Dreischiffige Anlage mit Mittelapsis; vor 788 (Indiculus Arnonis).
Chorquadratkirche; romanisch.
Die früheste Nennung des Sakralbaus findet sich in dem 788 datierten Güterverzeichnis des Salzburger Erzbischofs Arno (Indiculus Arnonis); die Kirche gelangte vermutlich als aribonische Stiftung an Salzburg (Bachmann).
Durch Grabungen in der barocken Kirche mit Nordturm von 1734 - 1736 konnten H. Bachmann und G. Kaltenhauser (1970) einen mehrschiffigen (?) vorromanisch Bau, eine romanische Chorquadratkirche und einen gotischen Vorgängerbau aus dem 14. Jahrhundert erschließen.
Vom Erstbau wurden die Fundamente der Westwand, die Streifenfundamente einer dreiteiligen Anlage und eine nicht eingezogene Apsis. Die Nordmauer der barocken Kirche ruht dabei auf dem ältesten Bau auf. Die Fundamente könnten einerseits von einer dreischiffigen Kirche mit Mittelapsis stammen (Bachmann, Kaltenhauser), andererseits wäre auch eine Lösung mit seitlichen Annexräumen um einen Apsidensaal denkbar (Czerwenka). Diese Kirche wäre dann im Aufgehenden als Zellenbau zu rekonstruieren.
Bachmann und Kaltenhauser weisen die Fundamente dieser ersten nachweisbaren Phase der 788 erwähnten Kirche zu, welche aus der Sicht der Bauaufgabe als dreischiffige Anlage im 8. Jahrhundert ungewöhnlich wäre. Dies wird im Vergleich mit dem zeitlich naheliegenden Virgildom in Salzburg deutlich, der einen wesentlich höheren Anspruch gerecht werden mußte.
Literatur: Neuhardt, Kundl, 1971. - Kaltenhauser, Kundl, 1972, 152. - Bachmann, Studien, 1974, 57f. - Dehio, Tirol, 1980, 466. - Czerwenka, Architektur, 1992, 140.
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studiolo 19.06.99 21:39