head> Greyhound von der Saalmühle

Große Aufregung, Baby`s kommen!



Bei uns ist eigendlich immer etwas los. Besonders, wenn wir kleine Welpen haben, denn jeder Hund muß ja seine eigene Familie bekommen.


Dabei geht das immer besonders ruhig an.
Rückt der Termin der Geburt näher, ist immer einer von der Familie zu Hause und beobachtet ganz genau, wie sich die Hündin verhält. Auch nachts ist immer jemand wach und beobachtet alles.
Sind die Vorzeichen eindeutig, wird in der Küche alles für die Geburt vorbereitet. D.h. alles wird desinfiziert, eine große, für die Kochwäsche geeignete Decke wird ausgebreitet und die Hündin legt sich dann darauf.
Zu dieser Zeit hängt immer ein Zettel an der Tür, dass Besucher bitte ganz leise sein müssen. Für Fremde ist dann ausnahmsweise die Küche (sonst Treffpunkt für Alle) absolut tabu. Die werdende Mutter soll sich sicher und geborgen fühlen. Die ganze Zeit brennt gedämpftes Licht und meine Familie redet ganz leise miteinander.
In der Luft liegt eine gespannte Erwartung.
Irgendwann fängt die Hündin an zu hecheln und unruhig zu werden. Sie möchte alle paar Minuten gassi gehen. Mein Frauchen sagt, dass das deshalb ist, damit die Hündin, wenn die Preßwehen beginnen nicht aus Versehen das Lager mit Kot und Urin beschmutzt.
Und tatsächlich beginnt kurz darauf die Geburt und meine Familie ist immer dabei.

Herrchen hat sich Gummihandschuhe angezogen und beobachtet ganz gespannt die Rute der Hündin. Wenn sich der erste Welpe ankündigt macht die nämlich einen ganz seltsamen Bogen. Dann folgen noch 1 - 2 Preßwehen und die Fruchtblase erscheint.
Mein Herrchen kniet neben der werdenden Mutter, um dem werdenden Leben ans Licht der Welt zu helfen und schon hört man den ersten kläglichen Laut.



Wir beobachten das Alles durch die Gittertür und bringen auch kein Auge zu.






So eine Nacht ist immer besonders lang und irgendwann am nächsten Tag ist meine Familie samt Hündin verschwunden.

Meine Kameraden haben mir erzählt, dass sie beim Tierarzt sind, um die Mutter röntgen zu lassen. Damit wollen sie ausschließen, dass noch ein Welpe in der Mutter zurückgeblieben ist. Sollte das der Fall sein, ohne dass man etwas dagegen unternimmt, würde die Mutter daran eingehen.
Auch bei den Nachgeburten passt mein Herrchen immer ganz genau auf. Die Folgen, sollte eine Nachgeburt zurückbleiben, wären ebenso verheerend. Gott sei Dank, oder weil meine Familie sich so viel Mühe gibt, ist bei uns in den 10 Jahren Wolfshundzucht noch nie so etwas passiert.

Wenn die Hündin vom Tierarzt zurück kommt, zieht sie ins Welpenzimmer neben der Küche um.


In einem vor Zugluft geschützten Lager schläft sie dann meist gleich ein, um sich von den Strapazen der Geburt zu erholen. Die Welpen, am Anfang blind und taub, liegen an den Zitzen und lassen sich die Colostralmilch schmecken. (Das ist die Milch, die während oder nach der Geburt einschießt und besonders viele Nährstoffe und Antikörper enthält. Diese erste Milch ist besonders wichtig, denn sie stärkt die Abwehrkräfte der kleinen Würmer, ohne die sie für Krankheiten besonders anfällig wären.)

Zwischendurch schleckt die Mutter die Kleinen intensiv am Bauch, damit sie sich entleeren können.




Ohne diese Massage können kleine Welpen weder Kot, noch Urin absetzen und bekämen Bauchschmerzen. Daran kann so ein kleines Wesen schnell sterben.


Deshalb nimmt mein Frauchen auch 2-3 mal am Tag jedes Würmchen und hält es der Mutter vor die Nase. So kann man sehr gut kontrollieren, ob der Absatz normal, zu fest oder zu dünn ist und der Mutter wird die Arbeit erleichtert. Manchmal ist es sehr mühsam, die kleine Wuselbande zu versorgen. Nur weil es notwendig ist, heißt das noch lange nicht, das sie stillhalten, wenn die Mutter sie putzen will.

Die heißbegehrten Zitzen sind immer verlockender. Da wehrt sich so mancher gegen Mamas Zunge und kullert weg, anstatt brav still zu liegen.
Erst wenn der Welpe in einer bestimmten Lage am Rücken liegt, hält er instinktiv still. Das ist für die Mutter Streß hoch zehn und die helfende Hand meines Frauchens wird gern angenommen.


14 Tage lang ist die Hündin ständig unter Beobachtung, solange sie bei den Welpen ist.
Das ist für meine Familie sehr anstrengend, denn auch nachts müssen die Welpen trinken. In den ersten zwei bis drei Nächten ist immer jemand wach und die Hündin bleibt im Lager bei den Welpen. Danach kommt die Mutter nachts alle zwei Stunden zum Säugen zu ihren Babys. Den Rest der Nacht verbringt sie dann bei uns auf der Couch. In dieser Zeit merkt man schon, dass Herrchen dunkle Ringe unter den Augen bekommt, und auch Frauchen ist manchmal ziemlich mürrisch. Aber das legt sich schnell, wenn die Welpen erst mal die Augen offen haben und anfangen, selbst zu fressen.
Meine Familie meint, dass das zur Zucht von Irish Wolfhounds gehört, weil diese Hunde so groß und die Welpen im Verhältnis so klein sind. Wenn man bedenkt, dass ein Wolfhoundbaby mit einem Geburtsgewicht von ca. einem Pfund auf die Welt kommt und eine ausgewachsene Hündin ca. 90 Pfund wiegt, kann man sich vorstellen, was passiert, würde die Hündin aus Versehen ein Baby treten oder sich gar darauflegen. Und da die Kleinen nie alle brav auf einer Stelle liegen, wenn Mama das Lager betritt oder verläßt, sondern im Gegenteil ständig durcheinanderwuseln, wenn sie kommt, so ist die Gefahr groß, dass ein Welpe getreten wird. Um das zu verhindern, darf die Hündin nie ohne Aufsicht aus der oder in die Wurfkiste steigen. Die Welpen werden vorher fein säuberlich zur Seite geräumt, damit nichts passieren kann. Wenn die Welpen größer sind und selber fressen, muß die Mutter Nachts nur noch einmal zu den Welpen und später gar nicht mehr. Es kommt dann auch der Tag, an dem sie die Jungen nicht mehr trinken läßt. Dann ist das Schlimmste überstanden.

Wenn ihr erfahren wollt, wie es mit den Baby`s weitergeht,