Lucien saß vor seinem PC, recherchierte über das 18. Jahrhundert.......fand aber nichts, was ihn irgendwie fesseln konnte.....das hatte allein Jamies Anblick und seine dahingeworfenen Bemerkungen gemacht. Also beschloss er,den Mann zu hause aufzusuchen.....und diesmal würde er sich nicht abwimmeln lassen. Lucien zog seinen Lederkombi an, da er sein Motorrad glücklicherweise am Nachmittag von der Reparatur geholt hatte....und fuhr zu der heimlich besorgten Adresse von Jamie.

Jamie saß zu Hause und dachte über Lucien nach. Wie schaffte er es nur ihn so nervös zu machen. Unruhig tigerte er auf und ab und wußte nicht wohin mit seiner Energie. Also beschloss er sich beim Krafttraining ab zu reagieren. Schnell schlüpfte er in Shorts und T-Shirt und begab sich in den Keller, wo er alle seine Geräte aufgebaut hatte. Nach 2 Stunden hatte er sich wieder beruhigt und sein analytischer Verstand die Oberhand gewonnen. Gemächlich stiefelte er nach oben und ging in die Küche. Vor seiner wohlverdienten Dusche, wollte er noch etwas trinken Er öffnete eine Flasche Wasser und genoss das Gefühl eines ausgepowerten Körpers. Dann begab er sich in Richtung Bad. Als er im Flur ankam, klingelte es. Wer mochte das sein, kaum jemand kam ihn je zu hause besuchen und dafür war er mehr als dankbar. Vor sich hingrummelnd öffnete er die Tür und sah sich einem in einer Lederkluft steckenden Lucien gegenüber. Sein erster Gedankte war, wie ist er da nur hineingekommen und sein zweiter, woher hat er meine Adresse???

Lucien hatte bereits zum Sprechen angesetzt, als die Tür geöffnet wurde..Jamies Anblick allerdings verschlug ihm für einen Moment die Sprache. Das Shirt das sein Gegenüber trug, war durchgeschwitzt und klebte am Körper wie eine zweite Haut. Lucien räusperte sich und setzte noch einmal an: "Guten Abend, Mr. Cansington......hier bin ich, weil mich die ganze Sache nicht loslässt und weil ich gerne eine Antwort von ihnen hätte. Bitte, sagen sie mir, was sie wissen..." Nervös wechselte er seinen Motorradhelm von einer Seite zur anderern.

Jamie riss seinen Blick von Luciens Körper los und schaute ihm in die Augen. Mit einem Schulterzucken wand er sich ab und ging in Richtung Wohnzimmer wobei er die Tür offen liess. "Setzen Sie sich. Ich muss duschen. Danach beantworte ich auch Ihre Fragen, wenn ich kann." Damit ging er hinaus und überliess es Lucien ob dieser eintrat oder nicht. Schnell sprintete er in den ersten Stock und riss sich die Klamotten vom Leib. Er musste feststellen, dass das ganze Training
nichts gebracht hatte.

Lucien verstand das als Aufforderung und lief Jamie hinterher. Er setzte sich auf das Sofa und legte seinen Helm neben sich auf den Boden. "Ich warte..." sagte er und sah dem anderen hinterher. Lucien ließ seinen Blick schweifen und schmunzelte leicht....sachlich und nüchtern eingerichtet...das passte zu Jamie. Und sofort lief ihm wieder ein Schauer über den Rücken..der Gedanke hatte sich ganz plötzlich eingeblendet,ohne sein Zutun. Seufzend fuhr er sich durch die Haare und wartete......er hoffte, das der andere ihm das alles erklären konnte.

Jamie stand unter der Dusche und dachte über seinen Gast nach. Schliesslich fand er sich damit ab, das er Lucien wohl alles sagen musste was er wusste. Er stieg aus der Dusche, trocknete sich ab und zog sich alte Jeans und ein Hemd an. Während er runter ging knöpfte er es sich zu. Er sah Lucien im Wohnzimmer sitzen und atmete noch einmal tief durch.

Lucien wandte den Blick, als Jamie das Zimmer betrat.und musterte ihn aufmerksam......der Braunhaarige war ein gutaussehender Mann, ohne jeden Zweifel. "So.....und jetzt legen sie mal los......ich platze vor Neugierde..." Er lächelte gewinnend und strich sich eine Strähne aus der Stirn, die sich aus seinem Zopf gelöst hatte.

Jamie schaute Lucien an und setzte sich ebenfalls. "Was soll ich denn erzählen? Stellen Sie mir lieber ihre Fragen." Er liess sich in dem Sofa zurücksinken und wartete gespannt darauf, wie Lucien beginnen würde.

"So.......verschlossen wie ein Auster, hm?" Lucien schmunzelte: "Merde....ich dachte wirklich, ich hätte sie überrumpelt. Gut, dann fange ich an......warum habe ich Erinnerungen an Dinge, die ich eigentlich nicht wissen kann....Deja vus und ähnliches?"

Jamie dachte kurz nach und setzte dann zu einer Antwort an als das Telefon klingelte. Er entschuldigte sich kurz, stand auf und nahm das Telefon ab. "Cansington? Yes...I see...no...really....no.....i don not care....what??????? yeah I see as soon as possible...next flight. yes oick my up. see you. say hi to brad and that I miss him. " Mit diesen Worten legte er auf und starte gedankeverloren aus dem Fenster.

Lucien hatte sich vorgebeugt und wartete gespannt auf Antwort, seufte, als das Telefon klingelte und nickte. Er lauschte, einen Teil verstand er recht gut, den anderen Teil wieder nicht so sehr. "Gibts Probleme?" fragte er deshalb, als Jamie ihn nicht weiter beachtete.

Jamie sah erstaunt auf. Er hatte Lucien vollkommen vergessen. "Wie?...ich muss weg. Es gibt Probleme und ich muss helfen. Aber dann hab ich deine Fragen immer noch nicht beantwortet..." Jamie stand neben sich und wälzte im Kopf möglich Lösungen für seine probelem hin und her ohne wirklich weiter zukommen. "Kannst du mich zum Flughafen begleiten, vielleicht schaff ich es ja
deine Neugierde zu befriedigen." Noch während er dies sagte, verließ er den Raum und ging in sein
Schlafzimmer um zu packen. "Lucien, kommst du nun mit oder nicht?"

Lucien sah Jamie mit großen Augen nach, folgte ihm ins Schlafzimmer und blieb im Türrahmen stehen, beobachtete ihn. "Zum Flughafen? Oder soll ich dich auf deiner Reise begleiten?" fragte er und verschränkte die Arme vor der Brust. Ganz selbstverständlich war er ebenfalls zum Du übergegangen.....die Vertrautheit, die er bei Jamies Anblick empfand, ließ sich nicht verleugnen.

Jamie schaute nicht mal auf als Lucien seine Frage stellte. In Gedanken war er schon unterwegs. "Mmh? Ach ja...nun eigendlich spricht nichts dagegen, das du mitkommst. Warst du schon mal in den Staaten? Und hast du einen gültigen reisepass? Klamotten kannst du dir da kaufen..." mit diesen Worten schloss er seinen Koffer und ging an Lucien vorbei. "Komm, das Auto wartet." Schnell zog er sich seine Jacke über und sah Lucien zum ersten mal wieder voll an. Und dann realisierte er was er diesem für ein Angebot gemacht hatte. Wie würde Lucien reagieren? Und war er sich eigendlich selber sicher was er, Jamie, wollte?

"Nein, ja, ja...." beantwortete Lucien Jamies Fragen und war selbst ganz erstaunt über sich.....er hatte ohne zu denken zugesagt und irrwitziger Weise freute er sich sogar darüber. "ich muss nur kurz telefonieren, meiner Kollegin Bescheid sagen, das sie mich entschuldigt und das Interview mit dir bei der Redaktion vorbeibringt........dürfte kein Problem sein, sie hat einen Schlüssel von mir. Pass habe ich dabei.....aber vielleicht könnten wir vorher doch bei mir vorbei fahren......im Lederkombi möchte ich nicht so gern fliegen...." Lucien lächelte Jamie an.

"Ok, du kannst im Auto telefonieren und wohnst du weit weg? Der Flieger geht bald." Jamie hielt die Tür auf und schloss sie hinter Lucien, schloss kurz ab und stieg in die wartende Limosine. "Hier ist das Telefon." Er reichte es Lucien, schnappte sich selber ein anderes und rief am Flughafen an um ein weiteres Ticket zu buchen. Das klappte auch ohne Probleme und dann hörte er Lucien zu. "Sag dem fahrer am besten gleich die Adresse." Dann liess er sich zurücksinken und schloss die Augen. Er haßte fliegen.

Lucien gab seiner Kollegin Bescheid und nannte dem Fahrer dann die Adresse. "Es ist nicht weit......wir werden den Flieger schon nicht verpassen. Was ich mich allerdings frage ist, wie du meine Anwesenheit erklären willst..." Der Franzose sah Jamie mit einem kleinen Lächeln an.

Jamie öffnete seine Augen und sah Lucien an, "Wieso sollte ich deine Anwesenheit erklären? Du bist mein Gast und es geht niemanden was an." Dann schloss er wieder die Augen und schaltete sein Gehirn aus.

"Oh ja klar....natürlich. Wie konnte ich nur auf eine solche Frage kommen... " Lucien seufzte. Es war offensichtlich, das Jamie nicht reden wollte. Als sie an seiner Wohnung angekommen waren, sprang er hinaus, zog sich um und schmiss ein paar Sachen in eine Tasche. Nach wenigen Minuten stieg der Franzose wieder in die Limousine und sah Jamie erwartungsvoll an. "So...auf dem Weg zum Flughafen kannst du mir etwas über die Vergangenheit erzählen... ...."

Jamie öffnete kurz die Augen, als Lucien raussprang und schloss sie gleich darauf wieder. Gott, was hatte er sich nur dabei gedacht, den Mann einfach mit zunehmen und nun hatte er den Kopf voller Gedanken, die er nicht haben wollte und bei besten Willen auch nicht brauchen konnte...er stieß einen tiefen Seufzer aus und hatte im nächsten Moment auch Lucien schon wieder im Auto sitzen.Jetzt soll ich ihm auch noch was über die Vergangenheit erzählen...vielleicht hätte ich ihn doch hier lassen sollen... Mit einem weiteren Seufzer setzte jamie sich auf und sah Lucien an. "Die Vergangenheit??? Unsere Vergangenheit. Wo fang ich nur an...?"

Lucien hob eine Augenbraue: "Irgendwie hab ich das Gefühl, das du es bereust mich gefragt zu haben, ob ich mit will. Tja...ich bin hartnäckig und stur......und sehr neugierig. Somit wirst du mich auch nicht so schnell loswerden Und wo du anfangen sollst? Nun, wie wäre es mit dem Bild, das ich im Museum gesehen habe...und das zwei Männer zeigt, die uns unglaublich ähnlich sehen..."

Jamie sah Lucien lange an bevor er antwortete, "Die beiden Männer sind wir oder besser gesagt wir snd ihre Wiedergeburten. Das hört sich jetzt vielleicht bescheuert an, dem ist aber so. Auf jeden Fall kann ich das bei mir 100% behaupten. Ich bin ein direkter
Nachfahre und alles was man über ihn weiß, trifft auch auf mich zu. Wie das bei dir ist weiß ich nicht, aber da die beiden sich geliebt haben und auch wir uns zu einander hingezogen fühlen, spricht alles dafür." dann lehnte er sich vor und sah Lucien in die Augen.

"Hm...." Lucien hörte aufmerksam zu. "Ich weiß zu wenig, um es von mir behaupten zu können, weil ich mich nie mit meiner Familiengeschichte beschäftigt habe...zumindest nicht so weit zurück. Aber mir fallen Dinge ein, die ich einfach nicht wissen kann.......und die Anziehung ist wirklich nicht zu leugnen....." den letzen Satz sagte er leise und mit einem Lächeln, erwiderte den tiefen Blick, den Jamie ihm schenkte.

Jamie musste lächeln, als er die Worte des anderen hörte. Ja es herschte zweifellos eine große Anziehungskraft zwischen ihnen. Gerade als er sich zu Lucien beugen wollte hielten sie vor dem Flughafen an und stiegen aus.

Lucien seufzte enttäuscht und kletterte aus dem Taxi, folgte Jamie mit seiner Tasche zum Schalter, um einchecken zu können. "Das holen wir nach.. ich möchte noch viel mehr wissen.....und viel mehr von dir sehen und spüren.." raunte der Dunkelhaarige leise, als er hinter Jamie stand und blies seinen warmen Atem in dessen Nacken.

Jamie grinste in sich hinein als er Luciens enttäuschtes Gesischt sah und ihm fuhr ein Schauer über den Rücken als Lucien ihm in den Nacken bliess. Nachdem sie eingecheckt hatten, drehte er sich um und sah Lucien an. "So, unser Flug geht in einer Stunde los. Willst du noch was trinken?"

"Etwas essen......ich sterbe vor Hunger....." sagte Lucien mit einem unwiderstehlich schiefen Grinsen. "Und bitte kein Fast Food......beim Essen bin ich anspruchsvoll........und vielleicht ein Glas zu trinken....Rotwein....das beruhigt meine Nerven."

Jamie sah Lucien erstaunt an, "Wieso beruhigen? Bist du denn nervös?" Dann wand er sich ab und ging in eins der Restaurants. Liess sich auf einen Stuhl sinken und studierte die Speisekarte. "Hier dürfte auch was für dich dabei sein." Er sah Lucien an.

"Ich fliege nicht so besonders gerne....lieber bin ich mit beiden Beinen oder eher gesagt beiden Rädern auf der Erde." lächelte Lucien, der sich Jamie gegenüber niedergelassen hatte und nach der zweiten Speisekarte griff.

Jamie sah Lucien kurz an und meinte dann schmunzelnd, "Du kannst dich gerne an mir festklammern, wenn du nach her Angst bekommst." Dann bestellte er sich einen Salat und ein Mineralwasser.

"Unter Umständen werde ich auf dein freundliches Angebot zurückkommen...." lächelte Lucien und vergrub seine Nase in der Speisekarte. "Aber beschwer dich nicht, wenn es dir so gut gefällt, das du mir nachher total verfallen bist..." neckte der Dunkelhaarige und legte die Speisekarte weg, bestellte einen Teller Pasta und ein Glas Rotwein. .

Jamie musste bei den Worten des anderen grinsen. "So, so du glaubst also, dass ich dir verfallen würde...pass du lieber auf, das du nicht mir verfällst, wenn du dich an mir festhältst." dann widmete er sich seinem Essen.

"Hm....wer weiß das schon so genau.....vielleicht können wir dann beide nicht mehr voneinander lassen......" schmunzelte Lucien und nahm einen Bissen von seiner Pasta, seufzte zufrieden.

Jamie liess sich das Essen schmecken und genoss sein Getränk. Schliesslich liess er die Rechnung kommen, als beide fertig waren und stand auf. "Ich denke, wir sollten los. Unser Flug geht gleich. Kommst du Lucien?"

Lucien hatte sein Essen beendet und runzelte die Stirn. "Ich hab das nicht so gerne........ich meine, wenn du für mich bezahlst. Ich werde mich revanchieren..." sagte der Franzose leise und sah Jamie mit undeutbarem Blick an. "Ich bin sicher, mir wird etwas einfallen......" Er erhob sich und lächelte: "Dann lass uns mal gehen......damit ich mich an dir festklammern kann beim Start....."

Jamie musste lachen als er die letzten Worte von Lucien hörte. Dann wurde er ernst und sah Lucien an,"Ich hätte da auch schon eine Idee wie du dich revanchieren kannst, aber damit warten wir noch bis ins Hotel." Dann gab er der Stewardess ihre Karten und
betrat da Flugzeug.

Lucien folgte Jamie und grinste......der Engländer hatte seine Anspielung sehr wohl verstanden und das versetzte ihn in gute Laune. Irgendwie war es schon wahr.....es floß eine Anziehung und Vertrautheit zwischen ihnen, die eigentlich gar nicht sein konnte......da sie sich grade mal ein paar Stunden kannten. Er betrachtete Jamie von hinten und konnte sich nur mit Mühe davon abhalten, ihm über den Nacken zu streicheln. "Wo sitzen wir?" fragte er deshalb, um sich abzulenken.

"Hier die beiden, möchtest du lieber am Fenster sitzen oder am Gang?" fragend sah Jamie Lucien an und wartete auf dessen Antwort. So wie es aussah waren sie so ziemlich die einzigen Gäste der first class und Jamie war sehr froh darüber.

"Am liebsten auf deinem Schoß..." sagte Lucien ernst und beäugte misstrauisch die Sitze, begann dann zu grinsen. "Aber da die Stewardess dann ziemlich irritiert gucken würde, wäre mir der Platz am Gang am liebsten....da krieg ich nicht so sehr mit, das wir fliegen..."

Jamie schaute Lucien leicht überrascht an, konnte sich ein Grinsen dann aber nciht verkneifen. "So auf meinen Schoß also?" schnell liess er sich auf seinen Fensterplatz gleiten und zog Lucien auf seinen Schoß. "ich möchte ja das du den Flug genießt und deshalb werden mir die Blicke nichts ausmachen." Damit schloß er die Arme enger um Luciens taille und wartete auf eine Reaktion.

Lucien konnte gar nicht so schnell schauen, wie er auf Jamies Schoß saß ......ein anerkennendes Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Da war seine Fopperei wohl nach hinten losgegangen....hätte er dem Engländer gar nicht zugetraut. "Touchè Jamie.......hast mich kalt erwischt..." der Franzose machte allerdings keine Anstalten, aufzustehen. "Ich werde es genießen, bis zum Start.....so gern ich hier sitze aber dann muss ich wohl auf meinen Platz, um mich anzuschnallen."

Jamie musste bei dem erstaunten Gesicht des anderen lächeln. Ja, Lucien hatte Recht, er, Jamie, hatte ihn eiskalt erwischt. Aber Jamie freute sich ebenfalls, dass Lucien keine Anstalten machte aufzustehen. Leider kam die Stewardess fiel zu schnell und Lucien musste auf seinen Platz. Jamie schnallte sich an und legte seine Hand leicht auf Luciens.

Lucien lächelte dankbar.......der Start war für ihn immer das Schlimmste und er war froh über Jamies Hand, die ihn beruhigte, während er die Augen schloß und das Flugzeug anrollte, bechleunigte und sich dann in die Lüfte erhob. Als das Signal zum Abschnallen kam, seufzte der Franzose erleichtert auf und wandte den Kopf, öffnete die Augen und sah Jamie an. "Danke....." meinte er nur.

Jamie genoss das gefühl von Luciens Hand und strich zärtlich über die Haut. Als das Signal erschien, löste er seinen Gurt und zog Lucien an sich. "ich weiß, dass ist ein wenig plötzlich aber das muss sein..." dann beugte er sich über Lucien und küßte ihn. Langsam ließ er seine Zunge über die Unterlippe des anderen gleiten und kostete dessen Geschmack.

Lucien war erst verblüfft, schloß dann aber die Augen, ließ sich in den Kuß fallen und öffnete seine Lippen, um Jamies Zunge zu sich zu locken, mit ihr zu spielen und sie dann an ihren Ursprungsort zurück zu drängen, um selbst die Mundhöhle des Engländers zu erforschen und in seinem Geschmack zu schwelgen. Das fühlte sich gut an, vertraut....und absolut richtig. Langsam öffnete er die Augen, als sie sich voneinander lösten und sah Jamie an. "Sooo plötzlich fand ich das gar nicht..." grinste Lucien verschmitzt und etwas atemlos.

"Ach nein?" Jamie grinste Lucien an. Auch er hatte den Kuss mehr als nur genossen und machte sich in diesem Moment keine Gedanken über edweilige Konsequenzen. "Dann können wir ja weitermachen..." und wieder beugte sich Jamie über Lucien und küßte ihn. Nicht langsam wie beim erstenmal, sondern stürmisch. Er konnte einfach nicht genug bekommen.

Lucien erwiderte den Kuss genauso stürmisch, vertiefte ihn erneut und löste sich bedauernd von dem Engländer, als seine Lungen dringend nach Luft verlangten. "Ich hoffe nur, dir ist klar, das ich im Hotel auf keinem Fall in einem Einzelzimmer nächtigen werde.....das fühlt sich einfach zu gut an, um darauf verzichten zu können...." keuchte er etwas atemlos.

Jamie sah den Franzosen nun doch etwas fassungslos an. Ok er gab ja zu, dass das Küssen seine Idee gewesen war und er hatte es auch sehr genossen, aber ein Zimmer, beide zusammen? Er wußte nicht, was er davon halten sollte. Lucien war ihm zwar vertraut und er genoss das Gefühl von Luciens Lippen aber mit ihm schlafen? Nein, das wollte er auf keinen Fall. Er sah Lucien ins Gesicht und musste schlucken, "du hast auch kein einzelzimmer. Ich habe eine Suite gebucht, und dort gibt es zwei Schlafzimmer und ich
denke wir warten ab wie es sich entwickelt." Mit diesen Worten wand er sich ab und winkte der Stewardess. "ich hätte gerne ein Mineralwasser. Und du?"

"Kaffee, bitte..." sagte Lucien, wartete bis die Stewardess gegangen war und wandte sich dann an Jamie. "Bin ich dir zu forsch? Tut mir leid, ich sagte normalerweise immer das, was ich denke......und das eben entsprang einem spontanen Wunsch. Aber du hast sicher recht.........wir schlafen getrennt, das ist besser für uns beide.."

Jamie sah Lucien kurz an und war erstaunt, es gab kaum jemanden der ihn so schnell lesen konnte. Aber auch das war nur wieder ein Zeichen, dass Lucien was besonders war. Er nahm Luciens Hand und strich sanft darüber. "ich denke ich muss dir da was erklären. Ich mag dich und ich fühle mich zu dir hingezogen, aber ich möchte nichts überstürzen. Ich meine, bevor ich mich in eine Beziehung mit dir einlasse, und glaub mir, wenn wir mit einander schlafen, ist das eine Beziehung, möchte ich mehr von dir wissen, als das du Journalist bist und wir uns aus einem früheren Leben wahrscheinlich kennen. Kannst du das verstehen?"

Lucien sah Jamie aufmerksam an und nickte dann. "Ich verstehe dich, vielleicht besser als du denkst und als ich eigentlich sollte. Ich weiß genauso wenig von dir.......und mit dir in einem Bett zu liegen hieß für mich auch nicht zwangsläufig, das wir miteinander schlafen.....möglicherweise wäre das passiert, aber in erster Linie ging es mir um Nähe.....die Küsse mit dir haben in mir den Wunsch ausgelöst, näher bei dir zu sein." Der Franzose grinste etwas schief. "Verstehst du, was ich sagen will? Ich weiß, es klingt ziemlich verquer..."

Jamie fiel ein Stein vom Herzen, ihm war gar nicht bewußt gewesen, wie wichtig ihm Lucien bereits geworden war. "Nun, wenn das so ist, dann lass ich dich vielleicht doch in mein Bett, nur zum reden natürlich." Dabei zwinkerte er Lucien zu und verbarg sein Grinsen. Lucien war wirklich was besonderes, Jamie konnte sich nicht erinnern je so mit einem anderen Menschen gesprochen zu haben und dabei so viel Spaß zu haben.

"Sicher....nur zum reden. Hast du was anderes erwartet? So leicht bin ich nicht zu haben, Monsieur..." lächelte Lucien schelmisch. "Ich bin Franzose...da erwarte ich, das um mich geworben wird." Er lehnte sich in seinem Sitz zurück und sah der Stewardess zu, die mit ihren Getränken kam und diese abstellte. Mit einem charmanten Lächeln bedankte er sich und griff nach dem Becher Kaffee, nahm einen Schluck und griff dann wie selbstverständlich nach Jamies Hand, verschränkte ihre Finger.

Werben also, nun gut Lucien würde ja sehen was er davon hatte. Jamie hatte schon die ein oder andere Idee, wie er um den Franzosen 'werben'würde. Langsam strich er mit dem DAumen über Luciens weiche Haut und genoss den Flug.

Lucien schloß die Augen, genoß das Streicheln, das ihn beruhigte. Seine Flugangst war mit einem Mal überhaupt nicht mehr so schlimm wie sonst und er wusste genau, das dies an Jamie lag. "Du beruhigst mich auf eine sehr angenehme Art und Weise...ich hab mich bei einem Flug, zudem noch bei so einem langen, noch nie so wohl und entspannt gefühlt." lächelte der Braunhaarige, öffnete die Augen und sah Jamie an.

Jamie sah kurz zu Lucien, hob dessen Hand, küsste diese kurz und legte sie dann auf dessen Oberschenkel und drückte sie kurz. "nun das ist das mindeste das ich tun kann, schließlich kommst du meintewegen mit." Dann klappte Jamie seinen Sitz nach hinten und schloss die Augen. Er wußte, dasss er noch ein wenig schlaf bekommen musste.

Lucien lächelte dankbar und schloß ebenfalls die Augen. Er respektierte Jamies unausgesprochenen Wunsch nach Ruhe und versuchte ebenfalls, etwas zu schlafen.

Jamie öffnete seine Augen nach einer Weile und beobachtete den schlafenden Lucien. Er konnte nicht glauben, das dieser Mann neben ihm saß. Zärtlich strich er eine Haarsträhne aus dem Gesicht des anderen

Lucien lächelte im Schlaf und regte sich leicht, schlug dann nach einer Weile die Augen auf. Der Franzose wandte den Kopf und betrachtete Jamie. "Konntest du wenigstens etwas schlafen?" fragte er leise.

"nein, nicht wirklich, aber ich habe mich entspannt und du? Du sahst sehr glücklich und zufrieden aus." Jamie hatte sich näher zu Lucien gebeugt um nicht so laut reden zu müssen.

"Bin ich ja auch.....ich fliege mit einem äußerst interessanten Mann in die Staaten, wo ich noch nie war, ich genieße den Flug, was mir auch noch nie passiert ist und deine Nähe.......und..." Lucien beugte sich weiter vor und hauchte Jamie einen Kuss auf die Lippen "ich denke, ich bin auf dem besten Weg, mich rettungslos zu verlieben." Der Franzose sah Jamie in die Augen und lächelte. "Verrückt, nicht wahr?"

"Verrückt? Wahrscheinlich!? Aber das bin ich ja dann auch. Also sind wir schon zwei Verrückte." Jamie lächelte Lucien zärtlich an, schob seine Hand unter Luciens Kinn und hob dieses an. Dann hauchte er eine langen Kuss auf Luciens Lippen.

Lucien schloß die Augen und genoß, er öffnete sie wieder als sie den Kuss beendet hatten und sah Jamie lange intensiv an. "Die ganze Geschichte ist verrückt.......ich meine, ich bin eigentlich ein nüchterner Mensch mit nur einem geringen Anteil an Romantik und Schicksalsglauben.........aber schon als ich dich an der Bushaltestelle gesehen habe, spürte ich dieses gewisse Feeling.....ich kanns nicht beschreiben."


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