausnimmt den
Patienten zu behandeln. "Gebt das her ! Es sind Kräuter aus meiner
Heimat." ruft der junge Mann. "Wo kommt ihr her?" wendet sich
Wogan nun wieder an Tarak. "Ihr stellt zu viele Fragen. Aber ich werde sie
euch beantworten. Nicht alle, aber einige." antwortet der junge Mann. Aber
Wogan ist noch nicht zufrieden und so fragt er: "Wieso habt ihr uns
geholfen?" Während Tarak sich um Bardón kümmert antwortet er: "Ich
war gerade in der Nähe und sah das ihr in Gefahr wart. Da kam ich nicht drum
herum euch zu Hilfe zu eilen." "Ihr könnt sehr gut mit Pfeil und
Bogen umgehen." sagt Shimor bewundernd. "Wenn ihr das meint."
murmelt Tarak ohne aufzusehen. "Doch ihr seit ein guter Schütze."
Wogan will zu einer neuen Frage ansetzen als er durch Gabrok gestört wird.
"Seht nur, Bardon! Er wacht wieder auf." Vorsichtig stützen Gabrok
und Kissmett ihren Reisegefährten. "Geht es?" fragen sie ihn, der
Adelige schüttelt nur vorsichtig den Kopf und zieht eine schmerzverzerrte Mine:
"Ja, aber mir brummt der Schädel noch." "Schnell einen Krug
Wasser!" ruft Kissmett den anderen zu. Ein Krug Wasser macht die Runde und
landet bei Bardon. "Nun trink alter Freund." Wogan ist sicherlich
erleichtert darüber das es Bardon schon besser geht. Währendessen schreitet
Tarak ans Fenster und sieht hinaus. "Es zieht ein Sturm auf. Ich werde die
Nacht über hier bleiben müssen." Wogan dreht sich um. "Nun denn, wir
würden euch ungern gehen lassen, nachdem ihr uns in solch einer Not geholfen
habt." Da betritt der Wirt die Gaststube und sieht sie fragend an:
"Kann ich für die Herrschaften noch etwas tun?" Wogan wendet sich an
ihn. "Wir brauchen ein Zimmer für den jungen Mann."; "Zimmer
habe ich genug, doch wie sieht es mit der Bezahlung aus? Kann er den
bezahlen?" Tarak schaut den Wirt verdutzt an. "Ich und Geld? Nein,
Geld besitze ich im Moment keines, aber vielleicht befindet sich etwas in meinem
Besitz das ich euch sonst geben kann." Langsam gleitet der Blick des Alten
über einen der Tische auf dem Tarak sein ganzes Hab und Gut platziert hat. Plötzlich
schnellt er hervor und zieht ein Samuraischwert vom Tisch. "Das würde mir
gefallen !" Schnell ist Tarak bei ihm und reißt es ihm aus der Hand.
"Das Schwert? Niemals!" Der Wirt schaut ihn mit einer Mischung aus
Erstaunen und Wut an und sagt dann: "Ich glaube dann wird nichts aus
unserem Geschäft." Der Alte will sich gerade umdrehen und weggehen als ein
Ruf ihn zurückhält "Moment!" Wogan hält einen Beutel mit Münzen in
der Hand. "Langt das für die Übernachtung?" "Der Beutel?"
schnappt der Wirt "Aber sicher!" Ein breites Grinsen zeigt sich auf
dem Gesicht des Wirtes. Er grabscht nach den Beutel und verschwindet schnell aus
dem Raum. "Was für ein Kleingeist! Nur auf Profit aus!" bemerkt Tarak
abfällig als der Schankmeister die Stube verlassen hat. "Ein Geschäftsmann
eben." entgegnet ihm Wogan. Und setzt kurz darauf nach. "Darf ich euer
Schwert mal sehen?" Tarak hat nichts einzuwenden und macht Wogan eine
einladende Geste. "Eine schöne Arbeit. So was findet man sehr selten. Es
war klug von euch das Schwert nicht einzutauschen." Der großgewachsene
Kaufmann gibt es ihm zurück und Tarak legt es zu seinen anderen Sachen. Dabei
muss er sich leicht bücken und so fällt Shimor eine Tätowierung im Nacken
auf. "Eure Tätowierung, was bedeutet die?" "Die Tätowierung...
äh, die hat nichts zu bedeuten !" Hastig zieht er die Kapuze über seinen
Kopf, schnappt sich sein Gepäck und eilt nach oben. Die anderen bleiben zurück.
Bardón wendet sich an Wogan. "Du bist so nachdenklich. Was ist los?"
Der Kaufmann reibt sich das Kinn "Ich weiß es nicht. Das Schwert, die Tätowierung,
seine ganze Erscheinung. Irgendwie ist mir der Bursche nicht geheuer und
irgendwie kommt mir die ganze Sache auch wieder bekannt vor. Wenn ich nur wüsste
woher... Aber eins sage ich dir, Bardón mein Freund, ich werde es herausfinden,
denn ich habe es nicht gern wenn man mir versucht Informationen
vorzuenthalten!"
Bernd
Der Abenteurer schüttelt leicht den Kopf und grinst. Dann fällt ihm was ein:
"Nun aber mal zu Dir, alter Haudegen!" Raunzt er Wogan entgegen.
"In was hast du uns da hineingeritten? Was hat es auf sich mit deinem
Auftrag?" Wogan blickt Bardón lange und nachdenklich an. Dann sieht er auf
die anderen und zum Schluss auf Shimor, bevor er redet: "Ich weiß nicht,
ob ich hier so offen reden soll, denn ich kenne von all den Lebenden und Toten
hier nur dich und Shimor." Shimor grinst erfreut doch Bardón greift seinem
Freund den Kaufmann an den Arm und sagt mit festen Blick: "Höre, mein
Freund Wogan, die Toten und die Lebenden hier haben mit mir schon so manch
interessante Situation durchstanden. Sie haben sich ohne viele Fragen meiner
angeschlossen, als mich dein Hilfeersuchen erreichte. Sie haben sogar Risiken
auf sich genommen, die leicht zu ihrem Tode hätten führen können und trotzdem
sind sie hier! Ich vertaue hier jedem - wenigstens soweit, dass er nicht zur
Gegenseite gehört!" Wogan sieht seinen Freund erstaunt an, besinnt sich
und meint dann: "Nun denn, es sei. Ich werde euch grob einweihen, aber habt
Verständnis, dass ich euch nicht alles sagen kann." Er macht eine Pause
als wenn er einen Einstieg zur Erklärung suchen würde, dann setzt er sich an
ein Fenster, lehnt sich mit der Schulter an den Rahmen und fängt an der
Abenteurergruppe zu erzählen, was sein Auftrag ist. „Ihr müsst wissen, dass
dies, was ich hier tue, ganz im Dienste aller Lebenden in Arcoris, vielleicht
sogar der ganzen Mittelerde, ist.“ Damit sieht er jedem ernst ins Gesicht,
bevor er weiterspricht.
„Hier in Tauh’Eff lebt und arbeitet ein Wissenschaftler Namens Rapoge’reis,
dieser hat sich zur Aufgabe gemacht, alles über die Vergangenheit der Kobolde
und ihrer alten Könige sowie ihrer uralten und mächtigen Magie herauszufinden
– rein zu wissenschaftlichen Zwecken, versteht sich. Ihr könnt, wenn ihr in
Geschichte nicht bestens bewandert seid, nicht wissen, was diese Kobolde alles
erschaffen haben, um sich ihrer Haut zu wehren. Ein wichtiges, vielleicht gar
das wichtigste Utensil der Koboldgeschichte ist der Königsstab des Königs
Tiffiluf des dritten. Dieser hatte einmal einem mächtigen Zauberer, dem Magier
Asgaroth, durch einen Zufall das Leben gerettet. Darauf hin bot dieser an, dem
Koboldkönig einen Dienst zu erweisen. Der Kobold, der nicht auf den Kopf
gefallen war, sann lange und intensiv darüber nach und sprach zum Magier, dass
er einen Königsstab von ihm haben möchte, einen Stab, der etwas besonderes an
sich haben soll: er möge alle Lebewesen in ihrem Geiste und ihrem Handeln
manipulieren können. Asgaroth gab nach einigem Zögern nach und einige Tage später
hatte Tuffiluf seinen Stab. Nur das Asgaroth den Stab so geschaffen hatte, dass
er nur solange jemanden manipulieren möge, wie der Stab auf diesen gerichtet
sei, damit Tuffiluf keine Gelegenheit habe die Herrschaft über alle Wesen zu
erlangen. Der Koboldkönig grollte dem Magier zwar, musste es aber wohl oder übel
hinnehmen. Der Zauber wird durch einen Satz aus der uralten Koboldsprache
aktiviert. Um andere zu verzaubern, muss der Stabhaltende laut rufen: Ma’an
nibadan, rohale adide a gudana abana. Was soviel heißt wie: Lebewesen welches
vor mir steht, dein Wille ist mein und deine Kraft ebenso. - Es versteht sich,
dass dieser Stab, in falschen Händen, das größte Unheil anrichten kann. Darum
muss dieser Stab zum König - oder wenigstens vernichtet werden.“
Die anderen sehen Wogan mit Grauen im Blick an, selbst Kissmett kann sich nur
schwerlich vorstellen unter der Fuchtel eines anderen zu agieren. Doch bevor
irgend jemand etwas sagen konnte, durchbricht ein singendes Schwirren die Luft,
Glas zerspringt und mit einem dumpfen Schlag durchbohrt ein Pfeil den Körper
Wogans knapp unter dem Hals. Dieser erstarrt mit staunendem Blick und fällt
nach vorne über. Bardón schwer geschockt von der Tatsache, das sein
befreundeter Weggefährte und Freund getroffen worden ist, stürzt sich
aufschreiend auf den sterbenden Körper als könne er ihn durch bloßes
festhalten vom Sterben abhalten. Kissmett reagiert am schnellsten, er lässt
sich rücklings hinter den Tisch fallen, auf dem er saß und robbt aus dem Raum.
Shimor springt auf und zieht reaktionsschnell sein Schwert und versucht mit
schnellen Bewegungen aus dem Fenster zu sehen und wieder in Deckung zu gehen.
Abraxa huscht so schnell sie kann zur Seite in eine Nische, während Rara seinen
Schrecken in der Luft auslebt und auf einen hohen Balken unter der Decke fliegt.
Gabrok zerrt an Bardón, um ihn von Wogan weg zu ziehen, aber die beiden
klammern sich mit geballter Kraft aneinander und sehen sich intensiv in die
Augen...