head> Greyhound von der Saalmühle

Rabauken stellen sich vor:



Wenn die Welpen 14 Tage alt sind, öffnen sich die Augen und man merkt, dass sie auch auf Geräusche reagieren.


Bisher haben sie sich nur kriechend fortbewegt. Jetzt fangen sie an, sich aufzusetzen und die ersten Gehversuche enden doch wieder auf dem Bauch. Die Köpfe wackeln dabei hin und her wie bei einem Wackeldackel, wenn die Kleinen versuchen das Gleichgewicht zu halten. Die Köpfe wirken, als ob sie für die kleinen Körper viel zu schwer wären.



Sind die Welpen ca. 20 Tage alt, können sie schon richtig laufen und beginnen miteinander zu spielen. Das ist auch die Zeit, in der mein Frauchen anfängt, ihnen neben der Muttermilch feste Nahrung anzubieten.
D.h.: Sie bekommen Futter, das mit warmen Wasser angequollen wird und aussieht, wie der Babybrei für kleine Menschenkinder.
Natürlich müssen die Kleinen erst lernen, aus dem niedrigen Napf zu fressen und die ersten Versuche enden damit, dass sie mit allen Vieren durch den Napf laufen und natürlich entsprechend vollgekleckert sind. Aber mit Hilfe der Mutter ist das Malheur schnell behoben und die Babys pikobello sauber.

Mit dreieinhalb Wochen klappt das Fressen meist schon problemlos, was der Hündin zugute kommt, denn die Welpen benötigen dann nicht mehr so viel Milch. Dadurch kann sie sich körperlich leichter erholen.
Es gibt aber auch Hündinnen, die denken ihre Kleinen kämen zu kurz. Die würgen dann tatsächlich das eigene Futter wieder hervor und man kann es kaum glauben: Die kleinen Racker stürzen sich darauf als hätten sie tagelang nichts bekommen!

Igitt, wie eklig.
Als vornehme junge Dame würde mir das nie einfallen.

Mein Frauchen meint auch, dass das nicht gut für die Welpen sei. Allerdings aus ganz anderen Gründen.

Sie sagt, die Hündin würde sich damit selbst schaden und zu viel Gewicht verlieren, wenn sie ihr eigenes Futter den Welpen gibt.
Deshalb darf eine solche gute Mutter mindestens für zwei Stunden nach der Futterzeit nicht zu ihren Welpen.

Das ist aber nicht schlimm, denn die sind jetzt schon total munter und beschäftigen sich mit sich selber. Sie toben und raufen, kneifen sich in die Ohren, Beine und Ruten. Dabei sind sie auch gar nicht zimperlich, so dass manch Einer laut aufjault und das Weite sucht.
Aber im nächsten Moment überfällt er schon ein anderes Geschwisterchen.

Wenn sie nicht fressen oder schlafen, machen sie fast immer ziemlichen Radau.
Für meine empfindlichen Ohren ist das gar nichts und manchmal möchte ich ausziehen. Aber dann beruhigt sich das Spektakel wieder und ich kann ganz ruhig meinen Mittagsschlaf halten.
Da ist es immer besonders erholsam, wenn das Wetter schön wird. Denn dann dürfen die Rabauken in den Freilauf und zugegeben, es ist immer wieder toll zuzusehen, wie sie ganz neugierig die Welt erkunden.

Sie finden alles toll, egal ob es ein vom Baum gefallenes Blatt ist, das man sich gegenseitig abjagen kann oder ein von der Familie gebrachtes Spielzeug.

Manchen Müttern sind die Kleinen dann schon zu wild und sie möchten nicht mehr so gerne zu ihren Welpen. Die Rasselbande ist manchmal so stürmisch, das sie der Mutter am Gesäuge weh tun und außerdem sollen sie ja, ganz wie große Kinder, feste Nahrung zu sich nehmen.
D.h.: Die Hündin läßt die Kleinen irgendwann nicht mehr trinken und sagt ihnen mit Nachdruck, das die Quelle versiegt ist.
Manch einer möchte das natürlich nicht einsehen und bekommt dafür von seiner Mutter einen ordendlichen Rüffler, indem sie ihn auf den Rücken legt und dabei auch manchmal ganz böse knurrt. Natürlich würde sie die Welpen nie ernsthaft verletzen, aber wenn ich mich recht erinnere, ist das auch eine unter erwachsenen Hunden übliche Sprache, die jeder versteht.
Denn wenn sich ein Hund gegenüber einem anderen auf den Rücken legt, weiß dieser, dass der Schwächere seinen Status einsieht und keinen Streit wünscht.



Ja, so ist das Hundeleben und bald ist die sorglose Zeit vorbei,
in der sich Mama alles gefallen läßt.
Jetzt heißt es lernen fürs Leben.
Mama sagt ganz deutlich, was so ein kleiner Hund darf und was nicht. Sogar stubenrein werden sie (bis zu einem gewissen Grad), denn Mama zeigt ihnen auch, wo die Toilette ist, so wie das auch das zukünftige Herrchen tun wird.
Auch wenn Mama so genervt ist, finden sich andere Opfer, die man ganz toll überfallen kann.
Die Familie kommt oft zum Spielen und Hosenbeine, Schnürsenkel und lange Haare sind eine ganz tolle Beute.
Besonders viel Spaß macht es, wenn man seinen Geschwisterchen die Beute abjagen kann. Das hat aber zur Folge, das der Besuch kreischt und schimpft, dann aber trotzdem lacht, denn so eine kleine Rasselbande hat eben ihren eigenen Charme.

Super ist es auch, wenn man sich einen Platz auf dem Schoß des Zweibeiners ergattert hat, denn dann wird man ganz toll beschmust. Leider wollen das alle Anderen auch und es artet wieder in eine tolle Balgerei aus.




Bis die Welpen sechs Wochen alt sind, dürfen nur Familienmitglieder zu den Babys, und selbst die desinfizieren sich, damit keine Krankheitserreger eingeschleppt werden.
Danach bekommen sie eine nur zwei Wochen wirksame Vorimpfung, damit die neuen Herrchen, die bis dahin schon einen Welpen ausgesucht haben, ihren Kleinen besuchen können. Bisher durften sie ihn nämlich nur von Weitem besichtigen. Jetzt dürfen sie auch mit ihm spielen. Dann kommt der große Tag, an dem die Welpen ihre erste Hauptimpfung bekommen.
Die kleinen Racker werden gründlich untersucht und bekommen ihre erste, im Impfpaß eingetragene Impfung. Das nehmen sie aber meist gelassener hin als die obligatorische Wurmkur, die sie bis dahin alle 14 Tage bekommen haben. Nur das Stillhalten beim Spritzen fällt Manchem etwas schwer.


Und dann geht es weiter.

Meist am nächsten Tag kommt dann ein Mensch mit einer seltsamen Zange und ganz viel grüner Farbe und jeder Menge Papier.
Das ist der Zuchtwart.
Er (oder sie) ist zuständig für das tätowieren. Alle Welpen werden nochmals untersucht, die Zähne werden kontrolliert, bei den Rüden die Hoden abgetastet, die Fellfarbe festgestellt und Alles wird fein säuberlich aufgeschrieben.
Der Zuchtwart schaut sich auch an, wo und wie die Welpen leben, in welchem Zustand die Hündin und ob sonst alles in Ordnung ist. Jede Beobachtung wird protokolliert und danach kommt das "Ding" mit der Farbe.
Das linke Ohr eines Welpen wird mit dieser Farbe eingerieben, dann kommt diese seltsame Zange und pikst ganz toll. Und schon ist es vorbei und Herrchen massiert das Ohr ganz ordendlich. Zuerst hab ich gedacht, er reibt, damit es nicht mehr schmerzt, aber tatsächlich wird die Farbe in viele kleinen Löcher einmassiert, die die Zange hinterlassen hat.
Naja, komisch sehen die Kleinen jetzt schon aus, mit ihren grünen Ohren.
Und überall hinterlassen sie ihre Spuren.
Die Schlafdecke, das Bein des anderen Welpen, usw. Alles ist grün! Giftig ist diese Farbe nicht, es sieht nur komisch aus.


Aber schon zwei Tage später sieht man nichts mehr.
Ach halt, das stimmt nicht ganz!
In den kleinen Löchern bleibt die Farbe zurück und wenn man genau hinsieht, erkennt man jetzt im linken Ohr einen Buchstaben und eine Zahl.
Das ist die Tätowiernummer, die auch in den dazugehörigen Papieren mit dem Namen steht. Ab jetzt sind es echte Irish Wolfhounds mit Papieren.
Denn diese Nummer wird nur einmal vergeben.
D.h., jeder Hund, der beim VDH registriert ist, hat seine eigene Nummer und ist damit unverwechselbar.
Sollte jemals, aufgrund widriger Umstände, ein Hund irgendwo gefunden werden, kann man beim VDH Auskunft bekommen, woher der Hund mit dieser Tätowiernummer stammt. Sogar im Ausland ist das möglich.
Und noch mehr:
Man kann beim VDH auch feststellen, wer seine Ahnen sind, viel weiter zurück, als es in den Papieren steht. Alle Vorfahren sind im Zuchtbuch registriert.

Möchtet ihr noch mehr erfahren?