Lucien saß in der Küche, vor sich eine Tasse Tee. Es war spät und er gönnte sich einen Schlaftrunk......der Lord hatte Gäste gehabt, für die er kochen musste und er war heilfroh, das es endlich vorbei war. Müde fuhr er sich durch die Haare und sah auf, als er Schritte hörte. "Ah...Jamie....auch endlich fertig?"

Jamie unterdrückte ein gähnen als er so plötzlich angesprochen wurde. Er hatte das Licht in der Küche gesehen und nachsehen wollen. "Ja, der Lord schläft und die Gäste sind weg. Solltest du nicht langsam schlafen gehen, Lucien? Der Tag morgen wird wieder lang werden. Der Lord bekommt wieder Besuch." Jamie konnte nicht ganz verstehen warum er Lucien gegenüber freundlicher war.

"Hmm...mir war nach einer Tasse Tee. Magst du auch einen? Und setz dich....wir sind allein, da geht das schon." Lucien lächelte ihn an. "Du solltest nicht so ein Aufheben um deine Stellung machen. Gegenüber den Stallburschen ist das sicherlich angebracht, aber hier bin es nur ich...und ich verrats keinem."

Jamie fand es gar nicht lustig wie Lucien mit ihm redete aber er konnte ihm auch nicht wirklich böse sein dazu schaute er einfach zu lieb. Oh Gott, was dachte er da nur, obwohl er diesen Gedanken nicht zum erstenmal hatte. "Gern, eine Tasse Tee bevor ich ins Bett gehe tut mir bestimmt gut. Danke." Und so setzte er sich.

"Ich weiß genau, was du denkst." lachte Lucien leise. "Aber der Koch ist genauso wichtig wie der Butler...wenn nicht sogar wichtiger. Und ich rede mit allen so.....schließlich sind wir alle mehr oder minder auf das Wohlwollen des Lords angewiesen....wenn ihm unsere Nase nicht passt, ist Rausschmiss noch das Geringste, was uns passieren kann." Er stand auf, holte eine Tasse und schenkte Jamie ein. Dann setzte er sich wieder und schob sie ihm rüber.

Jamie war zu müde um darüber zu diskutieren wer wichtig war und wer nicht. Am liebsten hätte er mal wieder ausgeschlafen und ausgiebig geknuddelt. Er mochte sich diese Gedanken gar nicht zu ende denken, also trank er lieber in ruhe seinen Tee. "Mhh, mag sein."

Lucien betrachtete Jamie schweigend, er sah müde aus. Und wieder einmal wurde ihm klar, wie wenig er eigentlich von ihm wusste. Das er gut aussah, war nicht zu leugnen....aber was ihn beschäftigte, seine Gedanken und Gefühle, die kannte er nicht. "Jamie.....das der Herr nicht sonderlich auf Frauen steht, ist uns klar.....bis auf die, die er notgedrungen dulden muss, und die sind wahrlich keine Augenweide. Wie ist das eigentlich mit dir?" Erschrocken über seine indiskrete Frage, fuhr er sich verlegen durchs Haar. "Entschuldige, wenn ich zu indiskret war....ich bin halt neugierig."

Jamie fuhr erschrocken auf. Was hatte Lucien ihn gerade gefragt, ob er auch auf Männer stand???? Jamie musste schlucken und dann fiel ihm das geknickte Gesicht Luciens auf. "Nein, ich mag Männer auch lieber und das weiß der Lord auch. Einer der Gründe warum er mich eingestellt hat. Ich dachte das wäre mehr oder weniger klar. Und was ist mit dir?" Nun war Jamie auch neugierig obwohl er sich nicht vorstellen konnte das Lucien auf Männer stand. Er behandelte schließlich alle gleich.

Lucien seufzt erleichtert, anscheinend war Jamie nicht sauer über die Frage. "Seit ich 18 bin, wandere ich umher, hab mal hier, mal dort gearbeitet. Mit Frauen hab ich keine Erfahrung.....nur mit Männern. Einer meiner Arbeitgeber hat mich verführt, als ich ein unschuldiges Bürschchen war..." Er lachte leise bei der Erinnerung. "Ich mag Männer......." Er trank einen Schluck von seinem Tee. "Wobei ich der Meinung bin, das Liebe nicht nach dem Geschlecht fragt, sondern von der jeweiligen Person abhängt." Lucien lächelte und sah Jamie an: "Hat der Lord dir denn eindeutige Angebote gemacht?"

Jamie war erstaunt und erleichtert. Ihm fiel auf das er eine Menge positiver Gefühle Lucien gegenüber hatte, vielleicht zu viele. "Ja, einmal aber ich habe ihm erklärt, das es besser wäre wenn er die Finger von mir lässt. Seiner Gesundheit wäre es abträglich gewesen. Ich lasse mich zu nichts zwingen, mein Vater war so." Jamie war klar das er zu viel erzählt hatte, von sich, seinem Leben und von seiner Beziehung zum Lord. Es war einfach zu spät für ihn.

"Bei mir hat er es noch nicht versucht...ich bin auch zu weit weg vom Schuss hier unten. Und wahrscheinlich weiß er, das ich sofort verschwinden würde, wenn er nur eine Andeutung macht.,...und dazu bin ich zu wichtig. Als Prestige...es gibt nicht viele französische Koche in England, da hätte er nichts mehr zum Angeben vor seinen Freunden.." Lucien grinste. "Die Engländer, die nicht richtig kochen können.....Plumpudding und so widerliches Zeug... " Er spielte mit seiner Tasse...und sah ihn an. "Außerdem möchte ich mir meine Bettpartner gerne selbst auswählen...und der Lord gehört garantiert nicht dazu. " Er sah Jamie aufmerksam an und fragte sich, was für ein dunkles Geheimnis ihn umgab. Das er heute, hier bei ihm in der Küche saß, war ein kleines Wunder...und Lucien genoss es sehr.

Jamie war erleichtert das der Lord die Finger von Lucien gelassen hatte. Der Franzose sah nicht so aus als wenn er sich wirklich wehren könne im Fall der Fälle. Jamie nahm sich vor ein bisschen auf zu passen. Vorsicht war bekanntlich besser als Nachsicht. "Und wen würdest du als Bettgefährten wählen?" Die Frage war raus bevor Jamie sich zurück halten konnte,

Lucien schmunzelte, Jamie war heute wirklich anders als sonst...wesentlich gesprächiger. Er vermutete, das es an der Müdigkeit lag und war mehr als froh, das er noch nicht ins Bett gegangen war....vielleicht sollte er öfters nachts in der Küche Tee trinken. "Jemanden, der gut aussieht und mir jeden Wunsch von den Augen abliest.." deklarierte er etwas übertrieben und meinte dann ernst: "Spaß beiseite.....jemanden, den ich mag und der intelligent ist....jemanden wie dich, Jamie."

Jamie war immer noch dabei sich innerlich zu ohrfeigen und sich zu ermahnen nie aber auch nie wieder totmüde in die Küche zu kommen, als er realisierte was Lucien gesagt hatte. Er mochte ihn und das obwohl Jamie immer den Eindruck machte, sich für was besseres zu halten. Jamie wusste nicht was er sagen sollte oder tun, er wusste nur das er jetzt nicht mehr schlafen konnte. "Äh Du...du magst mich???? Obwohl ich immer so bin???" Gott, so gestottert hatte Jamie schon seit Jahren nicht mehr. "Ich mag dich auch." sagte Jamie ganz, ganz leise.

Lucien sah ihn groß an, hatte er das jetzt richtig verstanden? Es war leise gewesen, aber Jamie hatte gesagt, das er ihn auch mochte? "Ja.....du wirst deine Gründe haben, warum du so bist. Und ich habe mich ja nicht abschrecken lassen, wie du siehst, weil ich weiß, das deine Stellung dir einiges abverlangt. Ich möchte nicht mit dir tauschen, ich bin froh, so weit weg vom Schuss zu sein." Lucien stand auf und goss noch Tee ein. "Eine Tasse, noch...dann sollten wir wohl schlafen gehen...sonst fange ich an, vor Müdigkeit französisch zu reden und du verstehst mich nicht mehr...was vielleicht gar nicht so schlecht wäre.."


"Pas de Probleme. Je parle Francais. Aber du hast recht wir sollten ins Bett, sonst kommen wir morgen nicht hoch. Danke für dein Verständnis." Jamie war froh das Lucien so reagiert hatte. Und das er noch nicht ins Bett musste, sein Bett war groß und leer. Und heute wollte Jamie einfach nicht alleine sein-

"Merdè.....muss ich doch aufpassen, was ich sage....egal, in welcher Sprache." Lucien lachte leise, griff nach seiner Tasse und trank einen Schluck. "Du brauchst mir nicht zu danken, wir haben doch alle unsere Eigenarten. Ich zum Beispiel kann völlig ausflippen, wenn mir was misslingt....ich fluche so sehr, das es mir im Nachhinein peinlich ist." Er strich sich verlegen ein Strähne aus der Stirn, die sich aus seinem Zopf gelöst hatte. "Und wenn ich ehrlich bin, habe ich noch keine Lust ins Bett zu gehen......egal, ob ich morgen hochkomme oder nicht.."

"Deine Haare sind wunderschön." Jamie war es mittlerweile egal was morgen passieren würde. Heute nacht saß er mit diesem unglaublichen Mann zusammen, der ihn mochte. Innerlich konnte er kaum aufhören zu grinsen und er konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern wann er das letzte mal grinsen musste. "Ich finde es hier zwar sehr bequem aber was hältst du davon wenn wir nach oben gehen? Tee und uns unterhalten können wir auch dort und es ist näher zu unseren Zimmern?"

Lucien sah Jamie an und spürte, wie ihm Wärme ist Gesicht stieg. Wurde er etwa rot? "Äh...danke schön..." murmelte er verlegen und schalt sich einen Idioten...er war 24 Jahre alt und verschämt wie ein Jüngling. Er räusperte sich und meinte dann mit fester Stimme. "Das ist eine gute Idee....für heute hab ich genug von der Küche."

Jamie stand langsam auf und stellte die Teetasse weg. "Na, dann wollen wir mal. Möchtest du noch Tee mitnehmen oder nicht?" Er traute sich aber nicht zu fragen wo genau sie jetzt hingehen sollten. Sein Zimmer oder das von Lucien.

"Nein..." meinte Lucien und grinste verschmitzt. "Ich weiß was besseres." Er ging in die Vorratskammer, ein Stück weiter in den Keller und füllte aus einem Fass einen Krug Rotwein ab. Dann kam er wieder und stellte ihn auf den Tisch, ging noch mal zurück und holte ein paar Kekse, die er auch auf den Tisch stellte. "Die sind für Pascal..." lachte er leise und sah Jamie an. "Er kommt immer Nachts noch einmal, um was zu stibitzen...ich lass ihn in dem Glauben, das ich nichts davon weiß. Aber irgendwann werde ich ihn dabei mal 'zufällig' erwischen...auf das Gesicht bin ich gespannt." Lucien grinste verschmitzt und holte zwei Becher, drückte sie Jamie in die Hand. "Sollen wir zu mir gehen?" fragte er, während er den Krug nahm.


Jamie war erstaunt das Lucien wüsste das Pascal gerne extra essen mitnahm und dann sagte er sich dass das gar nicht so erstaunlich sei, es war schließlich Lucien. "Ja das Gesicht würde ich auch gerne sehen. Ich war noch nie in deinem Zimmer. Also los dann" sagte Jamie bevor ihn noch der Mut verließ.

"Dann musst du einfach mal mit mir dableiben....dem Jungen werden vor Angst die Knie schlottern, wenn wir beide hinter ihm stehen." Lucien grinste über das ganze Gesicht. "Ich muss zugeben, das mir dieser Gedanke gefällt....diesen frechen Burschen mal schlottern zu sehen." Er ging voraus und meinte auf der Treppe leise zu Jamie: "Ich war auch noch nie in einem anderen Zimmer...aber ich denke, sie sehen alle gleich aus. Zumal das Bett darin eh das wichtigste ist...."

Langsam fing es Jamie an Spaß zumachen. Diese zweideutigen Aussagen von Lucien und ihm und es machte ihm auch nichts aus das Lucien diese so andere Seite von ihm zu sehen bekam. "Das die Zimmer gleich aussehen, denke ich auch. Und das Bett muss nur groß genug zu schlafen sein sollte man denken, aber dem ist bei mir nicht so. Es könnten mindestens 3 Männer darin schlafen und es wäre immer noch genug Platz da."

"Ach wirklich?" Lucien hob die Augenbrauen. "Scheint doch was dran zu sein an deiner Sonderstellung...mein Bett reicht gerade für mich.....ein zweiter würde nur reinpassen, wenn er sich ganz dicht an mich schmiegen würde....voller Hautkontakt also. Ich sollte mich vielleicht mal beschweren....." Er grinste wieder, lief den Flur entlang und öffnete die Tür zu seinem Zimmer. Es war das letzte auf diesem Gang. "Komm herein und machs dir gemütlich....Bett oder Stuhl, wo du willst.." meinte er leise zu Jamie.

Jamie war doch erstaunt das Lucien nur ein normales Bett hatte, aber das war vielleicht gar nicht so schlecht, voller Hautkontakt, wie? Jamie sah sich im Zimmer um und entscheid sich dann sich aufs Bett zu setzen. Es sah einfach gemütlicher aus. "Ich wette dein Bett wird schneller warm als meins. Ich muss immer Ewigkeiten warten bis es halbwegs warm ist und im Winter ist es am schlimmsten."

"Stimmt, das ist ein Vorteil." Lucien schenkte beide Becher voll, ging hinüber und reichte Jamie einen. Seinen eigenen stellte er neben das Bett und zog seine Stiefel aus. Er nahm seinen Becher, setzte sich und lehnte sich mit dem Rücken an das Kopfteil, die Beine angezogen und das Kinn darauf stützend. "Du solltest dir von Michael eine Bettflasche geben lassen....oder dir jemanden suchen, der es gemeinsam mit dir anwärmt....lebendige Wärme ist effektiver."

"Nein!" rief Jamie aus. "Das geht nicht" Schnell schaute er in eine andere Richtung und nippte an seinem Wein. Er wusste das er in den Augen des anderen überreagiert hatte aber er durfte nie einen Gefährten oder Geliebten haben so lang er noch im Schloss war. Er würde es sich nie verzeihen wenn ihm etwas passieren würde. Da blieb er lieber einsam und so entschloss er sich nach dem heutigen Abend Lucien aus dem Weg zu gehen. Er wollte ihn schützen.

Lucien sah ihn überrascht an und runzelte beinahe unmerklich die Stirn. Ein dunkles Geheimnis....das war wohl das treffende Wort für Jamies Verschlossenheit. "Warum nicht?" fragte er leise. "Es muss ja nicht die Liebe deines Lebens oder auf Dauer sein.....ab und zu mal einen, der dir deine Einsamkeit vertreibt. Und du bist einsam, Jamie...weil du niemanden an dich heranlässt. So wie ich. Ich komme zwar mit allen hier prima zurecht, lache und mache Scherze mit ihnen...aber im Grunde meines Herzens bin ich genauso einsam wie du."

Jamie sah Lucien an und wusste das er diesen Mann zu sehr mochte. "Lucien, ich... ich kann nicht. Nein ich darf nicht. Nicht mal für eine Nacht, niemals. Egal ob ich einsam bin oder nicht. Vielleicht sollte ich gehen? Ja das wird das beste sein, für dich und für mich."

"Ich möchte aber nicht, das du gehst." Lucien sprach völlig ruhig und gelassen. "Zumal wir Wein trinken und uns unterhalten wollten...und wir haben noch nicht einmal richtig angefangen." Er strich sich durch die Haare und löste ganz automatisch seinen Zopf, seufzte erleichtert. "Wer in drei Teufels Namen verbietet dir, dir für eine Nacht Wärme und Nähe zu holen? Und das hier ist mein Zimmer, Jamie.....und hier entscheide ich, was das beste für mich ist." Er lächelte ihn an und trank einen Schluck.

"Ich, ich verbiete es mir. Und daran wirst auch du nichts ändern. Aber gut es ist dein Zimmer und ich werde mich deinem Wunsch beugen." Innerlich war Jamie hin und her gerissen und so blieb er. Als er sah wie Lucien sich den Zopf öffnete hätte er am liebsten die Haare berührt und bevor er diesen Gedanken zuende gedacht hatte, lehnte er auch schon vorwärts und strich sanft durch Luciens Haare.

"Ah ja...du verbietest es dir und deshalb frierst du lieber in deinem großen Bett. Du frierst......und deine Seele friert auch, Jamie. Und das ist nicht angenehm." Er sah ihn überrascht an, als er durch seine Haare fuhr und lächelte dann verlegen. "Der Zopf ist so lästig.....ich mache ihn los, wann immer ich kann." Lucien suchte Jamies Blick. "Du hast schöne Augen....und das.." vorsichtig strich er mit einer Fingerspitze über Jamies Narbe "verleiht deinem Gesicht etwas Wildes..." Er zog seine Fingerspitze zurück, als hätte er sich verbrannt. <Was tue ich? Ich rede wie ein Mädchen...> Innerlich schüttelte er über sich selbst den Kopf, was war nur los heute. Er mochte Jamie, aber bis dato hatte er nicht bemerkt, wie sehr er ihn eigentlich mochte.

Als Lucien ihn so berührte konnte Jamie nicht anders als ganz leise zu seufzen. So lange schon hatte ihn keiner mehr liebvoll berührt und er war froh das Lucien seine Narbe nicht abstoßend fand. "Der Zopf steht dir aber, er betont dein Gesicht." Ganz vorsichtig strich Jamie über Luciens Wange. Er dachte nicht mehr über die Konsequenzen nach. Dafür war auch noch morgen Zeit. Heute wollte er sich wieder als Mensch und Mann fühlen und Lucien gab ihm dieses Gefühl.

"Findest du?" Lucien war verlegen, die Nähe von Jamie ließ ihn unruhig werden, es kribbelte in seinem Magen. Der Butler war heute so anders...und er kam nicht umhin zuzugeben, das er ihn so noch viel lieber mochte. Er schloss die Augen, um das Gefühl, das Jamies Hand auf seiner Wange hinterließ, ganz intensiv auszukosten.

"Oh ja das finde ich. Dein Gesicht wirkt dann viel markanter. "Noch einmal strich Jamie über Luciens Wange, es fühlte sich einfach zu schön an. Weich und doch männlich, ganz wie Lucien. Er wollte die Stimmung nicht zerstören aber es wurde doch sehr spät und er wollte nur noch schlafen. Am liebsten mit Lucien in seinen Armen.

Lucien öffnete die Augen wieder und sah Jamie an. Er schluckte und kämpfte mit sich, sollte er es sagen oder nicht. Schließlich entschied er sich dafür, es einfach zu tun. "Jamie....wenn dir kalt ist, bleib doch heute Nacht einfach hier. Wir wärmen uns gegenseitig....unsere Körper und unsere Seelen." Er lächelte schüchtern und meinte dann: "Das heißt nicht, das ich mit dir schlafen will, oder so.....einfach nur Nähe genießen."

Jamie blieb fast das Herz stehen. Lucien hatte es gesagt, er hatte seinen Wunsch ausgesprochen. "Gern." Jamie sagt dies ganz sanft und zog sich die Stiefel und das Hemd aus. Er löste seinen Zopf und seine Locken sprangen nur so heraus. "Das tut wahrlich gut." Er schaute Lucien an.

"Locken..." Lucien war ganz begeistert. Sein eigenes Haar war glatt und gerade und er betrachtete fasziniert Jamies Schopf, fuhr mit den Fingern durch. "Das ist so toll...." Lucien zog seine Hand zurück und sich das Hemd aus, stellte seinen Becher auf den Boden, rutschte zur Seite und legte sich hin. Auffordernd sah er Jamie an und grinste leicht. "Hoffentlich ist es dir nicht peinlich, wenn man dich morgen früh aus meinem Zimmer kommen sieht."

"Wer soll mich sehen ich bin vor allen anderen außer dir wach?" Jamie rutschte näher zu Lucien und lächelte sanft über dessen Begeisterung für seine Haare. Er selbst fand Luciens Haare viel schöner. Langsam ließ sich Jamie zurücksinken und lag nun auf dem Rücken den einen Arm unter dem Kopf verschränkt.

Lucien drehte sich auf die Seite, stützte einen Arm auf und legte den Kopf auf die Handfläche. "Das stimmt schon, aber in diesem Haus haben die Wände Augen und Ohren. Wobei mir das völlig egal ist, wer sich über mich das Maul zerreißt, kriegt nur noch Reste zu essen.." Er lachte leise , ließ den Arm sinken und legte den Kopf darauf.

"Wie gut das ich mir nie den Mund über andere zerreiße. Sonst würde ich nur die Reste bekommen. Obwohl selbst die Rest deines Essens wohlschmeckend sind." Jamie grinste. Und ließ seinen Blick über Lucien gleiten. "So können wir aber nicht schlafen und kalt ist mir auch immer noch." Jamie unterdrückte gerade noch so ein Schmunzeln.

"Danke...." lächelte Lucien. "Aus deinem Mund ein Lob bedeutet mir sehr viel." Er fischte nach seiner Decke, zog sie über sie beide und rutschte näher an Jamie heran. Zögernd legte er seinen Arm um seine Taille. "Meinst du, so wird dir wärmer?" fragte er leise.

Jamie schlang seinen anderen Arm um Lucien und zog ihn ganz nah an sich heran. Er schloss die Augen und murmelte "Ja ich denke schon und ich werde sehr gut schlafen. Danke Lucien." Er atmete den Geruch von Lucien tief ein und fühlte wie ihn langsam der Schlaf übermannte.

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