Kapitel 4: Der Spitzwegerich, die Ringelblume, der Schlehdorn, das Zinnkraut



Spitzwegerich

(lat. Plantago lanceolata)

Volksname: Heufressa, Spitzfederich, Spießkraut, Rippenkraut

Blütezeit: Mai bis Oktober

Pflanzentyp: Staude mit spitzen Blättern und ausdauerndem Wurzelstock

Standort: Sonnig auf Wiesen und Feldern und Wegrändern

Größe: 10 bis 40 cm hoch

Droge: Blätter

Wirkstoffe: Ätherisches Öl, Aucubin, Harz, Kieselsäure, Schleim

Heilanwendung: Gegen Atemwegserkrankungen

Der Spitzwegerich gehört zu den häufigsten Heilpflanzen unserer Flora und ist aus der Behandlung von allen denkbaren Lungenkrankheiten nicht wegzudenken. Geerntet werden die Spitzwegerichblätter im Frühling oder Herbst. Man sollte aber darauf achten, dass man keine staubigen Blätter von Wegrändern sammelt. Durch die Inhaltsstoffe ist der Spitzwegerich ein ausgezeichnetes Hustenmittel, das den Hustenreiz mildert, Schleim und Krämpfe löst und den Auswurf fördert. Außerdem hat man in neuester Zeit antibiotisch wirkende Stoffe kennergelernt. Spitzwegerichsaft schimmelt durch diese Stoffe nur wenig bis gar nicht und in seiner Zusammensetzung ist er dem Huflattich sehr ähnlich. Vor der Entdeckung des Penicillin war der Spitzwegerich zusammen mit Huflattich, Schafgarbe, Lungenkraut, und Brennnessel das Mittel gegen Lungentuberkulose. Aber auch gegen Erkrankungen von Magen und Darm und auch zur Blutverbesserung wird er ganz stark eingesetzt. Bei regelmäßiger Einnahme von Spitzwegerich-Tee heißt es, man könne sich sogar das Rauchen abgewöhnen.

Nebenwirkungen: sind nicht zu befürchten.




Ringelblume

(lat. Calendulae offinicalis)

Volksname: Goldblume, Totenblume, Sonnenwende, Ringelrose

Blütezeit: Juni bis Oktober

Pflanzentyp: Einjährige aufrechte Pflanze mit behaartem Stengel und leuchtend gelben Blütenköpfen.

Standort: In Gärten und Kulturen, benötigen keinen besonderen Boden

Größe: 15 bis 40 cm hoch

Droge: Blüten und Blütenblätter

Wirkstoffe: Ätherisches Öl, Glykoside, Bitterstoffe, Flavonoide Fermente, Schleime

Heilanwendung: Krampflösend und als Salbenbestandteil zur Wundbehandlung

Die Ringelblumenblüten werden nur in aufgeblühtem Zustand bei Sonnenschein geerntet und an einem luftigen Ort getrocknet. Die Ringelblume wird in der Volksmedizin hoch geschätzt und viel gebraucht. Vielerorts macht man sich eine Ringelblumensalbe aus Schweinefett oder Ziegenbutter selber. Zur inneren Anwendung wird sie zur Behandlung von Gelbsucht, Magengeschwüren und zur besseren Gallenausscheidung verwendet. Auch bei zu wenig Magensäure wird sie als Tee eingesetzt. Hauptsächlich wird die Ringelblume aber in Salben zur Wundbehandlung, bei schlecht heilenden Wunden, bei Verstauchungen, bei Verrenkungen, Quetschungen, aber auch gegen Hämorrhoiden verwendet.

Nebenwirkungen: Vorsicht bei zu viel Magensäure kann es durch Überdosierung zu Magenbeschwerden kommen.




Schlehdorn

(lat. Prunus spinosa)

Volksname: Schwarzdorn, Bockbeerli, Hagedorn

Blütezeit: März bis April

Pflanzentyp: Dornenbesetzer Strauch mit blauen Früchten

Standort: Liebt Kalkboden Waldränder, Wegränder

Größe: 1 bis 3 Meter hoch

Droge: Blüten Blätter und Früchte

Wirkstoffe: Amygdalin, Flavonglykoside Gerb- und Bitterstoffe, Vitamin C ( Früchten)

Heilanwendung: Gegen Verstopfung

Sebastian Kneipp lobte die Schlehdornblüten sehr gegen Appetitlosigkeit und Verstopfungen. Aus den Beeren bereitet man eine Marmelade die gegen die morgendliche Appetitlosigkeit gegessen wird. Man sammelt die Blüten im März, im April die Blätter nach dem Abblühen und die Früchte im Herbst. Blüten und Blätter gebraucht man als mildes Abführmittel, oder zur Blutreinigung, bei Magenkrämpfen, verzögerter Regel, Wassersucht, Harnverhalten, oder bei Hautauschlägen bei Kindern. Das Mus aus den Früchten verwendet man gegen Magen-, Nieren und Blasenleiden. Als Gurgelmittel kommt der Schlehdorn bei Entzündungen am Zahnfleisch und bei Mundschleimhaut und Halsentzündungen zum Einsatz.

Nebenwirkungen: sind nicht zu befürchten, wenn man nicht überdosiert.




Zinnkraut

(lat. Equisetum arvense)

Volksname: Schachtelhalm, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Scheuergras

Blütezeit: März bis Mai

Pflanzentyp: Blütenlose Staude mit dünnen Blättern und ausdauerndem Wurzelstock.

Standort: Wiesenränder und Böschungen, vorwiegend auf kieselsäurehältigem Boden.

Größe: 20 bis 50 cm hoch.

Sporenreife: März bis Mai

Droge: Sommerwedel

Wirkstoffe: Kieselsäure, Saponine, Flavone

Heilanwendung: Zur Anregung der Nieren-, Harn- und Atemwege

Das Schachtelhalm war schon im Altertum als blutstillendes Mittel, und im Mittelalter als Heilpflanze gegen Husten, Gicht, Ruhr und Steinleiden sehr bekannt. Geriet aber dann in Vergessenheit, bis Pfarrer Sebastian Kneipp diese Heilpflanze neu entdeckte. Früher wurde das Schachtelhalm auch sehr oft als Putzmittel für Zinngeschirr (hoher Kieselsäuregehalt) verwendet. Die Triebe werden im Frühjahr gesammelt, allerdings nur die unfruchtbaren. Man bündelt sie, hängt sie an einem luftigen Ort zum Trocknen auf, und wenn die Seitenzweige sich brechen lassen, ist sie gut durchgetrocknet und zur Weiterverarbeitung geeignet. Der Schachtelhalm wirkt besonders bei Blasen- und Nierenbeschwerden, bei Unterleibserkrankungen, Ausflüssen, ist harntreibend und wird sehr oft zur Behandlung von Bronchial- und Lungenleiden eingesetzt. In Bädern verwendet wirkt es besonders bei Durchblutungsstörungen, Schwellungen nach Knochenbrüchen, Frostbeulen und bei rheumatischen Beschwerden.

Nebenwirkungen: Bei zu hoher Dosierung kann es zu Regelstörungen kommen. Vorsicht beim sammeln, es gibt auch giftige Schachtelhalmarten !


Kapitel 3